13.06.2011 von Detlef Berentzen

“Wenn ich nach der Lektüre des “Schubert” höre, Härtling schreibt jetzt an einem Buch über Schumann, dann sage ich still in mich hinein: mir reicht es jetzt eigentlich, wer kommt als nächster? Und dann lese ich das Buch und finde es fantastisch.” (Peter Bichsel)
Da saßen wir vor einiger Zeit (rauchend noch) bei einem Weißwein am Tisch einer Pizzeria in der Nähe vom Berliner Schlachtensee und Peter Bichsel erklärte mir seinen Freund Härtling. Daß der nur Figuren und Stoffe auswähle, die ihn berühren, bei ihm tiefe Empfindungen provozieren und genau jene Nähe, jenes Sich-Einfühlen zulassen, das den (gern auch heftig umstrittenen) “Hölderlin” der 70er-Jahre erst möglich machte. Nach dem Roman über den schwäbischen Dichter, der so folgenreich “unter die Deutschen kam”, und für den junge “Brigitte”-Redakteurinnen ihren Peter Härtling noch heute “lieben”, folgen gemeinsame Wege mit Schubert, Schumann, E.T.A. Hoffmann, Mozart u.a., allesamt Suchende, die Härtling zu Gefährten… weiter lesen
30.03.2011 von Detlef Berentzen

Der Zweifel, ob es eine übernächste Zukunft geben wird, breitet sich gerade wieder aus. Aber um mit Brechts Galilei zu reden: Man muss anfangen, mit der manchmal verzweifelten Hoffnung, das Schöne bedeute nicht nur des Schrecklichen Anfang, sondern auch das mögliche Ende der Schrecken. (Heiner Müller)
Ein Ende des Schreckens. Und vielleicht doch Hoffnung. Irgendwo. Die Sätze von Heiner Müller stammen aus der Zeit kurz nach Tschernobyl. Doch sind da auch andere Sätze, Kompositionen, ganz und gar eigen-artige Müllereien: “Mein Text ist ein Telefonbuch, und so muss er vorgetragen werden, dann versteht ihn jeder”. … weiter lesen
25.05.2010 von Detlef Berentzen

“Das 34. Akademie-Gespräch soll aktuelle Gefahren beschreiben, doch vor allem soll es Mut machen zu demokratischer Gegenwehr!”
“Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!” Tucholsky bricht ironisch und er hat recht. Nur oft genug reicht das nicht – wenn Häuser brennen, wenn Angst und Terror herrschen. Gleich um die Ecke zum Beispiel, im Brandenburgischen Zossen. Da sickert der Schrecken in den Alltag und der aufrechte Gang scheint ungleich schwerer als im nahen Berlin. Dumpfe Kids zündeten in Zossen das “Haus der Demokratie” an und schwärzen dort bis heute den Tag mit menschenfeindlichen Parolen. Ein Häuflein zivil Couragierter bietet ihnen die Stirn. Zumindest morgen sind sie nicht allein. Die Berliner Akademie der Künste hat für den Abend Widerstand angekündigt: “Brennpunkt Zossen. Demokratie verteidigen!”
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