Vor ungefähr einem Jahr war Nikki Sudden gestorben. Später und früher starben andere: Gene Pitney, Gerburg Treusch-Dieter. Viele, die ich sehr gern hatte. Vor ein paar Wochen war das Stardust-Hotel in Las Vegas abgerissen worden; dort, wo das tolle “Something’s gonna hold on my heart” – Video, dass er mit Marc Almond gemacht hatte, spielt.
Ich war aber plötzlich wieder in den Neunzigern. Hatte noch einmal die letzten Platten von Laurent Garnier gehört und sein Buch “Electrochoc” gelesen, weil ich in Mannheim für “Spex” den französischen DJ, Musiker, Produzenten treffen sollte.
Zusammen mit dem Pianisten Benjamin Rippert (der eher vom Jazz kommt, mit dem Laurent in den letzten Jahren auch viel rumgetourt war) hatte Laurent Garnier dort diesen großartigen lyrosophischen Dokumentarfilm “Finis Terrae” von Jean Epstein von 1929 live bespielt.

Es war total super.

Ich war leider viel… weiter lesen
Archive for März, 2007

Wieder konnte man sich eine dazugehörige Geschichte ausdenken.

Als wir aus dem Haus gingen, kamen uns zwei Menschen entgegen. Sie sagten lachend “Merry Christmas”.

In Wirklichkeit war es in dieser Nacht aber ganz schön ungemütlich in Kreuzberg.

Macht minus vierundzwanzig. Soviel, wie ein Tag oder zwei Jahre.

Eigentlich war es schön, wieder bei “meiner” Zahnärztin zu sein.


Die Zahnärztin gab den meisten meiner Zähne noch zwei Jahre.

Der eine oder andere werde aber vielleicht zu retten sein.
“Dann höre ich eben in einem Jahr auf zu rauchen!” – “…..”

“oder nächste Woche!”

Auf dem Weg zum Sportcenter
erwischten wir tatsächlich die einzigen drei Miniuten Sonnenschein

Weissensee wirkte etwas lädiert.


bzw. scary

Andrerseits aber auch sehr schön!

Wir alle sind Ungdomshuset.

Und gucken an jedem Wochenende Fussball; auch gerne c-oder d-Jugend im Vorbeigehen.

Es stand am Marheinekeplatz und sah aus wie ein geschientes Bein.

Ein geschminktes kleines Mädchen fragte:
“Was machen Sie da?”
“Ich hab das fotografiert.”
“Warum?”
“Weil es schön aussieht.”
An manchen Tagen hatte ich meine Kamera zu Hause vergessen. An diesen kameralosen Tagen begegneten mir zwischen Kreuzberg, Prenzlauer Berg und weiter dahinten viele interessante Motive; offensiv freundliche, schnell gemalte Graffitis an Häuserwänden. Manche ganz klein; manche etwas größer, manche waren aber auch so offenbar psychotisch, auf so eine so schrill- triumphierend unangenehme Art gestört, dass man immer wieder beim Vorbeigehen entschied, das nicht aufzunehmen.
Aber immer noch freute ich mich über diese kleinen, indivudellen, abweichlerischen Zeichen. Manche dieser Zeichen schienen sich um die Aufmerksamkeit potentiell vorbeikommender Autorenaugen zu streiten; das Beschädigte notgedrungen wohl auch im Protest dagegen widerspiegelnd,
Ich nahm diese Zeichen, zu denen dann auch eher Tabakläden mit rührendaltmodischen Namen wie “der Tabakfreund” zählten, auf unterschiedliche Weise wahr: vom Rad, zu Fuß und vom Auto aus.
Von diesen Riesenplakaten am Hackeschen Markt (lange mit Miroslav Klose) fühlte ich mich angeschrien; nicht nur, weil sie so groß sind,… weiter lesen

Die Musik im Bowlingcenter in der Samariterstrasse war ohrenbetäubend; so laut und gräßlich, dass man im Grunde genommen ständig trinken musste, um sich gegen das Furchtbare zu wehren. Jedes Stück – ob nun “Über den Wolken” oder das Lied vom “Pimmelmann” war mit den immer gleichen, superüblen Technobeats unterlegt.

A. meinte, so sei eben die Leitkulutr hierzulande und verdächtigte einige Männer in der Nähe unserer Bahn in ihrem Herzen Nazis zu sein. Ich hielt das für Projektion.
Nach zwei Stunden gab es dann auch endlich eine Musik ohne Bumsfickkotzbeat: Helge Schneider “Fitze, fitze, fatze”

Das Waschbecken war da wohl angebracht, damit man nicht auf die Straße spuckt.

In dem kleinen Imbiss in der Karl-Marx-Straße (oder war es noch die Frankfurter Allee?) gab es richtig supergute Minipizza.
Vielleicht sollte ich manchmal einfach versuchen, chronologisch vorzugehen:

Es hatte einen Abend gegeben, der genau dort (grad weiss ich tatsächlich nicht mehr, genau wo in Kreuzberg) also fast zitathaft, schön ausgesehen hatte.

Es war später geworden.

Ich hatte die ISO 800-Funktion entdeckt.

Der Morgen war perfekt gewesen.


Die hatten wohl eine Sondergenehmigung bekommen.

Und ein bißchen was von Schleswig-Holstein.

Einen Abend zuvor hatten wir Michael Winterbottoms “Code 46″ geguckt und nun noch einmal Wong Ka-Wais “2046″. Beides tolle Filme.

Als ich “2046″ zum ersten Mal geguckt hatte, war mir die Vielsprachigkeit des Films gar nicht so deutlich gewesen, weil sie ja durch die Untertitelung weggebürstet wird. Erst J. machte mich darauf aufmerksam, dass die Leute kantonesisch, japanisch und mandarin reden und sich häufig nicht verstehen.

Eigentlich sahen wir unterschiedliche Filme: ich verstand wohl den Inhalt des Gesagten durch die deutsche Untertitelung; mir entging jedoch das für den Film wesentliche Nichtverstehen, das J., die Kantonesisch und ein bißchen Mandarin spricht, wahrnehmen konnte.

Obgleich wir beide den Film zum zweiten Mal guckten, hatten wir das Gefühl, Vieles nicht zu verstehen. Beim Gucken dachte ich wieder, das ist mein Lieblingsfilm. Alles, was gesagt wurde, war wahr.

Vor allem rauchen… weiter lesen