An Tagen wie diesen, an solchen Handketagen muß ich an einen Gang mit meinem Melchinger Freund Uwe Z. (s. Foto) denken, den barocken Theatermann von der Alb, den jungen Alten vom Lindenhof, allemal den Hut im Nacken und immer eine Zeile von Bruder Hölderlin auf den Lippen. Wir gemeinsam im Schneesturm Richtung Himmelberg, die Windräder stehen stumm, wir zitieren aus Hyperions Schicksalslied, fallen von Klippe zu Klippe, süffeln später im “Hirsch” einen Trollinger, atmen ein wenig und da haben wir plötzlich den Handke bei den Ohren und Uwe zitiert Sätze des Sinnigen, die ihm noch heute (und gerade heute) den Weg ins Eigene weisen, Sätze, die man gebrauchen kann. Und deshalb, da sind wir uns einig, ist auch Handke ein gebrauchter Dichter. … weiter lesen
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Es war Walter Benjamin, dem es in seiner „Einbahnstraße“ nicht anders ging als mir an einem dieser sonnendurchtränkten Herbstmorgen: „Als ein geschätzter, kultivierter und eleganter Freund mir sein neues Buch übersandte, überraschte ich mich dabei, wie ich, im Begriff es zu öffnen, meine Krawatte zurecht rückte.“ Genau so war es, als Uwe Zellmer mir seinen neuen Roman „ Himmelsberg, Engelswies“ schickte. Nur daß ich keine Krawatte trage. Trotzdem rückte ich mich zurecht, erinnerte mich, wie wir in den letzten Monaten oft genug über sein Manuskript sprachen, oben in Melchingen auf der schwäbischen Alb. Unweit des leuchtenden Kornbühl. … weiter lesen
“Für mich persönlich ist diese Arbeit ein ganz eigenes ‚Kommen und Gehen’, ein Wiedersehen mit meiner eigenen Vergangenheit, meinem Aufwachsen im Hegau und am See und der tiefen, untergründigen Verbundenheit mit den Alemannen und ihrer Sprache, die mich geprägt haben.” (Klaus Hemmerle)
Immer wieder stürmt ihr Theater ins Offene. Städte, Dörfer, Landschaften, Himmelberge sogar Eisenbahnwaggons und Höhlen werden bespielt, geraten zu Bildern, deren Farben innere Bewegung provozieren. Das Theater Lindenhof führt Orte vor. Jetzt auch das 200jährige Friedrichshafen. … weiter lesen
Das Theater Lindenhof wärmt mich, hat mich gewärmt, hat uns gewärmt, seit nunmehr 30 Jahren. Bin ihm nachgelaufen. Weit genug, immer und wieder, spüre sogar eine gewisse Abhängigkeit von diesem schwäbischen Theater auf der Alb. Und deshalb lasse ich vorsichtig einen Begriff wie “Heimat” vorbeischweben, greife nach ihm, prüfe ihn auf der Zunge, hinter der Stirn und denke: Ja, das ist es, dieses Theater ist mir Heimat. … weiter lesen
Immer wieder sonntags telefonieren wir. Jeder eine Tasse Kaffee auf dem Schreibtisch. Er hat den Wacholderschwung der Schwäbischen Alb vor dem weit geöffneten Fenster, während bei mir die Freiheitsglocke läutet, weil Schöneberg, Rathaus und überhaupt. So geht das. Lange schon. Und es gibt immer wieder Neues zu erzählen. Vom Theater. “Unter den Linden” steht das Lebenswerk und doch in Melchingen. Ein kleiner Ort, wie eine leuchtende Bühne und auf ihr schreitet der Präsident auf und ab. Uwe (s. Foto) ist nämlich Präsident. Vom Theater Lindenhof. Kein Intendant, nein, das war einmal, er ist ein irgendwie barocker Präsident, ausgestattet mit Brecht’scher Freundlichkeit und kann wunderbar erzählen, auch Stücke schreiben, auch dichten, auch inszenieren. Also höre ich ihm zu: “Unseren Carlos solltest Du sehen!” Oder den “Kohlhaas”. Oder den “Schwabenblues”. Alles besonders. Und das seit fast 30 Jahren – am 16. Mai ist es soweit. Die “Feuertrunkenen” feiern Jubiläum. All die… weiter lesen



