Posts Tagged ‘Jörg Schröder’

14.10.2011 von Schröder & Kalender
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Redezeit in Köln

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Dombauhütte Köln

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Das Interview mit Sabine Brandi im WDR5 über den März Verlag lief in lockerer Atmosphäre ab. Dank der Moderatorin, dem Redaktionsteam von Valentina Dobrosavljevic und Daniel Blum, die das Gespräch gut vorbereitet hatten.

Wer es hören möchte, hier ist der lifestream.

(BK / JS)

22.06.2011 von Schröder & Kalender
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84 österreichische Erzähler

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Dominik Steiger, der zum Freundeskreis der ›Wiener Gruppe‹ gehört, veröffentlichte 1970 bei MÄRZ die literarische Parodie ›84 österreichische Erzähler‹. Aus der Wiener ›Kronen Zeitung‹ entnahm er, was dort unter der Rubrik ›Mein ulkigstes Erlebnis‹ erschienen war, als angebliche Texte der ›Fünften Wiener Schule‹.

Im Klappentext schrieben wir damals über diesen Jux:

»Eigenart der Prosastücke ist die kurze Form in der Tradition der großen österreichischen Erzähler, wobei die von Steiger zum großen Teil erstmalig vorgestellten Autoren, neben einigen Namen, die bereits im Gespräch sind, diese Tradition in die Moderne transponieren, triviale Erzählmuster benutzen und diese Stilmittel so konsequent einhalten, dass angenommen werden muss, dass die Fünfte Wiener Schule wesentlich aus diesen Autoren bestehen wird.«

»Hier wird endlich ehrlich eingestanden, dass in der österreichischen Literatur, die, aus gutem Grund, kaum über die Landesgrenzen dringt, noch ein erschreckend provinzielles Niveau herrscht«, schrieb Jörg Drews am 23. Mai 1970 in der ›Süddeutschen Zeitung‹.

Und in der Wiener Zeitschrift ›Die Furche‹ war im Mai 1970 zu lesen: »Mini-Prosa, mit trivialstem Sprachmaterial und nach schlichtesten Erzählmustern dargestellt, hat Dominik Steiger bei ein paar bekannten und vielen unbekannten österreichischen Autoren zusammengesucht und für den initiativen März Verlag zu einer Analogie (sic) zusammengestellt.«

›Vierundachtzig österreichische Erzähler‹. Herausgegeben von Dominik Steiger. Leinen, 104 Seiten, (8°). Umschlaggestaltung: Jörg Schröder. März Verlag, Frankfurt a. M. 1970 (Die Ausgabe für den Handel ist nur noch antiquarisch erhältlich).

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In ›Mammut‹ kann man den Text ›Mutti‹ von Dominik Steiger lesen. Außerdem war der Autor auch bei dem legendären Provo-Fest während der Frankfurter Buchmesse 1967 einer der Hauptakteure. Wer mehr darüber erfahren will, findet dies hier.

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Vom 11. Juni bis 16. Juli 2011 wird in der Galerie Marlene Frei in Zürich Domininik Steigers neue Werkgruppe ›Art Complete‹ gezeigt.

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09.04.2011 von Schröder & Kalender
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Das Medium ist hier die Botschaft

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert munter in südöstlicher Richtung.
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›Acid‹ heißt auf Deutsch Säure, meint aber meistens LSD. Schon der Titel war Programm für die  Sammlung, eine Explosion aus Lyrik, Prosa, Essays, Interviews, Textmontagen, pornografischen Texten, Comics, Fotos und Illustrationen. Eine Grenzüberschreitung zwischen Hoch- und Trivialliteratur. »Das Buch ist in diesem Falle wirklich als Medium die Botschaft«, schrieb ›Die Zeit‹. ›Acid‹ enthält Beiträge von 62 Autorinnen und Autoren (siehe bibliographische Angaben weiter unten) und Titel und Themen wie: Die neuen Mutanten/Kultur-Strömung / Carols Traum, ein Hund / Ein Interview mit John Cage / Das Treffen zwischen Elizabeth Barrett und Robert Browning /  Auf der anderen Seite des Mondes / Kim Novak / Am Fußende die Amsel  steht / Die neuen Mädchen / Was ich aß und wo / Rausch, Rock und Revolution / Anmerkungen zu einigen neuen Filmen und zur Glückseligkeit / Erdbeeren in Mexiko / Ghost Tantra / Die elektrische Banane / Männer, Frauen und die übrigen Geschlechter / Knoblauch-Geschichten / Träume / Vier Filme von Andy Warhol / Die Zeitung als Literatur / Lilien in meinem Gehirn / Akademie 23 – Eine Entwöhnung / Auf Omas Privatweg / Die Zukunft der Sexualität u. v. a.

Wer sich für die Entstehungsgeschichte der viel gerühmten Sammlung und darüber hinaus für die Geschichte des MÄRZ Verlags interessiert, kann demnächst fündig werden in dem Buch ›Immer radikal, niemals konsequent. Der März Verlag – erweitertes Verlegertum, postmoderne Literatur und Business Art‹, das demnächst bei Philo Fine Arts erscheint.

Bibliographische Angaben der Erstausgabe: ›Acid. Neue amerikanische Szene‹. Herausgegeben von Rolf Dieter Brinkmann und Ralf-Rainer Rygulla, Gesamtgestaltung mit Jörg Schröder. Nachwort von Rolf Dieter Brinkmann ›Der Film in Worten‹. Mit Beiträgen von Chester Anderson, Sherry Barba, Donald Barthelme, Gregory Battcock, Mary Beach, Ted Berrigan, Paul Blackburn, Douglas Blazek, Aram Boyajian, Charles Bukowski, William S. Burroughs, John Cage, Don Cauble, E. F. Cherrytree, Tom Clark, Fielding Dawson, Bill Deemer, Diane Di Prima, Kenward Elmslie, Larry Fagin, Leslie A. Fiedler, Dick Gallup, John Giorno, Mrs. Greenberg, Calvin C. Hernton, Interview mit einem Hippie, Norman J. Hoegberg, John Clellon Holmes, Lenore Kandel, Rich Krech, Seymor Krim, Tuli Kupferberg, Gerard Malanga, Harry Mathews, Michael McClure, Marshall McLuhan, Toylor Mead, Jonas Mekas, George Montgomery, Robert Nichols, Haroldd Norse, Frank O’Hara, Gil Orlovitz, Ron Padgett, John Perreault, Joe Pinelli, Roxie Powell, Steve Richmond, Ed Sanders, Joe Schwartz, George Sparling, Peter Stafford, George Stanley, Robert Sward, Parker Tyler, Tom Veitch, Anne Waldman, Andy Warhol, The Willie, Douglas Wolf, Frank Zappa. Übersetzt von Katja Behrens, Peter Behrens, Rolf Dieter Brinkmann, Peter Faulhammer, Herbert Graf, Rolf Eckart John, Gerd Kreuser, Klaus Novy, Edward Reavis, Burghardt H. Kiegeland, Ralf-Rainer Rygulla, Horst Schröder, Carl Weissner. Großformatiger Pappbd. mit Fensterstanzen (27,5 : 21), 424 Seiten. Einbandgestaltung: Typographie und schwarzer Einband mit Fensterstanzen von Jörg Schröder mit einer darunter liegenden Collage von Rolf Dieter Brinkmann. März Verlag, Darmstadt 1969. Zweite Ausgabe: März Verlag, Frankfurt a. M. 1970 mit gelbem Einband.
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18.02.2011 von Schröder & Kalender
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Viel Falsches bei Veiel

von Schröder & Kalender

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Es ist neblig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Bereits vor der Berlinale distanzierten wir uns als Verleger und Herausgeber ›Der Reise‹ von Andres Veiels Film ›Wer wenn nicht wir‹ und zwar mit der Begründung, dass es sich dabei um eine Adaption von Koenens Buch ›Vesper, Ensslin, Baader‹ handelt, also um eine Adaption tendenziöser Sekundärliteratur.

Jetzt haben wir den Film gesehen, es ist noch schlimmer gekommen! Andres Veiel hat Dokumentarisches und Fiktionales, dem jede innere und äußere Wahrheit fehlt, zusammengerührt. Ein paar Beispiele: In der Berghütte ihrer Familie zerschlägt Gudrun Ensslin ein Glas und setzt sich mit dem nackten Hintern in die Scherben. Bernward Vesper rettet sie aus dem Wald, wohin sie sich geflüchtet hat. Diese von Lars von Trier schlecht geklaute Szene hat es in der Realität nie gegeben. Auch besaß die Pfarrersfamilie keine Berghütte, und die Ensslins waren auch keine pietistischen… weiter lesen

28.10.2010 von Schröder & Kalender
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Time Was On My Side

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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An Sachbüchern, Essays, Romanen und sonstigen Betrachtungen über die Achtundsechziger und die Folgen herrscht kein Mangel. Wir haben viel davon gelesen und finden nach wie vor, dass der Marbacher ›Protest!‹-Katalog die beste Zusammenfassung über die Literatur um 1968 ist.

Soeben ist nun ›Das alternative Milieu‹ erschienen, in dem antibürgerlicher Lebensstil und linke Politik in der Bundesrepublik Deutschland und Europa verhandelt werden und die Marbacher Essays zum Literaturbetrieb trefflich ergänzen.

Im Zentrum des Buches steht also die transformatorische Rolle des alternativen Milieus zwischen den späten sechziger und den mittleren achtziger Jahren, seine spezifische Kultur, soziale Praxen sowie Selbst- und Fremdbilder. Neben der Bundesrepublik werden weitere europäische Länder betrachtet – nicht zuletzt, weil im alternativen Milieu selbst ein dezidiert transnationales Selbstverständnis vorherrschte. Die Herausgeber Sven Reichardt und Detlef Siegfried beschreiben in ihrem Vorwort ›Das alternative Milieu. Konturen einer Lebensform‹.

Die Beiträge wurden zunächst in Vortragsform auf einer Konferenz der Universität Kopenhagen gehalten. Das erste Kapitel ›Theoretische Annäherungen‹ enthält die Beiträge von Michael Vester: ›Alternativbewegungen und neue soziale Milieus. Ihre soziale Zusammensetzung und ihr Zusammenhang mit dem Wandel der Sozialstruktur‹ und von Dieter Rucht: ›Das alternative Milieu in der Bundesrepublik. Ursprünge, Infrastruktur und Nachwirkungen‹.

Im zweiten Kapitel ›Transnationale Räume und Ethnizität‹ folgen: Detlef Siegfried: ›Das gute Leben im falschen. Dänemark-Wahrnehmungen im westdeutschen Alternativmilieu‹, Anja Bertsch: ›Alternative (in) Bewegung. Distinktion und transnationale Vergemeinschaftung im alternativen Tourismus‹, Manuela Bojadžijev und Massimo Perinelli: ›Die Herausforderung der Migration. Migratische Lebenswelten in der Bundesrepublik in den siebziger Jahren‹, Knud Andresen: ›Linker Antisemitismus – Wandlungen in der Alternativbewegung‹, Moritz Ege: ›»Ich hab’s damals intuitiv richtig erlebt, also feeling gehabt«. Blackness und die Selbsttechniken der Alteritätsaneignung zwischen Gegen- und Popkultur‹.
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20.09.2010 von Schröder & Kalender
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Die festgeschweißte Helena

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Was eine Unterschriftenliste im Edeka-Laden und ein bisschen Bloggen doch bewirken können: Die für uns fußläufig in drei Minuten erreichbare und lange von einer Schließung bedrohte Postfiliale in der Mainzer Straße wird nicht geschlossen! So können wir weiterhin unsere Folgen mit der Sackkarre über den Bundesplatz schieben. Heute war es wieder soweit: Wir haben die 55. Folge von ›Schröder erzählt: Wenn Baby bellt‹ ausgeliefert.

Im Aufzug in der Wexstraße mit Sackkarre, Jörg Schröder und Barbara Kalender
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Jörg vor der mit Eisenstäben festgeschweißten Helena an der Ecke Mainzer Straße. Da hat der trojanische Prinz Paris keine Entführungschance.

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Der erste Teil der neuen Folge ist eine Chronologie der Editionsgeschichte von Valerie Solanas’ ›Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer – S.C.U.M.‹. Schließlich wurde ich (JS) einst von Valerie zum ›Contact man of the mob‹ ernannt. weiter lesen

18.05.2010 von Schröder & Kalender
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Erweitertes Verlegertum

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Nach der Trennung von Zweitausendeins wurde das neue MÄRZ-Programm 1982 wieder im Buchhandel angeboten und mit einer Anzeigenkampagne beworben. Der Termin zur Anmeldung eines Standes auf der Frankfurter Buchmesse war verstrichen, also kauften wir bei Koffer Witzel in Frankfurt zwei gelbe Plastikkoffer und besorgten roten und schwarzen Autolack. In Schlechtenwegen schnitten wir eine Schablone mit dem Slogan: »MÄRZ läuft« und für die Rückseite des Koffers: »Hier können Sie bestellen.« Bis tief in die Nacht spritzten wir unterm Dach die schwarzen und roten Schriftzüge, wuschen ein paar Mal die mißlungenen Versuche mit Nitro wieder ab, bis das Ergebnis endlich zufriedenstellend war. Eine Nitroorgie!

Coverentwurf von Jörg Schröder für ›Immer radikal, niemals konsequent‹ unter Verwendung eines Fotos von Isolde Ohlbaum

Mit diesen gelben »MÄRZ läuft«-Koffer schlenderten Barbara und ich am nächsten Tag über die Buchmesse. Das machte Furore, Branchenblätter und Zeitungen berichteten darüber. Von den Koffern hätten wir hundertfünfzig verkaufen können, das neue März-Programm bestellten nur neunzehn Buchhändler. Immerhin erfuhren wir von denen, warum so viele ihrer Kollegen uns aus dem Weg gingen. Denn kurz vor dem Termin, an dem sich Zweitausendeins vertraglich verpflichtet hatte, den Vertrieb der März-Lizenzen zu beenden, überschwemmten sie – die vorher immer strikt auf die Einhaltung des »Nur bei uns!« geachtet hatten – den Buchhandel mit gelben März-Bänden. Es waren sechzehn Titel, also genau die Anzahl von Neuerscheinungen und Nachdrucken, die wir beworben hatten.

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Im Sommer 2010 sollte ursprünglich ›Immer radikal, niemals konsequent‹, in der n.b.k.-Reihe im Walther König Verlag erscheinen. Das Buch über die Geschichte des März Verlags wird nun aber im Februar 2011 bei Philo Fine Arts herauskommen.

Die Publikation war als Begleitband zur März-Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein geplant, die bis zum Januar 2010 lief. Unser Text gefiel dem Kurator Marius Babias zunächst gut, … weiter lesen

27.04.2010 von Schröder & Kalender
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Erst Hamburg, jetzt Köln

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Wir sind zurück aus Hamburg, schön war’s dort im Literaturhaus an der Alster – lustig und locker – mit alten Freundinnen und Freunden, Autorinnen und Autoren, Subskribetinnen und Subskribenten. Gerhard Henschel und Richard Kähler überraschten uns mit Texten aus ›Schröder erzählt‹, die sie vorlasen. Richard Kählers Lesefrüchte aus ›Hamlet‹ von Peter Kuper waren anrührend.

Jörg vor der Lesung im Studio
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Wir wohnten im Hotel Wedina im blauen Haus, sehr empfehlenswert. Auf dem Weg zu unserem Zimmer lasen wir:

nachtleben 6,15 %
lesen 3,22 %
essen mit freunden 8,12 %
wohnungssuche 1,3 %
unterwegs von a nach b 11,5 %
koffer ein/auspacken 1,16 %

Barbara Kalender im Hamburger Hotel

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Die werden wir morgen wieder packen, denn wir reisen nach Köln. Wolfgang Frömberg von Intro (ehemals bei… weiter lesen

22.11.2009 von Schröder & Kalender
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Die MÄRZ-Tapete

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Am Freitag wurde der März-Showroom im Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) eröffnet. Wir haben ja mit den Titeln und Materialien des Verlages schon die eine oder andere Vitrine gefüllt, im Deutschen Literaturarchiv Marbach und anderswo. Aber dieser Raum in der n.b.k. gefällt uns besonders, weil er das Konzept der literarischen Postmoderne, mit dem wir 1969 antraten, visuell und konzeptionell auf den Punkt bringt.

Drei Tage vor der Eröffnung waren wir mit Marius Babias verabredet, er ist Direktor des n.b.k. und kuratierte den MÄRZ-Showroom, der war nun fertig tapeziert.

Barbara Kalender
v.l.n.r.: Marius Babias, Jörg Schröder, Solvej Helweg Ovesen, die Kuratorin der parallel laufenden Ausstellung ›Die Welt als Bühne‹ (Foto: Barbara Kalender)

Barbara Kalender

Die andere Seite des Showrooms: Auf den Monitoren laufen der TV-Film ›Die MÄRZ-Akte‹ (Adolf-Grimme-Preis 1986) und ein Interview, das Mathias Bröckers von der tageszeitung 2007 mit uns führte.  (Foto: Barbara Kalender)

Der erste Besucher, Dieter Beuermann, ehemaliger Verleger der Nicolaischen Verlagsbuchhandlung und Vorsitzender der Stiftung Buchkunst, erzählte uns, dass er eine Premiere im Deutschen Theater versäumt habe, weil er bei der Eröffnung des MÄRZ-Showrooms dabeisein wollte. By the way: … weiter lesen

26.09.2009 von Schröder & Kalender
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Mammut (2)

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.

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Aus einer Besprechung des ›März-Mammut. März-Texte 1 & 2‹ von Diedrich Diederichsen aus dem Jahr 1984, die der ›Spiegel‹ bestellt, aber nicht abgedruckt hatte, ebenso wenig wie die von Rainald Goetz. Aus dem Diederichsen-Text veröffentlichen wir hier eine kurze Passage:

»Herausragend in ‘Mammut’ sind dennoch nicht nur die Schröder-Texte. Der Komplex Terrorismus mit Vespers und Gudrun Ensslins Reisefotoalbum und Wolfgang Pohrts Amnestie-Kampagne und einem Brief über Vesper von Jugendfreund Henner Voss, Gunnar Heinsohns erste materialistische Beschreibung der Hexenverfolgung, der Komplex Psychoanalyse/Otto Groß, Franz Jung etc., der Komplex Upton Sinclair / Henry Ford / U.S.-Anti-Semitismus der 30er Jahre. Man könnte noch viel mehr saugute Texte aufzählen, fast ebensoviel Mystik-Unsinn und moderne Literatur – die den Kampf gegen die Post-Literatur von Schröder, Warhol, Schröders Halbwelt-Spezi Hamlet Kuper, Tom Wolfe etc. so niederschmetternd verliert. Je neuer sie ist, desto schrecklicher ihre Niederlage. Wie peinlich so ein Essay, der fordert, die Literatur möge sich doch überall bedienen und ihre Scheu vor der Trivialität verlieren – ganz neu, hab ich noch nie gehört -, gegen das wirkliche Leben, egal ob es in ‘Mammut’ von einem Aufsatz Charles Darwins oder einer Dummheit Hubert Burdas, aber von der Gestalt wie ein eigener Beitrag behandelt, vertreten wird.

Da Schröder Lebensgeschichte betreibt, betreibt er automatisch auch Wirkungsgeschichte. Gegen Ende von ‘Mammut’ dokumentiert er ein paar Reaktionen auf ‘Cosmic’. In diesem Zusammenhang bringt er, ebenfalls erstmals in Deutsch, einen Ausschnitt aus Tom Wolfes ‘The Electric Kool-Aid Acid Test’, ein Buch, das auch schon fast 20 Jahre alt ist, ‘Die gefrorene Friedensversammlung’. Wolfe erzählt darin, wie Ken Kesey und seine Merry Pranksters in den 60er Jahren absolut punkmäßig eine Friedensversammlung sprengen, absolut aktuell, absolut richtig. Die, die in den 60ern wirklich weit vorn waren, sind es bedauerlicherweise immer noch. Eine Alternative zur liberalen Dummheit hat sich nicht durchsetzen können. Am Ende von ‘Mammut’ steht eine alte Utopie (aus den 60er Jahren) ’1994′, die die Hippies als Agenten des Establishments ausweist. Auch das ist leider wahr geworden/geblieben. Der Weg dahin, dadurch und daran vorbei, die Geschichte der letzten 20 Jahre als Geschichte des Scheiterns steht in ‘Mammut’. Schröder, Warhol und Wolfe haben ihren Humor nicht verloren.«
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Die vollständige Version der beiden Besprechungen druckten wir in unseren ›Vorinformationen für Buchhandel und Presse Juni bis November 1985‹ ab und erlebten eine Überraschung. Die Auflage von 10.000 war sofort vergriffen, wir mußten 10.000 nachdrucken. Diese gingen – kostenlos versteht sich – wieder weg wie die warmen Semmeln. Seitdem sind die März-Vorinformationen 1985 ein Rarum, der seltene Fall einer Werbedrucksache, die heute Geld kostet. Den vollständigen Text von Diedrich Diederichsen kann man auf der Seite der Filmzentrale lesen, als Anhang zur Rezension der ›März-Akte‹, also bitte runterrollen.

›März Mammut. März-Texte 1 & 2. 1969 bis 1984‹. Herausgegeben von Jörg Schröder. Leinen, 1.276 Seiten mit zahlreichen Illustrationen, März Verlag, 1984. 

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Die Mäzenatenausgabe ist noch lieferbar: › März Mammut. März-Texte 1 & 2. 1969 bis 1984, Vorzugsausgabe der Erstausgabe 1984 in 150 numerierten und vom Herausgeber und MÄRZ-Verleger Jörg Schröder dem Mäzen handschriftlich gewidmeten Exemplaren. 1274 S. m. zahlr. Abb. Säurefreies, alterungsbeständiges, 60 g/qm-Papier von Schoeller & Hoesch, Gernsbach. Fadenheftung. Gelber Seidentafteinband mit Blindprägung des Schriftzuges ›Mammut‹ und rote Rückenprägung des Schriftzuges ›MÄRZ‹. Rotes Kapital- und Lesebändchen. 150,00 Euro
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Zum 15jährigen Bestehen von März erschien ›März-Mammut‹. Titel und Themen: Initiation, Vanille, Rote Horizonte, Tiere, Schulkampf, Kernzonen, Kindheiten, Mlle. Brigitte Bardot, Aggression und Widerstand, Hamlet-Chiffren, Schwarze Musik, Gewissensbisse, Wirte und Parasiten, Gott als Frau, Existenzfeste, Terror, Opfer, Rausch, Blutsterne, vom Spiralismus zum Neo-Banalismus, Taubnesseln, Postmoderne, Kokain und Mutterrecht, Joviale Russen, Eingemachtes u.v.a.

›Mammut‹ ist ein dickes Buch. Die erste Vorstellung in den ›März-Zitaten‹ findet man hier, einige weitere werden folgen.

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