Nur zwei Jahre für Werner Mauss

aus Bochum berichtet Helmut Lorscheid
Zwei Jahre Haft auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte über 6 Jahre gefordert. Das Urteil des Bochumer Gerichts löste Verwunderung aus – nicht nur bei den Journalisten und Prozessbeobachtern, die die Verhandlung verfolgt hatten – sondern insbesondere auch bei der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung war damit trotzdem nicht zufrieden – sie hatte Freispruch verlangt und überlegt nun in die Berufung zu gehen. Auch die Staatsanwaltschaft hat sich noch nicht entschieden, ob sie Rechtsmittel einlegen wird. Nun ist die Staatsanwaltschaft bekanntlich weisungsgebunden – dass heißt die Landespolitik kann deren Tun oder Lassen direkt beeinflussen. Bei einer Regierung von CDU und FDP liegt die Annahme nahe, dass der großzügige CDU-Spender Werner Mauss, der ja auch ideologisch ganz gut zu den meist konservativen Sicherheitspolitikern in der Union passt, von seinen dortigen Kameraden und langjährigen Förderern nicht hängen gelassen wird.
Für den Staat sprich das Land NRW hat sich der Prozess gelohnt. Mauss hätte, wäre er steuer ehrlich gewesen – statt der jetzt gezahlten 13 nur etwas über 2 Mio. Euro an Steuern zahlen müssen. Denn hätte er normal Steuern gezahlt, wären nach Auffassung des Gerichts nach Abzug der enormen Kosten, die die Institution M mit ihrer personal und damit kostenintensiver Struktur hatte, lediglich diese rund 2 Mio. Euro an Steuerschuld übrig geblieben. Bei der von hinterzogenen Steuern kommen die sonst anrechenbaren Kosten nicht zum Abzug.
Von zentraler Bedeutung war für das Gericht die “Lebensleistung” des Agenten. Er hat sich in seinem Leben nichts zu Schulden kommen lassen und habe unter Einsatz seines Lebens stets das Verbrechen bekämpft. Die Prozessparteien haben jetzt eine Woche Zeit um Revision einzulegen.
Man darf gespannt sein. Werner Mauss selbst fühlt sich unschuldig.

1 Kommentar

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  1. Sorry – da bin ich jetzt etwas verwirrt.

    Meine en passant im ferni ein Steuerschuld in Höhe von 19 Mio gehört zu haben.
    Helmut Lohrscheid – alter Profi – wird schon richtig liegen.
    But. Dann wird es aber doch unübersichtlich!
    Faustformel – Bewährungsstrafe bis 2 Mio Steuerschuld!
    (vgl mit „Trick“ bei Zumwinkel!).
    Was Maus jetzt (13 Mio) nachgezahlt hat —
    Ist unerheblich.
    Hier steht – reale Steuerschuld – 2 Mio!
    Dann wäre das Urteil ok & ein Hochreck ala Lebensleistung etc
    Wumpe! & StA auch nicht verständlich – kerr?!
    Also – wat nun?