Neue Welten: Gibt es Lesebühnen auf dem Saturn?

Mareike Barmeyer, Lea Streisand, Insa Kohler und Eva Jacobi müssen nicht anmoderiert werden. Das machen sie mit schlafwandlerischer Sicherheit selbst. Die vier bilden gemeinsam das Lesebühnen-Kollektiv Rakete 2000, jeden zweiten Donnerstag im Monat treten sie gemeinsam in der Neuköllner Ä-Stube auf.

Das taz.lab neigt sich dem Ende, als die Leserunde beginnt. Es war ein langer Tag, die Stimmung könnte aber nicht besser sein. Die Leute gehen mit, dem Gemurmel des Publikums zufolge sind die Autorinnen auch keine Unbekannten. Zu Recht!

Bunt gemischt, alt und jung, helle Freude in den Gesichtern der HörerInnen. Die Geschichten handeln von der ersten Liebe, der Stadt, dem Land, Omas Hinterlassenschaften und Gentrifizierung.
Was Egon Krenz nach Feierabend machte? Na der sitzt auf der Couch, schaut fern und trinkt ’ne Dose Bier, wie jeder andere Arbeiter auch!

Nie staatstragend, immer lustig und mit Lächeln auf den Lippen unterhält das Quartett geschmackvoll mit geschmacklosen Witzen. Als wäre eine rappende Eva Jacobi zum Abschluss nicht genug, wird danach auch noch gesungen: Auf die Melodie von Beethovens Neunter schmettern sie die Ode an den Fernsehturm, nicht wenige summen mit.

Und nun legt auch dieser Autor Stift und Papier, respektive Maus und Tastatur zur Seite – bis zum taz.lab 2018!

Autor: Jann-Luca Zinser

Foto: Burhan Yassin

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