Leipzig; Dok-Festival
von Detlef Kuhlbrodt
Blöderweise hatte ich das Kabel zum Hochladen der Fotos in Berlin vergessen. Die Fotos sind nun in der Kamera und können da grad nicht raus.
Ein paar Tage war ich dann mit dem kanadischen Filmemacher Darryl Miller herumgelaufen, dessen experimentellen Dokumentarfilm “Dark One” mich sehr beeindruckt hatte. Ein schwieriger psychedelischer Film auf der Höhe der Technik. Es geht um den heroinsüchtigen Dichter Dan Bilohar, der mit seiner Mutter, die in Auschwitz war, zusammenlebt; um die Realitätsschocks zwischen Drogenbildern, Halluzinationen und der Geschichte der Mutter. Die Perspektive, aus der der Film erzählt, ist extrem schwankend; infiziert von Millers eigener Drogengeschichte; anstrengend, traurig, radikalpsychedelisch, nur manchmal ein bißchen Galgenhumor; wenn ein kleiner Vogel, völlig enervierend im Grunde genommen, am Rande immer kleine Blechschalen vom Küchenschrank herunterschubst; ein enervierendes Scheppern in Schwarz-Weiss; für einen kleinen Moment wieder Klarheit. Der drogensüchtige Künstler, der logischerweise als Jugendlicher begann, Burroughs nachzueifern, liebt diesen Vogel, ist ganz zärtlich zu ihm und erzählt dann, ganz knapp, als dieser Vogel stirbt, dies wäre schon der fünfte oder siebte tote Vogel in wenigen Jahren.
Ein Film, an dem sich die Geister schieden sozusagen.
Ein Abgesandter von den “Human Rights Documentary Days” aus Kiew, ein sehr seelenvoll wirkender Mann, der mich an einen russischen Mystiker erinnerte oder an Andrzej Rubljow (schnell gerät man in Stereotype); der jedenfalls kaum Englisch sprach und zugleich scheu und neugierig schien, fühlte sich von “Dark One” auch direkt angesprochen.
Der Film war so ein existenzielles Ding. Das ist etwas ganz anderes als die mehr oder minder gute Erfüllung eines zu dokumentierenden Themas. Natürlich hatte Miller viel zu lange (acht Jahre) an dem Film gearbeitet.
Darryll Miller war zum ersten Mal in Europa und hatte eine schwere Reise hinter sich.Die Woche zuvor war er auf einem Filmfestival in Tschechien gewesen und ausgeraubt worden. Zum Glück hatte er nicht soviel Geld dabei gehabt.
Tagsüber rannte er durch Leipzig und drehte. Häuser, die danach verlangten gedreht zu werden, die vielen Polizisten, die am 31. wegen dem Fussball in der Stadt waren; Leute auf der Straße oder in der Tram. Immer ziemlich nervös; am Rande der Paranoia wahrscheinlich; soviele Leute, deren Sprache er nicht sprach; er wohnt ja in einer Stadt mit 600 Einwohnern und dies hier war dann manchmal doch too much.
Jetzt fliegt er grad zurück Richtung Saaskatchewan.
der irgendwie
der Regisseur
a couple of beers and a smoke
kurz überlegte ich
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It was nice meeting you!
I like the write up… I think… Google doesn’t translate German to English very well. It was a long trip home… 6 hour delay in Frankfurt and another 3 and 1/2 delay in Toronto. Aaaagh… glad to be home though. Keep in touch, and if you ever make an English version of the write up, let me know. I really liked my time in Germany. Take care my friend.
Darryl