taz.lab 2017: Ein feiner kleiner Open Space

Wir freuen uns einen schönen neuen Veranstaltungsort für das diesjährige taz.lab vorstellen zu können: die Bauhütte.

Seit einem Jahr steht sie gegenüber der Baustelle des taz Neubaus. Etwas wunderlich sieht sie schon aus, ein liebevoll mit Holz ausgeschmücktes Gebilde aus Containern mitten auf der kargen Betonfläche neben dem angrenzenden Besselpark. Die Hütte dient als Begegnungsort und Plattform für AnwohnerInnen und Bauherren in der Südlichen Friedrichstadt und zukünftigen BewohnerInnen. Verantwortliche und Betroffene können sich hier austauschen, beraten und gemeinsam die Entwicklung ihres Kiez planen.

Im gemütlichen Inneren der Hütte werden wir wärmstens von Issa Khatib empfangen. Zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Rawan Alhourani kümmert er sich um das kulturelle und soziale Programm in der Bauhütte. Die Beiden haben den Verein The Space gegründet, der sich mit Workshops, Kunst- und Musikprojekten dafür einsetzt, Alt- und Neuberliner zu vernetzen. Rawan Alhourani ist für die Workshops und die Programmplanung zuständig.

Vernetzung von Alt- und Neuberlinern

„Wir nehmen keinen politischen Aspekt an. Wenn du mit mir privat redest, ist es eine andere Sache. Aber wir reden hier über The Space, über diese Kinder, über die Leute, die kommen. Es ist ein Ort, an dem du dich wohl fühlst und das ist die Idee.“, erklärt Issa. Immer wieder betont er, wie schön er es finde, dass Menschen von allen erdenklichen Religionen, Nationalitäten und politischen Ausrichtungen hier einkehren und sich unabhängig von ihrer kulturellen Identität zu Hause fühlen können.

 

Do-it-yourself

„Deswegen haben wir es hier so gemütlich eingerichtet.“, merkt er an. Stolz zeigt er auf die Holzbänke- und Tische, die er zusammen mit anderen aus seinem Verein aus Baumaterialien selbst hergestellt hat. 100% Do-it-yourself.
Die Arbeit mit den Kindern am Kiez liegt ihm besonders am Herzen. So erklärt Issa: „Wir sind keine Sozialpädagogen. Aber ich glaube, wenn ein Kind das Gefühl hat, alles werden zu können, was er oder sie will, dann hast du ihm*ihr den Weg geebnet.“
Mit geringsten Mitteln fördert der Verein die Kreativität der Kids. Einige der dekorativen Gegenstände , die die Hütte schmücken, sind in den Workshops entstanden.

Jeden Donnerstag findet in der Bauhütte eine Jamsession statt. Musiker aller Herren Länder schleppen die verschiedensten Instrumente an und kommunizieren ohne viel miteinander sprechen zu müssen – die Musik selbst dient als Sprache.

In der Bauhütte riecht es nach Veränderung und Kreativität. Ins diesjährige taz.lab wird sie als Veranstaltungsort integriert.

 

SAMBA GUEYE, Redakteur taz.meinland

Foto: Issa Kathib; Burhan Yassin

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.