Archive for the ‘Sommertage’ Category

24.08.2011 von Schröder & Kalender
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Immer nur lächeln

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Dienstag, den 16. August

Stefan Evers: »Wilmersdorf im Herzen, Berlin im Kopf«

Klaus-Dieter Gröhler: »Anpacken, Gestalten«

Klaus Wowereit: »Berlin verstehen«

Alexander Kaas Elias: »Lebenswert, liebenswert, Grün«

Die kann man alle wählen oder keinen!
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Mittwoch, den 17. August

Ohne Pausen durchgearbeitet, deshalb machen wir Abends einen Spaziergang über den Kurfürstendamm, dabei sehen wir uns die Buddy Bears an.
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Donnerstag, den 18. August

Barbaras Traum: Jörg und ich leben in einem Haus auf einem Berg mit Sicht über das Tal, ein Fluss schlängelt sich durch Wiesen. Die Sonne scheint, und Jan-Frederik Bandel sitzt mit uns auf der Terrasse, jeder über seinen Text gebeugt. Alle drei schreiben mit großen schwarzen Füllfederhaltern mit weiße Federn (wie Federkiele). Wir arbeiteten konzentriert, es ist still, plötzlich hören wir ein lautes Schnarchen, so laut, dass wir nicht weiter arbeiten konnten. … weiter lesen

15.08.2011 von Schröder & Kalender
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Einfach so

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in munter östlicher Richtung.
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Mittwoch, den 10. August

Beim Frühstück lasen wir Zeitung, alles drehte sich um die aktuelle Banken- und Finanzkrise. Wir sprachen über ›Money‹, das Liza Minnelli und Joel Grey in ›Cabaret‹ sangen,

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zogen ›Leb’ wohl Berlin‹ von  Christopher Isherwood aus dem Regal und stießen – tolle lege –  auf das passende Zitat:

Am nächsten Morgen weckte Fräulein Schröder mich aufgeregt auf: »Herr Issyvoo, was sagen Sie dazu? Sie haben die Darmstädter und Nationalbank geschlossen! Es sollte mich nicht wundern, wenn da Tausende ruiniert sind! Der Milchmann sagt, in vierzehn Tagen haben wir Bürgerkrieg. Was sagen Sie bloß dazu?«
Sobald ich angezogen war, ging ich auf die Straße hinunter. Tatsächlich stand eine Menschenmenge vor der Bankfiliale Ecke Nollendorfplatz, Männer mit ledernen Aktentaschen und Frauen mit Einkaufsnetzen – Frauen wie Fräulein Schröder. Die Eisengitter an den Fenstern waren heruntergelassen. Die meisten Leute starrten gespannt und reichlich dumm die verschlossene Tür an. In der Mitte der Tür hing eine kleine Mitteilung, wunderschön in gotischen Buchstaben gedruckt wie die Seite eine Klassikerbandes. Die Mitteilung besagte, dass der Reichspräsident für die Depots garantiere. Alles war in schönster Ordnung, nur die Bank machte nicht auf.

Inmitten der Menge spielte ein kleiner Junge mit einem Reifen. Der Reifen rollte einer Frau an die Beine. Sogleich ergoss sich ein Redeschwall über ihn: »Du, sei bloß nicht so frech! Du unverschämter Knirps! Was willst du hier?« Eine andere Frau kam dazu und fiel über den erschreckten Jungen her: »Mach’, dass du wegkommst!« Und eine andere fragte wütend und sarkastisch: »Hast du vielleicht auch dein Geld auf der Bank?« Der Junge floh vor der angestauten Wut, die sich über ihn ergoss.

Am Nachmittag war es sehr heiß. Einzelheiten über die neue Notverordnung standen kurz und bündig als offiziöse Nachrichten in den frühen Abendblättern. Eine alarmierende Schlagzeile, blutrot unterstrichen, sprang in die Augen: »Totaler Zusammenbruch!« Ein Nazi-Journalist erinnerte seine Leser daran, dass morgen, am vierzehnten Juli, Nationalfeiertag in Frankreich sei; zweifellos, fügte er hinzu, würden die Franzosen im Hinblick auf Deutschlands Niedergang dieses Jahr besonders begeistert feiern. Ich ging in einen Laden für Reiseartikel und kaufte mir ein Paar Flanellhosen von der Stange für zwölf Mark fünfzig – als englische Vertrauenskundgebung. Dann setzte ich mich in die Untergrundbahn und besuchte Sally.

Sie wohnte nicht weit vom Breitenbachplatz in einem Block von Dreizimmerwohnungen, der als Künstlerkolonie gedacht war. Als ich klingelte, öffnete sie selbst.
»Tag, Chris, du altes Schwein!«
»Tag, Sally, mein Liebling!«
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Aus: ›Goodbye to Berlin‹, 1935 by Christopher Isherwood.
1945 by New Directions. Aus dem Englischen von Susanne Rademacher


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Donnerstag, den 11. August

Blick aus Jörgs Büro

Nachmittags wollten wir wegen der Buchmesse den Flug nach Frankfurt  buchen und stellten fest, wir waren zu spät. Zum Spartarif gab es nur noch 6 freie Plätze, wir buchten sofort. Aber zurück müssen wir die Bahn nehmen, kein Flug zum Spartarif war mehr frei.

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Freitag, den 12. August

F. W. Bernstein brachte uns neue Zeichnungen für unser gemeinsames Buch ›Kriemhilds Lache‹ vorbei. Der Mann ist einfach Klasse! Unsere Geschichten kennen wir ja schon, aber F.W. Bernsteins Illustrationen überraschen uns immer wieder.

Danach arbeiteten wir weiter an den Texten. Abends um sechs hing bedrohlich eine Gewitterwolke über uns.

Blitz, Donner und Wolkenbruch, danach ein prächtiger Regenbogen. Wir wünschten uns was.

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Samstag, den 13. August

Die Wahlbenachrichtigungen trafen ein. Wir telefonierten mit Christiane Ensslin und Klaus Jünschke und diskutierten, ob man wählen gehen soll. Wir tun es aus Prinzip, Gewohnheit und anderen albernen Gründen, die in kein anarchistisches Weltbild passen.

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Sonntag, den 14. August

Heute wollten wir mal nichts tun, gingen spazieren, kaum einer war unterwegs bei diesem miesen Wetter.  Danach sichteten wir die Bücherstapel, die sich angesammelt hatten und entdeckten schöne Texte. Barbara: ›Hypnose und Suggestion. Ein Überblick über den modernen Hypnotismus und die Suggestion und ihre praktische Bedeutung‹ von Dr. med. Hans-Theodor Sanders, Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart 1921.

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09.08.2011 von Schröder & Kalender
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Sommertagebuch mit Wolken

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Montag, den 1. August 2011

Im BuchMarkt August 2011 wurde unser neues Buch als »Redaktionstipp« empfohlen.

Dienstag, den 2. August

Endlich schien mal die Sonne! Abends besuchte uns Thomas Haemmerli, der auch bloggt. Unsere zunächst positiv telepathisch und medial vermittelte Vorkostung seines Films ›Sieben Mulden und eine Leiche‹ hatte sich aufs Vorzüglichste bestätigt. Eine Familiengeschichte sui generis – mutig, komisch, traurig und überhaupt nicht denunziatorisch. Das Motto könnte lauten: Erbarmen mit den Frauen.

Während dieses Foto gemacht wurde, ging es aber schon lange nicht mehr um unsere Literatur, vielmehr erzählte  Haemmerli von seinen vielen Reisen.

Mittwoch, den 3. bis Freitag, den 5. August

Nichts erlebt, nur gearbeitet. Abends lud uns Thomas Haemmerli zum Essen ein. Es war eine lustige Runde mit Philipp Albers und Adrian Hoenicke, Redakteur  des ›Finger Magazins‹. Von Philipp Albers  und Holm Friebe erscheint demnächst: ›Was Sie schon immer über 6 wissen wollten‹, er erklärte uns, wieso Galeristen nie glatte Preise für Bilder machen und vieles mehr.

Samstag, den 6. August

F. W. Bernstein brachte uns zehn weitere Zeichnungen für unser gemeinsames Buch ›Kriemhilds Lache‹, die uns sehr gefallen. Wir tranken Wein und Fritz Wasser – »Alkohol erst, wenn es dunkel ist.« Dann sprachen wir  über gemeinsame Freunde, zupften das Buch von Gerhard Henschel, ›Die gnadenlose Jagd‹ (1. Ausgabe Verlag Weisser Stein) aus dem Regal. Dieses Buch hat F. W. Bernstein ebenfalls illustriert. Wir berichteten ihm, dass wir in diesem Sommer Gerd besuchen wollten, es aber  wegen der Vorbereitungen der März-Editition bei der Büchse der Pandora nicht geschafft haben.
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04.08.2011 von Schröder & Kalender
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Ich wundere mich über dich

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.

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Freitag, den 29. Juli

Spaziergang im Regen, wenig Leute waren unterwegs. Danach schrieben wir die Vitrinentexte für die Raubdruckausstellung in der Universitätsbibliothek Düsseldorf, die Irmtraud und Albrecht Götz von Olenhusen mit einer Projektgruppe vorbereiten. In unserem Beitrag geht es um literarische Mystifikationen und Selbstnachdruck zur Überlistung von Verbreitungsverboten und Zensur.

Abends sanken wir in unsere Sofaecken, tranken Rotwein und lasen alte und neue Zeitungen und Magazine, blätterten in ›Stilkunde. Frisurenkunde. Berufsgeschichte‹ von Heinz Möller und Walter Domnick. Das Anfangskapitel beginnt so: »Während im nördlichen Europa die Jäger der Steinzeit die Wälder durchstreiften, entstanden am Nil und im Siedlungsraum zwischen Euphrat und Tigris, dem Zwischenstromland Mesopotamien, vom 4. Jahrtausend v. Chr. an eine der großen Kulturen der Menschheit. Eines der ältesten Kulturvölker waren die Ägypter …«

Wir erfuhren in der Übersicht über die Frisuren der Frauen: »Eigenhaar oder Perücke, in der Frühzeit als Pagenkopf geschnitten, später langes Haar, Mittelscheitel, erhitzte Tonwickel, viele Einzelflechten oder dünne, gekrauste ›Hängelocken‹, Stirnbarn mit Lotosblumen; Kopftuch als Sonnenschutz. Haarfarbe blauschwarz, später auch Hennafärbung.« Und die Männer: »Kurzes Kopfhaar oder kahlgeschoren, trugen Perücken wie die Frauen, aber ohne Schmuck; Leder- oder Filzkappen; glattrasiert, gelegentlich umgehängter Kinnbart als Zeichen königlicher Würde, wurde z. T. auch von hochgestellten Frauen getragen. Weitere Zeichen königlicher Würde: Uräusschlange und Zepter.

Wir beschließen morgen mal nicht zu arbeiten und, wenn es immer noch regnet, ins Ägyptische Museum zu gehen.

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Samstag, den 30. Juli

Regen und kein Ende. Barbara hatte Geburtstag, sie wurde 53. Nach dem Frühstück fuhren wir mit der U-Bahn nach Charlottenburg, gingen die Schloßstraße hoch, fanden aber das Ägyptische Museum nicht. Heute ist dort das Museum Berggruen.

Nach einer Weile fiel uns ein, dass wir zur Museumsinsel müssen und zwar zum Neuen Museum. Dort wurden das Ägyptische Museum, die Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung zusammengefasst. David Chipperfield hat das Museumsgebäude neu gestaltet – eindrucksvoll, sehr schön.


Blick ins Untergeschoss: »Ägyptischer Hof · Reise ins Jenseits‹
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Im Erdgeschoss beginnt der Rundgang, die Geschichte Altägyptens wird anhand von Skulpuren aus allen Epochen dargestellt. Aber zurück zum Friseurbuch von gestern Abend: Hier im Museum erfährt man, wie wichtig in Ägypten das Friseurshandwerk war: »Die Dekorationen wurden bei der Opferkammer des Manofers, des ›Oberhaarmachers des Königs‹, nicht vollendet. Sie geben daher einen Einblick in die einzelnen Stadien des Werkprozesses. Der Oberhaarmacher bekleidete einen Rang wie heute ein Minister. Vielleicht hat die Kanzlerin Merkel noch einen Staatsministerposten frei für Udo Walz. … weiter lesen

31.07.2011 von Schröder & Kalender
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Sommertagebuch bei Regen

von Schröder & Kalender

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Es ist dunstig, der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Montag, den 25. Juli

Beim Zahnarzt: Die Assistentin trug ein T-Shirt, das sie sich selbst machen ließ mit der Aufschrift  »Zahnarztprazis…« Sie berichtete, dass der T-Shirt-Drucker zuerst ihren Namen falsch geschrieben hatte, nach der Reklamation war beim zweiten T-Shirt der Name der Zahnärztin falsch geschrieben. Die Reklamation sei jedes Mal so unangenehm gewesen, dass sie sich nicht noch einmal beschweren wollte.

Aber wenn man Prazis googelt, kommen tatsächlich zahlreiche »Zahnarztprazise«.

Dienstag, den 26. Juli


Platz ist in der kleinsten Pfütze
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Nach dem Spaziergang saßen wir beide an den Schreibtischen und beantworteten Mails, bis wir gegen acht aufhören mussten, weil im Haus der Strom ausgefallen war. Erst nach über einer Stunde ging das Licht wieder an, da hatten wir keine Lust mehr zu arbeiten.

Mittwoch, den 27. Juli

Eine Lesefrucht: Lichtenberg-Smilies

Georg Christophweiter lesen

24.07.2011 von Schröder & Kalender
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Sommertagebuch (7)

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Donnerstag, den 21. Juli 2011

Volker Weidermann besuchte uns, weil er sich bei uns umsehen wollte. Wir redeten in der Art von ›wie wir leben und warum‹ und über unser neues Buch ›Immer radikal, niemals konsequent‹. Dabei drehten wir ein paar Nudeln auf die Gabel und hatten einen schönen Nachmittag.

Abends waren wir bei Kristin Schulz zum Essen eingeladen. Wir fuhren mit der Ringbahn zu ihr und lernten ihren Freund Stephan kennen. Es gab marokkanische Tajine mit Huhn und Backpflaumen. Wir bewunderten die Herbst-Anemonen, die in ihrer Vase schön aussahen, und sprachen über ihre Arbeit als Herausgeberin von ›Heiner Müller: MÜLLER MP3, Tondokumente 1972–1995, 36 Stunden Tonaufnahmen‹ und Peter-Paul Schneider, den wir Kristin empfohlen hatten. Wir kennen Peter-Paul aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach als einen der Mitarbeiter der Handschriftenabteilung, die das MÄRZ-Archiv für Marbach erwarben. Seit Jahren leitet er das Deutsche Rundfunkarchiv in Babelsberg. Es war ein langer Tag, auf dem Weg nach Hause schliefen wir in der letzten Ringbahn abwechselnd ein.

Freitag, den 22. Juli 2011


v.l.n.r.: Jörg Schröder und Jan-Frederik Bandel

Jan-Frederik Bandel besuchte uns, er ist unser Koautor und auch Verlagsleiter bei Philo Fine Arts. Und Andreas Pein fotografiert uns für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Wir sind gespannt auf die Bilder!

Danach kam … weiter lesen

23.07.2011 von Schröder & Kalender
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Sommertagebuch (6)

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Montag, den 18. Juli 2011


Morgens auf unserem Philosophenweg im Schöneberger Volkspark

Wir arbeiteten an der Textabfolge für ›Kriemhilds Lache‹, genossen  die Stille und dachten: Alle sind in Urlaub, deshalb ruft niemand an. Aber das war nicht der Grund, wegen einer Netzstörung waren wir und andere Telekom-Teilnehmer in der Gegend offline. Erst gegen Abend teilte uns die Telekom mit, dass sich am Dienstag ein Techniker um das Problem kümmern werde.

Dienstag, den 19. Juli 2011

Nebenan trugen Möbelpacker Kartons in die Nachbarwohnung, wir haben jetzt neue Nachbarn. Wir beschlossen – offline und mit Umzugsgepolter – an diesem schönen Tag (laut Wetterbericht, dem einzig schönen in der Woche) Baden zu gehen. Wir packten die Badesachen und die Zeitungen ein, die sich angesammelt hatten, und fuhren zum Müggelsee.

Während einer Recherche zur Geldtheorie stießen wir auch auf das ›Kursbuch 36‹ vom Juni 1974, nun lasen wir wieder den Text des Kommunistenrabbi Moses Hess. Ein Zitat daraus: »Was der Gott fürs theoretische Leben, das ist das Geld fürs praktische Leben der verkehrten Welt: das entäußerte Vermögen der Menschen, ihre verschacherte Lebensthätigkeit. Das Geld ist der in Zahlen ausgedrückte menschliche Werth – es ist der Stempel unserer Sklaverei, das unauslöschliche Brandmal unserer Knechtschaft – Menschen, die sich kaufen und verkaufen können, sind eben Sklaven.

Das Geld ist der geronnene Blutschweiß der Elenden, die ihr unveräußerliches Eigenthum, ihr eigenstes Vermögen, ihre Lebensthätigkeit selbst zu Markte tragen, um dafür das caput mortuum derselben, ein sogenanntes Capital einzutauschen und kannibalisch von ihrem eigenen Fette zu zehren. – Und diese Elenden sind wir Alle! Wir mögen uns theoretisch noch so sehr von dem verkehrten Weltbewußtsein emancipiren, so lange wir nicht auch praktisch aus der verkehrten Welt heraus sind, müssen wir, wie es im Sprichwort heißt, mit den Wölfen heulen.

Ja, wir müssen unser Wesen, unser Leben, unsere eigene, freie Lebensthätigkeit fortwährend veräußern, um unsere elende Existenz … weiter lesen

12.07.2011 von Schröder & Kalender
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Sommertage (4)

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert schwach in westlicher Richtung.
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Sonntag, den 10. Juli

Lange geschlafen, ausgiebig auf der Terrasse gefrühstückt, danach unseren Freund H.P. Daniels im Volkspark getroffen, er fuhr seinen Sohn spazieren. Wir gingen mal wieder auf den Flohmarkt und durchsuchten die Bananenkisten, waren aber spät dran, der Händler rief schon seinen Anreißer: »Jedes Buch fünfzig Cent! Fünf bezahlen und sechs schleppen!« Als wir die 2,50 € bezahlten, gab er uns den guten Wunsch auf den Weg: »Bleiben Sie gesund, ich brauche jeden Kunden.«

Montag, den 11. Juli

Endlich unser Buch ist fertig!

Es wird wieder heiß unterm Dach, doch trotz des schönen Wetters sitzen wir am Schreibtisch. Jörg telefonierte mit März-Autoren. Barbara schrieb alle an, die bis 1992 ›NachMärz‹ bei uns bestellt hatten. Diese Bibliographie ist nicht erschienen, weil wir mit ›Schröder erzählt‹ ausgelastet waren. Jetzt haben wir allen Bestellern mitgeteilt, dass das Buch nun in veränderter Form bei Philo Fine Arts erscheint und die erste vollständige und verlässliche März-Bibliografie enthält, außerdem eine Bildergalerie der Cover sämtlicher Erstausgaben. Wir amüsierten uns, weil wir uns das Erstaunen der Buchhändler, Bibliothekare und Privatbesteller vorstellten, die einen Brief erhielten, in dem ein zwanzig Jahre altes Bestelldatum steht.

Dienstag, den 12. Juli

Horst Tomayer kam wie jedes Jahr mit dem Fahrrad von Hamburg nach Berlin (297 km). Als Gastgeschenk brachte er … weiter lesen

08.07.2011 von Schröder & Kalender
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Rauchende Köpfe

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Montag, den 4. Juli

Gleich nach dem Frühstück werden die Heizkörper abgelesen. Danach besprechen wir mit unserer Rechtsanwältin die geplante Dachöffnung mit dem Einsetzen neuer Fenster im Studio. Das hat natürlich eine Vorgeschichte: Noch im Mai schrieb unser Vermieter kaltblütig: »Es besteht weiterhin unser Angebot, dass Sie auf eigene Kosten soviel an den Fenstern machen lassen, wie Sie es für nötig halten. Sie können eine Reparatur auch aufschieben. In beiden Fällen entfällt die bisherige Mietminderung.«

Ein sittenwidriges Angebot, dass wir besser angenommen hätten. Jetzt werden wir wohl im August in einem Penthouse wohnen, das aussieht wie vom Tsunami gezimmert.


Performance unseres Subskribenten Josef Michael Ruhl
am 19. Juni in der Kasseler Alten Brüderkirche
im Hintergrund sein Ein-Euro-Haus.

Dienstag, den 5. Juli

Carola Deye von Philo Fine Arts schickt uns die Auslieferungsliste,  sie ist  Künstlerin und managt im profanen Berufsleben den Vertrieb von Philo Fine Arts. Wir gleichen die Presse- und Dedikationsliste für das ›Immer radikal, niemals konsequent‹-Buch ab.

Mittwoch, den 6. Juli

Wir wollten eine Rundmail versenden, da unser Buch ›Immer radikal, niemals konsequent. Der MÄRZ-Verlag. Erweitertes Verlegertum, postmoderne Literatur und Business Art‹ am 20. Juli ausgeliefert wird. Es kam folgende Fehlermeldung: »5.7.1 Send quota exceeded, try again in 47647 seconds.«

Dann fand ich (BK) die Erklärung: … weiter lesen

03.07.2011 von Schröder & Kalender
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Sommertage II

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Donnerstag, den 30. Juni

Bundesplatz

Heute hatte uns die Arbeit wieder fest im Griff, darunter eine Besprechung mit Carola Deye von Philo Fine Arts wegen unseres März-Buches.

Danach lasen wir einen Schriftsatz zu einem Rechtsfall, der sich anhört wie schlecht erfunden: Unser Vermieter will im August das Dach über unseren Köpfen aufreißen, um neue Fenster einzubauen zu lassen, in unserem einzigen großen Wohnraum. Damit wären 80 % unserer Wohnung mindestens zwei Wochen lang unbewohnbar. Anschließend müssten wir noch einmal 14 Tage lang Bilder, Bücher und Möbel vom Staub befreien. Eine Schikane, die offenbar darauf abzielt, uns zu entnerven und schließlich zu entmieten. Anschließend zahlt der neue Mieter dann 500 Euro mehr. Das macht der nicht mit uns!  So trübe sieht es gegenwärtig für Mieter aus: Berlin ist die neue Bonanza für skrupellose Vermieter. Wir werden weiter über den Fall berichten. Denn anders betrachtet, … weiter lesen