16.01.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Die Raucherecke vor dem Roten Salon der Volksbühne ist furchtbar. Es wehen eisige Winde dort. Die Raucherecke vor dem Jumps-Sportcenter in Weissensee dagegen ist schön und gemütlich.

Die Betreiber des Sportcenters sind praktisch und hatten sie vor einigen Tagen dahingebaut. Wir waren ganz begeistert, als wir sie entdeckten. Man braucht Windschutz, keine Heizpilze! Man beachte auch den schönen Hornbach-Kalender.

An diesem Nachmittag hatte ich zum ersten Mal nach anderthalb Jahren gegen H. im Badminton gewonnen.


Nach dem Sport gehen Bier und Zigaretten zusammen. Hand in Hand. Die ersten Biers hatte man ja auch als Teenager nach dem Fussball in der “Sportlerklause” getrunken. Das war Oldschool sozusagen.
15.01.2008 von Detlef Kuhlbrodt

Zuvor war Vieles noch unklar. Im Radio hatte ich noch von einer multimedialeren Veranstaltung erzählt. Dann hatten wir unsere vorherigen, ungefähren Konzepte über den Haufen geworfen.
Auch die Rauchfrage beschäftigte uns natürlich. Perfiderweise waren die Verbotschildern im Roten Salon ganz ansprechend; in irgendeiner 20er-Jahre-Type wie mir schien: “Don’t smoke – it’s against the Law!”.der erste Stilpunkt der Nichtraucherfront. Meinen Fotoapparat hatte ich leider vergessen.
(Da unten, vor dem Aufgang zum Roten Salon, zu rauchen ist aber bißchen hart und fies; es zieht da unglaublich, arktische Winde; die Volksbühne sollte sich da doch etwas einfallen lassen; man könnrte doch eine kleine Holzhütte da zum Beispiel hinstellen.)

Auf dem Hinweg dachte ich an die sehr schöne Berliner Rauch-Szene, die Anke in ihren Blog geschrieben hatte und überlegte, ob ich sie vorlesen solle. Wir sassen auf der Bühne und überlegten noch, wie wir den… weiter lesen
08.01.2008 von Detlef Kuhlbrodt
Nachdem ich mit G., meinem Busfahrerfreund, bei Karstadt was essen gewesen war, wollten wir irgendwo Kaffee trinken und rauchen. Wir suchten vergebens und gingen dann zu ihm in seine Wohnung, als ob wir noch 15 wären. Für unsere Gesprächszwecke gab es ja keinen öffentlichen Ort mehr in der Nähe.

Auf dem Rückweg am späten Nachmittag war ich dann von Nord-Neuköln in meine Gegend gegangen. ich hatte mein Fahrrad geschoben. Und in alle Kneipen geguckt, um zu sehen, ob jemand raucht. In keiner Kneipe rauchte noch jemand. Die meisten Kneipen und Cafés waren leer und sahen furchtbar ordentlich und deprimierend aus.
Es machte traurig, in die leeren Kneipen zu gucken. Nur in einer – diesem Bierhaus an der Urbanstraße – standen die Aschenbecher noch auf den Tischen. Davor saßen Raucher (ich war mir sicher, dass es Raucher waren), aber sie rauchten nicht. Männer über 50, die jahrelang rauchend in dieser… weiter lesen
05.01.2008 von Detlef Kuhlbrodt
Viele hatten nun tatsächlich das Rauchen aufgegeben. A. hatte seinem Sohn (wie schon einmal) versprochen, dass er von nun an nie mehr rauchen würde. Dann war er im Schwimmbad so gereizt gewesen, dass er seinem Sohn versehentlich auf die Nase gehauen hatte und wäre deshalb – als Nichtraucherprügelvater – fast des Schwimmbads verwiesen worden, denn die Nase des Sohns hatte schön geblutet. B. war mit Unterstützung eines teuren Medikaments, dass die Nikotinrezeptoren lahm legte, zur Nichtraucherin geworden. (einer Studie zufolge stieg die Selbstmordhäufigkeit unter den Benutzern des Medikaments) C. hatte es für seine Frau getan, kaute nun ständig Nikotinkaugummis und rauchte abends zuweilen eine Zigarre. (iiiiii) D. hatte keine große Geschichte daraus gemacht, sondern einfach so aufgehört, ohne jemandem etwas davon zu erzählen. Neue Nichtraucher berichteten, sie bräuchten nun weniger Schlaf, seien teils sehr gereizt, sagten, es sei doch auch toll, dass sie nun nicht mehr rausgehen müssen, wenn die… weiter lesen
04.01.2008 von Detlef Kuhlbrodt
Ein paar Zigaretten mit Friedrich Kittler
20. Dezember, mittags
Hier noch einmal das Gespräch mit Friedrich Kittler, mehr oder weniger ungekürzt, wenig bearbeitet; ich hatte nur mich dann ziemlich rausgekürzt ….
Ursprünglich war das Gespräch einseitig für den Berlin-Teil geplant gewesen; als Teil einer Serie mit lockeren Unterhaltungen über’s Rauchen, ist dann aber doch recht lang geworden. Und war dann in einer zweiseitigen Version im Kulturteil.
Es geht dabei nicht so sehr um für oder gegen Rauchen, sondern um kulturgeschichtliche Anmerkungen.
Dass es sehr anekdotisch geworden ist, lag an der ursprünglichen Vorgabe – „mach mal so ein lockeres Kneipengespräch, rauchend über’s Rauchen“ – die sich so natürlich nicht erfüllen ließ; die eigene Rolle im Gespräch war so ein bißchen verkompliziert.
Die Anekdoten sind eigentlich kleine Lehrgeschichten oder Skizzen kleiner Erzählungen.
Wer ein oder zwei Bücher von Kittler kennt (ich hatte „Grammophon, Film, Typewritter“ begeistert… weiter lesen
01.09.2007 von Detlef Kuhlbrodt
Es ist März und ich bin in Helsiniki.


Selbstverständlich rauchen die Einwohner Helsinkis selten und oft auch gar nicht. Während einem in Berlin die Frage ”Warum rauchst du nicht” immer noch irgendwie normal vorkommt, ist es hier umgekehrt, das heisst die Frage, warum man rauche, wird einem eigentlich aus Höflichkeit nicht gestellt; man beantwortet sie aber trotzdem.


Ganz selbstverständlich rauchen die Menschen hier selten und oft auch gar nicht. (andererseits kann es einem auch passieren, dass man am spåten Abend plötzlich einer Gruppe von Rauchern begegnet. Funf Leute und jeder hatte eine Zigarette an!


Ich wohnte in der Frederiksgatan, die sich nahe der Mannerheimstrasse befindet.


Ich rauchte auf einem kleinen, also sehr kleinen Balkon, der sich zwischen den Stockwerken befand, also dort, wo sich in manchen Berliner Häusern das Aussenklo befindet. Oder jedenfalls so ungefähr. Jedenfalls mit Blick auf den Hinterhof.
Eigentlich durfte man auf… weiter lesen
08.07.2007 von Detlef Kuhlbrodt