eröffnete Wiglaf Droste mit launigen Texten vor allem, die er vor zwanzig Jahren in der taz in Sachen Wende veröffentlich hatte, eine Podiumsdiskussion zum Thema
Geschichte wird gemacht – Der Kampf um Bilder und Symbole
ein.
Der Leiter des zeitgeschichtlichen Forums was not really amused; der in Leipzig lebende Satiriker ist ja ein wahrer Deutschenfresser und fand alles superschlimm und abstoßend. (Er hat natürlich mit dem logischen Problem dessen zu kämpfen, der behauptete “Alle Menschen sind Lügner”) Dass er den evangelischen Pfarrer Oskar Brüsewitz, der mit seiner öffentlichen Selbstverbrennung 1976 in Zeitz viel Einfluss auf die Kirche und spätere Opposition in der DDR nahm, “die Fackel von Zeitz” nannte, war allerdings eine ziemliche Geschmacklosigkeit.
Die Wut, die den Ex-Kollegen trieb, könne man besser verstehen, wenn man die letzten paar Monate in Leipzig verbracht hätte, meinte Dr. Grit Lemke vom Festival; die Selbstfeier, die die hiesigen Medien betrieben, sei tatsächlich unerträglich.
auf dem 52. Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, ist es immer noch super. Die Sonne scheint, die Filme sind gut und gestern lief eine Fahrraddemo mit 220 Teilnehmern und ebenso vielen Fahrrädern durch die Innenstadt.
Eine Teilnehmerin hatte “Fahr mich nicht immer fast an” mit Kreide auf den Asphalt geschrieben.
Es lauern auch andere Gefahren: am Dienstagabend etwa, in Schönefeld-Abtnaundorf, hatten zwei junge Männer einen 33jährigen Radfahrer mit Luftgewehren beschossen. Der auf der Theklaer Straße/ Eckke Lazarusstraße unterwegs war.
Hinweise nimmt die Polizei unter 0341-96642234 entgegen.
die der Festivaldirektor Claas Danielsen zur Eröffnung des Leipziger Dokfilmfestivals hielt, sorgte MDR-Verantwortlichen für großen Unmut. Gestern, bei der Eröffnung der Deutschen-Reihe-Sektion wurde der Festivalchef von einem MDR-Repräsentanten regelrecht abgekanzelt. Danielsen begegnete der Situation souverän und wies u.a. daraufhin, dass das gegen ihn verwandte Zitat aus der FAZ falsch gewesen war. Wenn der MDR seine Sponsorenschaft für das Festival einstellen würde, würde es wohl noch zu allerlei medialem Aufruhr kommen. (An dem ich mich gerne beteiligen werde)
Weiter unten ist die schöne Rede von Danielsen.
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Eröffnungsrede von Claas Danielsen
zum 52. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und
Animationsfilm DOK Leipzig, 26.10.2009
Sehr geehrter Herr Staatsekretär König,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,
sehr geehrte Vertreter und Vertreterinnen des diplomatischen Korps,
sehr geehrte Förderer, Unterstützer, Partner und Sponsoren von DOK Leipzig,
bin ich in Leipzig auf dem Dok-Filmfestival, das gestern abend u.a. mit einer schönen Rede des Festivaldirektors Claas Danielsen und dem neuen Film von Volker Koepp eröffnet wurde.
Wie jedes Jahr war ich ganz begeistert von dem schönen Imbiss am Marktplatz.
Ich hatte weiter gespannt in dem neuen Buch von Rainald Goetz – “Loslabern” – gelesen und musste bei dieser einen Passage richtig lachen, weil es mir exakt genauso gegangen war:
“Der Bankberaterin, die mich Frühjahr 2001 oder 2000, etwa drei Wochen jedenfalls vor dem damaligen Crash, zur Anlage der eben von Raabe und Mülheim gewonnen Preisgelder überreden wollte, hatte ich, wie sie immer drängender und mich immer gewaltsamer in die Ecke ihrer angeblichextrem vernünftigen Geldanlagevernunft hatte drängen wollen, plötzlich, innerlich aufspringend zu meiner mich selber in der Weise erstaunenden Innenwahrheit gesagt: verzeihen Sie, ich habe ANGST vor Geld. Damit war das Gespräch geilerweise erledigt.”
Der Science-Fiction-Autor Philip K. Dick (“Bladerunner”) taucht auch plötzlich gegen Ende auf; oder ein Gespräch auf einer Party über Dick, dem Rainald interessiert zuhört. Dann las ich weiter in diesem Buch über Speed, “die allgegenwärtige graue Maus unter den Drogen” von Hans-Christian Dany (“Speed -eine Gesellschaft… weiter lesen
Manchmal saß die Katze im Blumenkasten und knabberte an den Sachen.
Die Oranienstraße Richtung taz war’s fast schon winterlich am Nachmittag. In dem chinesischen Lokal hatte ein Typ die Leute beschimpft, weil er hier nicht umsonst hatte pissen dürfen – “Was’n das hier!?” – und kurz zuvor hatte mir eine Beifahrerin die Autotür fast in’s Gesicht gehauen. Für’s Krankenhaus hätte es glaube ich schon gereicht. Erschrocken erleichtert hatten wir beide gelächelt, als ich zurückgeguckt hatte.