Archive for the ‘Warenkorb und Warteschlange’ Category

09.07.2011 von Schröder & Kalender
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Goethe-Blick und Sumpfblüten des Kapitalismus

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
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Donnerstag, den 7. Juli

Heute hatten wir einen Termin beim Augenarzt, wir brauchen neue Brillen. Wir spazierten zur Badener Straße, Sven nahm uns in Empfang. Er  ist die erste männliche »Arzthelferin«, weil es keine entsprechenden Urkunden für Männer gibt. Ein klarer Fall von Männerdiskriminierung. Im Wartezimmer liegen Kunst- und Gedichtbände aus,  viel Lyrik, Goethe, Ringelnatz, Heine … Dr. Baumhauer untersuchte uns gründlich, und meinte: »Ich notiere für Sie beide das Stichwort ›Goethe‹.« Wir haben den gleichen Augenfehler wie Goethe. Der sah auf einem Auge normal und war auf dem anderen kurzsichtig, so konnte er nah und fern sehen ohne Gläser.

Freitag, den 8. Juli

Komisch, eine Online-Überweisung kam zurück mit der Nachricht: »Der Auftrag wurde nicht entgegengenommen. Auftrag führt zu Überschreitung des vereinbarten ZV-Tageslimits (MDC15200002003)« Nicht etwa unser Dispo war überzogen, sondern die Bank hatte stillschweigend ein Überweisungslimit… weiter lesen

01.07.2010 von Schröder & Kalender
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Als das Rauchen noch Pflicht war

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südlicher Richtung.
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»Alle Last des Tages ist von Ihnen genommen … Wer unter starkem Druck lebt und arbeitet, will auf einen Rauchgenuß nicht verzichten …« (Anzeige aus dem Jahr 1952)

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Im 17. Jahrhundert war Rauchen Pflicht, man konnte sich aber mit Geld für wohltätige Zwecke davon freikaufen. In Preußen war Friedrich I. der Meinung, »dass der Gebrauch des Tabaks gegen alle böse Luft gut sei«. … weiter lesen

13.06.2010 von Schröder & Kalender
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Kein Fußball!

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Alle schreien Tor! Wir gucken Zeppelin!

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28.05.2010 von Schröder & Kalender
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Verwehte Wechsel

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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In Berlin liegen die Wechselproteste auf der Straße – nicht erst seit der aktuellen Wirtschaftskrise. Neulich war die Prinzregentenstraße mit Wechseln übersät, alle ausgestellt vom Autohaus Leeder. Offenbar hatte die Firma ihre alten Akten weggeworfen und der Wind hatte sie aus dem Container geweht. Fasziniert betrachteten wir die Dokumente mit den Marken »Dreißig Deutsche Pfennig«-Wechselsteuer aus den 60er und 70er Jahren. Wir sammelten einige Exemplare auf, um die ehrwürdigen Proteste aus einer anderen Zeit zu dokumentieren – natürlich haben wir die Namen der Bezogenen gelöscht. … weiter lesen

26.04.2010 von Schröder & Kalender
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Jungschweinesülze

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
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Wieder mal bei Aldi: Gleichzeitig mit mir holte sich ein Paar den Einkaufswagen und betrat vor mir den Laden, beide waren um die Fünfzig und sichtlich wohlhabend. Er, grauhaarig und groß, sah sich die Sonderangebote an, die gleich rechts, wenn man zur Tür reinkommt, in Körben liegen. Sie, blondgefärbt und mager, überhörte seinen Wunsch und schob den Wagen eilig weiter, so musste er ihr hinterherlaufen. Während ich aus den Sonderangeboten ein Glas »Jungschweinesülze mit feinem Honiggelee und Champignons« in den Korb legte, schielte er nach dem Glas. Bei den Eiern hatte ich die beiden wieder eingeholt, er nörgelte: »Ich wollte dir da vorn was zeigen, aber du hast es ja immer so eilig und bist weggerannt! Immer bist du so hektisch …« Ich prüfte, ob die Eier angeschlagen sind, da zeigte sie mit dem Kopf auf mich, und er war still.

Als trotziger Bubi hängte er sich einen Einkaufsbeutel aus Leinen um den Hals wie einen Schlabberlatz und lief beleidigt hinter ihr her bis zum Gemüseregal, dort nörgelte er weiter. Ich legte einen Salat in den Wagen und summte die Zeile aus einem Lied von Hans Unstern: »O Mathild ich hätte gern mit dir getanzt / zum Beispiel im Supermarkt vor dem Salat.« Aber Mathild hatte keine Lust zu tanzen. … weiter lesen

26.02.2010 von Schröder & Kalender
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Neues von der Hartz-Front

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
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Bei uns gegenüber  gibt’s einen Taucher- und einen Zeitungsladen, dort hängen heute nebeneinander:

Dive now – work later. Foto: Schröder & Kalender

»Dive now – work later«


und

Warum nicht gleich … weiter lesen

18.09.2009 von Schröder & Kalender
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Das reine Lachen

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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In Karl Marx’ ›Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie‹ findet sich eines seiner meistzitierten Zitate:  »Es gehört zu den geschichtlichen Erfahrungen, dass alle ›überstandenen‹ Phasen der geschichtlich-gesellschaftlichen Entwicklung früher oder später als komisch empfunden werden, mögen sie noch so tragisch gewesen sein. Die erste Form der Erledigung ist die satirische Form, die zweite das reine Lachen. Der tiefere Grund dafür ist, dass Menschen zu der Überzeugung gelangt sind oder immer mehr gelangen, dass die bloßgestellten Zustände überwindbar sind.«

von Susanne Klippel
Foto: Susanne Klippel

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Allerdings bleibt uns gegenwärtig das Lachen im Halse stecken, denn es wiederholt sich in grotesker Aufblähung ein Geschehen, welches die Weltwirtschaft vor ziemlich genau hundert Jahren  bereits einmal an den Rand des Abgrunds  geführt hat. Das Komische an diesem Geschehen ist lediglich: Der Akteur bzw. seine Nachfahren sind identisch. Es handelt sich um den Magnaten John Pierpont Morgan und die heutige… weiter lesen

27.08.2009 von Schröder & Kalender
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Madame Goulou

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Hinweisschild im neu eingerichteten Tattoo-Salon in der Wextraße:


Jörg-Schröder-Gesetz

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Madame Goulou ist tätowiert vom Scheitel bis zum Spann,
und jeder, der sie engagiert, sieht sich die Bilder an.
(Fritz Grasshoff)

(FG / BK / JS)

23.03.2009 von Schröder & Kalender
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Die Finanzkrise endlich verständlich erklärt

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heftig in östlicher Richtung.
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Post von Povl aus Dubai, er schreibt: »Anbei ein netter Erklärungsversuch des ›credit crunch‹, deshalb auch
kein Komasaufen im COMA, sondern lieber bei ›Mandy‹.
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Die Ursachen und Wirkungen der Kreditkrise sind schwer zu verstehen. Hier nun endlich ein Erklärungsmodell zur Finanzkrise, das jeder versteht:

Mandy besitzt eine Bar in Berlin-Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft – hauptsächlich Hartz-IV-Empfänger – auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandys Bar.

Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv ihren Umsatz. Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.

Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®.  Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung ›SPA‹ – Super Prima Anleihen – und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert. Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. … weiter lesen

05.02.2009 von Schröder & Kalender
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Die Arroganz stirbt zuletzt

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
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Niemals mehr als in Krisenzeiten schlägt die Beobachtung, daß die Realität die beste Satire ist, aberwitzigere Kapriolen. Jetzt hat die allgemeine Panik bereits die hinten und vorne Gestopften erreicht. Quod erat demonstrandum: Heute ging ich mit meinem Hackenporsche die paar Schritte zu Aldi, suchte in den Hosentaschen nach einer Münze, da kam ein brandneuer, schwarzer Jaguar und parkte direkt vor mir. Die Tür am Beifahrersitz öffnete sich und ein vierzehnjähriger Junge stieg aus. Er kramte auch in den Hosentaschen, allerdings hingen seine ganz unten, denn er trug Baggy-Pants, sein Hinterteil war nur halb bedeckt. Ein Frau um die Fünfzig holte ihre Tasche aus dem Kofferraum des Jaguars und meckerte ihren Sohn an, er solle nicht so trödeln. Sie war so häßlich wie der Knabe, die Rache der Chromosomen. Sie holte sich einen Einkaufswagen und blickte hochnäsig auf mich, den Aldi-Plebs,… weiter lesen