“In seinen Grabstein – einen Findling, den HAP Grieshaber im Schwäbischen gefunden hat – steht gemeisselt: Denken heisst Überschreiten! Das ist so ein Satz, mit dem das Prinzip Hoffnung eröffnet wird.”(Jan Robert Bloch)
Ernst Bloch liegt in Tübingen begraben. Seit 1977. Auf dem Bergfriedhof. Sein aktuelles Zentrum indes steht in Ludwigshafen, in Rheinnähe. Dort denken Klaus Kufeld, Frank Degler & Co seine Sätze weiter, inszenieren sie neu, debattieren gar die kommenden Aufstände, üben sich in Überschreitung: “Pure Vernunft darf niemals siegen!” (Tocotronic)
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Postnational? Sind wir schon. Aber nur irgendwie. Bleiben das Prinzip Hoffnung, die Möglichkeit, das Unmögliche zu denken und verdammt viele Fragen: “Was passiert ohne all die Sarrazins,…wenn irgendwann einmal die Angst vor dem globalen Fremden verpufft? Wie sieht eigentlich ein Deutschland off-Limits aus? Und wohin mit all den gemischten Gefühlen, verwirrenden Identitäten und verlorenen Zugehörigkeiten, die uns plagen? Darf man im Falschen überhaupt von Zukunft träumen? Oder sind Utopien in Merkelland schon prekär? Nicht bei Ernst Bloch! Am Rhein. … weiter lesen
“Ich bin überzeugt davon, daß es eine Renaissance der Utopien gibt. Wir haben so viele Brennpunkte und ungeklärte Verhältnisse, daß es gilt, weit über den eigenen Horizont hinaus zu denken. Und das meint utopisches Denken.” (Klaus Kufeld)
Nicht wenige schauen derzeit auf unsere Republik und halten sie für nicht akzeptabel, für schwer verbraucht. Wollen fort aus all der Enge, empören sich, üben sich hilfsweise in jenem utopischen Denken, von dem Klaus Kufeld, Leiter des Ludwigshafener Ernst-Bloch-Zentrums, spricht. Dort am Rhein hat die Utopie eine Heimat gefunden. Nicht nur abgelegt in Archiven, sondern gern auch schwer lebendig.
“Seit einem Jahr stellt die Reihe ‘Kino & Kritik’ am Ernst-Bloch-Zentrum Filme vor, die gesellschaftliche und politische Debatten abgebildet bzw. ausgelöst haben. Das können Klassiker der Filmgeschichte sein, aber auch filmische Raritäten, die ungewöhnliche Blickwinkel ermöglichen. “Filme sind die zentrale Kunstform des 20. Jahrhunderts – sie lassen uns die Welt mit anderen Augen sehen” (Frank Degler, EBZ)
Ein wenig erinnert mich die Ludwigshafener Kinoreihe an die Abende im alten Schöneberger “Arsenal: man rief am Nachmittag Freunde an, wickelte sich abends in seinen Parka und schaute dort gemeinsam und fasziniert (wie auch im Bali) extraordinaire Filme an, diskutierte anschließend vor der Leinwand und trug danach, schwer berührt, all die Bilder mit in die nächste Kneipe, nennen wir sie “Weltlaterne”, wo sie immer noch leuchteten. … weiter lesen



