
“Kauft Spielzeug und andere Sachen”

Friedrichstraße.

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Kreuzberg.Widerstand.

“Kauft Spielzeug und andere Sachen”

Friedrichstraße.

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Kreuzberg.Widerstand.

Als Kind hatte ich oft Butter- und Gänseblümchen verwechselt.

Marien- und Maikäfer auch.

Die Blümchen sind in dem verwilderten Gartenstück vor einem Haus, in dem Verkehrsschilder aufbewahrt sind.


1995
Vor einer Woche ist Harald Fricke begraben worden. Am Abend hatte es dann eine Gedenkveranstaltung unserer Zeitung für Harald im Cafés des HAU gegeben. Dirk hatte über Textstrategien von Harald gesprochen, das Verschwinden des Ichs in Texten; den Versuch perfekte Textwaren zu schaffen (wenn ich’s richtig noch im Kopf hab), Wolfgang Müller hatte ein Lied gesungen, Cristina hatte über Haralds Lächeln gesprochen, Elke Schmitter hatte gesagt, sie hätte Harald damals als “Schweifenden” wahrgenommen, Cord hatte Passagen aus Kafkas Erzählung “der Bau” vorgelesen (als Biologe war er sicher, dass der Held der Geschichte kein Maulwurf, sondern ein Dachs ist), Jens Balzer hatte erzählt, wie er Fan von Harald gewesen war, wie sehr ihn Haralds Art zu schreiben beeinflusst hatte, Bascha Mika hatte sich gewundert, dass Harald für sie irgendwie so lange als Person unsichtbar gewesen wäre.
Ich hatte auch etwas vorgelesen:
Wir kamen beide aus Schleswig-Holstein und hatten uns… weiter lesen

Der Beatnik Harry Hass hatte vorgelesen.
Im Allgemeinen tritt er nur alle paar Jahre mal auf.

Es war eine tolle Veranstaltung!

Ich hatte ihn in den 80ern, als großartigen Barkeeper der legendären Kreuzberger Kneipe “Ex’n'Pop” kennengelernt.
Was an Harry so beeindruckt, ist, dass er ein großer Schriftsteller ohne Werk ist. Natürlich, es gibt den einen Roman – “Koko Metaller” (Maas-Verlag, 1992) und paar Beiträge in Anthologien, aber auf den großen Roman warten alle noch.
Wenn er liest (und er liest supergut), deutet alles daraufhin, dass er ihn schreiben könnte. Und man weiss ja auch: es gibt wahnsinnig viel Material, aber er hat das eben noch nicht richtig zusammengefügt. Oder vielleicht ist es im Kopf ja eigentlich schon fertig und eine Lustlosigkeit kommt vorbei, wenn er versucht, das, was im Kopf schon fertig ist, auf’s Papier raufzutun und er schreibt dann wieder lieber was Neues.
Es gibt… weiter lesen

Bis in den frühen Morgen waren wir noch im Atelier von Daniel Pflumm gewesen.

Früher hatte Daniel das “Electro”, dann das “Panasonic” gemacht.

Manches erinnerte mich an das “Risiko”.


Die Veranstaltung hatte “DJ’s for Harald” geheissen. Harald hatte hier gerne aufgelegt.

Zuerst hatte ich Harald bei Annette auflegen gehört; vielleicht ’86. Rainald hatte es ganz toll gefunden (erzählte Cord). Später war er dann betrunken auf dem Sofa eingeschlafen.


Auf der anderen Seite des Friedhofs, in der Lilienthalstraße vor allem, aber auch in der Züllichauer, gab’s vielleicht 50 Graffitis. Meist öffentliche
Liebesschwüre. Viele kommen noch aus den Neunzigern.



Ich hatte die Wände schon einmal vor sechs Jahren fotografiert.

Weniger als ein Viertel war in den letzten sechs Jahren entstanden.

Dies alles spricht vom Vergehen.

Dies alles war einmal.


Dreifaltigkeitsfriedhof, Bergmannstraße

Kultur

Natur. (Landwehrkanal, Kreuzberg)

Kultur & Natur.
(beissende Ironie)

Dann war ganz plötzlich das Rouleau heruntergefallen.
Auch das noch!
Macht aber nichts.

Überwachungskamera bei Kaisers, Mohrenstraße.
Auf “Telepolis” Artikel darüber, dass britische Polizisten mit Kamerahelmen ausgerüstet werden sollen. Großbritannien sei führend in der Anbringung von Überwachungskameras. Über 14 Mio sind im ganzen Land installiert. Viele vermutlich illegal. Die Wirksamkeit ist umstritten.

Seitdem ich vor anderthalb Jahren in Helsinki gewesen war, begegnen mir ständig Papierflugzeuge.

Direkt vor dem Brandenburger Tor. (aber schon vorgestern)

Ein Marienkäfer war auf meiner Hose gelandet.

Freundliche Roboter im Museum für Kommunikation an der Leipziger Strasse.

Stadtschloss wieder aufbauen! Monarchie wieder einführen!

Zwischendurch in der Nacht immer wieder Jürgen aus der ersten Big-Brother-Staffel. Viele denken bestimmt: Warum macht der das? Dreissig Stunden in der Woche live auf Sendung. In jeder Sendung auf Vollgas.

Bevor Jürgen Fernsehgeschichte geschrieben hatte, hatte er gefeinblechnert. Nun verlegt er dauernd Rohre für die Geldleitung, moderiert Ballermannhits auf Mallorca, moderiert seit Anfang Juli abwechselnd mit Alida auf RTL2 die Sendung “Schicksal meines Lebens” und grad ist auch noch – sieben Jahre nach seiner ersten – die zweite Platte von Jürgen erschienen. Titel: “Heut ist mein Tag”. Und das Album hat es wirklich in sich.
19 absolute Partygranaten warten nur darauf, von Euch gespielt zu werden. Neben den Klassikern “Heute fährt die 18 bis nach Istanbul” oder “Ich mach ein glückliches Mädchen aus Dir” hat Jürgen vier neue Songs für das Album produziert. Zusätzlich gibt es noch einen Jürgen Hitmix.
Partyalarm… weiter lesen