23.01.2013 von Detlef Berentzen

Ich erinnere mich. Da rief Peter an, der Zoufal, Musiker, Komponist, Oberschwaben, Biberach und wollte mich für sein Projekt “Goethe in Rock” engagieren – eine Menge illustrer SprecherInnen, eine ebensolche Menge von Goethens Poesie und Prosa, alles intoniert, scharf wie ein Gitarrenriff, final gebrannt auf eine HörCD. Das half dem Johann Wolfgang wieder mal auf’s Fahrrad. Machte ihn post und modern.
Gleiches bewirkt jetzt das Theater Lindenhof von der Melchinger Alb. Die Regisseure Uta Pohl, Uwe Zellmer (extrem ausgewiesener Experte in Sachen “Junge Linie”) und Hans Schenk schicken Intendantensohn Friedrich Ellsässer (s. Foto) und andere spielbegabte SchülerInnen (Max, Götz & Co) ins Feuer, haben einen regelrechten Plott gebaut,…alles strange genug, sogar minimalistische Puppen sind da, die den Faust und den Goethe geben: “Gut, Goethe!”, so der Titel des Films (!), der zum ersten Male heute abend in Tübingen zu sehen ist. Inhalt: Kid Ellsässer arbeitet über Goethe und haucht,… weiter lesen
20.10.2010 von Detlef Berentzen

“Der internationale Wettbewerb bietet herausragenden Nachwuchsfilmemachern die Gelegenheit, ihre Werke ins Rennen um sieben attraktive Preise zu schicken; und dem Publikum die Möglichkeit, mit den Stars von morgen hautnah in Kontakt zu treten. Über 80 Filme zeigt dieses größte Schaufenster des frankophonen Kinos im deutschsprachigen Raum.”
Mitunter scheint es, als ob die Franzosen sich seit der Bastille wesentlich auf der Straße aufhalten und ihren kleinen und großen Herrschaften das notwendige Feuer unter dem staatstragenden Frack machen, doch das ist nicht die ganze Wahrheit: Sie machen auch Filme. Ganz und gar eigensinnige oft – aktuelle wie “des hommes et des dieu” ( Xavier Beauvois) und solche für die Ewigkeit wie “themroc” (Claude Faraldo/1973), Filme also, die Du mehrfach anschaust, deren Bilder , Dialoge und SchauspielerInnen unvergesslich bleiben und die vor allen Dingen eines sind: französisch. Ganz und gar französisch – was ein Festival, wie die “Französischen Filmtage” in Tübingen und Stuttgart, zu einer strahlenden Notwendigkeit macht. Seit 27 Jahren schon. Und in diesem Jahr mit einer Annäherung: “dejá presque humain”, i.e. “fast schon menschlich”.
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13.07.2010 von Detlef Berentzen

Auf jeden Fall gilt es, seine Stimme zu erheben, nicht leise zu sein und zu versuchen, das, was man tut, bewußt zu tun. Nicht nur singen, sondern mit dem Gesang auch etwas aussagen: Eine andere Welt ist möglich! Das ist, denke ich, die Utopie, die uns trägt und beflügelt. (Hanna Kehle, Ernst-Bloch-Chor, Tübingen)
Abends treffen sie sich und proben. In der Schule am Hechinger Eck. Geben im alten Tübingen der Hoffnung neuen Atem: “In Trojm is mir heller, in trojm is mir besser…” Singen jiddische Lieder. Zum Beispiel. Aber auch: “Ich bin. Wir sind. Das ist genug. Nun haben wir zu beginnen!” Gerade Bloch. Nach ihm haben sie sich benannt: “Ernst-Bloch-Chor”. Basisdemokratisch geleitet von Anne Tübinger (s. Foto) Im Prinzip Hoffnung also. Und fröhlich an den Tatzen der Zukunft saugen, Sätze ins actualiter blaue “Noch-Nicht” singen, auf daß man froh dabei wird. Und mutig genug.
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