Archive for the ‘POP am Rhein – Bildertausch’ Category

16.02.2008 von Schröder & Kalender
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Schröders frühe Jahre in Bonn (7)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.

Im Programmheft von ›POP am Rhein‹ wurde für den 14. Februar eine Lesung von Jörg Schröder in Bonn angekündigt, die wegen eines Planungsfehlers des Veranstalters nun doch nicht stattfindet. Wir bitten die Freunde unserer Literatur um Nachsicht und bringen hier einen Text, den wir in Bonn lesen wollten.

3. Teil

Ich ging weiter in die Junge-Union-Zusammenkünfte, auf CDU-Veranstaltungen wurde begeistert geklatscht und auf SPD-Veranstaltungen begeistert dagegengegrölt. Mein Vater scherte sich nicht darum. Ich glaube, ich hätte auch der ›Moralischen Aufrüstung‹ beitreten und »One for you and one for me, that’s the way of democracy« singen können, es hätte ihn nicht gekümmert. Er sorgte sich einzig, daß ich Gretels Reglements nicht allzusehr mißachtete. Ist ja verständlich, daß es jede Köchin aufregt, wenn du ihr Essen ins Klo spülst. Frag mich nicht, ob der Fraß wirklich so schlecht war, ich fand die Frau schlecht, ihren Gang,… weiter lesen

15.02.2008 von Schröder & Kalender
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Schröders frühe Jahre in Bonn (6)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert schwach in nordöstlicher Richtung.

Im Programmheft von ›POP am Rhein‹ wurde für den 14. Februar eine Lesung von Jörg Schröder in Bonn angekündigt, die wegen eines Planungsfehlers des Veranstalters nun doch nicht stattfindet. Wir bitten die Freunde unserer Literatur um Nachsicht und bringen hier einen Text, den wir in Bonn lesen wollten.

2. Teil

Tja, ich glaube fast, mein Vater blieb in diesen Lebensumständen nichts anderes übrig als eine Art von innerer Emigration, nämlich Amtsrat zu bleiben, also Karriereverweigerung. Was mich aus Statusgründen ärgerte, mir wäre es lieber gewesen — umgeben von den vielen Großbeamtensöhnen —, mein Vater wäre Ministerialrat geworden. Nur noch ein Beispiel: Neben uns in der Breslauer Straße wohnte Hans Trossmann, der Direktor des Deutschen Bundestages und vormalige Sekretär des Parlamentarischen Rates. Sein Sohn ging in meine Klasse, und ich war eine Zeitlang mit ihm befreundet. In Lodz gehörte Trossmann als Oberregierungsrat zur Leitung… weiter lesen

14.02.2008 von Schröder & Kalender
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Schröders frühe Jahre in Bonn (5)

von Schröder & Kalender

Wir sehen nicht, wie der Bär flattert, denn wir sind in Düsseldorf.

Im Programmheft von ›POP am Rhein‹ wurde für den 14. Februar eine Lesung von Jörg Schröder in Bonn angekündigt, die wegen eines Planungsfehlers des Veranstalters nun doch nicht stattfindet. Wir bitten die Freunde unserer Literatur um Nachsicht und bringen hier einen Text, den wir in Bonn lesen wollten.

1. Teil

Tante Gretel, die zweite Frau meines Vaters, hörte im Finanzministerium auf, angeblich, weil sie sich jetzt um mich kümmern müsse. Nichts war mir widerwärtiger. Es war eine Abwechslung vor oder nach der Schule gewesen — wegen des Raummangels der provisorischen Hauptstadt hatten wir Schichtunterricht in den Gymnasien —, mit der Straßenbahn in die Rheindorfer Straße zu fahren. Der Grenzschützer vor dem Eingang sah noch zivil aus ohne Pistolentasche, geschweige denn MP. Mit dem Vater ging ich entweder in die Kantine der alten Innenministeriumskaserne oder in die des neu… weiter lesen

13.02.2008 von Schröder & Kalender
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Schröders frühe Jahre am Rhein (6)

von Schröder & Kalender

Wir sehen nicht, wie der Bär flattert, denn wir sind in Düsseldorf.

Heute lesen wir in Düsseldorf im Rahmen von ›POP am Rhein‹ aus ›Schröder erzählt‹ und berichten über unser Desktop Publishing sowie das Bloggen.

Veranstalter ist die Literaturhandlung Müller & Böhm, die in Heinrich Heines Geburtshaus in der Bolkerstraße residiert. Aus diesem Anlaß bringen wir hier eine Geschichte, die sich 1981 in Düsseldorf zugetragen hat. Darin geht es um die Initiation des kleinen Harry Heine durch die Hinterlassenschaften seines Großonkels des ›Chevalier von Geldern‹ und eine absurde Observation durch einen der drei deutschen Geheimdienste.

2. Teil

Das waren also die Gründe, weshalb wir in der Pension ›Esser‹ geschlafen hatten, schon mit sechzehn, bei meinem ersten Aufenthalt in Düsseldorf, hatte ich Heinrich Heines ›Ideen‹ gelesen. Damals, 1954, lag die Stadt noch in Trümmern, und ich kaufte in der Bismarckstraße in einer Antiquariatsbretterbude zwischen Ruinen zwei… weiter lesen

12.02.2008 von Schröder & Kalender
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Schröders frühe Jahre am Rhein (5)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert schwach in nordöstlicher Richtung.

Am 13. Februar lesen wir in Düsseldorf im Rahmen von ›POP am Rhein‹ aus ›Schröder erzählt‹ und berichten über unser Desktop Publishing sowie das Bloggen. Veranstalter ist die Literaturhandlung Müller & Böhm, die in Heinrich Heines Geburtshaus in der Bolkerstraße residiert. Aus diesem Anlaß bringen wir hier eine Geschichte, die sich 1981 in Düsseldorf zugetragen hat. Darin geht es um die Initiation des kleinen Harry Heine durch die Hinterlassenschaften seines Großonkels des ›Chevalier von Geldern‹ und eine absurde Observation durch einen der drei deutschen Geheimdienste.

1. Teil

Wir hatten in der Düsseldorfer Altstadt, in der Pension ›Esser‹ geschlafen, einem kleinen dunklen Haus mit niedrigen Decken. Es roch muffig, und es gab nur fließend kaltes Wasser sowie eine Schimmeldusche auf dem Flur. Aber ich hatte mir vorgenommen dort mal zu übernachten, seit ich Heinrich Heines ›Ideen · Das Buch Le… weiter lesen

06.02.2008 von Schröder & Kalender
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Schröders frühe Jahre am Rhein (4)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in östlicher Richtung.

Die Buchhandlung Müller & Böhm im Düsseldorfer Heinrich-Heine-Haus zeigt seit dem 22. Januar  den ›MÄRZ-Raum‹. Diese Ausstellung präsentiert Erstausgaben, Dokumente, Filmausschnitte und Fotos aus der bewegten Verlagsgeschichte des MÄRZ Verlages.

Der MÄRZ Verleger Jörg Schröder begann 1957 seine Karriere im Buchgewerbe in Düsseldorf als Lehrling der Schrobsdorff’schen Buchhandlung auf der Königsallee.

Ich arbeitete von 1962 bis 1964 bei Kiepenheuer & Witsch in Köln als Werbeleiter und Pressechef, fing dort Mitte 1962 an und hörte im Dezember 1964 auf. Rolf Dieter Brinkmann traf ich erst 1963. Dieter Wellershoff hatte 1963 als Initiator und Chef des ›Kölner Realismus‹ die Idee, eine Autorentagung zu veranstalten, und das arrangierte ich mit. Mit den Lektoraten zusammen wurde überlegt, wo es stattfinden sollte, die Wahl fiel auf eine ehemalige HJ-Burg in Kronenburg in der Eifel, die damals eine Jugendherberge war. Wunderschönes Wetter, Frühsommer, es gab… weiter lesen

23.01.2008 von Schröder & Kalender
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Schröders frühe Jahre am Rhein (3)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.

Die Buchhandlung Müller & Böhm im Düsseldorfer Heinrich-Heine-Haus zeigt vom 22. Januar bis 16. Februar den ›MÄRZ-Raum‹. Diese Ausstellung präsentiert Erstausgaben, Dokumente, Filmausschnitte und Fotos aus der bewegten Verlagsgeschichte des MÄRZ Verlages.

Der MÄRZ Verleger Jörg Schröder begann 1957 seine Karriere im Buchgewerbe in Düsseldorf als Lehrling der Schrobsdorff’schen Buchhandlung auf der Königsallee. Wie wird man Buchhändler?

2. Teil

Schräg gegenüber von Schrobsdorff war eine Telefonzelle, im Telefonbuch fand ich: Buchhändlerverband — siehe Rheinisch-Westfälischer Buchhändler- und Verlegerverband, rief dort an. In der Oststraße begrüßte mich Frau Hausherr in ihrem Einzimmerbüro, eine Dame in mittleren Jahren mit Dutt und Hornbrille. »Was wissen Sie über den Buchhhandel?« »Ich weiß nicht viel darüber.« Und schon floß es aus ihr heraus, wie sich einem Adepten dieses Standes Türen zu ungeahnten Welten des Wissens und der Literatur öffnen, daß der Beruf allerdings nicht nur mit Lesen zu… weiter lesen

22.01.2008 von Schröder & Kalender
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Schröders frühe Jahre am Rhein (2)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.

Die Buchhandlung Müller & Böhm im Düsseldorfer Heinrich-Heine-Haus zeigt ab heute den ›MÄRZ-Raum‹. Diese Ausstellung präsentiert Erstausgaben, Dokumente, Filmausschnitte und Fotos aus der bewegten Verlagsgeschichte des MÄRZ Verlages.

Eröffnet wird die Ausstellung von Uwe Husslein, dem Kurator des ›POP am Rhein‹-Festivals. Anschließend wird der mit einem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnete Film ›Die MÄRZ-Akte‹ gezeigt.

Der MÄRZ Verleger Jörg Schröder begann 1957 seine Karriere im Buchgewerbe in Düsseldorf als Lehrling der Schrobsdorff’schen Buchhandlung auf der Königsallee. Wie wird man Buchhändler?

1. Teil

Ich schlenderte die Schadowstraße hinunter bis zur Ecke Königsallee, ein paar Häuser weiter sah ich eine Buchhandlung. Das heißt, ich sah eben nicht die Buchhandlung Schrobsdorff, sondern Brigitte Bardot im ›Goldpfeil‹ Schaufenster daneben herumturnen. Sie zelebrierte exhibitionistisch ein Dekorateusenballett zwischen den Krokotaschen und Schweinslederkoffern mit Schmollmund und Pferdeschwanz in schwarzen Keilstretchhosen, dem knallengen Ringelpullover, den flachen Ballerinaschuhen. Sie sah nicht aus wie die Bardot,… weiter lesen

18.01.2008 von Schröder & Kalender
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POP am Rhein – Bildertausch (5)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert schwach in nordöstlicher Richtung.

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Für die Zeit, in der die Kölner Leihgaben bei uns in Berlin an den Wänden fehlen, hat uns die Künstlerin Evelin einige Arbeiten ausgeliehen, die wir in diesem Bildertausch zeigen. Wie die Kölner Exit-Gruppe spielt auch Evelin mit banalen Elementen der Trivialkultur, die aber bei aller Naivität der Oberflächen doch fähig sind, differenzierte Töne anzuschlagen. Dies zeigt Evelins melancholisches Bild der brasilianischen Straßenkinder aus dem Jahre 1999.

Hier hängt sonst ›Das Hemd von Rolf Dieter Brinkmann‹ von Henning John von Freyend aus dem Jahre 1966.

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Für das gelb-rot-schwarze März-Design, welches Jörg Schröder 1969 für seinen Verlag entwarf, benutzte er auch einige Motive der Kölner Gruppe ›Exit‹ (Berndt Höppner, Thomas Hornemann und Henning John von Freyend). Einige ihrer Arbeiten sind gegenwärtig in Düsseldorf und Köln zu sehen.

Evelin, geboren in der Nähe von Kassel, zog Anfang der Neunziger nach Berlin.… weiter lesen

03.01.2008 von Schröder & Kalender
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POP am Rhein (4)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in munter nördlicher Richtung.

Eine Ankündigung für den Herbst 1969: ›Die schnellste Pizza der Welt‹ stellt zum ersten Mal die ›Lyrik-Explosion‹, die sich in den vergangenen drei bis vier Jahren in England ereignete, dem deutschen Leser vor. Der subjektive Ausdruck gegenwärtiger Lebensempfindung bestimmt den Charakter dieser Gedichte. Das macht ihre Überraschung aus und führt zu einer neuen Definition des Gedichts, das seinen zwanghaften Kunstcharakter hinter sich gelassen hat. In der Nachfolge der Pop-Musikszene hat sich die englische Lyrik mit erstaunlicher Popularität aus ihren tradierten Formen befreit. Sie ist zu dem ›natürlichen‹ Ausdruck unseres Lebens in einer hochtechnisierten Umwelt geworden: ›die schnellste Pizza der Welt‹ (Tom Raworth). Mit diese Anthologie macht das Lesen von Gedichten wieder zum Spaß.

›Die schnellste Pizza der Welt. Neue Gedichte aus England‹. (Die Ausgabe wurde vorher unter dem Titel ›Shit‹ angekündigt.) Herausgegeben und übersetzt von Ralf Rainer Rygulla. 240 Seiten mit zahlreichen Illustrationen,weiter lesen