
Einer Musik nach denken, sich eine lange Weile nehmen, um endlich ein wenig von dieser Welt zu begreifen, sich nicht ins flimmernde Abseits hetzen lassen und vielleicht Fellini glauben, der meint: Wenn wir alle etwas leiser wären, würde vielleicht endlich jemand verstehen! … weiter lesen
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Hoffnung hat als einen Boden,
der sie besonders gut gedeihen lässt:
Unzufriedenheit! … weiter lesen
ORF 1
“Hörbilder”
Samstag, 4. Dezember 2010
09:05 Uhr
Renaissance der Utopien
Zur Aktualität von Ernst Bloch.
Feature von Detlef Berentzen
“Hoffnung hat als einen Boden, der sie besonders gut gedeihen lässt: Unzufriedenheit! Und aktiv werdende Unzufriedenheit kann rebellisch sein, mit einer Hoffnung auf etwas und gegen etwas, in dem man sich jetzt durch eigene Schuld, eigene Unmündigkeit, oder durch Unterdrückung befindet.”
In Büchern, Vorlesungen, Radiogesprächen formulierte der Philosoph Ernst Bloch Sätze, die ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren haben. “Denken heißt Überschreiten!”, “Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen” – Sein antizipierendes Denken von Utopie und Hoffnung animiert bis heute all jene, denen das vorgefundene Leben nicht genug ist. Blochs Schriften sind ihnen Begründung der Sehnsucht nach einer anderen, einer besseren Welt. … weiter lesen
“Ich bin überzeugt davon, daß es eine Renaissance der Utopie gibt! In einer Zeit der zunehmenden Krisen, denke ich, braucht es eine solche Renaissance, weil es die Politik nicht geschafft hat, ein Stück Harmonie in die Gesellschaft zu bringen. Rechnet man die globalen Aspekte hinzu, so haben wir immens viele Brennpunkte und ungeklärte Verhältnisse, die es nötig machen, ganz weit über den eigenen Horizont hinauszudenken. Und eben das meint utopisches Denken!” (Klaus Kufeld, EBZ)
„Etwas treibt in uns, will weiter, hält es nicht bei sich aus, will aus sich heraus.“ Und gut so! Nicht über allen Wipfeln herrscht Ruh. In nicht wenigen Nischen und Winkeln des Landes exisitieren durchaus farbige Träume von Zukunf!, die nicht verloren gehen dürfen. Der utopische Denker Ernst Bloch war es, der die weltgeschichtliche Erzählung all der Hoffnungen, Süchte und Sehnsüchte zu einem philosophischen Prinzip verdichtete – zu einem Prinzip, das Antizipation, Grundrisse und Wunschbilder enthält, die uns Kraft geben zu widerstehen, auch die Kraft, uns neu zu erfinden.
“Bloch war der große Feuerkopf, der jeden faszinierte und jeden auch zum Widerspruch reizte, er hielt nur etwas von dem, mit dem er sich wirklich auseinandersetzen konnte und der ihm Paroli bot. Dasjenige, was ihm am Verächtlichsten war, das waren eigentlich die Langweiler. Der schlimmste Begriff für ihn war: Langweiler!” (Walter Jens)
”Denken heißt Überschreiten!”, “Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen” – Sätze des vor 125 Jahren ( am 8. Juli) geborenen Philosophen Ernst Bloch. Sein antizipierendes Denken von Utopie und Hoffnung animiert bis heute all jene “Mangelwesen”, denen das vorgefundene Leben nicht genug ist. Blochs Schriften sind ihnen Begründung der Sehnsucht nach einer anderen, einer besseren Welt. Nach dem Noch-Nicht, das uns aus der Zukunft entgegen scheint.



