Archive for the ‘Dit is nu Berlin!’ Category

14.01.2012 von Schröder & Kalender
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Ick kenne schönere!

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Es gibt nichts, was nicht irgendwer sammelt: Pistolen, Parteibücher oder Porzellan gehören noch zu den normalen Objekten der Begierden unter ›P‹, jedoch ›Prominentengräber‹, darauf wären wir nicht gekommen.

 

Neulich gingen wir spazieren auf dem Südwestkorso in Friedenau, an der Ecke Stubenrauchstraße liegt der Eingang zum Friedhof, auf dem Marlene Dietrich beerdigt wurde. Es war nieseliges kaltes Wetter, und nur ein Mensch war auf dem Friedhof zu sehen, ein Mann mit kurzgeschorenem Haar, Anfang 50, der fotografierte intensiv in sakraler Pose, dort musste das Grab sein. Wir näherten uns gemessenen Schrittes, und er sprach uns an: »Wollen Sie auch das Grab von Marlene sehen?«

Barbara antwortete: »Im neuen Jahr hat man bekanntlich gute Vorsätze, und seit vielen Jahren hatten wir uns vorgenommen, ihr Grab zu besuchen.« Jörg ergänzte: »Denn wir wohnen ja hier um die Ecke«, und so… weiter lesen

30.12.2011 von Schröder & Kalender
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Treffende Korrektur

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.

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Am Eingang zum Schöneberger Volkspark
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(BK / JS)

02.10.2011 von Schröder & Kalender
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Von den zwei Deutschlands

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Ausstellung ›Aus anderer Sicht · Die frühe Berliner Mauer‹

Am 3. Oktober 1990 wurde die deutsche Wiedervereinigung proklamiert, ein Jahr vorher war die Berliner Mauer gefallen, die in den frühen Sechzigern noch ein absurdes Provisorium aus Hohlblocksteinen, Stacheldraht, Mauerresten und verschweißten Eisenbahnschienen als Panzerblockaden war. Wie dies aussah, mit Blick von der Ostseite, das ist neu und ungewohnt. Wenn wir im Westen an die Berliner Mauer denken, von Schönefeld im Süden bis zum Nordgraben in Pankow, dann denken wir an das monströse mit Rohrwulst bewährte ursprünglich creme-weiße Unikum. Die Westseite wurde sehr bald mit Millionen von Mauersprüchen und Graffitis garniert.


»Fünf Zentimeter an Höhe fehlen«,
wie Joseph Beuys ironisch feststellte. Fünf Zentimeter fehlen den Deutschen meist. Alles in Allem ein Spießerunikum, das wir in der Ausstellung ›Aus anderer Sicht · Die frühe Berliner Mauer‹ sahen mitsamt den dusseligen Stammtischsprüchen und alkoholisierten Auftritten, mit denen die Westberliner Dumpfmeisterinnen und Dumpfmeister die DDR-Grenzer zu provozieren oder auch zu erheitern dachten:

Grenzübergang Chausseestraße, 13.57 Uhr
Ein 35jähriger bis 40jähriger West-Berliner legt in Höhe Sicherungslinie einen Brief und zwei Zigaretten auf das Geländer und ruft dem Posten zu: »An Walter Ulbricht weiterleiten!« Der Posten gibt zwei Warnschüsse ab, der Mann täuscht ein Getroffensein vor und krümmt sich mit den Worten zusammen: »Ich sterbe für Deutschland.«

Bernauer Straße, 14.15 Uh
Der mit dem Abriss des Hauses Nr. 48 betraute Brigadier ruft aus dem 1. Stock der Ruine eine auf Westberliner Gebiet stehende Frau mit »Mama« an. Als der Hauptmann ihn auffordert, die Baustelle umgehend zu verlassen, sagt er unter Tränen: »Siehst du nicht, dass das meine Mutter ist?«

Potsdamer Platz, 12.36 Uhr
Kommt doch rüber, wir haben schöne Frauen für euch. Einen Wagen bekommt ihr auch. Ob nun jetzt oder später, wir kriegen euch sowieso!

Kieler Brücke, 10.00 Uhr
Zwei Westberliner Zöllner: Guten Morgen, ihr habt ja schönes Wetter. … weiter lesen

01.09.2011 von Schröder & Kalender
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Um Bismarck herum

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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1970 gründete ich in Frankfurt a. M. und Genf die ›Bismarc Media‹ als GmbH bzw. SA (Schweizerische Aktiengesellschaft). Die Geschichte dieser Konzept-Agentur habe ich dann im ›Siegfried‹ erzählt. Auf den neuesten Stand gebracht (also inklusive Trittbrettfahrer Helmut Höge) wurde sie im soeben erschienenen Buch ›Immer radikal, niemals konsequent‹. Auch in diesem Blog gibt es einen Beitrag über Sinn und Zweck der kryptischen Agentur.

Lediglich um die Antwort auf die häufig gestellte Frage: »Warum hast du sie ausgerechnet ›Bismarc‹ genannt?« habe ich mich bisher gedrückt. Weil nämlich die Kette der Assoziationen bei den meisten Namen- und Titelsuchen aus vielen oft banalen Gliedern besteht. Der Name der Agentur sollte etwas mit mir zu tun haben, aber natürlich über das Biographische hinaus weisen. Also: Ich bin in der Bismarckstraße 36 a (heute Hermann-Hesse-Straße) in Pankow-Niederschönhausen aufgewachsen. Als… weiter lesen

12.06.2011 von Schröder & Kalender
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Ein Pfingstspaziergang

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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»Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen; es grünten und blühten Feld und Wald …«, heißt es in Goethes Epos ›Reineke Fuchs‹.

Wir dagegen spazierten heute nur auf unserem Philosophenpfad im Schöneberger Volkspark. Als wir den Brunnen mit dem Goldenen Hirschen passiert hatten, lief plötzlich eine Hündin neben uns. Sie sah aus wie eine Füchsin, allerdings waren nur die Pfoten, der Schwanz und die Ohren rot, ihr Kopf und ihr Körper dagegen dunkelbraun. Wir nannten sie Ermelyn wie Reineke Fuchs’ Frau, die nicht weniger listig ist als ihr Gatte.

Jetzt hörten wir, wie hinter uns jemand brüllte: »Ey Sie, ich will in Ruhe mein Bier trinken!« Wir sagten uns: »Soll er doch. Wer hindert den Idioten daran?« Die Hündin tat so, als ob sie zu uns gehörte, nur ab und zu blieb sie … weiter lesen

12.05.2011 von Schröder & Kalender
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Ethik oder Schmuck

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Manchmal leihe ich in der Stadtbücherei im Friedenauer Rathaus ein neues Kochbuch aus. Man kann die ja nicht alle kaufen, und die Regale sind ohnehin übervoll. Die Kochbücher stehen neben der Kinderbuchabteilung, und diese ist immer stark frequentiert. Gestern hörte ich hinter dem Regal zwei Mädchen reden, sagt die eine:»Ich habe was gefunden für unseren Aufsatz: Die Steinzeitmenschen hatten schon Ethik.« Da stutzt man unwillkürlich, bis einem einfällt, dass ›Reli‹ heute ›Ethik‹ heisst. Sagt die andere: »Ich habe auch was: Die Steinzeitmenschen hatten schon Schmuck! Guck mal, hier ist eine Muschelkette, die gefällt mir …« Ich linse durch das Regal und sehe die beiden am Tisch vor dem Fenster sitzen, jedes Mädchen ist tief über sein Buch gebeugt. Beide tragen rosa und sind etwa zehn Jahre alt. Das erste Mädchen: »Findest du nicht, Ethik ist wichtiger?« »Nein, ich möchte lieber über… weiter lesen

01.04.2011 von Schröder & Kalender
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Pickelhaube

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Während in der Republik gewählt wurde und 120 000 Menschen im Tiergarten gegen Atomkraft demonstrierten, versuchten wir unsere Termine zu halten und saßen von früh bis spät an Klappentexten für die neue März-Edition bei der Büchse der Pandora oder arbeiteten weiter an ›Funkloch‹, unserer neuen Folge. Zwischendurch mussten wir an die Spree, um eine Kleinigkeit zu recherchieren und dabei entstand dieses merkwürdige Foto zum 1. April.

(BK / JS)

03.03.2011 von Schröder & Kalender
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Ende einer Wandermode

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
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Heute im Volkspark Schöneberg.
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(BK / JS)

06.02.2011 von Schröder & Kalender
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Aber eine fehlt!

von Schröder & Kalender

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Der Bär flatterte heute in östlicher Richtung.
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Schaukasten im Schöneberger Rathaus

Der Spaziergang durch den Schöneberger Volkspark, den wir fast täglich unternehmen, ist so ziemlich die einzige Lockerung, die uns Schreibtischmenschen bleibt. Am Freitag holten wir auf dem Weg im Bürgeramt  Barbaras neuen Perso ab, dabei fiel uns in der Halle des Schöneberger Rathauses ein Schaukasten der Gedenk- und Hinweistafeln auf. Viele davon hatten wir schon in natura gesehen, aber eine eben nicht, weil es sie nicht mehr gibt.

Sie wurde geklaut als einzige im ganzen Bezirk! Nicht die für Marlene Dietrich, nicht die für Billy Wilder oder Kurt Tucholsky, sondern die für Uwe Johnson in der Friedenauer … weiter lesen

19.08.2010 von Schröder & Kalender
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Ein fulminanter Findling

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in müde in östlicher Richtung.
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Auf dem Weg vom Bahnhof Zoo zur Schleuseninsel entdeckten wir einen Falken auf einem Lampenmast. Kurz nach dieser Aufnahme stürzte sich der Vogel mit ausgebreiteten Schwingen herab und riss eine Maus. Der Raubvogel kümmerte sich nicht um die Menschentraube, die sich wenige Meter neben ihm angesammelt hatte und ihn bei seiner Mahlzeit beobachtete.

Die Autorin Kristin Schulz hatte uns zur öffentlichen Generalprobe des Musiktheaters ›Der Findling‹ eingeladen, das sie zusammen mit der Regisseurin  Janina Janke und dem Komponisten Maurice de Martin sowie den Musikperformern Joanna Dudley (Performance/Flöte/ Vocal), Agnieszka Dziubak (Performance/Cello/Vocal), Vanessa Gageos (Performance / Vocal), Cyrill Lim (Performance / Posaune / Installation) und Mariel Jana Supka (Performance/ Tuba/ Vocal) entwickelte.

Aktionsort ist die ›Rosa Röhre‹ auf der Schleuseninsel im Tiergarten, ein gigantisches und etwas unheimliches Relikt der Technik des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich um die ehemalige Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau der TU Berlin. Hier wurde früher unter anderem untersucht, wie sich bei Tankerunglücken austretendes Öl auf und im Wasser verhält. Das ist ja heute kein Thema mehr! Jetzt bohrt man gleich den Meeresboden an und das Öl verteilt sich ohne Umwege im Meer. … weiter lesen