Posts Tagged ‘März Verlag’

25.01.2012 von Schröder & Kalender
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Leonard Cohens Hymnen und Gebete

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Leonard Norman Cohen, geboren am 21. September 1934 in Montreal (Kanada), trat bereits als Sechzehnjähriger mit einen Liedern auf. Als Student gewann er einen literarischen Preis. Er veröffentlichte Gedichtbände, Erzählungen und Romane, vier Titel erschienen in Deutschland zuerst bei MÄRZ: ›Schöne Verlierer‹ (Roman, 1970) , ›Blumen für Hitler · Flowers for Hitler‹ (Poems & Songs, 1971) ›Das Lieblingsspiel‹ (Roman, 1972) und ›Wem sonst als dir · Book of Mercy‹ (Hymnen und Gebete,1985). Sein vagabundierender Lebensstil und seine Drogenerfahrungen ließen ihn zu Kanadas enfant terrible werden. 1967 hatte er einen sensationellen Durchbruch als Liedermacher und Gitarrist auf dem Newport Folk Festival und im amerikanischen Fernsehen. Die ›New York Times‹ nannte ihn »einen Anarchisten, der keine Bomben werfen möchte.« Sein Ruhm als Dichter, Sänger und Gitarrist ist ungebrochen, auch heute füllt er bei seinen Konzerten die Hallen.

Am 27. ‪Januar erscheint “Old Ideas”… weiter lesen

04.01.2012 von Schröder & Kalender
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Meinen Sie, dass Georg verrückt ist?

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert munter in östlicher Richtung.
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Beckman, Staffan: ›Meinen Sie, daß Georg verrückt ist?‹. Aus dem Schwedischen von Horst Schröder. Originaltitel: ›Tycker du att George är en galning?‹. Leinen, 232 Seiten, (8°). Umschlaggestaltung: Typographie von Jörg Schröder mit einer Illustration von Thomas Hornemann. März Verlag, Frankfurt a. M. 1970 (Die März-Ausgabe ist nur noch antiquarisch erhältlich.)
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Staffan Beckman, ein engagierter schwedischer Linker; stellt diese Frage bewusst naiv: »Ist eine Revolution in Schweden möglich, oder meinen Sie, dass Georg verrückt ist?« Aus einem nicht näher bezeichneten Land kommt Georg, ein Revolutionär und Infiltrator, nach Stockholm und arbeitet dort als Hausmeistergehilfe beim Rundfunk. Georg hat den Auftrag: die Möglichkeiten einer Revolution in Schweden zu erkunden. Er sieht den schwedischen Wohlfahrtsstaat mit fremden Augen, mit den Augen eines Sozialisten, der das, was theoretisch ›Kapitalismus‹ heißt, in unzähligen Ausformungen in der Praxis wiederfindet.

Die Ergebnisse sind absurd –… weiter lesen

26.09.2011 von Schröder & Kalender
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Schwarze Musik

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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»Seit Schwarze Musik als Phänomen ins Bewusstsein der Massen in Amerika und Europa getreten ist, hat es Weiße gegeben, die ihr eigenes Elend, ihre eigene Unterdrückung deutlicher und bewusster spürten, wenn sie diese Musik hörten, und sie, obwohl Ausdruck einer ihnen fremden Kultur, zugleich als Ausdruck auch ihres eigenen Widerstandes gegen Unterdrückung empfanden.« LeRoi Jones in seinem Nachwort.

LeRoi Jones: ›Schwarze Musik‹. Aus dem Amerikanischen von Marianne Dommermuth. Originaltitel: ›Black Music‹. Leinen, 236 Seiten, (8°). Umschlaggestaltung: Typographie von Jörg Schröder mit einem Foto, Fotograf unbekannt. März Verlag, Frankfurt a. M. 1970  (Die März-Ausgabe ist nur noch antiquarisch erhältlich und extrem rar.)

Eine Lizenzausgabe ist im Maro Verlag, Augsburg, erschienen.

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›Black Music‹  enthält Essays, Besprechungen und Anmerkungen aus den Jahren 1959 bis 1967, im Rampenlicht der Harlemer Jazz-Clubs zeigt Jones bei Jam Sessions in aufschlussreichem Gesprächen in Appartements, bei der Probe unter »Eingeweihten« in einem Schuppen, heute weltbekannte Musiker wie John Coltrane, Ornette Coleman, Monk, Don Cherry.
›Krikus Service‹ schrieb über ›Schwarze Musik‹: »Jones hört zu und interviewt, das alles mit einer solchen Intensität und Emphase, mit einem unglaublichen Gespür für die echte Wendung der Umgangssprache, mit dem richtigen Feeling.«

LeRoi Jones, der sich heute Amiri Baraka nennt, ist in Deutschland als Exponent radikaler Afro-Amerikanischer Literatur bekanntgeworden, hat, seit er zu schreiben anfing, über Jazz berichtet. Seine Artikel fangen atmosphärisch die Veränderungen der Jazz-Szene ein.

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06.09.2011 von Schröder & Kalender
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Kampf um Mozambique

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert munter in östlicher Richtung.
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Am Samstag wurden die 10. All Africa Games eröffnet. Eine farbenfrohe Präsentation im Zimpeto-Nationalstadion in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo läutete das größte Sportfest des Kontinents ein. 30.000 Menschen erlebten die Eröffnungsfeier, die von Armando Guebeza, dem Präsidenten Mosambiks, und Jaques Rogge, dem Präsidenten des olympischen Komitees, eröffnet wurden. Jubel brandete auf als die Mannschaft Libyens in das Stadion einmarschierte, sie lief unter der Rebellen-Flagge in Mabuto auf. Das Stadion tobte, als die Manschaft von Mosambik ins Stadion marschierte.  Feuerwerk und Darbietungen mosambikanischer Tanz-und Kulturgruppen rundeten die Eröffnungsfeier ab. Es herrschte eine fröhliche Stimmung wie sie Bob Dylan in seinem Lied aus dem Jahr 1976 verbreitete.

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Hier die Coverversion: Guitars, Vocals and Bass by Elliott Smith

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Aber Musik aus Mozambik klingt anders:

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Und hier noch eines:

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Die Wirklichkeit im Land sieht allerdings anders aus. Es gibt 1,5 Millionen Waisen in Mosambik, davon 470.000 AIDS-Waisen.  Nur 6 % der unter Fünfjährigen haben eine Geburtsurkunde. Millionen Kinder, die über dieses Dokument nicht verfügen, sind Missbrauch, Kinderarbeit und Zwangsverheiratung ausgesetzt. Ohne Geburtsurkunde gibt es keinen staatlichen Schutz. 32 % der Kinder arbeiten auf Feldern, Märkten, als Schuhputzer oder Bettler. In Mosambik herrschte akuter Trinkwassermangel und eine Cholera-Epidemie.


Eduardo Mondlane: ›Kampf um Mozambique‹. Aus dem Englischen von Burkhard Bluem, Heidi Reichling und Stefan Rössel. Originaltitel: ›The Struggle for Mozanbique‹. Engl. Brosch., 320 Seiten, (8°). Umschlaggestaltung: Jörg Schröder. März Verlag, Frankfurt a. M. 1970
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Eduardo Mondlane war bis zu seiner Ermordung durch ein Bombenattentat im Frühjahr 1969 Präsident der FRELIMO, die bis heute den Präsidenten stellt. Als Intellektueller erfuhr Mondlane den Rassismus der portugiesischen Kolonialherrschaft, in seinem Buch analysierte er die Gründe für den Befreiungskampf: die wirtschaftliche Ausplünderung des Landes durch die Portugiesen und ihre Verbündeten. Mondlane schildert wie der bewaffnete Befreiungskampf die radikal Umwälzung aller Gesellschaftsstrukturen implizierte, und die sozialen, kulturellen, sowie die wirtschaftlichen und politischen Strukturen des Vielvölkerstaates veränderte.


Eduardo Mondlane, Foto: Basil Davidson

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Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Teil 1: Unter portugiesischer Herrschaft
Einleitung
1 Kolonisierung – Die Tradition
2 Sozialstruktur – Mythos und Tatsache
3 Erziehung und Unterwerfung
4 Die wirtschaftlichen Hintergründe der Ausbeutung

Teil 2: Auf dem Weg zur Unabhängigkeit

5 Widerstand – Das Streben nach einer nationalen Bewegung
6 Konsolidierung
7 Der Krieg
8 Das neue Mozambique
9 Internationale Beziehungen
10 Die Zukunft

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12.07.2011 von Schröder & Kalender
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Sommertage (4)

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert schwach in westlicher Richtung.
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Sonntag, den 10. Juli

Lange geschlafen, ausgiebig auf der Terrasse gefrühstückt, danach unseren Freund H.P. Daniels im Volkspark getroffen, er fuhr seinen Sohn spazieren. Wir gingen mal wieder auf den Flohmarkt und durchsuchten die Bananenkisten, waren aber spät dran, der Händler rief schon seinen Anreißer: »Jedes Buch fünfzig Cent! Fünf bezahlen und sechs schleppen!« Als wir die 2,50 € bezahlten, gab er uns den guten Wunsch auf den Weg: »Bleiben Sie gesund, ich brauche jeden Kunden.«

Montag, den 11. Juli

Endlich unser Buch ist fertig!

Es wird wieder heiß unterm Dach, doch trotz des schönen Wetters sitzen wir am Schreibtisch. Jörg telefonierte mit März-Autoren. Barbara schrieb alle an, die bis 1992 ›NachMärz‹ bei uns bestellt hatten. Diese Bibliographie ist nicht erschienen, weil wir mit ›Schröder erzählt‹ ausgelastet waren. Jetzt haben wir allen Bestellern mitgeteilt, dass das Buch nun in veränderter Form bei Philo Fine Arts erscheint und die erste vollständige und verlässliche März-Bibliografie enthält, außerdem eine Bildergalerie der Cover sämtlicher Erstausgaben. Wir amüsierten uns, weil wir uns das Erstaunen der Buchhändler, Bibliothekare und Privatbesteller vorstellten, die einen Brief erhielten, in dem ein zwanzig Jahre altes Bestelldatum steht.

Dienstag, den 12. Juli

Horst Tomayer kam wie jedes Jahr mit dem Fahrrad von Hamburg nach Berlin (297 km). Als Gastgeschenk brachte er … weiter lesen

22.06.2011 von Schröder & Kalender
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84 österreichische Erzähler

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Dominik Steiger, der zum Freundeskreis der ›Wiener Gruppe‹ gehört, veröffentlichte 1970 bei MÄRZ die literarische Parodie ›84 österreichische Erzähler‹. Aus der Wiener ›Kronen Zeitung‹ entnahm er, was dort unter der Rubrik ›Mein ulkigstes Erlebnis‹ erschienen war, als angebliche Texte der ›Fünften Wiener Schule‹.

Im Klappentext schrieben wir damals über diesen Jux:

»Eigenart der Prosastücke ist die kurze Form in der Tradition der großen österreichischen Erzähler, wobei die von Steiger zum großen Teil erstmalig vorgestellten Autoren, neben einigen Namen, die bereits im Gespräch sind, diese Tradition in die Moderne transponieren, triviale Erzählmuster benutzen und diese Stilmittel so konsequent einhalten, dass angenommen werden muss, dass die Fünfte Wiener Schule wesentlich aus diesen Autoren bestehen wird.«

»Hier wird endlich ehrlich eingestanden, dass in der österreichischen Literatur, die, aus gutem Grund, kaum über die Landesgrenzen dringt, noch ein erschreckend provinzielles Niveau herrscht«, schrieb Jörg Drews am 23. Mai 1970 in der ›Süddeutschen Zeitung‹.

Und in der Wiener Zeitschrift ›Die Furche‹ war im Mai 1970 zu lesen: »Mini-Prosa, mit trivialstem Sprachmaterial und nach schlichtesten Erzählmustern dargestellt, hat Dominik Steiger bei ein paar bekannten und vielen unbekannten österreichischen Autoren zusammengesucht und für den initiativen März Verlag zu einer Analogie (sic) zusammengestellt.«

›Vierundachtzig österreichische Erzähler‹. Herausgegeben von Dominik Steiger. Leinen, 104 Seiten, (8°). Umschlaggestaltung: Jörg Schröder. März Verlag, Frankfurt a. M. 1970 (Die Ausgabe für den Handel ist nur noch antiquarisch erhältlich).

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In ›Mammut‹ kann man den Text ›Mutti‹ von Dominik Steiger lesen. Außerdem war der Autor auch bei dem legendären Provo-Fest während der Frankfurter Buchmesse 1967 einer der Hauptakteure. Wer mehr darüber erfahren will, findet dies hier.

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Vom 11. Juni bis 16. Juli 2011 wird in der Galerie Marlene Frei in Zürich Domininik Steigers neue Werkgruppe ›Art Complete‹ gezeigt.

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09.04.2011 von Schröder & Kalender
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Das Medium ist hier die Botschaft

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert munter in südöstlicher Richtung.
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›Acid‹ heißt auf Deutsch Säure, meint aber meistens LSD. Schon der Titel war Programm für die  Sammlung, eine Explosion aus Lyrik, Prosa, Essays, Interviews, Textmontagen, pornografischen Texten, Comics, Fotos und Illustrationen. Eine Grenzüberschreitung zwischen Hoch- und Trivialliteratur. »Das Buch ist in diesem Falle wirklich als Medium die Botschaft«, schrieb ›Die Zeit‹. ›Acid‹ enthält Beiträge von 62 Autorinnen und Autoren (siehe bibliographische Angaben weiter unten) und Titel und Themen wie: Die neuen Mutanten/Kultur-Strömung / Carols Traum, ein Hund / Ein Interview mit John Cage / Das Treffen zwischen Elizabeth Barrett und Robert Browning /  Auf der anderen Seite des Mondes / Kim Novak / Am Fußende die Amsel  steht / Die neuen Mädchen / Was ich aß und wo / Rausch, Rock und Revolution / Anmerkungen zu einigen neuen Filmen und zur Glückseligkeit / Erdbeeren in Mexiko / Ghost Tantra / Die elektrische Banane / Männer, Frauen und die übrigen Geschlechter / Knoblauch-Geschichten / Träume / Vier Filme von Andy Warhol / Die Zeitung als Literatur / Lilien in meinem Gehirn / Akademie 23 – Eine Entwöhnung / Auf Omas Privatweg / Die Zukunft der Sexualität u. v. a.

Wer sich für die Entstehungsgeschichte der viel gerühmten Sammlung und darüber hinaus für die Geschichte des MÄRZ Verlags interessiert, kann demnächst fündig werden in dem Buch ›Immer radikal, niemals konsequent. Der März Verlag – erweitertes Verlegertum, postmoderne Literatur und Business Art‹, das demnächst bei Philo Fine Arts erscheint.

Bibliographische Angaben der Erstausgabe: ›Acid. Neue amerikanische Szene‹. Herausgegeben von Rolf Dieter Brinkmann und Ralf-Rainer Rygulla, Gesamtgestaltung mit Jörg Schröder. Nachwort von Rolf Dieter Brinkmann ›Der Film in Worten‹. Mit Beiträgen von Chester Anderson, Sherry Barba, Donald Barthelme, Gregory Battcock, Mary Beach, Ted Berrigan, Paul Blackburn, Douglas Blazek, Aram Boyajian, Charles Bukowski, William S. Burroughs, John Cage, Don Cauble, E. F. Cherrytree, Tom Clark, Fielding Dawson, Bill Deemer, Diane Di Prima, Kenward Elmslie, Larry Fagin, Leslie A. Fiedler, Dick Gallup, John Giorno, Mrs. Greenberg, Calvin C. Hernton, Interview mit einem Hippie, Norman J. Hoegberg, John Clellon Holmes, Lenore Kandel, Rich Krech, Seymor Krim, Tuli Kupferberg, Gerard Malanga, Harry Mathews, Michael McClure, Marshall McLuhan, Toylor Mead, Jonas Mekas, George Montgomery, Robert Nichols, Haroldd Norse, Frank O’Hara, Gil Orlovitz, Ron Padgett, John Perreault, Joe Pinelli, Roxie Powell, Steve Richmond, Ed Sanders, Joe Schwartz, George Sparling, Peter Stafford, George Stanley, Robert Sward, Parker Tyler, Tom Veitch, Anne Waldman, Andy Warhol, The Willie, Douglas Wolf, Frank Zappa. Übersetzt von Katja Behrens, Peter Behrens, Rolf Dieter Brinkmann, Peter Faulhammer, Herbert Graf, Rolf Eckart John, Gerd Kreuser, Klaus Novy, Edward Reavis, Burghardt H. Kiegeland, Ralf-Rainer Rygulla, Horst Schröder, Carl Weissner. Großformatiger Pappbd. mit Fensterstanzen (27,5 : 21), 424 Seiten. Einbandgestaltung: Typographie und schwarzer Einband mit Fensterstanzen von Jörg Schröder mit einer darunter liegenden Collage von Rolf Dieter Brinkmann. März Verlag, Darmstadt 1969. Zweite Ausgabe: März Verlag, Frankfurt a. M. 1970 mit gelbem Einband.
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12.02.2011 von Schröder & Kalender
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Heringe und Wunder

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südwestlicher Richtung.
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Wer sagt denn, dass Namenswitze verboten sind? Dann wäre ja die halbe Kabbala perdu! Heute erreichte uns ein Spam von Mariechen Hering, der Betreff versprach: »9.041,00 € pro Monat ist denkbar!« Und so ging es weiter: »Sie sind immer erreichebar und haben eine Maenge Zeit? Sie moechten Ihre Zeit fuer Ihr Portemonnaie aufbrauchen? Bei … (Mariechen Herings Mailadresse in Rumänien) melden und sich neugirig machen lassen.«

Wir hingegen sind im Moment kaum erreichbar, denn plötzlich hat sich eine realistische Möglichkeit ergeben, den März Verlag neu aufzustellen. Da müssen wir nun nicht zu knapp konferieren, planen, korrespondieren. Näheres demnächst, wenn das Ei gelegt ist. Nur so viel: Bis zur Buchmesse werden 15 März-Titel reloaded, in zwei Jahren sollen dann 60 März-Bücher wieder vorliegen. Wo? In einer März-Edition der Büchse der Pandora, ein Verlag der Digitalakrobaten in Wetzlar, die bereits… weiter lesen

25.01.2011 von Schröder & Kalender
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Dial-A-Poem

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Giorno, John: ›Cunt‹. Gedichte. Ausgewählt und mit einer Notiz von Rolf-Eckart John. Aus dem Amerikanischen von Rolf Dieter Brinkmann, Rolf-Eckart John und Ralf-Rainer Rygulla. Originaltitel: ›Cunt‹. 72 Seiten,. Einbandgestaltung: Jörg Schröder mit einem Filmstill aus ›Sleep‹ von Andy Warhol. März Verlag, Darmstadt 1969

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John Giornos ›Cunt‹ lief 1968 fünf Monate lang über Anrufbeantworter, die er von der Architectural League of New York geschnorrt hatte, dazu Texte und Gedichte von Autoren wie Anne Waldman, William Burroughs, Bill Berkson, Allen Ginsberg, Giorno himself natürlich, Ron Padgett, John Perreault, Ed Sanders, Emmett Williams, Peter Schjeldahl, David Henderson, Taylor Mead, Lewis Warsh, simultan über zehn Anschlüsse. Die Bänder wechselten täglich, über eine Million Anrufe wurden in den fünf Monaten, in denen die Aktion lief, registriert. ›Dial-a-Poem‹ war geboren. Auch in der St. Mark’s Church wurden ›Johnny Guitar‹ und ›Cunt‹ aufgeführt. Ein Tonband mit den beiden pornographischen Gedichten spielte ununterbrochen vier Stunden lang über sechs Lautsprecher in der Kirche zum Beispiel Giornos ›Pornografisches Gedicht‹:

»Sieben kubanische  /  Armeeoffiziere  /  im Exil / waren die ganze Nacht / mit mir beschäftigt. / Große / schlanke / geschmeidige / spanische Typen / mit glatten dunklen / muskulösen Körpern / und Haar / wie nasse Kohle / am Kopf / und zwischen den Beinen. / Ich wußte nicht mehr / wie oft / ich von ihnen /  in jeder erdenklichen / Lage / gefickt wurde. / Einmal / standen sie / im Kreis / um mich herum / und ich mußte / von Unterleib / zu Unterleib / kriechen / und an jedem / Riemen lutschen / bis er steif war. / Als ich alle / sieben hoch hatte / schauderte ich / beim Anblick / dieser erigierten Schwänze / die alle verschieden lang / und dick waren / und bei dem Gedanken / daß jeder einzelne / sich in mein Arschloch / schieben würde. / Jeder / von ihnen / kam / mindestens zweimal / und einige dreimal. / Dann setzten sie mich / auf das Bett / kniend / einer fickte mich / in den Hintern / ein anderer in den Mund / während ich / mit jeder Hand / einen wichste / und zwei von den anderen / ihre Latten / an meinen nackten Füßen / rieben / und warteten / bis sie an der Reihe waren / in meine Dose / zu kommen. / Gerade als ich glaubte / sie seien völlig fertig / taten sich zwei / von ihnen zusammen / und fickten mich / gleichzeitig. / Die Stellungen / die wir einnahmen / waren wahnsinnig / aber mit zwei / großen dicken / kubanischen Schwänzen / zur gleichen Zeit / in meinem Arsch / war ich / im Paradies.«

Keine Aufregung, die Übersetzung ist von Rolf Dieter Brinkmann. John Giornos Gedichte erschienen 1969 bei März, damals wurde der Hammer geschwungen. In der St. Mark’s Church hatte Giorno an das Kreuz über dem Altar eine zwei Meter fünfzig hohe Doppellichtsäule montiert. Sie bestand aus je dreißig roten, gelben, blauen und grünen Hundertfünfzig-Watt-Lampen, die an eine Lichtorgel angeschlossen waren. Die Bänke im vorderen Kirchenraum waren rausgeräumt, dafür gab es Sitzkissen, dazwischen drei Dutzend Kerzen. Das Verteilersystem eines Intervallduftdispensors erfüllte die Kirche mit dem Aroma von Schokolade. Der Raum wurde von sechs Tausend-Watt-Scheinwerfer mit orangefarbenem Vorsatz lichtüberflutet. Ein Krug mit LSD-Punsch stand auf dem Tisch neben dem Altar, ein Becher enthielt ein Viertel eines Trips, jeder konnte sich bedienen, zwanzig Liter Punsch wurden ausgeteilt. In der Sakristei neben der Kirche gab John Giorno eine Geburtstagsparty für Anne Waldman mit Beat, Essen, Wein, Haschischsuppe, Haschischgeburtstagskuchen, dazu noch sechshundert Joints. Die Besucher wechselten von der Lesung zur Party, zurück zur Lesung und dann wieder zur Party. Solche Aktionen transportierten  wir  in unsere Republik, wenn auch nur auf Papier. Und Giorno schlief, währenddessen für Andy Warhol in dessen Sechs-Stunden-Film ›Sleep‹. Denn Warhol war noch nicht mit seinem Silkscreen-Bauchladen unterwegs zu allen Hubert Burdas dieser Welt.

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08.01.2011 von Schröder & Kalender
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Das Land der Inca

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Im Jahr 1983 gründeten wir die Ravenna Presse im März Verlag, in der herausragende Titel der Buchkunst und der wissenschaftlichen Arcana in bibliophiler Ausstattung geplant waren. Als erstes erschien ›Das Land der Inca‹ von Rudolf Falb. Weitere geplante Titel sind in der Ravenna Presse nicht herausgekommen.

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Falb, Rudolf: ›Das Land der Inca in seiner Bedeutung für die Urgeschichte der Sprache und Schrift‹. Nachdruck der Leipziger Erstausgabe von 1883. Oasenziegenleder mit Goldprägung im Schuber. Aufgebunden wurden 300 von 555 Exemlaren mit Pränumeranten-Verzeichnis. 456 Seiten, (8°). Einbandgestaltung: Jörg Schröder. Ravenna Presse im März Verlag, Herbstein 1984 (nur noch antiquarisch erhältlich).
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Im Jahr 1877 begab sich der angesehene Geologe und Erdbebenforscher Rudolf Falb auf eine Forschungsreise nach Südamerika. Dafür hatte er ein halbes Jahr veranschlagt, zuletzt ging er auf das Hochplateau der peruanischen Kordilleren, um hier Messungen seismischer und vulkanischer Phänomene vorzunehmen.

Falb war von den archäologischen Funden in Cuzco und Tiahuanaco überwältigt. Und bei seiner Begegnung mit den Aimarà-Indianern im Urwald von Bolivien traf ihn wie ein Blitz die Gewißheit: In der Sprache der Inca sind die Belege für die Wurzeln eines einheitlichen Sprachen-Ursprungs in einer Prähistorischen Periode zu finden.

Falb ließ alle weiteren geologischen Pläne fahren und beschäftigte sich fortan fünf Jahre mit seiner Sprachtheorie, lernte drei Indianer-Sprachen, notierte auf tausenden von Folio-Seiten die Belege seiner Forschung zu einer Urgrammatik. Ausgehend von der Aimarà- und Kitschua-Sprache werden wir in Falbs Buch Zeugen von atemberaubenden Beweis- und Analogieketten sprachlicher, symbolischer und mythologischer Art. Wir nehmen teil an genialischen Denk- und Assoziationsakten, lesen z. B. Aimarà, Hebräisch, Griechisch, Ägyptisch, Sanskrit, Latein, Arabisch, Aramäisch, Chinesisch, Französisch, Deutsch, Englisch … Ja, wir können das lesen bzw. hören, auch wenn wir die dazugehörigen Schriftzeichen und Sprachen nicht beherrschen. Denn Rudolf Falb, der dieses Buch … weiter lesen