Archive for the ‘Making of Pornography’ Category

17.10.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (18)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
Und so geht’s weiter mit Polizeiuniformen für die RAF und einem Prozeß, bei dem es um Kopf und Kragen ging: Meldete sich doch eines Tages telefonisch der Kostümverleih Rumpeldipumpel aus Frankfurt, zuerst bei Kumetat, der gab das Gespräch an mich weiter: »Hier ist ein Kostümverleih dran. Hast du oder haben Boldt oder Wietz für einen Olympia-Film Polizeiuniformen ausgeliehen? Oder weißt du etwas davon? Die reklamiert er. Wir hätten sie noch nicht zurückgebracht.« »Nee, gib mir den mal her.« Der Verleiher: »Olympia Film, sind Sie das? Ich warte jetzt seit vierzehn Tagen auf meine Uniformen. Sie haben für acht Tage bezahlt. Jetzt müssen Sie bereits dreißig Mark pro Tag und Kostüm, also dreihundert Mark für vierzehn Tage — macht viertausendzweihundert Mark — bezahlen.« »Moment mal! Polizeiuniformen? Wer hat die bei Ihnen geliehen? Vielleicht ein Herr Boldt oder ein Herr Wietz?« »Nein, der Entleiher hat… weiter lesen

12.10.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (17)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nördlicher Richtung.

Und so geht’s weiter mit der Beschlagnahmung von ›Lucy’s Lustbuch‹: Das Buch war vom Handel kaum vorbestellt, es gab eben manches bei uns, worüber wir vor Erscheinen nichts Konkretes sagten, sondern nur raunten, auch die Vertreter wußten nicht mehr als: »Das wird ein dicker Hund.« Solche Bücher lieferten wir dann ›unverlangt‹ aus, daran waren die Buchhändler gewöhnt bei heiklen Themen. So sollte es auch mit ›Lucy’s Lustbuch‹ geschehen. Der Druck war saumäßig teuer, achtzig Vierfarbtafeln auf Hundertsiebzig-Gramm-Karton. Gebunden wurde der Schinken in starke Pappe, glanzfolienkaschiert, er wog achthundert Gramm. Natürlich erschien ›Lucy‹ nicht unter dem Autorennamen Alfred von Meysenbug, wegen des brisanten Inhalts wählte er das Pseudonym ›Alfred Demarc‹.

Lucy-2.jpg

Wir schickten die ersten Unverlangtsendungen an die einschlägigen Buchhandlungen, die diversen Beate-Uhse- und Müller-Shops, also die etwa dreihundert Läden, die nur oder auch mit Schweinkram handelten. In Windeseile waren die Exemplare wieder zurück, die… weiter lesen

08.10.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (16)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.

Und so geht’s weiter mit dem Comic-Roman Lucy’s Lustbuch: Erst mal wieder Alfred von Meysenbug, uns allen ja schon bekannt aus den vorangegangenen Erzählungen, der Mitarbeiter und Gefolgsmann von Günter Amendt, auch Zeichner von ›Sexfront‹, damals in Frankfurt ein scharfer Tunichtgut, politisch und sexual-politisch. 1968 war von ihm im Heinrich Heine Verlag ›Super-Mädchen. Das Ende der Verkäuferin Jolly Boom‹ erschienen. Als Modell für Jolly diente ihm Carla Aulaulu, eine von Rosa von Praunheims Musen, die ganze Clique traf sich oft in der Römerstadt bei einer Künstlermutter. Alfred bot mir für März einen neuen Comic an, er wollte viel Geld damit verdienen, beschrieb das Projekt so: »Das Mädchen Lucy wird zum ›Bravo‹-Girl des Jahres gewählt, das Ganze ist eine Polemik gegen die ›Bravo‹-Generation und den Konsumismus.« Fand ich gut. ›Lucy’s Lustbuch‹ sollte der Titel heißen. Meysenbug hing bei seinen Figuren dem Prinzip der Wirklichkeitsdopplung an. Das mußte so sein, weil er nicht frei zeichnen konnte, er brauchte genaue Vorlagen. Es war deshalb entsprechend kompliziert: Zunächst fertigte er ein Storyboard jeder Szene an, also eine Skizze, dafür mußten seine Freunde und Freundinnen posieren. Die Szene wurde danach fotografiert, und er begann dann erst, das Foto zum Comic umzuzeichnen. Die Hauptdarstellerin des neuen Comics hieß Lucy, gehörte zum Kreis der Frankfurter Boheme-Mädchen, die Pornographie als Befreiung propagierten, wozu auch Diddy Wah Diddy, also Fatima Igrahim, zählte. … weiter lesen

02.10.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (15)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.

Und so geht’s weiter mit dem Bruder von Rolf Dieter Brinkmann, einer Lusche, wie sie im Buche steht: »Nicht vorkommen«, das ist das Stichwort für den Brinkmann-Bruder, hier also kommt sie, die Sache mit Karl-Heinz, einem weiteren Anlaß für mein Zerwürfnis mit Rolf Dieter. Damit der Zusammenhang verständlich wird, muß ich die Entwicklung der Olympia-Film-Produktion skizzieren: Über Bernward Vesper lernte ich Wolf Gremm und Michael Geissler kennen. In Ellinor Michels Wohnung, in der auch Andreas Baader und Gudrun Ensslin herumhockten, besprachen wir die Pornofilme ihrer ›Sisters and Brothers‹-Company, die Schwester Regina Ziegler und eine Reihe Berliner Stadtindianer spielten mit. Die Ergebnisse waren grauslich, weil ich aber keine anderen Filme hatte und der Termin der Pressekonferenz schon feststand, deklarierte ich diese Streifen als Schnittabfall. Die sogenannten »Schnittmuster« zeigte ich auf meiner legendären Pressekonferenz im Jagdschloß Kranichstein, angeblich, um die fertigen tollen Filme vor dem Zugriff… weiter lesen

29.09.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (14)

von Schröder & Kalender

Wir sind in Köln und wissen daher nicht, wie der Bär flattert.

Und so geht’s weiter mit den aufhaltsamen Dreharbeiten zum Pornofilm ›Colt & Köcher‹ in freier Natur: Endlich startete unsere kleine Karawane, fünf Wagen: ich mit dem Jaguar vorneweg Richtung Schlüchtern, Beitlich mit meinem alten großen BMW hinterher, dann die Filmer, Frau Löffelholz. Bei Schlüchtern ging es links ab, jetzt kennen wir die Gegend ja, wahrscheinlich Richtung Freiensteinau oder Birstein, Kaffs – damals böhmische Dörfer für mich. Wir fanden den Jagdaufseher, einen, wie er im Buche steht, aber nicht in einem Vogelsberger, sondern in einem aus dem Spessart: schwarze Augenklappe, grüner Hotzenplotzhut auf echtem Basaltschädel. Also ein Jagdgehilfe und Depp, der mit einer grauhaarigen Vogelsbergerin in einem Hexenhäuschen wohnte. Wir waren ihm von Lindemann avisiert worden, und er fuhr mit uns zum vorgesehenen Drehort. Eine wunderschöne Wiese, leichter Abhang, ein typisches kleines Vogelsbergtal, unten murmelte ein Bächlein, an dessen… weiter lesen

23.09.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (13)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert immer noch auf halbmast in nördlicher Richtung.

Ab 10 Uhr wieder auf Topp.

***
Und so geht’s weiter mit der schwierigen Suche nach Darstellern für den Pornofilm ›Colt & Köcher‹: Das Kopierwerk Atlantik-Film akzeptierte das Brocksche Gutachten, ›Die Schüler‹ waren bereits in Arbeit, ein Prospekt wurde gedruckt. Die Kameraleute Boldt und Hehn begannen über weitergehende Beteiligungen an den Verkaufserlösen nachzudenken, wollten in meinem Pornokonzern die erste Filmgeige spielen, aber keiner wollte sich natürlich namentlich nennen lassen. Es gab dann Versuche der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, die Produktion zu stoppen, es gab Strafanträge, dem allem entzogen wir uns mit List, ›Die Schüler‹ liefen blendend. ›Sexokratie‹, so bemüht das auch daherkam, wurde genauso gut verkauft. Es kam nur darauf an, daß alle Varianten darin vorkamen. Ich bemühte mich ständig, den Standard zu erhöhen, mein nächster Plan sah vor, einen Film außen zu drehen, ich wollte den Vogel abschießen mit diesem Film, der dann auch im Vogelsberg gedreht wurde. Uve Schmidt und ich entwickelten ein Szenario, das ›Colt und Köcher‹ hieß, die Message bestand darin, daß ein Trapperpärchen ein Indianerpärchen ausbeutet: ›Colt und Köcher oder Die Ausbeutung‹. Mit den einfachen dramaturgischen Mitteln des Stummfilms sollten höchste Handlungsdichte und erotische Faszination erreicht werden, der Trapper greift nach seinem Colt, der Indianer hebt den Schild vom Boden auf, die Indianerin schnürt das Mieder der Trapperin, wie es von Lessing im ›Laokoon‹ gewünscht ist.

coltundköcher2.jpg

Dazu mußten wir uns auf vier Spieler beschränken. Bazon Brock konnte noch aus dem vollen schöpfen mit drei Pärchen und einer Lehrerin. … weiter lesen

20.09.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (12)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in östlicher Richtung.

Und so geht’s weiter mit den klandestinen Dreharbeiten zum Pornofilm ›Sexokratie‹: Ob Svensson uns nachsetzte? Er löste sich auf geheimnisvolle Weise in Luft auf, dachte ich damals. Erst ein paar Jahre später wurde mir klarer, was es mit der Food-Schiene auf sich hatte, als Werner Klemming beschloß, sich nach Norditalien zu verkriechen, und mir vorher seine Malik-Sammlung verkaufen wollte. Beiläufig erzählte er mir von seiner Lehrzeit in Bechers Nachkriegs-Weizenkontor. Aber erst nachdem Hans Dieter Heilmann den Bericht des ollen Biss über die Budapester Verhandlungen neu herausgab, über Kastner, Eichmann, Becher, 1985, und da auch erst zwei Jahre später, dämmerte es mir endlich, mit welchem Netzwerk diese Hilfsorganisation auf Gegenseitigkeit die zweite Republik überzogen hatte. Da paßt mal ›Netzwerk‹, die neudeutsche Metapher für jedwede Gruppengemeinheit und lobbyistische Abstauberei. Ja, warte doch ab! Es verknüpft sich schon noch.

Erst mal waren wir wieder in Frankfurt, Beitlichs Nase wurde bald rosiger, aber er machte mich noch wochenlang verrückt mit seiner Schwedenparanoia. Ich dachte mir, die können mich mal, beauftragte Rechtsanwalt Riemann, einen Brief zu schreiben, daß ich als linker Verleger wegen der ungewöhnlichen Geschäfte, die Svensson und seine Geschäftspartner angedeutet hätten, von der Gründung der projektierten Aktiengesellschaft absehen müsse. Nach diesem Brief habe ich von den Typen direkt nichts mehr gehört. Was die Filmkopien anging, war ich so klug als wie zuvor. Da, gänzlich überraschend, meldete sich das Atlantik-Filmkopierwerk aus Hamburg, sie seien nun möglicherweise doch bereit, erotische Filme zu kopieren, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß ihnen ein Gutachten vorgelegt würde, welches sie juristisch freistellt, ein Gutachten von ausgewiesenen Wissenschaftlern, daß es sich bei unseren Filmen nicht um strafwürdige Pornographie handelt. Ein ungewöhnliches Zusammentreffen, diese plötzliche Bereitschaft von Atlantik-Film nach unserem Schwedenabenteuer, kann aber auch Zufall gewesen sein.

Nun ging die wunderbare Geschichte mit Konsul Breckwoldt los. Der erste Film war gedreht, das Gutachten für seinen ›Schüler‹-Film hatte sich Bazon Brock selbst geschrieben. Ich konnte also darangehen, das nächste Œuvre vorzubereiten. Es sollte eine Eigenproduktion von Uve Schmidt und mir werden, Rainer Boldt hatte seinen Freund Roland Hehn als Kameramann empfohlen. Der Film trug den Titel ›Sexokratie‹, ein Lehrfilm, in dem die Grundrechte des Grundgesetzes mittels erotischer Metaphern erklärt wurden: »Die Würde des Menschen ist unantastbar« oder »Die Kunst ist frei«. Jeder dieser Leitsätze – ja, stimmt schon, dumpf – wurde in einer Szene ausgespielt, ein erotischer Vulgär-Stanislawski, dafür mußten vier Leute gefunden werden.

sexokratie2.jpg

Rosi hatte bereits zugesagt, eine vollbusige Frau mit dunkelbraunen Haaren, der wir aber stets eine lockige blonde Mittellanghaarperücke nach Landfrauenart verpaßten. … weiter lesen

14.09.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (11): Alla vackra flicka skål!

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nördlicher Richtung.

Und so geht’s weiter mit den Problemen, ein Kopierwerk für die Pornofilme zu finden und einer Reise nach Schweden:
Anfang Dezember 1969 kündigte ich auf einer Pressekonferenz im Jagdschloß Kranichstein bei Darmstadt an, daß ich demnächst Pornofilme herausbringen werde. Aber ich hatte keinen Film, und erst recht gab es kein Kopierwerk, das so einen Film vervielfältigt hätte. Denn pornographische Abbildungen und Filme waren ja noch hochnotpeinlich verboten. Es existierte deshalb auch keine Produktionsszene in Deutschland für so etwas. Ich redete mit Bazon Brock über meine Schwierigkeiten, und er meinte: »Kein Problem, den Film drehe ich mit meinen Studenten von der Hochschule für Gestaltung in Hamburg, die Kamera macht Rainer Boldt.« Das war ein Absolvent der Münchner Filmhochschule, den Bazon noch aus seiner Schulzeit in Itzehoe kannte. Also wurde die Dramaturgie für ›Die Schüler‹ von Brock und seinen Studenten ausgearbeitet, es handelte sich bei diesem frühen Pornostück um einen zehnminütigen Stummfilm ohne Musik.

Der Film war fertig, jetzt brauchten wir ein Kopierwerk, aber von Geyer, Atlantik und Mosaik hörte ich nur: »Verkaufskopien von Pornofilmen?! Undenkbar!« Ich wollte schon aufgeben, da meldete sich ein Herr Svensson am Telefon, der erstaunlich akzentfrei deutsch sprach. Er habe aus der Presse von meinen Filmplänen erfahren, er selbst leite in Stockholm das bedeutende Filmunternehmen Venus Film AB. »Kommen Sie auf meine Kosten nach Stockholm, Sie wohnen im Grandhotel. Wir haben auch ein leistungsfähiges Kopierwerk an der Hand.«

Die Flugtickets wurden besorgt. Damals hatte ich bereits Flugangst, die war schleichend und ohne konkreten Anlaß gekommen. Jedoch, diese Reise nach Stockholm mußte sein. Vielleicht bin ich auch wegen meiner Flugangst mit dem Schriftsteller Manfred Esser bis in die frühen Morgenstunden in einer Bar versackt. Um sechs Uhr fuhr ich mit roten Augen und dickem Kopf in meine Wohnung, zerrte ein paar Klamotten in den Koffer und kam in letzter Minute am Flughafen an. Der Olympia-Press-Vertriebsleiter Peter Beitlich und der Rechtsanwalt Johannes Riemann warteten schon ungeduldig. Dann merkte ich, daß ich meinen Reisepaß vergessen hatte. Trotzdem flog ich mit. Bei der Zwischenlandung in Kopenhagen warnte mich ein Paßbeamter: »Es hat keinen Sinn, nach Schweden weiterzufliegen, ohne Reisepaß lassen die Sie nicht rein.« »Ist mir egal«, sagte ich stur und angesoffen, »ich muß nach Stockholm.« … weiter lesen

09.09.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (10): Prof. Bazon Brock dreht einen Pornofilm

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert leicht in östlicher Richtung.

Und so geht’s weiter: Wir saßen da und stützten die Köpfe, Uve Schmidt und ich. Zu dieser Zeit, Ende 1969/Anfang 1970, war Bazon Brock noch eine gerngesehene Person im Hause März. In jeder März-Programm-Vorschau stand damals seine ›Revolution des Ja‹, die ich bereits zwei Jahre vorher im Melzer Verlag angekündigt hatte. Mit Bazon Brock sprach ich über die Schwierigkeiten der Pornofilmproduktion, und er: »Kein Problem, den Film mache ich.« Er übernehme die gesamte Produktion, er kenne da einen jungen Absolventen der Münchner Filmhochschule. »Au weh, schon wieder ein Absolvent.« »Doch, das ist ein guter Mann.« Also, er realisiert das mit dem guten Mann und seiner Klasse an der Hochschule für Gestaltung in Hamburg, »da kann nichts schiefgehen«. Ich, vorsichtig geworden, zahlte erst mal nur das Filmmaterial. Vor Drehbeginn wurde das Verteidigungskonzept festgelegt, wir durften ja nur Filme machen, die von vornherein so konzipiert… weiter lesen

04.09.2006 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography (9): Otto Schily moderiert

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert heftig in östlicher Richtung.

Und so geht’s weiter mit dem Pornofilmer Wolfgang Gremm und seinem Rechtsanwalt Otto Schily: Die Pressekonferenz mit den Filmschnipseln der Brüder und Schwestern war unerwartet glücklich und mit durchschlagendem Erfolg gelaufen. Jetzt stand mir noch eine andere harte Aufgabe bevor, denn auf dem Frankfurter Flughafen wartete Rechtsanwalt Otto Schily. Zur Pressekonferenz war er vorsichtshalber nicht gekommen, der Consigliere der Brothers and Sisters Company, aber mit Gremm, Geissler, Vesper und den beiden Mädchen war ich jetzt unterwegs zu ihm. Sie hatten mir dräuend geflüstert: »Genosse Schily macht für uns die Exklusivverträge. Damit das klar ist: Nur wir sind berechtigt, deine Pornofilme zu drehen, nur unsere Filme werden von Olympia Film vertrieben, nur wir können sie machen.« Weil kein Journalist mehr in der Nähe war, sagte ich: »Das bereden wir mit dem Rechtsanwalt, ist immer gut, so was mit Anwälten zu besprechen.« Ich wollte sie erst mal nur möglichst weit weg von Frankfurt haben und für die nächsten Tage auch von Pressemenschen fernhalten. Ich mußte sie trockenlegen, damit sie nicht gleich merkten, daß ich nicht daran dachte, ihren Scheiß zu vertreiben. Hinein in den Flughafen mit der Truppe, da sitzt in einer offenen Bar der Genosse Schily vor einem Schweppes. Er sah schon so aus wie heute, … weiter lesen