Das vollbesetzte Delphi guckt sich gleich Tatjana Turanskyjs schönen Film “Eine flexible Frau” an
Von seiten der Berlinale gab es nur Erfolgsmeldungen: neuer Zuschauerrekrod mit über 300.000 verkauften Karten an „normale“ Filmfreunde usw., erfolgreicher European Film Market, 2000 hätten sich Metropolis am Brandenbruger Tor angeguckt (was ich eher wenig fand) usw.
Dann wieder, wie jedes Jahr, so ein bestimmtes Rumgemäkel von Kollegen wie grad im „Tagesspiegel“: dass zu Beginn der Ära Dieter Kosslick die Berlinale Cannes ebenbürtig gewesen wäre, mittlerweile aber zu viele belanglose Filme laufen würden, dass die „prominentesten Regisseure des Weltkinos“ ihre Filme also lieber in Cannes, Venedig oder einer anderen Mittelstadt zeigen würden, dass der Wettbewerb der Berlinal für Einkäufer nur beschränkt attraktiv sei. Außerdem mache inzwischen auch das Glamourfestiveal der Zweieinhalbmillionenstadt Toronto als Publikumsfestival Konkurrenz.
Das mag vielleicht so sein, aber ich versteh es trotzdem nicht; ich war noch nie in Cannes,… weiter lesen
Der im Wettbewerb laufende Film „Mammuth“, von Benoit Delépine und Gustave de Kervern (zuletzt mit „Louise hired a contrct killer“ erfolgreich) hatte mir sehr gut gefallen! Die Produktionsfirma hieß „no money production“.
Gérard Depardieu spielt Serge Pilardosse, einen Mitarbeiter in einer Schweinefleischfabrik, der gerade in Rente gegangen ist. Zum Abschied bekommt er ein Puzzle aus 2000 Teilen geschenkt. Er hat sehr lange Haare und ist ganz schön dick. Für die Rente ist er gänzlich ungeeignet und weiss nicht, was er tun soll. Sinnlos tigert er durch die Wohnung. Alltagsdinge, um die er sich bislang nicht kümmern musste, fallen ihm schwer. Den Einkaufswagen, in den man einen Euro zur Lösung stecken muss, reisst er aus der Halterung; beim Versuch, ein Türschloss zu reparieren, schließt er sich im Klo ein; später, in einer der lustigsten Szenen auf der diesjährigen Berlinale, versucht er den Einkaufswagen zwischen parkende Autos zu schieben. Die Lücke… weiter lesen
Dann war es soviel Uhr. Ich war auf dem Weg zur Forumsparty in der Volksbühne.
Schön, dass Daniel Johnston demnächst mal wieder hier spielen wird.
Die Party war schön. Die Biere durfte man nicht mit rausnehmen, wenn man vor der Volksbühne rauchen wollte.
Auch auf den Toiletten war das Rauchen verboten, denn …
Inspiriert sozusagen von einem Satz, den ich über einen japanischen Film geschrieben hatte, hat der Blumenfotografierkünster Wolf Klein einen kleinen Film gedreht, der hier zu sehen ist.
Abpann von “Jud Süß – Film ohne Gewissen” von Oskar Roehler
… beeinflusst den anderen und manchmal ergibt sich irgendwie ein Gespräch, eine Frau aus der Schweiz telefonierte neben mir in der U-Bahn, sie sagte, es sei wichtig möglichst viele Film zu sehen. Es ist nicht schlimm, wenn nicht jeder Film, den man sieht ein Meisterwerk ist. Auch mittelmäßige Filme helfen weiter. Ich erinnere mich manchaml mit Freuden an irgendwelche indischen Low-Budget-Filme in seltsamen Erzählweisen, die ich auch nicht ganz verstand, die aber trotzdem als schönes Erlebnis in meinem Kopf drin sind. Damals Panorama am Walter Schreiber Platz oder so ein amerikanischer Film, wo ich die Sprache nur notdürftig verstanden hatte, weil mein Englisch damals noch nicht so gut war – alles super gute Erinnerungen.
Die legendären Aki-Kaurismäki-Auftritte in verschiedenen Kinos, das Jahr, in dem Wong Kar-Wai so groß rauskam („Fallen Angels“, der auch zu meinen schönsten Berlinale-Vorführungen zählte, wird… weiter lesen
Ich war doch recht zufrieden mit den Filmen, die ich bislang gesehen und den Texten, die ich dies Jahr auf der Berlinale geschrieben hatte, ein bißchen entsetzt aber auch über die Nervosität beim Schreiben die ersten Tage. Die ersten Zigaretten beim Schreiben schmeckten noch gut; der Rauchautomatismus danach machte mir aber richtig Kopfschmerzen. (Zum Glück darf man im Kino nicht rauchen!) Was sich andererseits dann aber auch wieder gut verwenden läßt für das Buch über Rauchen und Nichtrauchen, das vor Monaten ja eigentlich schon hätte fertig sein müssen, bei amazone für den April angekündigt ist, aber ja längst noch nicht fertig ist und sicher erst im Sommer erscheinen wird.
Ich fühlte mich ein bißchen erledigt, dachte daran, wie ich das früher gemacht hatte, vor 18 Jahren zum Beispiel, wie ich mir in der Zeit also drei oder vier Filme am Tag angeguckt hatte, ein paar Artikel geschrieben und jeden… weiter lesen
Vor dem CinemaXX. Tagszuvor hatte der Blumenverkäufer noch ein anderes Kostüm angehabt. Diesmal redete er auch irgendwas mit “Dr. Motte”
Berlinalepalast am Abend.
Der Wettbewerbsfilm von Koji Wakamatsu war kein Kindergeburtstag. Es ging ja nicht nur um Japan, auch wenn der Film in japanischen Verhältnissen noch radikaler ist, es ist jedenfalls ein radikal pazifistischer Film. Der mich ziemlich ausgeknockt hatte. Das tat Philip Scheffners “Day of the sparrow” dann nicht so; zeitweise schlief ich ein, manchmal fand ich den Film auch supergut und lustig, aber dann wieder auch so sehr arty, politisch, die Absicht spricht aus so vielem, weil sovieles für sich sprechen soll und dann kommen am Ende ja noch die Stimmen der zwei Freunde, die diesen Prozess hatten wg. Antikriegsaktivismus, angeblicher Mitgliedschaft in der sogen. Militanten Gruppe, Hochverrat, irgendsowas, also richtig als Terroristen angeklagt worden waren und mit dem Hubschrauber nach Karlsruhe… weiter lesen
Die Berlinale-Pressetasche ist in diesem Jahr nicht so gut geraten
Die Tasche für die Teilnehmer des Talent-Campus ist farblich zumindest prima. “ale”-Taschen hab ich bislang noch nicht gesichtet; irgendwo müsste es die aber auch geben. Finde ich.
Wenn man “The Howl” von Robert Epstein und Jeffrey Friedman als Allen-Ginsberg-für die-Jugend-Film nimmt, ist er glaube ich doch ganz okay. Die Original-Audios von Ginsberg sind im Netz; richtig ziemlich gut und lustig ist sein Auftritt mit Paul McCartney, 1995:
Tag für Tag, von acht Uhr morgens bis tief in die Nacht, steht der freundliche Mitarbeiter am Martin-Gropius-Bau und weist die filmverrückten Menschen auf den Shuttle-Bus-Service hin.
Der Festivaldirektor Dieter Kosslick scherzt gerne und gutgelaunt mit dem Publikum, dass eigentlich auch eine Ehren-Berlinale-Kamera verdient hätte. Die anderen Berlinale-Kameras gehen bekanntlich an den japanischen Regie-Altmeister Yoji Yamada, die Gründer des Forums Ulrich und Erika Gregor sowie die Gießerei Noack.
Neben der neuen Berlinale Tasche bekam man als akkreditierter Journalist auch einen schönen USB-Stick geschenkt, in dem ein Filmchen für den Europäischen Film Reklame machte