Soso

von Detlef Kuhlbrodt

16.3.:1.jpg

Gestern hatte ich sofort gewusst, was ich in den Blog reinschreiben wollte. Dummerweise konnte ich aber aus irgendeinem Grunde keine Bilder hochladen. Mehrmals probiert. Dann keine Lust mehr gehabt und den Text dann auch nicht mehr aufgeschrieben, da zum Text die Bilder gehörten, die sich eben gestern nicht hochladen ließen. So ist der Text jetzt wieder ein ganz anderer.
16.3.:2.jpg

Das Thema der letzten Tage: wie sich so eine Szene (über das Hauptzollamt etc.) von dem unterscheidet, was “wirklich” geschah. Plötzlich, nachdem mich eine nette Leserin bei Kaisers angesprochen hatte, nachdem ich ein paar sehr nette, teil auch sympathisch seltsame Leserbriefe bekommen hatte, die in der taz schon mehrere Wochen rumgelegen hatten, befürchtete ich, Leser könnten einen falschen Eindruck bekommen. Aber dies ist ja kein Tagebuch, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass alle wichtigen, mich betreffenden Sachen drinstehen müssten. Also nicht so Falko-Hennig-mäßig. Sondern: Teile des Alltags verbinden sich in der Wahrnehmung zu einem Text, den man dann aufschreibt und der sich, wenn’s klappt, mit Erfahrungen der Leser verbindet.
Und lebenstechnisch gibt es ja auch ein immer wieder überraschendes Nebeneinander: nach der Berlinale fiel ich – wie oft – in ein Loch, wurde bißchen krank, drömelte so vor mich hin, kriegte eine Weile gar nichts mehr auf die Reihe, las in den falschen Büchern, von der Buchbesprechung, die ich eigentlich hätte schreiben sollen, war mir ganz langweilig geworden, ich sagte sogar einen Termin ab, auf den ich mich eigentlich gefreut hatte. Dann – es schien grad die Sonne – rief jemand von Vanity Fair an und fragte, ob ich was über Cafés im Frühling schreiben könne. – Klar, gerne.
Dann waren die Tage, an denen ich mich für diesen Text in Frühlingscafés setzen wollte, aber leider furchtbar grau, antifrühlingsmäßig und unschön, ich konnte mir gar nicht richtig vorstellen, wie man sich im Frühling fühlen könnte.

16.3.:3.jpg

“Coffee and cigarettes are going together – hand in hand.”

Vielleicht machte mich der Auftrag auch so nervös, weil ich zu selten für andere schreibe, weil das Honorar so gut war, weil ich die Redakteure, denen ich dann den Text schicken sollte, nicht kannte.
In dieser Nacht zum Montag vor zwei Wochen, nach zwei Tagen hypernervöser Herumprobiererei, war ich plötzlich überzeugt, gar nichts hinkriegen zu können. Dann unterhielt ich mich fünf vor zwölf mit dem netten Redakteur und plötzlich ging’s dann doch. Als ich fertig war, fühlte ich mich prima. Dann begannen die Tage so allmählich wieder gut zu werden.
Das erzähle ich nur, weil B. sagte, es sei doch gemein und bezeichnend, dass Trottel wie F., G. oder H. so wahnsinnig viel Geld für ihre langweiligen, uninteressanten Sachen kriegen würden, während ich immer am Rande der geduldeten Überziehung des Dispos herumkrebse. Das ist schon richtig, aber die Möglichkeiten sind zur Zeit so gut, wie noch nie. eigentlich.
16.3.:4.jpg


Kommentar Schreiben

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*


*