Archive for Oktober, 2007

31.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Halloween

von Detlef Kuhlbrodt

31.10.:1.jpg

Haralds Grab sollte ein Teil der Wiese werden. Ein paar Blümchen, verschwimmende, vielleicht osmotische Grenzen mit der umgebenden Welt.
31.10.:4.jpg
31.10.:3.jpg

31.10.:2.jpg

Die Blumen blühten zurückhaltend in der Nachmittagssone, die intensiv und wärmend schien, am Rande dunkelgrauer Wolken, die  fast die Hälfte des Himmels mit einer gewissen Bedeutung bedeckten. Die Wolken bewegten sich hier kaum.
Die gleiche Himmelskonstellation hätte in Norddeutschland oder England baldigen Regen bedeutet, oder die Wolken wären dann ganz weggegangen. Hier tat sich über zwei Stunden eigentlich kaum was am Himmel. Ich riss ein bißchen Unkraut weg. Ich betrachtete die Blumen, ging ein bißchen auf und ab. Setzte mich für einen Monent auf den weichen Boden vor dem Grab und guckte aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Blumen.
Haralds Grab sieht aus wie ein kleiner französischer Garten. Die Farben sind meist rot, gelb, blau und orange.
weiter lesen

30.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Kommt alle nach Leipzig!

von Detlef Kuhlbrodt

Gestern abend, bei der Eröffnung des 50. Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm gab es viele alte Trailer von früher zu sehen. Mit Goethe und Walter Ulbricht, den bekannten Söhnen dieser Stadt, einem volkstümlichen Kinoeinlasser vor dem berühmten Capitol in den 60er Jahren usw. Und paar tolle Filme aus den 60ern, u.a. diesen berühmten Dokumentarfilm des kubanischen Regisseurs Santiago Alvarez zum 75. Geburtstag von “Onkel Ho”. Mit der Musik von Iron Butterfly; “In a gadda-da-vida”; ganz berühmter 68er Song.
Komisch, dass man diese alten Filme so angenehm, toll und schön findet, während einem mittlerweile alle 68er Dokus, Artikel und Redebeiträge, ob für oder dagegen, (was immer das bedeuten mag) ja eigentlich nur noch anwidern.
Erklärungsversuch 1: die DDR-Geschichte, die Geschichte des Festivals hier, hat nichts mit der eigenen Geschichte zu tun und ist abgeschlossen. Läßt sich von aussen supergut angucken. Deshalb: angenehm. Gegenstimme: schwarz-weiss ist die Farbe… weiter lesen

29.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

a quadrat + b quadrat = c quadrat

von Detlef Kuhlbrodt

29.10.:1.jpg

Im Hintergrund hörte man türkische und kurdische Demonstranten und Sirenen

28.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Verschwinden n’est pas arrivée

von Detlef Kuhlbrodt

28.10.:01.jpg

Friedrichstraße Ecke Leipziger. In der verdeckten weissen Limousine hinter dem Taxi, das dazwischengefahren war, saßen junge Mädchen und kreischten aus dem geöffneten Fenster raus. Grauenhaft! Wahrscheinlich hatten sie das bei einem Fernsehsender gewonnen und waren dann mit Sekt und Ecstasy abgefüllt worden.

28.10.:02.jpg

28.10.:3.jpg

Die Tochter eines Gastes zählte die Taxis, die unten vorbeifuhren. Hochgerechnet wären es in einer halben Stunde etwa hundert gewesen. Wir lästerten über das Gripstheater. Aber das machte auch nur 12 Minuten lang Spaß.
28.10.:4.jpg

Ich dachte an meinen Lieblingsfilm von Helge Schneider. “00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter”. Die Stellen, wo Nihil Baxter seine Lieblingsskulpturen immer kaputtgehen. “Die schöne Skulptur, die schöne Skulptur …”  Dass der Film u.a.a. Twin Peaks parodiert bzw. zitiert, war mir damals gar nicht aufgefallen. Tatiana Turanskyj von Hangover Ltd. findet Helge Schneider nicht so toll. Seltsam, dass der Film “Petra” des… weiter lesen

27.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Herbst

von Detlef Kuhlbrodt

27.10.:1.jpg

Der Jonsered 1020, der ab sieben die Straße aufriss, störte nicht weiter.

27.10.:2.jpg

Keine Ahnung, ob es sinnvoll ist, zu erzählen, dass man gerade den RAF-Roman von Rainald Goetz noch einmal lesen würde.  Der Effekt davon wie immer, dass man anfängt, im Kopf so ähnlich zu schreiben, aber auch nur in zeitlicher Nähe der Leserei.

27.10.:3.jpg

Ich guckte beim Vorbeifahren, drehte um und fuhr noch einmal zurück. Wie gerne mochte ich diese Häuser! Es war wohl wieder irgendsoein Erinnerungsgefühl.

27.10.:4.jpg

Dann war ich aufgewacht, weil in dem Traum auf ihn geschossen worden war. Der rote Sprühregen erinnerte mich an den iranischen Märtyrerbrunnen, auf einem “Spiegel”-Cover aus den 80er Jahren. Das Bild hatte lange über meinem Schreibtisch gehangen. Ich schaute auf die Uhr. Es war 5:30.

27.10.:5.jpg

Später dann später.

27.10.:6.jpg

Und hier noch genauer.

27.10.:8.jpg

“Ich hab gehört, du hast ein so schönes Tagebuch, Mandy. Kann ich es einmal sehen?”

25.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Nähe Tierg@rten

von Detlef Kuhlbrodt

25.10.:01.jpg

Eher zufällig waren wir bei einer Ausstellung von mehr als 140 kleinen “Buddy-Bären” gelandet. Sie stehen auf einem Platz neben der Vertretung der hessischen Landesregierung.

25.10.:6.jpg
Früher hatte ich die Buddy-Bären regelrecht gehasst. Gern hätte ich jeden Einzelnen dieser selbstzufriedenen Gesellen in die Luft gesprengt. An diesem nasskalten Nachmittag aber war es ganz angenehm, zufällig auf dem Weg was zum Angucken zu finden.

25.10.:2.jpg

Den irakischen Buddy-Bären,

25.10.:3.jpg

den israelischen Buddy-Bären.

25.10.:4.jpg

Nur der aus Luxemburg

25.10.:9.jpg

und der aus Moldawien schienen ein bißchen humorvoll.

25.10.:7.jpg

Die Schäfchen nebenan.

25.10.:8.jpg

Paar Meter im Tiergarten dann diese Steingruppen aus unterschiedlichen Weltgegenden. Wie die Buddy-Bären sollen auch sie für Völkerverständigung werben.

24.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Ausgesetzte Fahrräder

von Detlef Kuhlbrodt

24.10.:9.jpg

Crackle, Shimano 21 Gang; vromm, brmm …
24.10.:8.jpg

Rhabarbar, Rhabarbar …

24.10.:7.jpg

Gerade hatten wir, also die Reste der “taz”-Fussball-Mannschaft, die Mannschaft des “Spiegel” mit 11:4 deklasssiert. Welch ein Triumph! Umso schöner, als die “Spiegel”-Spieler alle durchschnittlich doppelt so groß waren wie wir.

24.10.:6.jpg

24.10.:5.jpg

23.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Lauter Männer

von Detlef Kuhlbrodt

rainald1.jpg

In den letzten Wochen gern im Blog von Rainald gelesen. Sehr seltsam, wie das eine das andere zu kommentieren schien: “Plötzlich flammte das Haus gegenüber orangegelb leuchtend auf. Ich probierte verschiedene Varianten, Subtext blieb unklar penetrant.”
23.10.:01.jpg

Umgekehrt hieße das: die Wahrheit sprechen, aber unabhängig sein. Wo kommen wir denn da hin! (Hackescher Markt)

23.10.:03.jpg

Dann hatte Falko Hennig Geburtstag. Es war schön und gar nicht schwer gewesen, die Wohnung zu verlassen und hinzufahren. Seine Aufzeichnungen sind wichtig.

23.10.:02.jpg

Das Babyphone im “Freudenhaus” in der Lottumer Straße gehörte jemand anders.

23.10.:04.jpg
Der Alkohol tat sein Übliches.
Auf dem Rückweg ärgerte ich mich über mich, dass ich im Vor- oder Nachwort des Buchs den Lesebühnen Pointenversessenheit vorgeworfen hatte.

Seltsam auch, dass Falko Hennig am 31. Oktober im Babylon (Mitte) einen Themenabend zu Günter Grass veranstaltet mit den Gast-Experten:… weiter lesen

22.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Gehwegschäden

von Detlef Kuhlbrodt

22.10.:1.jpg

21.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt
blogavatar

Sonntag; 15:21

von Detlef Kuhlbrodt

21.10.:01.jpg

Guten Tag, meine Damen und Herren; guten Morgen, liebe Studenten!

21.10.:03.jpg

21.10:02.jpg

Warum-muss-der-Sohn-betteln ist wieder unterwegs. Seine letzte Groß-Kampagne war vor sechs Jahren.

Kirsten Küppers hatte darüber in der taz berichtet:

“Ich will Geld für Schuhe”

Ein Sohn muss betteln, weil er glaubt, sein Vater habe 1967 einen Kaufhausbrand in Brüssel gelegt. Außerdem braucht er Schuhe. Seit einigen Jahren streift Friedrich Teubner durch Berlin und hinterlässt an Litfasssäulen und Bauzäunen seine Bemerkungen. Mittlerweile bedroht er aber auch Frauen

von KIRSTEN KÜPPERS

“Warum muss der Sohn betteln?”, fragt ein Filzstift die Welt. Von Litfasssäulen, Stromkästen und anderen Berliner Stadtmöbeln herunter. Es handelt sich um einen stummen Schrei. Das zeigt der rote Strahlenkranz um den Satz. Und es scheint, dringend zu sein. Warum muss der Sohn betteln?

Wer ist der Sohn? Wer ist der Vater? Abgewaschen, weggeräumt, übertapeziert, – der Text kommt wieder, seit Februar beharrlich. Die Stimme aus dem Off… weiter lesen