In der Nacht war ich noch so aufgewühlt von den Tagen in Leipzig, dem Übermaß an Informationen, die ständig auf einen einprasselten, den vielen Menschen, den eigenen Erinnerungen an die vielen Leipzig-Besuche seit ’89, dass ich, obgleich ich bei der Abschlußveranstaltung viel getrunken hatte und erst nach zwei zurück ins Hotel gekommen war, kaum schlafen konnte.
Alles schwirrte im Kopf herum; gleichzeitig durcheinander und völlig klar. Bilder, Momente, Gespräche und dazwischen ein Satz, der ungefähr lautete: “das Dok-Festival ist mein Freund”, oder: “Wie schön, so einen netten Freund zu haben”. Dann schüttelt man im Halbschlaf ein wenig den Kopf über sich selbst.
Das klingt vielleicht, als dürfe man, weil man mit dem Festival befreundet ist, nicht darüber schreiben, weil man ja voreingenommen wäre usw. Es ist aber anders, mit einem Festival – einem System aus Menschen, Veranstaltungen, Orten – befreundet zu sein, als mit einem Einzelmenschen. Über die Sachen befreundeter… weiter lesen