09.05.2010 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in südlicher Richtung.
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Gestern nach der ›Langen Buchnacht‹ in Kreuzberg kämpften wir uns durch die Menschentrauben auf der Oranienstraße zu Klaus Theuerkaufs endart Galerie durch. Dort probten mit offener Tür die Nasenflöten wie jeden Samstag. Die Jungs werden immer besser!
Danach tranken wir bei Josefine Günschel und Berthold Seliger noch eine Flasche Wein. Im Baum auf dem Hof ihrer Kreuzberger Wohnung sang eine Nachtigal. Jürgen Brömmer meinte: »Das kommt sicher vom Band, um die hohen Mieten zu rechtfertigen.«
»Lange Nacht« hin oder her, wir hatten uns den Wecker auf acht gestellt, denn Grischa Meyer hatte von der Feier zum 65. Jahrestag des Sieges über den deutschen Faschismus am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park erzählt.
Mit der Ringbahn fuhren wir zum Treptower Park. In ganz Berlin gab keine roten Nelken mehr. Also kauften wir zwei Rosen und wanderten zum Sowjetischen Ehrenmal. Hunderte Russsen, Ukrainer, Bjelorussen, Kaukasier und andere Bewohner der ehemaligen Sowjetrepubliken begingen ihren einzigen säkularen Nationalfeiertag, der Revolutionsfeiertag ist ja weggefallen. Busse undd PKW mit Nummernschildern von Süd- bis Norddeutschland standen auf dem Parkplatz.

Frauenstatue: Trauernde »Mutter Heimat« auf dem Vorplatz zum Hauptmonument
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07.05.2010 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
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Die Buchhandlung Kisch & Co, Oranienstraße 25 in Berlin hat uns zu einer Veranstaltung während der Langen Buchnacht am Samstag, den 8. Mai, eingeladen. Klaus Theuerkauf von der Galerie endart, der Maler und Nasenflötist, wird uns begrüßen. Wir stellen dann den März Verlag vor. Jörg Schröder wird Geschichten über Autoren und den März Verlag erzählen, Barbara Kalender liest aus März-Büchern.

März, im Jahr 1969 gegründet, war »der kulturrevolutionäre Verlag« (Karl Heinz Bohrer in der FAZ), weswegen das Deutsche Literaturarchiv Marbach 1987, nach der Schließung des Verlags, das Archiv übernahm. Bücher wie die Anthologie ›Acid – neue amerikanische Szene‹, Ken Kesey: ›Einer flog über das Kuckucksnest‹, Valerie Solanas: ›Manifest zur Vernichtung der Männer‹, Edgar Snow: ›Roter Stern über China‹ oder Bernward Vesper: ›Die Reise‹ markieren den Weg des Verlages. Seit 1990 realisieren die März-Verleger Barbara… weiter lesen
02.04.2010 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert heute nicht.
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Vorgestern war Deadline für unser Manuskript ›Immer radikal, niemals konsequent‹, gestern hatten wir den ersten freien Tag seit langem. Deshalb waren wir mal wieder als Berlin-Touristen unterwegs, auch am Potsdamer Platz. Dort lagen keine Osterhasen auf dem Pflaster, sondern Schlittenhunde.

Jetzt gibt es also nicht nur Stadtrundfahrten per Bus oder mit der Rikscha, sondern auch Schlittenhund-Touren in Berlin. Ich (Jörg) würde da gern mal mitfahren. Ich (Barbara) mache das nur mit, wenn ich ein Schild hochhalten darf mit der Aufschrift: »Ich gehöre nicht dazu!«
Einstimmig begeistert sind wir von den Singhunden, … weiter lesen
26.12.2009 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Vor dem Friedenauer Rathaus steht ein Weihnachtsbaum, an dem Kinder der Grundschule ihre Wünsche für das neue Jahr gehängt haben. Wir zeigen eine kleine Auswahl:

Ich wünsche, dass die Müllabfuhr nicht mehr so stinkt! … weiter lesen
20.10.2009 von Schröder & Kalender
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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Ein Sonntagmorgen, nach einer Veranstaltung, gingen wir über die Gertraudenbrücke, dann die Friedrichsgracht hoch, überquerten die historische Jungfernbrücke, dort an der Oberwasserstraße liegt der mächtige Komplex des Auswärtigen Amtes.
Kein Mensch auf dem sunday morning sidewalk, die Stimmung entsprechend, alle zehn Meter Beobachtungskameras an grauen Masten und dann machten wir ein waghalsiges Experiment: Barbara zückte die Panasonic und fotografierte die Parterrefenster des Außenministeriums. Jetzt würden sie gleich rausstürzen, irgendwelche Sicherheitsbeamte, Ausweise verlangen und so weiter. Aber nichts geschah:

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09.07.2009 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Jetzt haben wir endlich einmal die Spandauer Zitadelle mit dem Juliusturm besichtigt, in dem nach 70/71 der den Franzosen geraubte Reichskriegsschatz lagerte. Aber Preußens Gloria war nicht Ziel unseres Besuches. Die Konzertagentur Berthold Seliger hatte zum Citadel-Music-Festival eingeladen, für das sie Lucinda Williams, Lambchop und Calexico verpflichtet hatte. Auf dem Weg dorthin lasen wir in der U-Bahn Bertholds Aufsatz ›Dissidenz und Melancholie‹ über die elende Kulturindustrie in ›Persona non grata # 77‹ und einen weiteren Leitartikel, den er für die Berliner Zeitung geschrieben hat: ›Nachruf auf eine Funktionärsmesse‹ – sehr interessante Lektüre!
Es nieselte, Lucinda Williams– »America’s Best Songwriter« (Time) – rockte los. Leider stand nur das Publikum aus dem Vorverkauf auf dem grauen Splitt. Das war schade, denn diese Künstlerin ist eine ganz große, und ihr verregneter Auftritt in Spandau ist… weiter lesen
04.06.2009 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort:

Eine andere Geschichte, in der es ums Geld geht, steht heute in unserer Kolumne in der jungen Welt.
(BK / JS)
01.06.2009 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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»Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen; es grünten und blühten / Feld und Wald; auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken / Übten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel …« Gewitter und Regenschauer waren für das liebliche Fest angesagt. Egal, wir wollten uns an Pfingstrosen sattsehen, also fuhren wir nach Dahlem in den Botanischen Garten.

Leider wurden wir schon nach kurzer Zeit daran erinnert, daß es kaum noch Bienen gibt. Trotz der Blütenfülle und der Wildblumenwiese waren nur Hummeln unterwegs, den ganzen Nachmittag über sahen wir nur eine Biene. Das verdanken wir den Pharmakonzernen wie Cropscience, den Politikkaspern – die kümmern sich um Opel! – und ihrem Publikum. Niemand interessiert sich dafür, daß eine zweitausend Jahre alte Kultur ausstirbt. Da kann der Botanische Garten noch so viel werben: »Pflanzen sind unsere Zukunft!« Ja, aber wer soll sie bestäuben? Millionenfach werden Hummeln ausgesetzt, die später, wenn sie ihre Schuldigkeit getan haben, verbrannt werden. … weiter lesen
14.04.2009 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in westlicher Richtung.
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Gründonnerstag besuchten wir Freunde und haben uns an einer Mandeltorte von Ikea den Magen verdorben. Danach machten wir, was Atheisten an Feiertagen immer machen sollten: arbeiten. Allerdings schliefen wir aus, drehten unsere Runde im Volkspark, aßen von der Sonne beschienen auf dem Balkon und redigierten dann die neue Folge ›Gemischte Gefühle‹.
Abends saßen wir mit einem Glas Wein auf dem Sofa und lasen, Barbara: Michail Bulgakow, ›Der Meister und Margarita‹, weil es Spaß macht, wie Besdomny und Berlioz dem Teufel erklären, daß es keinen Gott gibt und dann die Antworten des Teufels zu lesen.
Jörg blätterte wie immer zuerst die Tageszeitungen durch, dann las er Volker Brauns Notate ›Es genügt nicht die einfache Wahrheit‹.

Der Pariser Platz mit der Aussicht nach den Linden
Aquarell von Friedrich August Calau
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30.03.2009 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert heute nicht.
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Die Feiern und Gedenkstunden zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer mehren sich, im November werden sie ihren Höhepunkt erreichen. Da wundert es uns, daß bisher die ›größte Wandzeitung der Welt‹ auf der westlichen Seite des antifaschistischen Schutzwalls ein Dasein als Mauerblümchen fristet. Im Sommer 1983 schrieb Ronald Steckel auf seiner Wanderung entlang der Klagemauer alle diese Texte ab und ging mit dem Manuskript zu Wolfgang Neuss. Der las, flüsterte und brüllte das gesamte Volksvermögen auf seine unnachahmliche Weise.

v.l.n.r.: Wolfgang Neuss, Assistent Burkhard, Ronald Steckel
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So entstand dieses zwerchfellerschütternde Dokument Westberliner Befindlichkeit, bevor die Mauersprüche – leider, leider! – durch farbige Sprühgrafitti überdeckt wurden.

Wir schlagen vor, daß Steckels Mauer-Hörspiel am 9. November in allen Schulen gespielt wird, denn es ist eines der raren historischen Dokumente, bei denen Witz und Wahrheit zusammenfallen. Wolfgang Neuss und… weiter lesen