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07.02.2010

Fuck the Abfuckprämie!

von Detlef Kuhlbrodt

Puschkinallee

ebenda. Dies ist glaube ich der Mannschaftsbus des Fussballclubs “Hansa 07″

03.02.2010

Anfang Februar

von Detlef Kuhlbrodt

Schmollerplatz

… nachdem die Festplatte des Laptops gecrasht, die Notizen und unfertigen Texte der letzten zwei Monate futsch waren, konnte ich natürlich nicht gleich wieder zur Tagesordnung übergehen. So fuhr ich am frühen Abend in die Heimat, zum Südstern, Freund M. besuchen. Wir rauchten, tranken Bier, tauschten Geschichten; im Fernseher, dem dritten Mitbewohner, lief die Sendung „Wider den tierischen Ernst“, live aus dem Eurogress Aachen. Dr. Jürgen Rüttgers bekam irgendeinen Orden wider den tierischen Ernst verliehen. Diese ganze Show war unglaublich unerträglich. Jeder Witz war feist, plump und eklig, die Gesichter der meisten Zuaschauer und Gäste waren leicht verschmiert und glänzten im Scheinwerferlicht … 64jährige, die ansonsten einen sicher verantwortungsvollen Job machen, in der mittleren Verwaltung oder so hüpften mit den Händen wackelnd wie ein Slapstickvogel über die Bühne; Klaus & Klaus sahen furchteinflössend aus, und als sie dann ihr Lied von der Nordseeküste so sangen und alle schunkelten, gruselte es mich doch sehr. Wenn ich da hätte sitzen müssen, hätte ich große Angst bekommen. So fand ich es nur beklemmend, wollte aber auch unbedingt weitergucken, weil Guido Westerwelle da plötzlich auch saß.

(hier gibt es noch einen Zeitungsartikel zur tollen Unterhaltungsgala)

das von Albanern geführte “Primo” am Südstern - ein ausgesprochen super angenehmes Lokal

Das Zombiehafte der großen Volksbelustigung, es ist ja schon oft in Filmen verwandt wurden, bei Achternbusch, in irgendwelchen Kriminalfilmen und Psychothrillern … Die angebliche Normalität, die einem da so 20:15 vorgesetzt wird, ist eine aussterbende. Die erdrückende Normkultur der komplett kulturfeindlichen Generation, die nun eben 65+ ist. … der Kriegskindergeneration letztlich auch .. CDU-Kultur? … (an diesem Abend natürlich; in drei Wochen hat Rüttgers ja Wahlen)

Südstern = Superstern!

Dazwischen also Guido Westerwelle. Ein Pflichttermin.

In letzter Zeit jubelte ich manchmal ein bißchen, wenn Guido Westerwelle im Fernseher war, zum einen, weil er neulich in meinem Traum zu Gast gewesen und eigentlich sehr nett gewesen war, aber vor allem auch aus Protest gegen den völlig übertriebenen Hass meiner Kreise, der viel mit einer mehr oder weniger gut versteckten Homophobie der Linken zu zun hat. Da bin ich mir sicher.

M., der sich mit Geschichte auskennt, erzählte die Geschichte noch einmal; wie Westerwelle die JULIS gegen die linken und stets auch drogenfreundlichen JUDOS aufgebaut hatte, wie er dann zum Ziehsohn sozusagen von Genscher wurde usw.

Man hatte Guido Westerwelle, der da lachend mitschunkelte in dieser vermutlich eher arg schwulenfeindlichen Umgebung, ein bißchen bedauert, dass er bei solchen Anlässen anwesend zu sein hat. Vielleicht hatte es ihm aber auch Spaß gemacht, auf dieser entsetzlichen Veranstaltung Ehrengast zu sein.

„Wie schwer ist es doch die Anwesenheit anderer Menschen zu ertragen“, hatte M irgendwann gesagt und ich hatte ihm gleich zugestimmt - als ich Ende der neunziger mal kurz in der taz gearbeitet hatte, hatten mich die Ich-Geräusche der Kollegen so nervös gemacht, dass ich überhaupt nicht schreiben konnte. Obgleich man damals noch rauchen durfte.

Wir sprachen auch über Katharina Rutschky, diese Podiumsdiskussionsveranstaltung über diesen de Sade-Film, 2001, im Literaturhaus in der Fasanenstraße, mit dieser furchtbar dummen Pieke Biermann. M. war ja auch dabei gewesen und Kathrin und danach hatten wir noch zusammen gesessen, es war ein wunderbarer Abend gewesen.

M. hatte erzählt, wie er in den letzten Tagen die klugen Texte im Netz von Katharina Rutschky noch mal im Netz gelesen hatte, wir kamen noch mal auf den Feminismus zu sprechen, wie schade es doch war, dass sich so eine dumme Person wie Alice Schwarzer dann durchgesetzt hatte, dass die klugen Frauen, die etwa die feministische „Courage“ gemacht hatten, irgendwie marginalisiert worden waren, ich dachte an Christel Dormagen und Gerburg Treusch-Dieter, die ich ja noch kennengelernt hatte, die ich immer toll gefunden hatte und dass Katharina Rutschky die letzte Frau aus dieser Generation der intellektuellen 68er war, mit denen ich noch irgendwie, wenn auch in den letzten Jahren nur am Telefon, Kontakt gehabt hatte. Als die Katze vorhin so still melancholisch und elegant auf dem Schreibtisch gesessen und mir beim Schreiben zugeschaut hatte, hatte ich an Frau Rutschky gedacht und auch daran, wie mir Herr Rutschky geraten hatte, mit einem Hund zusammen zu leben. Es ist furchtbar traurig, dass sie nicht mehr da ist.

29.01.2010

Deutsche Bank

von Detlef Kuhlbrodt

vom Kottbusser Damm aus gesehen.

27.01.2010

Schöner Tag

von Detlef Kuhlbrodt

Die Brücke an der Lohmühlenstrasse

vom Schlesischen Tor aus gesehen

Pause am Potsdamer Platz

Wir hatten uns die Pressevorführungen der Mini-Hommage an Shimazu Yasujiro angeguckt, die auf der Berlinale zu sehen sein wird.  Die drei zwischen 1937 und 1939 gedrehten Filme sind ziemlich klasse; besonders die Kleider der Bohème - super!

Irgendwie ergab es sich so, dass ich dann zu Fuss vom Potsdamer Platz nach Treptow ging. Auf halber Strecke schaute ich bei M vorbei, um ihm ein schönes neues Jahr zu wünschen. Er hatte gerade Essen gemacht; der Effekt war erstaunlich: vor dem Essen war ich recht mutlos, nach dem Essen voller Tatendrang. Später, in der Ringbahn, ein tatsächlich etwas verloren wirkender älterer Mann mit einer freundlichen grünen Tasche, auf der “Take Me Home” stand (vielleicht auch: “take me home”).

Das Suhrkamp-Einweihungsfest war super! Der Blick von der Dachterasse des ehemaligen Finanzamtes der Hit. Tobias war aus Hamburg gekommen; Rainald den ganzen Tag über schon dagewesen, Johanna erzählte, dass die Verlagschefin meinen Namen mit kurzem e ausgesprochen hatte; weil niemand wusste, wie man das Licht richtig ausmacht, hatten wir einfach die Stecker rausgezogen und plötzlich - es war schon drei oder so - hatten wir in der schicken Wohnung von Joachim Helfer und seinem Lebenspartner Ralph Nash gesessen und uns über Bob Dylan und Leonard Cohen unterhalten. Keine Ahnung, wie wir darauf gekommen waren; die zwei jüngeren KollegInnen fanden das komisch, dass wir uns über so alte Männer unterhielten.

24.01.2010

Mit schöner Musik unterlegt. Keine Werbung. Keine Kommentare.

von Detlef Kuhlbrodt

Die neue Halle lag auch in Weissensee und war super.

“Mit schöner Musik unterlegt. Keine Werbung. Keine Kommentare.”

22.01.2010

23. Januar

von Detlef Kuhlbrodt

Gestern hatte die Sonne zum ersten Mal seit 20 Tagen wieder geschienen. Wie hier am Gleisdreieck.

Auch weil Suhrkamp ja jetzt in Berlin ist, hatte ich als erstes Buch in diesem Jahr “Zeno Cosini” von Italo Svevo gelesen. Der kurz nach dem ersten Weltkrieg geschriebene Roman entwirft eine Biografie unter besonderer Berücksichtigung der letzten Zigarette (”LZ”). Seite 547 eignet sich besonders gut.

Der Eintrag vom 15. Mai 1915 auf Seite 555 ist aber auch prima: “Es ist mir endlich gelungen, zu meinen lieben Vorsätzen zurückzukehren: ich will nicht mehr rauchen. Ich fühle mich schon viele besser, seitdem es mir gelungen ist, mich von der Freiheit zu befreien, die dieser Idiot von Arzt mir gestatten wollte. Heute, am Fünfzehnten des Monats, wurde ich von der Schwierigkeit überrascht, die unser Kalender einem regelmäßigen und ordentlichen Vorsatz entgegenstellt. Kein Monat gleicht dem anderen. Um meinen Vorsatz besser zu demonstrieren, müßte ich dann aufhören, wenn am selber Tag auch etwas anderes aufhörte: z.B. ein Monat. Aber außer dem Juli und August und dem Dezember und Januar gibt es keine anderen Monate, die aufeinanderfolgend zusammen eine gerade Anzahl von Tagen ergeben. Die Zeit kennt wirklich keine Ordnung.”

19.01.2010

Aufstellung

von Detlef Kuhlbrodt

vor meinem Kaisers. Tagsüber werden die Möbel von den Hiesigen tatsächlich genutzt; ich traute mich nur nicht, zu fotografieren.

14.01.2010

Zwischen Treptow und Kreuzberg

von Detlef Kuhlbrodt

Ich hätte doch keinen Blitz nehmen sollen

Ämter haben ohnehin immer so etwas angenehm Beruhigendes

13.01.2010

Innenstadtrand

von Detlef Kuhlbrodt

Lohmühlenstrasse

Karl-Kunger-Straße; der “194er” fährt Richtung Marzahn

Sony-Center

Eingangsbereich: dffb, Filmmuseum, Kino Arsenal (wo wir schon ein bißchen Berlinale im Vorfeld guckten); vor allem meinte ich aber das tolle Schild

Cristina hatte gemeint, ich solle doch mal ein paar einsame Fahrräder im Schnee fotografieren

Puschkinallee, kurz vor der Schlesischen Straße

Vielleicht aber hatte es auch so ausgesehen

oder so.

08.01.2010

In der Gegend

von Detlef Kuhlbrodt

Café Tristeza, Pannierstrasse, Neukölln

Hier trifft sich die Lauti-Gruppe.

Jahresreste