15.11.2007 von Detlef Kuhlbrodt

Ich war auf einer Mini-Lesereise. In Marburg und Frankfurt sollte ich lesen. Aber dies ist ertsmal Kassel-Wilhelmshöhe.

Am Nachmittag.




Manches Detail in der Unterbringung in Marburg gefiel mir sehr gut. Vor hundert Jahren war ich zuletzt in Marburg gewesen bei einer Freundin, die dort Logopädie studiert hatte.

Vorhangfan war ich ja sowieso.

Ich war ziemlich aufgeregt. Zwar hatte ich auch früher schon einmal gelesen; bei einer taz-Veranstaltung mit Michael Rutschky, in Linz, auf dem (Obdachlosen-)Kongreß “Experten der Straße”, im Kreuzberger Antiquariat Kalligramm, bei Freunden zum Advent, aber bei diesen Veranstaltungen von früher hatte ich ja kein Buch dabei gehabt, dass die Leute kaufen konnten. Die Lesung im taz-Café letzte Woche war die erste mit Buch gewesen und jetzt in Marburg, in der Waggonhalle, eben die zweite.
Aber in der Unterzeile zu dem Bild geht es eigentlich darum, dass… weiter lesen
31.10.2007 von Detlef Kuhlbrodt

Haralds Grab sollte ein Teil der Wiese werden. Ein paar Blümchen, verschwimmende, vielleicht osmotische Grenzen mit der umgebenden Welt.



Die Blumen blühten zurückhaltend in der Nachmittagssone, die intensiv und wärmend schien, am Rande dunkelgrauer Wolken, die fast die Hälfte des Himmels mit einer gewissen Bedeutung bedeckten. Die Wolken bewegten sich hier kaum.
Die gleiche Himmelskonstellation hätte in Norddeutschland oder England baldigen Regen bedeutet, oder die Wolken wären dann ganz weggegangen. Hier tat sich über zwei Stunden eigentlich kaum was am Himmel. Ich riss ein bißchen Unkraut weg. Ich betrachtete die Blumen, ging ein bißchen auf und ab. Setzte mich für einen Monent auf den weichen Boden vor dem Grab und guckte aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Blumen.
Haralds Grab sieht aus wie ein kleiner französischer Garten. Die Farben sind meist rot, gelb, blau und orange.
weiter lesen
26.07.2007 von Detlef Kuhlbrodt

1995
Vor einer Woche ist Harald Fricke begraben worden. Am Abend hatte es dann eine Gedenkveranstaltung unserer Zeitung für Harald im Cafés des HAU gegeben. Dirk hatte über Textstrategien von Harald gesprochen, das Verschwinden des Ichs in Texten; den Versuch perfekte Textwaren zu schaffen (wenn ich’s richtig noch im Kopf hab), Wolfgang Müller hatte ein Lied gesungen, Cristina hatte über Haralds Lächeln gesprochen, Elke Schmitter hatte gesagt, sie hätte Harald damals als “Schweifenden” wahrgenommen, Cord hatte Passagen aus Kafkas Erzählung “der Bau” vorgelesen (als Biologe war er sicher, dass der Held der Geschichte kein Maulwurf, sondern ein Dachs ist), Jens Balzer hatte erzählt, wie er Fan von Harald gewesen war, wie sehr ihn Haralds Art zu schreiben beeinflusst hatte, Bascha Mika hatte sich gewundert, dass Harald für sie irgendwie so lange als Person unsichtbar gewesen wäre.
Ich hatte auch etwas vorgelesen:
Wir kamen beide aus Schleswig-Holstein und hatten uns… weiter lesen