Das Wetter war schön. Die Fernseher durften wieder raus.
“Der Karabiner im Schrank gehört zum Leitbild der trutzigen Demokratie. Umstritten ist er gleichwohl, denn einige Schweizer finden für die zum Armeebestand gehörenden Sturmgewehre und Pistolen trotz Friedenszeit ein Anwendungsfeld: sei es, dass sie verhasste Nachbarn, lästige Ehefrauen oder dass sie das lebensmüde Ego damit aus der Welt schiessen”, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet.
Den sensiblen Polizisten schaue ich mir immer wieder gerne an … Am besten ist das Ende. Und lässt sich gut kombinieren mit den zwei unsensiblen Polizisten hier.
Gut kennen wär zuviel gesagt. Wir sehen uns halt manchmal.
Jens sagte, er hätte das Konzert ganz schlecht gefunden. Die Band sei so saumäßig schlecht gewesen, wie eine richtig schlechte Marc Almond-Cover-Band sei ihm die Band vorgekommen. Alles sei schlecht gewesen bis auf Marc Almond. Statt wie geplant nun dann einen hymnischen Artikel auf den Sänger zu schreiben, hätte er deshalb nur einen 80-Zeiler geschrieben. Aufgeregt ging ich Bier holen und überlegte dabei, wie ich seinen falschen Ansichten am besten begegnen könne.
Es war wohl so gewesen, dass ich die Band einfach ausgeblendet hatte und Tina sagte, Marc Almond hätte in einem Interview mal gesagt, ihm sei seine Band egal; er sei vor allem froh, wieder auftreten zu dürfen.
(und während ich gleichzeitig noch immer über das Marc Almond-Konzert nachdenke, was es bedeutet, so schnell nach dem großen Erlebnis die meisten Stücke noch einmal, ja in ziemlich guter Qualität auch, anzugucken. Hätte der Typ mit der Handycamera ein wenig noch nach rechts irgendwo da bei !if you go away” geschwenkt, wäre ich auch mit drauf gewesen. Und dies gleiche gibt es dann noch einmal von einem anderen und aus einer andere Position gefilmt.
Die Zahl der Sender ist doch ganz schön gestiegen)
Das Marc Almond Konzert war großartig! Eines der schönsten, die ich je gesehen habe. Wie bei allen wichtigen Konzerten, war ich den ganzen Tag über schon ziemlich aufgeregt; ich hatte Angst, dass es nicht wirklich gut werden könne. Es war auch komisch, dass er in meiner Gegend spielte; fünf Minuten von zu Hause.
Es regente ein bißchen. Vor der Passionskirche standen paar Leute, die noch Karten verkauften. Vermutlich hatte es sie verwirrt, dass das Zusatzkonzert vor dem lange schon ausverkauften Konzert statt fand und nicht danach. So war die Passionskirche schätzungsweise dreiviertelvoll. Vielleicht auch vier fünftel. Wir standen aber noch davor und rauchten. Ich war allein da. Das Publikum war international; ein paar Engländer, Italiener, Spanier. Jemand hatte gesagt, es würde um halb neun anfangen. Eine Frau, Mitte dreisssig, deren Begeisterung ansteckend war, erzählte von einem Fan, den sie grad kennengelernt hatte. Der hätte schon drei Konzerte dieser Tour… weiter lesen
hatte ich ziemlich oft geschrieben; vor fast zwanzig Jahren auch mit Harald Fricke zusammen. Neben Leonard Cohen ist er glaube ich der einzige Star, den ich seit den achtziger Jahren toll finde. Aber Marc Almond steht mir letztlich doch noch ein bißchen näher. Ursprünglich hatte ich auch geplant, ihm mein Suhrkampbüchlein zu widmen, es dann aber doch gelassen, weil ich dachte, das könne affektiert wirken.
Der Textauszug hier ist von 2005:
“(…) Zwischen Winter und Frühling ist alles ziemlich früher. Im Fernsehen auf allen Kanälen ’45 und irgendwie kam man dann selbst auch in’s Gestern, das sich schon angedeutet hatte, als Harald anfang des Winters von Marc Almonds furchtbarem Motorradunfall erzählt hatte. Harald davon ja schon gewusst, bevor es in der Presse war, weil er wieder Leute aus dem Umfeld von Marc Almond gekannt hatte. Zehn Tage lang hatte der ehemalige Soft-Cell-Sänger im Koma gelegen. Zwei Monate später… weiter lesen