Das Märchen von Rudi und der Rautenkönigin

Es war ein wunderschöner Morgen im Land der Rautenkönigin: die Akkus summten, keiner forderte sein Leben zurück und die Abfallkörbe der Stadt waren für die Suchenden frisch gefüllt mit exquisiten Köstlichkeiten. Alle waren froh. Nur der kleine Rudi nicht. Der war Sohn einer allein erziehenden Mutter, musste jeden Tag früh aufstehen und betteln gehen. Also saß er auch heute wieder auf der alten Schlossbrücke, hatte vor sich den Hut seines verschollenen Vaters aufgestellt, spielte die Blues-Harp und wartete auf milde Gaben.

Da begab es sich, dass die Rautenkönigin in einer schwarzen Kutsche des Weges kam. Die Königin ließ ihren Tross halten, beugte sich zu Rudi hinab und warf einen glänzenden Taler in seinen Hut. Dann fuhr sie freundlich winkend weiter. Der Taler aber war in Wahrheit ein verzauberter Frosch und als Rudi mit seinem „How does it feel?“ zu Ende kam, saß der Frosch quakend in seinem Hut und war immer noch kein Prinz geworden. Fortan weigerte sich Rudi, der Rautenkönigin zu huldigen. Den Frosch aber nahm er mit nach Hause und bereitete seiner Mutter ein leckeres Abendmahl. Satt sind sie davon nicht geworden. Aber das ist eine andere Geschichte.

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