31.07.2011 von Schröder & Kalender
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Es ist dunstig, der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Montag, den 25. Juli
Beim Zahnarzt: Die Assistentin trug ein T-Shirt, das sie sich selbst machen ließ mit der Aufschrift »Zahnarztprazis…« Sie berichtete, dass der T-Shirt-Drucker zuerst ihren Namen falsch geschrieben hatte, nach der Reklamation war beim zweiten T-Shirt der Name der Zahnärztin falsch geschrieben. Die Reklamation sei jedes Mal so unangenehm gewesen, dass sie sich nicht noch einmal beschweren wollte.
Aber wenn man Prazis googelt, kommen tatsächlich zahlreiche »Zahnarztprazise«.
Dienstag, den 26. Juli

Platz ist in der kleinsten Pfütze
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Nach dem Spaziergang saßen wir beide an den Schreibtischen und beantworteten Mails, bis wir gegen acht aufhören mussten, weil im Haus der Strom ausgefallen war. Erst nach über einer Stunde ging das Licht wieder an, da hatten wir keine Lust mehr zu arbeiten.
Mittwoch, den 27. Juli
Eine Lesefrucht: Lichtenberg-Smilies

Georg Christoph… weiter lesen
06.03.2009 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert arrogant in westlicher Richtung.
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Albert Blaser nimmt seine morgendliche Chocolat à la vanille
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Natürlich geht die Blasiertheit nicht auf Albert Blaser zurück, den Chef des berühmten Pariser Restaurants ›Maxim’s‹. Aber es paßt einfach zu gut um wahr zu sein, auf jenen Maitre d’hotel, dessen Arroganz und Reserviertheit es schaffte, den Gästen, die einen Tisch erhielten, das Gefühl zu geben, in das Allerheiligste eingelassen worden zu sein. Die Comtesse Guy de Toulouse-Lautrec schrieb über ihn: »Jahrelang beobachtete ich, wie er am Eingang zum Hauptraum des ›Maxim’s‹ präsidierte. Leidenschaftslos und ernst wie ein Pinguin wandte er seine kalten blauen Augen den Neuankömmlingen zu und identifizierte jedes Gesicht mit einem Namen aus dem Vorrat seines unfehlbaren Gedächtnisses. Ich kann nicht behaupten, daß wir Freunde waren. Albert hatte keine Freunde. Alles, was er besaß, waren Verbindungen, die allerdings waren lückenlos, vom Aga Khan bis… weiter lesen
29.08.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
Neulich nach einem Fischessen mit Regine und Carsten im Bellevue-Viadukt brauchten wir noch einen Absacker. »Ward ihr schon mal in der Newton Bar?«, fragte Carsten. »Nee«, sagte Jörg, »muß das sein? An Helmut Newton scheiden sich bekanntlich die Geister.« Aber neugierig waren wir doch.
Es stimmte alles: Das Licht, die Mahagonibar mit Messinggeländer, das in Hemingways Zeiten der einzige Halt war, den ein Mann hatte. Auch die blonden Damen im tief dekolletierten Schwarzen waren perfekt. Und der Barkeeper sah aus, wie man sich einen vorstellt, der sich zu geheimnisvollen einsamen Männern hingezogen fühlt, die … weiter lesen
25.06.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
In seinem Gedicht ›10. Psalm‹ schreibt Brecht: »Ich betäube mich mit Musik, dem bitteren Absinth kleiner Vorstadtmusiken, Orgeln nach der Elektrizität, davon blieb Kaffeesatz in mir, ich weiß es. Aber es ist meine letzte Zerstreuung.«
Deshalb wollten wir jetzt auch mal wieder Absinth bestellen, der kam auch mit einem Brief unseres Händlers … weiter lesen
17.03.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
Tagebuch 14. März: Gestern war ein turbulenter Tag. Der Plakatkünstler und März-Autor Gunter Rambow rief an und wollte zum Frühstück kommen. Er lehrte in Kassel und an der HFG Karlsruhe und lebt, seit er vor fünf Jahren emeritiert wurde, im mecklenburgischen Güstrow. Seit 1987 – als Jörg im Fachbereich visuelle Kommunikation der Uni Kassel einen Lehrauftrag absolvierte – hatten wir Gunter nicht mehr gesehen. Rambow logierte traditionsbewußt im Hotel Bogota in Charlottenburg. In diesem Haus wohnte und arbeitete von 1925 bis 1938 die Fotografin YVA, sie wurde 1942 von den Nazis ermordet. Helmut Newton war 1936 bis 1938 bei ihr Lehrling.

Wegen des Streiks fuhren keine U-Bahnen, deshalb hatten wir Gunter gebeten, die junge welt mitzubringen, in der eine Rezension von Jamal Tuschik über ›Schröder erzählt‹ angekündigt war. Gunter kam um zehn ohne Zeitung und… weiter lesen
22.11.2007 von Schröder & Kalender
Es ist schon dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
Tagebuch 22. November: Fünf turbulente Tage liegen hinter uns. Am Freitag fand die ›Schicht!‹-Lesung im Palais am Festungsgraben statt, danach saßen wir bis sechs Uhr mit Johannes Ullmaier, Bernd Klöckener und Klaus Sander in Mitte, vor uns die schrecklichsten chinesischen Nudeln der Welt. Am Samstag Abend hatten wir Johannes und Klaus zum Essen eingeladen. O-Ton des O-Ton-Verlegers Klaus Sander um sechs Uhr morgens nach einer intensiven Absinth-Nacht: »Ich bin hier oben«, er zeigte auf seine Stirn, »ganz klar. Wie spät ist es eigentlich? Ich schätze ein Uhr.«
Sonntags schliefen wir bis zwölf und bereiteten die nächste Lesung vor. Am Montag gab es dann ein gutes italienisches Essen begleitet von munteren Gesprächen bei Sisa und Peter Glaser in Spandau. Mit am Tisch saß Marina Kern, eine ehemalige Chip-Produzentin und Künstlerin, über die Peter Glaser in ›Schicht!‹ berichtet hat.
Am Dienstag… weiter lesen
30.10.2007 von Schröder & Kalender
Es ist schon dunkel, wir sehen also nicht, wie der Bär flattert.
Soeben wollten wir uns ziemlich ermüdet von Produktionsstrapazen mit einem Absinth in der Sofaecke niederlassen und – ja, noch nicht den Kamin, aber doch zwei Kerzen anzünden. Da machte es im Mac »pling!«, eine Mail unseres Kölner Freundes Gregor war eingegangen. Seht selbst wie perfekt die Morphogenese funktioniert:
»Liebe Barbara, lieber Jörg,
Jetzt werden die Tage wieder kürzer, die Abende länger. Kann man ja auch mal bei Kerzenlicht sitzen, näch.
Auf bald, wie immer, Gregor«

(GH / BK / JS)
02.09.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert schwach in nordöstlicher Richtung.
Vorgestern während des Heimwegs auf dem U-Bahnhof Kottbusser Tor: Kurz bevor der Zug abfuhr sprang ein Latino mit langem, grau-schwarzem Haar, vermutlich ein Teilnehmer des Literaturfestivals, in den Wagen, starrte auf den Plan der BVG-Streckenführung, erkannte die falsche Richtung und stürzte an die bereits geschlossene Tür. In Machomanier riß er die gesperrte Tür gewaltsam wieder auf – wie es die Kids tun, um Mut und Kraft zu beweisen –, und sprang wieder auf den Bahnsteig. Aber der Schließmechanismus klemmte seine blaue Umhängetasche ein, die Bahn fuhr bereits. Mit einem Schrei wie der eines Azteken auf dem Opferstein rannte der Mann neben dem anfahrenden Zug her, mit wehenden Haaren, die Hand am herausstehenden Tragriemen. Die Tasche hing innen an der Tür. Glücklicherweise ließ er los, bevor der Zug in den Tunnel einfuhr.
Barbara rief immer wieder: »Der arme Mann! In der Tasche ist doch… weiter lesen
08.08.2007 von Schröder & Kalender
Dieser Beitrag wurde vermutlich beim Headcrash oder sonstwie aus unserem tazblog-Archiv gelöscht. Daher bringen wir ihn erneut.
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
27. August. Beim Blättern in den Coffeetable-Magazinen des Hyatt Hotels fällt uns eine Kolumne der Dumpfbacke Patrick Graf von Faber-Castell aus der Kristian-Kracht-Generation auf. Er schreibt über Luxussonnenbrillen: »Nicht alle ganz mein Style und Geschmack, weil nicht immer 100 % heterosexuell … Die nächsten zwei Tage höre ich von meiner Freundin, ich solle doch ab und an von meiner Lässigkeit absehen und die Brille wenigstens im Bett abnehmen.« Was denn nun Patrick, 100 % heterosexuell oder doch ein bißchen schwul?«
Abends mit Victor dem Zivilisationsästheten nach Mainz-Finthen, ein typisches Rhein-Hessisches Dorf mit verwinkelten Fachwerkhäusern. Hinter einer dieser bescheidenen Fassaden befindet sich das Restaurant Stein’s Traube, trotz des falschen Genetivapostrophs ein gutes Wirtshaus. Die resolute Chefin mit Grübchen läßt sich von Victors anspruchsvollem Weingeschmack nicht irritieren. Ihr Mann… weiter lesen
04.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in südstlicher Richtung.
Am Freitag Abend stellte unser Blogwart Mathias Bröckers im taz-Café sein Absinth-Büchlein vor, das er mit Chris Heidrich und Roger Liggenstorfer geschrieben hat. Es kamen drei Absinthes aus dem Val des Travers zum Ausschank.

Wir unterhielten uns angeregt mit der ersten Taz-Kulturchefin Annette Cornelia Eckert und Sybille Havemann, die uns von der Alexander-Technik berichtete – könnten wir auch gebrauchen, bei unseren Verspannungen durch das viele Hocken vor dem PC. Helmut Höge war ebenfalls dort mit dem einen oder anderen Glas ›Charlotte la Clandestine‹ (Bugnon 53 % Vol.) in der Hand. Wir redeten mit ihm über Zollhunde, Norwegen und Uwe Nettelbecks ›Republik‹. Was einem eben die Grüne Fee so eingibt. Zum Schluß waren alle Flaschen leer, alle Bücher weg und alle Gäste voll. Und wir fuhren vom Thujon beflügelt nach Hause.
(BK / JS)