Posts Tagged ‘DHKP-C’

28.01.2013 von annette hauschild
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Faruk E.: neuer Prozess

von annette hauschild

Vorletzte Woche sah ich im OLG Düsseldorf eine Sitzngsrolle  mit den Namen eines “alten Bekannten”. Der BGH hat im November 2012 das Urteil des Senats unter dem Vorsitzenden Klein  gegen Faruk E. offenbar teilweise oder gänzlich verworfen. Ein Anruf bei Faruks Verteidiger Peter Budde  erbrachte Klarheit. Im Frühjahr wird erneut verhandelt, vor einem anderen Staatsschutzsenat mit anderer Besetzung. Der BGH hat dem Revisionsantrag stattgegeben. Der Staatsschutzsenat hatte Faruk nicht beweisen können, dass er ein führendes Mitglied der DHKP-C gewesen sei. Zu schlüssig war die Darstellung, dass der Mann seit langem an einer psychischen Erkrankung litt und daher für eine führende Rolle in einer Untergrundorganisation kein geeigneter Kandidat gewesen sei. Daher wurde der Gegenstand des Verfahrens auf mittelbare Täterschaft des Mordes an zwei Polizisten im Jahr 1993 beschränkt. Die Verteidigung protestierte damals vergeblich gegen die Verfahrensbeschränkung. Faruk kam sogar, weil ja der Vorwurf des Terrorismus fallengelassen wurde, aus dem Glaskasten heraus… weiter lesen

30.06.2012 von annette hauschild
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Die französische Presse und der Fall Sevimli

von annette hauschild

Gestern (29.6.) las ich nach längerer Zeit mal wieder  Le Monde. Beim Lesen fiel mir ins auge, dass der Leitartikel des wichtigsten französischen Printmediums sich mit der Verhaftung einer jungen französisch-türkischen Studentin befaßte, die in der Türkei von der Polizei festgenommen wurde, weil man ihr vorwirft, Mitglied in der DHKP-C zu sein. Der Anwalt der Familie, Sami Kahraman, hat sich an die Presse gewandt und will erreichen, dass seine Mandantin nach Frankreich ausgeliefert wird. Sie ist Doppelstaatlerin, der französischen Botschaft sei jedoch der Kontakt zu ihr verwehrt worden, da die Türkei sie als türkische Staatsbürgerin betrachte.

Der Chefredakteur von Le Monde fragt: “Welches Verbrechen hat Sevil Sevimli begangen, Herr Erdogan?”

und weiter: “Ist es ein Verbrechen, an der legalen Parade zum 1. Mai teilzunehmen, an einem von 300.000 Zuschauern besuchten Konzert der Band “Grup Yorum”, an einem Studentenpicknick, und Plakate für kostenlose Bildung aufzuhängen?” Mehr habe es nicht gebraucht, so Le Monde, um… weiter lesen

22.02.2012 von annette hauschild
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Der Prozess gegen Sadi Naci Ö. und Ünal D. im Rückblick (Forts. vom 7.2.)

von annette hauschild

Acht Monate hat der Prozess gegen Sadi Naci Ö. und Ünal D vor dem 5. Strafsenat des OLG Düsseldorf  nun gedauert. Ich fasse hier noch mal die wichtigsten Punkte zusammen. Dem 49 Jahre alten Sadi Ö. wurde ursprünglich von der Bundesanwaltschaft “Rädelsführerschaft” in der Devrimci Halk Kurtulus Partisi-Cephesi (DHKP-C) vorgeworfen. Er war 2007 von Frankreich aus in die Bundesrepublik eingeschleust worden, um Deutschlandverantwortlicher zu werden, nachdem Nurhan E verhaftet worden war. Der Schleuser war Atila A, über den hier im Blog schon berichtet wurde.  Ö sei von 2007 bis zu seiner Verhaftung im Jahr 2009 als Deutschlandverantwortlichem die Aufgabe zugefallen, die nach Nurhan E.s Verhaftung daniederliegende  Organisation der DHKP-C-Rückfront in Deutschland wieder zu stärken, sie wieder stärker an den bewaffneten Arm der Organisation in der  Türkei anzubinden und die Geldflüsse zu steigern.  Dazu habe er unter anderem die Gebietsverantwortlichen wieder straffer geführt, deren “Schlendrian” kritisiert, Aktivitäten wie Schulungen, Jugendcamps, etc.… weiter lesen

07.02.2012 von annette hauschild
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Plädoyers in Düsseldorf

von annette hauschild

Bundesanwalt Homann und Staatsanwältin Köhler hielten vor 2 Wochen  ihr Plädoyer. Sadi Naci Ö. und Ünal D. werden Rädelsführerschaft bzw Mitgliedschaft in der DHKP-C und in einem Fall schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Für Sadi Naci Ö. fordert die Anklage   6 Jahre und 6 Monate Freiheitsstrafe wegen Rädelsführerschaft  und für Ünal Kaplan D. 4 Jahre und 6 Monate wegen Mitgliedschaft in der DHKP-C. Homann war schon im Verfahren gegen Nurhan E, Cengiz O  und Ahmet I Sitzungsvertreter des Generalbundesanwalts und auch im DHKP-C-Verfahren vor dem OLG Stuttgart.

 Sadi Naci Ö, ein  Mann mit grauem Haar und Brille,  soll von 2007 bis 2009 Deutschlandverantwortlicher der verbotenen DHKP-C gewesen sein. Vor allem werden ihm Geldsammlungen zur Unterstützung der Organisation der DHKP-C vorgeworfen. Er wurde 2007 von Frankreich aus in die Bundesrepublik Deutschland eingeschleust. Zuvor hat er mehr als 13 Jahre in türkischer Haft verbracht. Er war  als junger Student wie hunderte anderer Linker nach dem Militärputsch 1980 in der Türkei inhaftiert worden.

Ünal D.… weiter lesen

25.01.2012 von annette hauschild
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Düsseldorfer DHKP-C-Prozess: die Verteidigung plädiert

von annette hauschild

Von der Pressestelle des OLG Düsseldorf erhielt ich die Auskunft, dass morgen, Mittwoch den 25.1. im DHKP-C-Prozess gegen Sadi Ö. und Ünal D. die Verteidiger ihre Plädoyers beginnen werden. Auch der Donnerstag ist für die Verteidiger vorgesehen. Die Angeklagten haben das letzte Wort am 1. und 2. Februar, voraussichtlich am 8. Februar soll das Urteil verkündet werden.

Ich konnte diesen Prozess nicht beobachten, weil er sich mit anderen zum Teil zeitlich überschnitt, werde aber eine Zusammenfassung nachliefern.

 

 

23.09.2011 von annette hauschild
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Alatin A. erhält Bewährungsstrafe

von annette hauschild

Vorgestern, nach längerer Abwesenheit aus Düsseldorf, erfuhr mein Kollege Helmut, dass das Verfahren gegen Alatin A. vor ein paar Wochen sang- und klanglos mit einer Verurteilung zu 2 Jahren auf Bewährung beendet wurde. Das OLG hatte dieses Verfahren nicht an die große Glocke gehängt.  Anklage und Verteidigung haben Revision eingelegt. Den Bundesanwälten ist die Strafzumessung zu niedrig  – sie hatten 3 Jahre Haft beantragt. Die Verteidung ficht das Urteil wegen Verfahrenshindernissen an. Sie hatte von Anfang eine Einstellung des Verfahrens nach § 260 StPO Abs. 3  http://dejure.org/gesetze/StPO/260.html beantragt. Der Prozess war unter den gegenwärtigen§ 129b- Strafverfahren gegen türkische Linke etwas Besonderes, denn A, der Adjutant der Deutschlandführung der Anatolischen Föderation unter Nurhan E. gewesen sein soll, war bei seinem Asylantrag in der Bundesrepublik vom Bundesnachrichtendienst als V-Mann angeworben worden und  hatte 6 Jahre lang dem BND  zugearbeitet. Er hat den Schlapphüten viel erzählt über die Struktur der Anatolischen Föderation. Der Prozess fand zum Teil  unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, denn alles, was die Zusammenarbeit mit den Schlapphüten… weiter lesen

09.06.2011 von annette hauschild
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Neues DHKP-C-Verfahren in Düsseldorf

von annette hauschild

Seit dem  19.Mai läuft gegen 2 weitere türkische Angeklagte ein Verfahren wegen Mitgliedschaft in der DHKP-C . Es handelt sich um zwei Männer namens Sadi Naci Ö und Ünal D.. Ünal D’s Schwester hatte ich als Zuschauerin in dem Verfahren gegen Nurhan E, und Ahmet I. kennengelernt, sie ist Ahmet I.’s Frau, Ünal D ist mithin Ahmet I’s Schwager. Die Anklage wirft Sadi Ö vor, nach Nurhan E. Deutschlandverantwortlicher der DHKP-C gewesen zu sein. Ünal D soll Gebietsverantwortlicher gewesen sein.

Ein Teil der Anklage fußt, wie in den Verfahren gegen Nurhan E, CengiZ. Ö, Ahmet I., Faruk E. und im  Stuttgarter DHKP-C Verfahren gegen die türkischen Rechtsanwälte Mustafa A. und Ahmet Y. u.a. auf einem umfangreichen Aktenfund in den Niederlanden in dem Pressebüro Özgürlük, das der DHKP-C zugerechnet wird.  Die niederländische Polizei hatte 1,2 Terabite Daten im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens den deutschen Behörden überlassen. Diese Akten werden von BKA und Bundesanwaltschaft als Archiv der… weiter lesen

20.03.2011 von annette hauschild
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Die Beweisaufnahme im Fall Faruk E. wurde wieder geöffnet

von annette hauschild

In der Woche vor Karneval ging die Verhandlung gegen Faruk E. weiter.  Die Verteidiger hatten vorher mehrfach bekundet, dass sie die Rechte der Verteidigung beschnitten sähen, wenn die Beweisaufnahme jetzt endgültig geschlossen würde, und beantragt, mehrere Zeugen in der Türkei kommissarisch oder per Videovernehmung vernehmen zu lassen oder  deren Aussagen per Urkundenbeweis in den Prozess einzuführen. Sie wollen damit zweierlei nachweisen: 1.  dass Faruk sich in der fraglichen Zeit, im Jahr 1993, in der Türkei aufgehalten habe und nicht, wie die Anklage behauptet, in Deutschland, und 2., dass der ”Kronzeuge” Semih G gelogen habe, sowohl hinsichtlich der Frage, ob er Folter erlitten habe, wie auch hinsichtlich seiner Beschuldigung gegen Faruk.  Der Senat versprach sich davon keinen neuen Erkenntnisgewinn, u.a., weil diese Zeugen der Organisation von Faruk angehören würden und eine Zeugin sogar von dieser Organisation im Gefängnis unterstützt werde. Als ich  nachher die Ausführungen des Rechtsanwalts Dr. Martin Rademacher aus Düsseldorf und des Referendars Stefan Sell zum Thema “Auslandszeuge” las, stieß ich auf folgende Passage… weiter lesen

14.02.2011 von annette hauschild
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§ 129b-Verfahren mit Tücken

von annette hauschild

 

Seit etwa 2 Jahren läuft vor dem 2. Strafsenat des OLG Düsseldorf  unter dem Vorsitzenden Richter Bertold Klein ein Staatsschutzverfahren gegen den ausgebürgerten Türken Faruk E, der beschuldigt wird, ein Mitglied des Zentralkommittees der verbotenen türkischen DHKP-C zu sein. Er soll in dieser Eigenschaft in den 90er Jahren in der Türkei zahlreiche Brand- und Sprengstoffanschläge, teils durch Selbstmordattentäter  u.a. auf Angehörige der türkischen Justiz, der Polizei und auf “Abtrünnige”  veranlaßt haben. Die Anklage lautete ursprünglich auf Mord, Mordversuch und Rädelsführerschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Außerdem sollte er in Europa, auch in der Bundesrepublik  Deutschland, für die Eintreibung von “Zwangsspenden” und die Beschaffung von Waffen und Sprengstoff für die Guerilla in der Türkei gesorgt haben.

Seit fast vier Jahren sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Elf Jahre lang hatte er sich in Deutschland versteckt, vor allem in Nordrhein-Westfalen, wechselte alle paar Monate die Wohnung. Festgenommen wurde er mit seinem Betreuer Ilhan D.  in Hagen. E. ist krank, er litt jahrelang unter Psychose und… weiter lesen

19.01.2011 von annette hauschild
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Prozess gegen Aattila A hat begonnen

von annette hauschild

Das Strukturermittlungsverfahren gegen die türkische linke Guerilla DHKP-C geht in die nächste Runde.

Vergangene Woche begann vor dem 5. Strafsenat des OLG Düsseldorf unter der Vorsitzenden Richterin Barbara Havlitza das lang angekündigte Strafverfahren gegen einen weiteren Mann, der ein hoher Funktinär der DHKP-C gewesen sein soll.

Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass der Mann ein V-Mann des Bundesnachrichtendiuenstes (BND) gewesen sein soll. Schon im Vorfeld waren gegen ihn seitens der Soliszene und der türkischen Zuschauer in den anderen Prozessen Verdächtigungen laut geworden über seine angebliche V-Mann-Tätigkeit u.a. gegen Nurhan E. und Faruk E.

Gähnende Leere am Mittwoch morgen auf den Zuschauerbänken, als ich den Saal betrat. Auch der Senat war noch nicht erschienen. Keine Solidaritätsgruppen, keine Familienangehörige waren anwesend, wie sonst bei Prozessen gegen türkische Linke.  Vor mir auf der Verteidigerseite saß ein schmaler, dunkelhaariger Mann, er drehte sich um, als ich an die Glasscheibe trat, und sah zu mir… weiter lesen