Posts Tagged ‘Sexualaufklärung’

09.05.2009 von Schröder & Kalender
blogavatar

Sexfront

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
***

Sexfront war ein Bestseller, insgesamt wurden von den Original- und Lizenzausgaben im Taschenbuch vierhunderttausend Exemplare verkauft. Über diesen kommerziellen Erfolg hinaus ist Sexfront einer der wichtigsten MÄRZ-Titel, weil dieses emanzipative Buch – anders als traditionelle Sexualaufklärungstraktate – mit Vorurteilen und Verboten aufräumte. Salopp gesagt: Sexfront machte die Achtundsechsziger-Generation etwas glücklicher als es die Generationen davor waren.

Zur Entstehungsgeschichte des Buches haben wir bereits vor zwei Jahren Blogs veröffentlicht:

http://blogs.taz.de/schroederkalender/2007/08/07/sexfront-1/

http://blogs.taz.de/schroederkalender/2007/08/08/sexfront-2/

… weiter lesen

08.08.2007 von Schröder & Kalender
blogavatar

Sexfront (2)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in östlicher Richtung.

Wir waren Ende der Sechziger angetreten, die restriktive Gesellschaft zu verändern, aber bereits 1970, als die ›Sexfront‹ erschien, machten sich die rechten Truppen auf den langen Marsch in Richtung Reaktion. Weil gegen die massenhaften Demonstrationen wenig auszurichten war, hatten sich die reaktionären Strategen etwas anderes ausgedacht: Die Bewegung personalisieren! Man inszenierte Rädelsführerprozesse, deshalb saßen 1969 Günter Amendt, Hans-Jürgen Krahl und Karl Dietrich Wolff auf der Anklagebank. Es ging um die Blockade der Societätsdruckerei, hier wurde die ›Bild-Zeitung‹ gedruckt, die mit ihrer Hetze für das Attentat auf Rudi Dutschke verantwortlich war. Ein Demo-Spruch lautete: »›Bild‹ drillte, Bachmann killte!« Die Frankfurter Auslieferung von ›Bild‹ konnte einen Tag lang behindert werden, obwohl die Polizei mit Wasserwerfern und Reitern gegen die randalierenden Studenten vorrückte, die wiederum kämpften mit Steinen und Baulatten, die Transparente wogten: »Zwei, drei Vietnam, fangen wir bei Springer an!«, »Haut dem Springer auf die Finger!«,… weiter lesen

07.08.2007 von Schröder & Kalender
blogavatar

Sexfront (1)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert schwach in nördlicher Richtung.

Eines dieser Ereignisse, die dich als Verleger später beglücken, bahnte sich unspektakulär an: Günter Amendt, einer der drei Frankfurter SDS-Zampanos, rief mich Ende Januar 1970 an. Wir waren uns noch nicht begegnet, ich hatte nur mal seinen ›Kinderkreuzzug‹ quergelesen. »Hör mal, Schröder«, sagte er, »Alfred von Meysenbug und ich haben die Idee, ein Buch für Jugendliche über Sexualität zu machen. Darüber sollten wir uns mal unterhalten.« Daß Amendt diesen Vorschlag nicht über den Genossen Wolff an mich herantrug, wunderte mich nicht, die beiden konnten sich nicht riechen. Was weiß ich, welche SDS-internen Querelen dazu geführt hatten. »Treffen wir uns heute abend bei mir zu Hause«, schlug ich vor. Am Bibliothekstisch entwickelten Amendt und Meysenbug ihren Plan: Ein Sexualaufklärungsbuch neuer Art sollte es werden, lustfreundlich, das Gegenteil von dem verzopften Kram, der bisher erschienen war. Sie hatten noch keine Zeile geschrieben, keine Abbildung lag… weiter lesen

31.03.2007 von Schröder & Kalender
blogavatar

Mach doch, was du willst

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in westlicher Richtung.

Gestern war im Babylon am Rosa-Luxenburg-Platz Premiere der von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Kurzfilme.

Mir (B) hat am besten der Film von Anna Wahle gefallen, in dem Haupt-, Gesamt- und Gymnasialschüler zwischen zwölf und achtzehn erzählen, was sie später werden oder tun wollen. Zwei Freunde wollen Archäologen werden, damit sie immer zusammenbleiben können. Und eine junge Tierfreundin hat sich entschlossen, es doch auch mit den Menschen zu versuchen, denn: »Mit Pferden kann man nicht ins Kino gehen.« So auch der Titel des Films.

Die Regisseurin zeigt in ruhigen Großaufnahmen die Personen, die jeweiligen Erzählungen der Schüler kommen aus dem Off. Eine verkorkste Schönheit steht stumm vor dem blöden Bungalow ihres Papis, der ihr eingeblasen hat, was sie später alles tun und lassen soll. Da kann man nur sagen: Öfter mal wieder Amendts ›Sexfront‹ lesen!
***

sexfront1.jpg
***

… weiter lesen