12.10.12

Polizei, Friedrichstraße, Vormittag.

Der designierte mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto zu Besuch in Berlin. Am 1. Dezember wird er sein Amt antreten. Mexikanische Aktivisten der Organisation SOY132 protestieren am Abend vor der mexikanischen Botschaft. Die Wahl, die er im Juli  gewann, sei gekauft worden. Der Operettenpräsident ein Schuft.

Mehr als hundert vor allem in Berlin lebende mexikanische Studenten waren gekommen. Sie stellten sich dann dahin zum Gruppenfoto. Das Theatralische gefiel mir sehr gut.

Die Fröhlichkeit der Demonstranten. Dass zum Beispiel jemand Gummibärchen verteilte.

Es wurde viel gelacht und gesungen; viele Reden gab’s auch meist auf Spanisch. Seitdem der scheidende Ex- Präsident im Dezember 2006 die Armee im sogenannten Drogenkrieg einsetzte, wurden mehr als 60.000 umgebracht. Konzepte, wie der Krieg beendet werden könnte, hat der neue Präsident nicht.

Die Verbindung zu Berlin ist eher assoziativ: viele der jungen Berlinbesucher aus aller Welt kommen ja nach Berlin, weil die Drogengesetze halbwegs liberal sind. Wenn man in Mexiko etwa die Cannabisproduktion verstaatlichen würde, wäre vielleicht schon viel gewonnen. Nur kurz entsetzt, als gegen Ende der Demo ein deutscher Flüchtlingsaktivist das Wort ergriff, um als erstes zu sagen, dass Polizisten ja überall weltweit Schweine sind usw., so als gäbe es keinen Unterschied zwischen einem in weiten Teilen korrupten Polizeiapparat in Mexiko und der Polizei hierzulande. auch

Die Vorgeschichte des sogenannten Drogenkriegs hat Don Winslow in seinem Roman “Tage der Toten” ganz gut beschrieben. Oliver Stones Film “Savages” ist nicht ganz frei von US-Amerikanischer Hybris – wie schon in “Breaking Bad” sind es Amerikaner, die den besten Stoff herstellen.

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