Posts Tagged ‘Theater Lindenhof’

23.01.2013 von Detlef Berentzen
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Goethe. Post. Modern.

von Detlef Berentzen

Ich erinnere mich. Da rief Peter an, der Zoufal,  Musiker, Komponist, Oberschwaben, Biberach und wollte mich für sein Projekt “Goethe in Rock”  engagieren – eine Menge illustrer SprecherInnen, eine ebensolche Menge von Goethens Poesie und Prosa, alles intoniert, scharf wie ein Gitarrenriff, final gebrannt auf eine HörCD. Das half dem Johann Wolfgang wieder mal auf’s Fahrrad. Machte ihn post und modern.

Gleiches bewirkt jetzt das Theater Lindenhof von der Melchinger Alb. Die Regisseure Uta Pohl, Uwe Zellmer (extrem ausgewiesener Experte in Sachen “Junge Linie”) und Hans Schenk schicken Intendantensohn Friedrich Ellsässer (s. Foto) und andere spielbegabte SchülerInnen (Max, Götz & Co) ins Feuer, haben einen regelrechten Plott gebaut,…alles strange genug, sogar minimalistische Puppen sind da, die den Faust und den Goethe geben: “Gut, Goethe!”, so der Titel des Films (!), der zum ersten Male heute abend in Tübingen zu sehen ist. Inhalt: Kid Ellsässer arbeitet über Goethe und haucht,… weiter lesen

22.01.2013 von Detlef Berentzen
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“Wie Hölderlin geatmet hat, weiß ich nicht!”

von Detlef Berentzen

 

Drum, so wandle nur wehrlos
Fort durchs Leben, und fürchte nichts!
(FH)

Nun haben ihm die Nürtinger also den Ring aufgesteckt, nicht den der Nibelungen, nicht den von Tolkien oder Iffland, sondern den, der den „Dichtermuth“ Hölderlins, aber auch den des Peter Härtling zitiert, der sich dem “Fritz” in seinem Roman “Hölderlin” auf unkonventionelle Art und Weise nähert:

“Ich bemühe mich auf Wirklichkeiten zu stoßen. Ich weiß, es sind eher meine als seine. Ich kann ihn nur finden, erfinden, indem ich mein Gedächtnis mit den überlieferten Errinnerungen verbünde. Sein Leben hat sich niedergeschlagen in Poesie und Daten. Wie er geatmet hat, weiß ich nicht. Ich muß es mir vorstellen.” … weiter lesen

06.12.2012 von Detlef Berentzen
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HandkeNewz: Sei weich! Und stark!

von Detlef Berentzen

An Tagen wie diesen, an solchen Handketagen muß ich an einen Gang mit meinem Melchinger Freund Uwe Z. (s. Foto) denken, den barocken Theatermann von der Alb, den jungen Alten vom Lindenhof, allemal den Hut im Nacken und immer eine Zeile von Bruder Hölderlin auf den Lippen. Wir gemeinsam im Schneesturm Richtung Himmelberg, die Windräder stehen stumm, wir zitieren aus Hyperions Schicksalslied, fallen von Klippe zu Klippe,  süffeln später im “Hirsch” einen Trollinger,  atmen ein wenig und da haben wir plötzlich den Handke bei den Ohren und Uwe zitiert Sätze des Sinnigen, die ihm noch heute (und gerade heute) den Weg ins Eigene weisen, Sätze, die man gebrauchen kann. Und deshalb, da sind wir uns einig, ist auch Handke ein gebrauchter Dichter. … weiter lesen

05.10.2012 von Detlef Berentzen
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AlbNewz: Zellmer hat fertig!

von Detlef Berentzen

Es war Walter Benjamin, dem es in seiner „Einbahnstraße“ nicht anders ging als mir an einem dieser sonnendurchtränkten Herbstmorgen: „Als ein geschätzter, kultivierter und eleganter Freund mir sein neues Buch übersandte, überraschte ich mich dabei, wie ich, im Begriff es zu öffnen, meine Krawatte zurecht rückte.“ Genau so war es, als Uwe Zellmer mir seinen neuen Roman „ Himmelsberg, Engelswies“ schickte. Nur daß ich keine Krawatte trage. Trotzdem rückte ich mich zurecht, erinnerte mich, wie wir in den letzten Monaten oft genug über sein Manuskript sprachen, oben in Melchingen auf der schwäbischen Alb. Unweit des leuchtenden Kornbühl. … weiter lesen

02.02.2012 von Detlef Berentzen
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TheaterNewz: Sturm weht. Von der Alb her.

von Detlef Berentzen

Eigentlich hätten sie über die Alb nach Oberschwaben ziehen müssen, um dieses Stück am authentischen Ort neu zu inszenieren. Immerhin ist das Melchinger “Theater Lindenhof” dafür bekannt, ganze Städte und Landschaften zu bespielen, wenn sie den Figuren oder auch dem jeweiligen Dichter selbst Grund und Existenz gaben. … weiter lesen

07.10.2011 von Detlef Berentzen
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TheaterNewz: Die Stadt als Bühne

von Detlef Berentzen

“Für mich persönlich ist diese Arbeit ein ganz eigenes ‚Kommen und Gehen’, ein Wiedersehen mit meiner eigenen Vergangenheit, meinem Aufwachsen im Hegau und am See und der tiefen, untergründigen Verbundenheit mit den Alemannen und ihrer Sprache, die mich geprägt haben.” (Klaus Hemmerle)

Immer wieder stürmt ihr Theater ins Offene. Städte, Dörfer, Landschaften, Himmelberge sogar Eisenbahnwaggons und Höhlen werden bespielt, geraten zu Bildern, deren Farben innere Bewegung provozieren. Das Theater Lindenhof führt Orte vor. Jetzt auch das 200jährige Friedrichshafen. … weiter lesen

18.05.2011 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (139): Heimat. Und doch.

von Detlef Berentzen

Das Theater Lindenhof  wärmt mich, hat mich gewärmt, hat uns gewärmt, seit nunmehr 30 Jahren. Bin ihm nachgelaufen. Weit genug, immer und wieder, spüre sogar eine gewisse Abhängigkeit von diesem schwäbischen Theater auf der Alb. Und deshalb lasse ich vorsichtig einen Begriff wie “Heimat” vorbeischweben, greife nach ihm, prüfe ihn  auf der Zunge, hinter der Stirn und denke: Ja, das ist es, dieses Theater ist mir Heimat. … weiter lesen

06.05.2011 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (137): Uhland lebt!

von Detlef Berentzen

“Nun muss sich alles, alles wenden!” Uhland war’s. Mitten im Frühling. Und bleibt lebendig. Bis heute. Man nehme nur einen veritablen Herzog, den Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses, schon ist alles standesgemäß und wir müssen draußen bleiben. Und doch nicht! Uwe Zellmer und Bernhard Hurm durften hinein und Hubert Klöpfer auch. Was Uhland freute. … weiter lesen

22.02.2011 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (106): Carlos goes Pop!

von Detlef Berentzen

Immer wieder sonntags telefonieren wir. Jeder eine Tasse Kaffee auf dem Schreibtisch. Er hat den Wacholderschwung der Schwäbischen Alb vor dem weit geöffneten Fenster, während bei mir die Freiheitsglocke läutet, weil Schöneberg, Rathaus und überhaupt. So geht das. Lange schon. Und es gibt immer wieder Neues zu erzählen. Vom Theater. “Unter den Linden” steht das Lebenswerk und doch in Melchingen. Ein kleiner Ort, wie eine leuchtende Bühne und auf ihr schreitet der Präsident auf und ab. Uwe (s. Foto) ist nämlich Präsident. Vom Theater Lindenhof. Kein Intendant, nein, das war einmal, er ist ein irgendwie barocker Präsident, ausgestattet mit Brecht’scher Freundlichkeit und kann wunderbar erzählen, auch Stücke schreiben, auch dichten, auch inszenieren. Also höre ich ihm zu: “Unseren Carlos solltest Du sehen!” Oder den “Kohlhaas”. Oder den “Schwabenblues”. Alles besonders. Und das seit fast 30 Jahren – am 16. Mai ist es soweit. Die “Feuertrunkenen” feiern Jubiläum. All die… weiter lesen

27.06.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (45): Schutz und Courage

von Detlef Berentzen

In das Schweigen.
Die Stille setzen. Und dann.
Die Stille durchschneiden: Ich bin so weit gelaufen.
Wir sind die Verlorengegangenen.
Die Verlustiggegangenen.

Sie sind ungehorsam, verweigern sich den Normen der Gesellschaftsmaschine, fliehen, suchen Schutz. Das alles in einer ehemaligen Stofffabrik (Pausa), im schwäbischen Mössingen – 50 junge Frauen gegen Gehorsam und Unterwerfung: „Die Schutzsuchenden“ von Aischylos. Das Melchinger Theater Lindenhof präsentiert sie im Offenen einer mächtigen Bogenhalle, installiert eine ehemalige Musicalbühne als Maschinenplastik mit Rädern, Flügeln, Armen, Treppen und Podesten. Bindet für das Spiel weit über 100 Laienddarsteller ein: Alte, Junge, Frauen, Männer. Und stellt die Frage nach Asyl, Schutz und Courage.  Einmal mehr. Weil bitter. Und notwendig.

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