30.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Wer nicht für Tempelhof ist, ist kein Berliner.
Die Werbeplakate hängen so, wie auf dem Stimmzettel. Aber es sieht irgendwie auch so aus, wie eine konservative Familie, wo der Vater, der nie zu Haus ist, das Sagen hat.

Direkt vor dem Springerhochhaus lag die Tempelhofgegnerin am Boden.
28.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Wolf Klein vom Blumenladen schickte mir die Adresse http://www.fahrradleichen.de, auf der es auch ein paar schön Links zu thematisch ähnlich interessierten Seiten gibt. Meinen ersten Text über verlassen verwesende Fahrräder hatte ich 1996 geschrieben.
Sinnlos dahingemordete Fahrräder
Wochenends kann man tausenderlei Sachen machen. Oder auch gar nichts. Wobei das zweckfreie Nichstun sich irgendwie auch der Definition entzieht und nachträglich plötzlich wieder in den Bereich des Sinnvollen schwappt, wenn man darüber schreibt. Wenn man nichts tut, trifft man häufig auf Dinge, die auch nichts tun. Früher waren es Trabbikadaver, die überall sinnlos herumstanden. Inzwischen trifft man immer häufiger auf alleingelassene Fahrräder. Überall eigentlich. An Häuserwänden, vor Geschäften, zynischerweise auch häufig vor Friedhöfen achtlos hingeschmissen, häufig mit verrenkten Gliedern. Meist sind sie noch angeschlossen. Oft läßt sich auf ihre frühere Gestalt sowenig schließen wie etwa bei einem abgehackten Fuß, den man am Wegesrand so finden mag. Am Fahrradständer vor… weiter lesen
27.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Wir saßen im taz-Café und der Große Bruder davor in seinem dicken, roten Auto. wollte sich den ganzen Nachmittag schon über uns lustig machen.

“…. ohne Kopf und ohne Schwanz” hätte jemand im Intranet der taz kommentiert, sagte Sigrid. Der Fahrer las gelangweilt Zeitung, schien sich in seiner Haut nicht wirklich wohl zu fühlen und fuhr dann später auch wieder.

Auf dem Weg nach Hause, die Friedrichstraße entlang, immer an der tollen tiefstehenden Abendsonne vorbei, dachte ich an den völlig übergeschnappten Text von Wagner, den ich vor paar Tagen im BILD-Blog gelesen hatte.
Gestern oder Vorgestern
26.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Rudi-Dutschke-Straße am Checkpoint Charlie
26.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Am Vormittag hatte vielleicht kurz die Sonne geschienen, doch die die meiste Zeit schneite es eigentlich so ganz angenehm vor sich hin.

Wir waren in der “Mythos Germania”-Austellung, die von Hitlers/Speers Umbauplänen für Berlin handelte. Der Verein Berliner Unterwelten eröffnete die Schau am letzten Samstag (15.3.) in einem Pavillon am Holocaust-Mahnmal.
Das Gästebuch war lustig.
Schriften in Gästebüchern mögen an echte Menschen erinnern. Dennoch haben sie keine Persönlichkeitsrechte Die dahingehenden Copyrightsfragen sind glaube ich noch nicht erörtert worden.

Das Bild vom schönsten Eintrag misslang leider. Der Eintrag hiess: “Es war sehr schön!” In Mädchenschrift.

Später schneite es noch immer.
24.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Wir fuhren wieder zurück in die Stadt.

Beeil dich bitte; ich will die zweite Halbzeit noch gucken.


Auf zwei Fernsehern sah man das Spiel, auf dem dritten die Tabelle nebst zu aktualisierenden Ergebnissen. Die Sportbar war fast leer. Nur die Tresenkraft und zwei kurzhaarige Hertha BSC-Fans, guttrainiert, Mitte dreissig, waren hier und fluchten die meiste Zeit. Aus irgendwelchen Gründen hassten sie Schalke; gegen jeden anderen hätten sie mit Freuden verloren; nur eben nicht gegen die Schalker.
Sie waren so enttäuscht und genervt von dem Spiel, dass ich es fast begrüßte, als das Anschlußtor für Hertha fiel.
(was andererseits der Gipfel der Arroganz war – ich konnte mit dem Tor ja nur einverstanden sein, weil ich felsenfest davon überzeugt war, dass wir gewinnen würden; und sie waren eben so vollkommen verärgert, weil auch sie wussten, dass Hertha verlieren würde)
Ich verhielt mich still und trank… weiter lesen
23.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt
Große Kunstschau im Vosspalais, Voßstraße 33.
25 Künstler und Künstlerinnen! Täglich ab 14 Uhr! Großes Programm!
Anke hatte in ihrem Blog auch davon gesprochen. So war ich gestern nach der Sportschau gleich hin.
Ohje! war es kalt. Auf dem Fahrrad froren mir die Hände ab. Erst die rechte. Die tat ich dann in die Tasche des Parkas und fuhr mit der Linken. Dann fror mir auch die Linke ab. Eisregen flog währenddessen in mein Gesicht. Zum Glück war die rechte schon fast wieder einsatzfähig …
Längst hatte ich ja all meine Handschuhe schon guten Gewissens verloren.
Das alte Haus fühlte sich so an, als sei hier in den letzten 18 Jahren kaum gelebt worden. Es war ziemlich kalt. Es erinnerte an das WMF-Haus in der Leipziger Straße, Anfang der 90er; als es noch besetzt war.


Die Gänge reichten tief… weiter lesen
22.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Der Sau Sack steht vor dem Jugendzentrum Alte Feuerwache. Du kannst es gar nicht verfehlen – zwischen Bundesdruckerei und dem Haus der Lüge.

Die Platte war besser als gedacht. Auch dass man auf der einen Seit viel niedriger stand als auf der anderen, störte nicht wirklich.

Grün wird bei uns großgeschrieben. Deshalb gibt es in Kreuzberg ausschließlich Werbeplakate der Tempelhofgegner. Vielleicht haben die Tempelhoffreunde aber auch gar keine. Dafür haben sie ja BILD. Was letztlich und genaugenommen ja auch in Kreuzberg ist. Vielleicht würde ich mir das Rauchen eine Woche oder so nur aus Spaß abgewöhnen, um darüber dann einen schönen Text zu schreiben.

21.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Gleich beim Haus der Lüge spielten wir Tischtennis.

Die Beiden fragten mich, ob ich sie noch einmal fotografieren könnte.

Schuh in der O-Straße.
20.03.2008 von Detlef Kuhlbrodt
Früher war in dieser Gegend eigentlich gar nichts bis auf einen Pflanzengroßmarkt. Nun beginnen sich hier, Galerien anzusiedeln. Die Galerie “September” zum Beispiel in der Charlottenstraße 1, ziemlich genau zwischen Jüdischem Museum und der taz.
Die Ausstellung von Nikolaus Utermöhlen und Bettina Allamoda, die gestern abend aufmachte, heisst “to die for”. Tod und Begeisterung sind in dem Titel verbunden. Nikolaus Utermöhlen, Gründungsmitglied der “Tödlichen Doris“, starb 1996, mit 38 Jahren an den Folgen von Aids. Beide Künstler waren gut miteinander befreundet. Die seltsamen, aus seltsamen Stoffen gestalteten Faltenwurfobjekte von Bettina Allamoda korrespondierten sehr schön im Raum mit Utermöhlens 1992 entstandenen, sehr bunten Serie “An Infinite Painting on ‘A Vision of The Last Judgement’ by William Blake”.
Ich hatte irgendwie ganz vergessen, wie schön Ausstellungseröffnungen sind und unterhielt mich mit vielen netten Leuten zum Beispiel den halben Abend mit dem Schauspieler Mario Mendrup über… weiter lesen