Stop telling women to smile

Eine wirklich starke feministische Streetart-Kampagne der Künstlerin Tatyana Fazlalizadeh, die in Brooklyn lebt, hat nun auch die Straßen Neuköllns erobert.

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I am not your property – You’re not in control of my body„, „Braune Frauen sind nicht hier, um von Dir exotisiert zu werden„, „Mein Geschlecht zu kennen ist nicht wichtig, um mich mit Respekt zu behandeln“ (fotografiert an einem Altglas-Container Fuldastr. Ecke Weigandufer in Berlin-Neukölln),…mit gemalten Frauenprotraits – und zwar malt Tatyana Fazlalizadeh die Frauen, die sie zu ihren Erfahrungen mit „street harassment“ interviewt.

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Stop harassing women in the street„, „You can keep your thoughts on my body to yourself“ (Fuldastr. in Neukölln)

Ich habe die Poster gesehen und bin dann im Internet auf ein Interview mit Tatyana Fazlalizadeh über dieses Projekt gestoßen: Es ist ein Streetart-Projekt, um die alltägliche Belästigung von Frauen auf der Straße sichtbar zu machen und sich dagegen zu wehren. Hier geht’s zu Tatyana Fazlalizadehs Website.

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Women do not owe you anything„, „I am not your property, you’re not in control of my body“ (Fuldastr. in Neukölln)

Und ganz aktuell gibt’s beim Graffiti-Archiv einen neuen spannenden Artikel überGirl Gangs“ in Mannheim und anderswo, die ebenfalls feministische Streetart, z.B. Adbusting, machen.

Women fight back!

Kommentare (6)

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  1. „Für testosteronüberladene männliche Migrantenjugendliche aus dem islamischen oder latino-mediterranen Kulturkreis?“
    Na sowas, und das bei der Taz? In linken Portalen wie Indymedia hätte so eine Aussage keine lange Lebensdauer. Zuviel Wahrheit für Szenelinke.
    Aber zur Aktion. Schon mal die Wut von Frauen erlebt, auf deren Annäherungsversuche man nicht reagiert? Tia, so kann s auch gehen.

  2. Bei dieser ganzen Aktion bleibt am Ende nur einmal mehr das fade G’schmäckle von hipper Selbstdarstellung bzw- -vermarktung. Das ist um so mehr schade, als dass das Thema eigentlich sehr wichtig ist und besseres verdient hätte, als auf diese Weise abgehandelt zu werden.

    Was sollen engliche Texte in Neukölln? Für wen wird die Aktion gemacht? Für Tourist_innen? Für testosteronüberladene männliche Migrantenjugendliche aus dem islamischen oder latino-mediterranen Kulturkreis? Für Urban-Lifestyle-Hipster? Für Kulturjournalisten und Praktikantinnen in Sachen Gender Studies?

    Ist es in Neukölln inzwischen wirklich schon so schlimm, dass Frau auf der Straßen ständig belästigt wird? Etwa so, wie in diesen Filmchen, die seit einiger Zeit im Web kursieren? Zu meinen Berliner Zeiten, in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren ist mir das weder in Neukölln, noch in Kreuzberg Wedding oder sonstwo jemals passiert und auch bis heute nicht in Hamburg, Dortmund, Duisburg, Köln, Düsseldorf oder Frankfurt. Natürlich gibt es diese Fälle, natürlich ist jeder davon einer zuviel und natürlich ist Bewusstseinsarbeit dagegen gut, richtig und wichtig, aber dass es auf diese Weise, mit denen als „street art“ bezeichneten plakatierten Zetteln mit englischen Texten geschehen kann, darf gründlich bezweifelt wereden.

  3. @ion:
    entschuldige bitte, meine Antwort gestern abend ist sehr kurz ausgefallen. Also: ja, klar, melden sich Frauen zu Wort (und erteilen evtl Männern eine Lektion), aber es geht eben nicht darum, dass jemand aus Brooklyn, Leuten aus Neukölln oder umgekehrt zur pc-Sprache erziehen möchte!
    Und ja: Frauen sind generell von „street harassment“ betroffen – egal ob von „brauner“ Hautfarbe zu „brauner“ Hautfarbe oder wie. Es geht in dem Beispiel mit der „braunen“ Hautfarbe darum, dass sich diese Frau „exotisiert“ fühlt – also ich gehe davon aus, dass sie eben davon spricht, wie nicht-braune Menschen sie in eine exotische Schublade stecken.

    Viele Grüße von Caro.

  4. @ Caro
    „Women fight back!“, „wer wem eine Lektion erteilt“, „alles.“, ….;
    alles klar, oder (eben doch) nicht?

  5. Danke für den Kommentar. Ich denke, dass „street harassment“ zum Erfahrungsschatz von Frauen rund um den Globus gehört – und es deswegen hier nicht darum geht, wer wem eine Lektion erteilt. Sondern die Streetart-Kampagne darauf abzielt, Erfahrungen von einzelnen Frauen (die symbolisch dennoch für andere stehen) bekannt zu machen.
    Lies‘ doch mal das Interview mit der Künstlerin, das ich am Ende des Posts verlinkt habe. Daraus geht hervor, dass sie noch nicht so lange in Brooklyn wohnt und auch in ein paar andere Städten in den USA gelebt hat.
    Viele Grüße von Caro.

  6. „(….), um die alltägliche Belästigung von Frauen auf der Straße (….).“

    Bitte, welche „Straße“ genau!? Kenne mich in Brooklyn (noch) nicht allzu gut aus, nur: wohnen/leben dort nicht überwiegend „braune“ Menschen? D.h. dann ja wohl, dass „Braune“ dort „braune Frauen“ so antexten – so what?! Womit wäre zu begründen, deshalb mit jener street-‚art‘ ausgerechnet Neukölln „erobern“ [sic!], zukleistern zu wollen?! Oder ist das ’ne Aufforderung an alle NeuköllnerInnen (BERLIN) zeitnah in Brooklyn (NEW YORK) für ‚RECHTE‘ p.c.-Konversation-s’kultur‘ der autochthonen Bevölkerung zu sorgen, um dann n.a. als ‚Rassist‘ bezeichnet werden zu können?