Es ist so: Zuhause ist man wieder ganz woanders. In Cottbus war man Teil eines Körpers mit diffusen Grenzen. War es ein organloser Körper? (was ist ein organloser Körper nochmal? Wie hatten Deleuze und Guattari noch einmal einen „organlosen Körper“ definiert und beschrieben?)
An einer dieser diffusen Aussengrenzen des Festivals schaute man aus dem Fenster des zehnten Stocks des Lindner-Kongreß-Hotels und bestaunte die Morgensonne oder wie hübsch die Wolken da neben und vor der Sonne aussahen und im Aufzug notierte man den komischen Satz, der neben dem Mittagsangebot des Hotels stand „für moralisch einwandfreie 4,90“ (echt); an einer anderen Grenze war man am Rande der Stadt in dem Vattenfall-Gebäude und ass Schnittchen oder stand in dieser komischen Raucherecke – (unter schicken Rauchabzugsdingern, die den Zigarettenrauch sofort wegsaugten) – und unterhielt sich mit einer bulgarischen Kollegin über Zigaretten.
Nachdem ich gesagt hatte, es gäbe eine klare „corelation“ (ein anderes… weiter lesen
Archive for the ‘Cottbus’ Category
Das Festival neigt sich dem Ende zu. Plötzlich gibt es auch Wolken. Vorhin guckte ich noch zwei bulgarische Filme. Im einen tranken die Helden erst in der einen, dann in der anderen Kneipe, sangen viel und erzählten sich Geschichten; der andere, 1995 gedreht, berichtete von einer Busfahrt; von Sofia nach Deutschland. Das Busfahrtfilmgenre ist logischerweise ein melancholisches Genre.
Heute abend werden die Preisträger gekrönt.
Heute morgen fing ich an, einen Artikel für die taz-Druckausgabe zu schreiben, der Montag erscheinen soll. Komisch, dass das soviel schwerer fällt, und viel weniger Spaß macht, als das direkte Schreiben hier.
Darüber wieder zu schreiben ist aber blöd; Film-im-Film-Filme, in denen ständig das eigene Filmen thematisiert wird, gefallen mir meist auch nicht wirklich.
Draußen, gleich neben dem Bus von Radio Eins, saß eine Frau. Sie heisst Marina, hatte ein kleines, rotes Radio aufgestellt und fragte, ob ich auch Lust hätte, Bier mit… weiter lesen
Im Festivalzentrum läuft die ganze Zeit Radio-100. Auf dem Vorplatz, hinter den großen Glasscheiben, trinken Jugendliche Bier und rauchen. Misstrauisch guckt man von innen nach außen und von ausen nach innen, so kommt es mir vor. Die Sonne scheint und ich beginne das Zeitgefühl zu verlieren. Mir ist schon klar, dass jetzt grad Vormittag ist, aber ich habe kein Gefühl für den Wochentag oder die Jahreszeit. Vielleicht sitze ich ja auch schon Jahre hier oder bin im Urlaub und es ist Juni 2003. Dann haben sich Wolken vor die Sonne geschoben.
Die Leute vom Fahrdienst sitzen in der Nähe und warten darauf, dass sie gebraucht werden. Die meisten vom Festival tragen rote T-Shirts und was Schwarzes noch. Der Sound in dem modernen Betonbau stimmt von ferne leicht melancholisch.
Gestern abend traf ich Kornel Miglus; ein alter Freund, Regisseur, der für’s polnische Kulturzentrum in Berlin arbeitet. Er war nur… weiter lesen
Nur wenige waren gekommen, um diesen wunderbaren rumänischen Film “Koks und Kohle” (2001) zu sehen und als er dann zu Ende war, gingen die meisten der Wenigen auch schon, weil sie kein Interesse an einer Diskussion hatten. Der Film von Cristi Puiu ist ein klasse direktes Road-Movie; junge Leute bringen in einem Auto Stoff von Constantia nach Bukarest und werden von Unbekannten verfolgt. Der Co-Autor des Films, Razvan Radulescu war auch gekommen, ein schmaler, melancholisch wirkender, gut aussehender Typ mit Ringen unter den Augen. Er ist an vier Filmen des Festivals beteiligt. Wir standen jedenfalls dann zu viert vor dem Kino (der als Kino benutzten “Kammerbühne” – ; dass es in Cottbus kein einziges Innenstadtkino gibt ist seit Jahren der running-gag des Festivals) in der schönen Sonne und rauchten Filterzigaretten; die Kuratorin der tollen Rumänienreihe, in der der Film lief – Elvira Geppert -, Boris Schönfelder von epd-Film und ich.… weiter lesen
Die meisten Bänke in diesem kleinen schönen Park im Ebert-Viertel, bzw. an einer Straße mit Puschkin im Titel, sind mit Botschaften und Liebesbriefen vollgeschrieben. Es gibt aber auch eine “Anti-Nazi-Bank”.
Trotz meiner Neigung zum Ethnomagnetismus werde ich am Samstag den FC Energie im Spiel gegen meine Lieblingsmannschaft nicht unterstützen.