30.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt
“Im Garten sagte ich, dass ich den Herbst hier mag.
‘Ich auch’, sagte Axel Springer, ‘aber den Frühling mag ich nicht und erst recht nicht den Sommer.”
(Ben Witter im Gespräch mit Axel Springer am Wannsee; Dezember 1967)

Während gegen halb sechs der Bezirksbürgermeister Franz Schulz etwas hastig das Rudi-Dutschke-Straßenschild enthüllte, mähte man in der Axel-Springer-Straße vor dem Springerhaus sehr laut den Rasen.
Der Festakt war gut gelungen und stimmte manche auch wehmütig. Letzten Monat wäre Rudi Dutschke übrigens 68 geworden. Kaum einer der Redner vergaß zu erwähnen, dass die Dutschke-Straße Vorfahrt hat.

Marek Dutschke, der seinen Vater nie kennenlernte, fand sehr angenmessene Worte. Die ganze Dutschke-Familie war gekommen; auch der Bruder, der in der CDU Mitglied ist. Dass Petra Pau von der PDS dann die meiste Zeit ihrer Rede auf die CDU schimpfte, also so ein bißchen wahlkampfmäßig unterwegs zu… weiter lesen
29.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Der neue, schicke Lübecker Ortsteil am Rande der Stadt hatte etwas Skandinavisches.

Das war wohl die Trave; vielleicht auch der Nord-Ostsee-Kanal.

Die Bauern in Schleswig-Holstein verständigen sich mit Rauchzeichen.

Der Vogelwart war im Frühling fortgegangen. Die Trauer kam wieder in Wellen.

Am Horizont das Stammhaus von Möbel-Kraft in Bad Segeberg.

Ganz oben auf dem Erotik-Messen-Plakat steht: “EROTIK AMORE – die Ösi Messe übersiedelt nach Schnelsen”.


Wie immer hatte sich der Zug von Lübeck nach Hamburg um zwanzig Minuten verspätet. Dem Rückzug gelang es
, nur eine Viertelstunde zu spät zu sein. Vielleicht stimmt das auch gar nicht. Mein Zug würde erst in einer Stunde fahren. Ich ging zu den Schaffnern und beschwerte mich. Wenigstens ein Bier hätte einem die Bahn wegen der Verspätung spendieren können. Hinter seiner Jovialität verbarg sich vielleicht auch Sympathie, als der Bahnbeamte mir… weiter lesen
26.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Wie angenehm und schön ist doch dieser Morgen! Bevor ich wegfuhr, hörte ich Rhythm & Sounds w/ the artists. Trank Kaffee und las die taz; ein bißchen aufgeputscht, wie immer, wenn ich wegfuhr, weil das ja selten geschieht. Zuletzt genaugenommen Weihnachten.
Automatisch meldete sich gleich die alte Verbesserungswut beim Lesen des Artikels über Andreas Baaders Platten. Interessant war doch, dass Andreas Baader damals eine Roxy Music-Platte hatte! Das wurde in dem Artikel verschwiegen! Davon hatte mal Michael Rutschky erzählt oder geschrieben und dass ihm das sozusagen den Glauben an die zivilisierende Bedeutung von Popmusik genommen hatte.
Oder auch Worte wie “schmuddelrechts” und “verschwiemelt”. … Na ja – seisdrum und auchegal.

25.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Und sie damit Geschichte.

Vielleicht war’s einfach nur die gleiche Werbeagentur.
Zwischendurch las ich in einem Buch mit ausgewählten Texten von Ben Witter. Im Vorwort des Buchs (“Ben Witter – Moment mal!”, Hrsg. Rolf Michaelis) ein Zitat, das mir ganz treffend vorkam:
“Er ist 68er. Er leugnet sein Elitebewusstsein sogar vor sich selbst und demonstriert überall die emanzipatorische Sicht. Er besetzt, ob am Behördenschreibtisch oder im Kreisbüro der SPD, ständig Inhalte mit Begriffen”
Schade, dass nicht dabeistand, von wann es war.
Anfang 70er, Ende 60er würde ich mal sagen.
Bei dieser 68er Diskussion neulich im Fernsehen wurde der Regisseur Klaus Peymann mit dem Zitat eingeführt: “die 68er waren die Weltelite”.
Die mit den 68 Büchern würden den 68ern, die ich gut fand, die staatlich geprüfte 68erhaftigkeit absprechen.

“Abstimmungs-Marsch” für die “Mutter aller Flughäfen”
Ich enthalt mich lieber doch.
23.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Uli Rasehorn hatte mir dies Foto geschickt

und ich hatte den Ausschnitt nochmal vergrößert.
Es steht in der Gegend vom Senefelder Platz.
22.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Plötzlich war Frühling.

Wegen dem Wind wäre es einfacher gewesen, in einem Buch, statt in der Zeitung zu lesen.


Dieser Baum war also sozusagen in der Todeszelle.

Und hier war wohl ein anderer Baum begraben.

19.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

(ist alles bißchen notizenhaft & kohärenter sozusagen hier beschrieben)
Weil ich Daniel Richter von früher kenne, fällt der Nachname weg & weil es sonst komisch klingen würde, heisst es dann auch nur Thomas)
Als Trumpf spielte Daniel “Leverkusen, Take 7″ von der Punkband “OHL”, die vielen als faschistoid gilt. (wie soll man sagen? – “die WK2-orientierte Band” selber distanziert sich auf ihrer Homepage von jeder Form des politischen sowie religiösen Extremismus…)
Anfang 80er wohl.
“Leverkusen, Leverkusen – die Stadt, die keine Bäume hat, die Stadt, die keinen Raum zum Träumen hat”. Das sei irgendwie doch ergreifend. (weil die an ähnlichen Verhältnissen gelitten hatten und dazu auch noch doof o.ä.)
Daniel trumpfte auf im Speziellen und Spezialistischen. Er ärgerte sich glaube ich auch gleichzeitig darüber, wieder in so einen spezialistischen Jargon gefallen zu sein, auf Stichwort in die Vergangenheit gefallen zu sein, sich… weiter lesen
15.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Hängt irgendwo; Zossener Straße, oder so. Irgendwie dachte ich aber an das berühmte englische Künstlerduo Gilbert & George.

Die Gegen-Tempelholf Kampagne war ziermlich missglückt. Wenn es doch wenigsten zwei drei argumentierende irgendwie informierende Plakate gegeben hätte.

Was fällt einem auf, abgesehen davon, dass es, so weit ich weiss, keinerlei konkrete Paradiespläne gibt, auch kein zentraler Vergnügungspark geplant ist: die kiffenden Freaks und die sie verfolgenden Bulletten fehlen.
Der Antagonismus zwischen Freaks und Polizei, der das Werk von Seyfried bisher prägte, wurde aufgelöst. Das mag ja okay sein. Aber ein seyfriedsches Paradies ohne Kiffer – das geht doch nicht, gibt auch paar Minuspunkte in der Streeetcredibility!
In allem ist das Bild beängstigend weit weg von der berliner Wirklichkeit, in der man lebt und die man doch irgendwie, versuchen müsste anzusprechen, wenn man so ein Kampagnenbild macht.

Für “die Mutter aller Flughäfen” ist auch… weiter lesen
13.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Die Oranienstraße musste teilweise gesperrt werden, weil so viele Leute zur kreuzberger Buchnacht gekommen waren. Alles rappelvoll. Hier kurz vor dem Oranienplatz, nach der Lesung im FSK, war aber nicht mehr soviel los.
Ich war guter Dinge. Die Lesung war klasse gewesen, das Publikum (die Gesichter hatte ich von der Bühne kaum gesehen) sehr prima. Irgendwie müsste man vielleicht noch mehr Interaktion machen (überleg, überleg) oder ab und an noch zwei Sätze zu den Texten sagen.

Françoise Cactus hatte die Nacht des Rauchens im Möbel Olfe eröffnet. Als ich kam, war’s leider schon zu Ende. Vor dem Olfe das NichtrauchErinnen-Zelt. Für die einen ist das Möbel Olfe das Zentrum des queeren Lebens in Berlin; für mich einfach die nächstgelegene angenehme Kneipe. Wir standen da betrunken und redeten. Manchmal vergassen wir gleich, was wir gerade gesagt hatten. Es war sehr schön! C. hatte aus irgendeinem… weiter lesen
12.04.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Heut morgen war es richtig schön!

Die Zitronenmelisse am Fenster blüht nur ungefähr in etwa so eine Woche lang im Jahr und auch nicht jede.

Ein Päckchen war im Briefkasten. Absender war eine Anwaltskanzlei. Automatisch wurde mir sofort etwas mulmig. Während ich die Treppe hoch ging, überlegte ich, was ich in den letzten Monaten verbrochen hatte und dachte auch irgendwie an ziemlich damals, als ich mal wegen einer Geschichte zu einer Woche gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden war. (was eigentlich ganz nett gewesen war) Bei dieser Arbeit im Garten eines Altenheims, hatte ich jedenfalls einen dicken Dorfjungen kennengelernt. Keine Ahnung, wie der hieß oder woher er kam. (Wahrscheinlich aus Quaal oder Krems II)
Er war jedenfalls in eine Bäckerei eingebrochen. Und weil die Sachen da so lecker waren, hatte er angefangen die Kuchen zu essen und weil so viele Kuchen da waren, hatte das lange gedauert und… weiter lesen