19.10.2012 von Detlef Berentzen
“Wenn jedes Volkes eigenthümliche Sprache der Stamm ist, an dem alle seine innersten Kennzeichen sich darthun und entfalten, so geht ihm erst in der Dichtung die Blüte seines Wachsthums und Gedeihens auf. Poesie ist das, wodurch uns unsere Sprache nicht nur lieb und theuer, sondern woran sie uns auch fein und zart wird., ein sich auf sie nieder setzender geistiger Duft.” (Jacob Grimm, Rede auf Schiller)
Der “Verein für Deutsche Sprache” verleiht, so lese ich gerade, auch den Preis “Sprachpantscher des Jahres” für besonders bemerkenswerte Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache”, an Fritz Pleitgen etwa, an Hartmut Mehdorn oder Klaus Wowereit. Warum auch nicht? Der Verein steht eben ein für “Sprachloyalität” und steht auf gegen den Trend zum babylonischen “Denglisch”. Hört sich vielleicht witzig an, ist es aber nicht. Yo, Man!, wer Radio hört, braucht mitunter nur ein paar Minuten, um zu merken, daß der Trend tatsächlich zum “Pantschen” geht. Soll er doch. Meinetwegen. Solange es Zeilen wie diese gibt, ist noch nichts verloren: … weiter lesen
03.01.2011 von Detlef Berentzen

“Wenn eine Erzählung in sich selber stockt, dann stockt einem auch der Atem. Und das sind Momente einer ganz merkwürdigen Bewußtlosigkeit. Man ist nicht mehr ganz bei sich, man verliert die Sache, nicht nur aus den Augen, sondern auch aus dem Kopf, hält den Atem an und erstickt förmlich dran.” (Peter Härtling)
Für ihn ist Schreiben wie Atmen. Das einstige Kriegskind Peter Härtling sucht und findet in den Figuren seiner Bücher immer wieder neue Gefährten – oft sind es Randständige, Außenseiter, die ihm zu lebenslangen Begleitern werden. … weiter lesen
12.11.2010 von Detlef Berentzen

am morgen
zwischen den zeilen
neuen atem finden
Er schreibt am Fenster. Draußen Gingko, Froschkönig, der Butt vom Grass im frischen Laub. Und lebt zwischen den Zeilen. Immer und noch. In den letzten Jahren stürzte er des Öfteren aus seinen Texten heraus ins Bodenlose, doch war da immer etwas, das ihn auffing. Liebe meistens. Liebe, die er immer noch versucht zu buchstabieren, um ihr “Alphabet” zu lernen,…notiert er. In seinem neuen Buch behauptet Peter Härtling gar, er sei “Leicht geworden, für Gedankenflüge” – 77 Tagebucheintragungen veröffentlicht zum 77. Geburtstag (13. November 2010). Dem Stuttgarter Radius-Verlag fällt immer etwas ein. Ist der doch lange schon Heimat für “Fundevögel” und “Notenschriften”, für Erinnerungsstationen, für Miniaturen, in denen Härtling sich selbst nachspürt, aber auch manche Winterreise in deutsche Lande unternimmt.
Liest man die 77 Zettel (die keine sind), dann kommt der alte Härtling unverblümt daher, bekennt sich zu “Müdigkeit und… weiter lesen