28.07.2010 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Christine Dombrowsky, die Seele des Archivs 451 (die Trikont-Bücher in ihrer Zeit), ist am 20. Juli im Alter von 59 Jahren in München an Krebs gestorben. Wir begegneten Christine öfter, als wir Anfang der 90er in Süddeutschland lebten und sie gerade begann in ihren privaten Räumen die Materialien eines der wichtigsten Verlage der Linken zu archivieren. Außerdem sammelte sie Dokumente, Texte, Flugblätter und Plakate der Achtundsechziger Bewegung (Straßenkampf, Guerilla, Dritte Welt, Che Guevara, Ton Stein Scherben).

Es war eine Sisyphosarbeit, wie wir aus den Begegnungen mit Christine und aus den vielen Telefonaten wissen. Sie hat sich nicht kleinkriegen lassen und glücklicherweise noch rechtzeitig vor ihrem Tode ›ihr‹ Archiv 451 (nach Fahrenheit 451 von Ray Bradbury und der Verfilmung von François Truffaut) an das ›Archiv der Münchner Arbeiterbewegung‹ übergeben können. Dessen… weiter lesen
24.06.2010 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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In unserer heutigen Kolumne in der jungen Welt mit dem Titel ›Blattgold und Weißbier‹ erzählen wir vom Tagesablauf eines Bohemiens. Die ganze Geschichte über meine Zeit in Schwabing habe ich in ›Stille Verbraucher‹ erzählt. Das Schwabinger Original Caligari regte uns zu einer Titelillustration an, wir schossen 22 Karat Blattgold an und zogen den Karton als Titelschmuck auf.
Faszinierend am Blattgold ist: Es wird so dünn geschlagen, dass es relativ wenig kostet. Beim gegenwärtigen Höchststand des Goldpreises kann man sich also einen billigen Goldschatz anlegen.

Keltische Goldwaage aus Manching (aus ›Das keltische Jahrtausend‹)
Mehr über das Keltengold erfährt man im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Manching, dort kann man auch den Goldschatz der Kelten besichtigen. Bereits Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurden die ersten keltischen Münzen geprägt.
(BK / JS)
24.01.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert schwach in nordöstlicher Richtung.
Gestern war ein Exemplar von ›Und ich lebe wieder an der Isar. Exil und Rückkehr des Münchner Juden Hans Lamm‹ in der Post. Ich blätterte, da stand er wieder vor mir der geniale, ungeduldige Hans Lamm, den ich Anfang der 60er in Düsseldorf kennengelernt hatte. Damals war er Kulturdezernent des Zentralrats der Juden und Verleger des Ner-Tamid-Verlags. Die Autorin Andrea Sinn hatte mich zu diesem Lebensabschnitt von Lamm befragt und nahm auch einige Passagen von ›Schröder erzählt‹ in ihr Werk auf.
»Warum kehrten manche deutschen Juden, die vor den Nationalsozialisten ins Exil geflohen waren, nach 1945 wieder nach Deutschland zurück? Wie wurden sie in der deutschen Nachkriegsgesellschaft aufgenommen und inwieweit konnten sie diese mitgestalten? Am Beispiel von Hans Lamm (1913 – 1985), von 1970 bis zu seinem Tod Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in München, geht die Autorin diesen Fragen nach. Lamms Weg ins… weiter lesen
17.09.2006 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert heftig in nördlicher Richtung.
Eine Freundin aus München, die dort bei einer Zeitung arbeitet, schreibt uns: »Hallo Barbara und Jörg, hab gerade mit viel Vergnügen den Papst-Monat nachgelesen. Leute, die bei bayerischen Zeitungen arbeiten, haben harte Wochen hinter sich, das kann ich euch sagen. Zu der Aktion am Marienplatz mit Ledig und Kastner kann ich noch eine nette Randnotiz beitragen: Weil die ja nicht blöd sind, sind sie nur zu zweit aufgetreten, weil erst ab drei Personen eine meldepflichtige Versammlung vorliegt. Und weil deshalb die eingreifwillige Polizei in juristische Nöte geriet, ging eine zivile Polizistin dazu über, die Passanten zu fragen, ob sie sich denn nicht in ihren religiösen Empfindungen gestört fühlen.
Tja, nun hat dieser Wahnsinn ein Ende – und der nächste subito begonnen. Ozapt is, ihr wisst Bescheid. Ich werde Matthias heuer erstmals zwingen, mit mir in den Schichtl zu gehen. Das ist… weiter lesen
07.09.2006 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Da Daniel Erk vom Hitler-Blog offensichtlich gegenwärtig nicht online ist, hier eine Meldung zu einer Aktion, die uns aus München erreichte:
Wir haben nicht nur den Papst gesehen
Heute Morgen um 11 Uhr versuchten die beiden Aktionskünstler Georg Ledig und Wolfram Kastner vom Alten Rathaus der bayerischen Landeshauptstadt aus durch die Innenstadt zu gehen. Beide sahen zwei Persönlichkeiten der Weltgeschichte ähnlich. Ledig war in einen dunklen Anzug gewandet, besaß eine schwarze nicht zu bändigende Tolle, die ihm in die Stirn fiel und hatte unter der Nase eine schwarze Rotzbremse, ein kleines Bärtchen, angebracht. Die Ähnlichkeit war nicht zwingend, aber naheliegend. Ledig blickte ernst, wie man es von einem Weltpolitiker verlangt, in die Runde und verbreitete damit eine Anmutung, die durchaus Distanz gebot; niemand fühlte sich so recht motiviert, mit diesem Herrn zu sprechen.

Ganz anders Kastner. In seinem weißen, langen Ornat… weiter lesen