16.04.2013 von annette hauschild
Heute wird die Anklage gegen den Islamisten Ahmed K. erhoben. Er wurde im vergangenen Jahr auf dem Flughafen Köln/Bonn festgenommen, als er gerade nach Tunis fliegen wollte. Die Anklage wirft ihm vor, als Spendensammler und Rekruteur für die Islamische Bewegung Usbekistans in Deutschland tätig gewesen zu sein und betitelt ihn als deren “Statthalter”.Er soll enge Kontakte zur Führungsebene der IBU in Waziristan unterhalten haben. Diese sollen nach Presseberichten nicht nur ideologischer Art gewesen sein, denn seine Schwester sei mit dem – Gerüchten zufolge gefallenen – Mounir Chouka verheiratet gewesen.
Hier die Pressemitteilung des Oberlandesgerichts:
http://www.olg-duesseldorf.nrw.de/behoerde/presse/Presse_aktuell/20130411_Prozessbeginn-IBU/index.php
Pressemitteilung des Generalbundesanwalts:
http://www.generalbundesanwalt.de/de/showpress.php?themenid=15&newsid=464
15.04.2013 von annette hauschild
Ich habe mir viel Zeit gelassen, den weiteren Prozess gegen die Brüder Turgay und Ömer C zu beobachten, bin aber nicht dazu gekommen, hier weiter zu berichten. Das soll jetzt nachgeholt werden.
Zunächst: Mittlerweile ist das Urteil auch gegen Ömer gefallen: 6 Jahre Haft. Es ist noch nicht rechtskräftig, da die Verteidigung Revision eingelegt hat. Dazu später mehr.
Hier gehe ich noch mal auf die Einlassung des älteren Bruders vom Sommer letzten Jahres ein und auf das Verhalten des Gerichts.
Das Geständnis selbst war nur spärlich, in einem halben Tag war Turgay mit der Einlassung und den darauffolgenden Fragen durch.
Denoch gingen daraus etliche Informationen über die Struktur der Kaplan-Bewegung hervor. Die sind allerdings nicht neu: Es gab wohl Schulen (sogenannte Imam-Hatip-Schulen) in der Türkei – Turgay nannte die Städte Bursa und Konya – die der Bewegung nahestanden oder dem Verband gehörten, und auch in Jordanien und Syrien gab… weiter lesen
30.09.2012 von annette hauschild
Montag vorvergangener Woche erzählte mir ein Freund gegen 18:30 Uhr, er habe beim Vorbeiradeln in Bonn am Stiftsplatz maskierte Polizisten bei einer Razzia gesehen. Ich fuhr sofort hin, aber es war schon alles vorbei. Tags drauf stand es dann in der Zeitung: ein junger Mann sei festgenommen worden. 20 Jahre alt, Afghane und Deutscher, in St. Augustin aufgewachsen, wohnte seit längerem in Offenbach. Er stand schon länger unter Beobachtung. Er war wohl auf dem Weg zu seinem Anwalt Carsten Rubarth gewesen.
Der Mann soll 20 Jahre alt sein. Vorgeworfen wird ihm laut Pressemitteilung des Generalbundesanwalts zur Zeit, dass er im Herbst 2010 etwa 800 Euro über einen Finanzdienstleister an die IBU nach Waziristan geschickt haben soll. Er soll sich seit Oktober 2011 Mitglied der IBU gewesen sein (nach § 129b Abs. 1 i.V.m. § 129a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5 StGB), der Organisation Rekruten vermittelt und Informationen über die politische… weiter lesen
03.09.2012 von annette hauschild
Am 31.7. wurde der Prozess gegen Turgay, den älteren der beiden angeklagten Brüder, nach 5 Monaten Beweisaufnahme beendet. Turgay, verteidigt durch die Rechtsanwälte Jasper Marten (Krefeld) und Johannes Pausch, ging auf einen Vorschlag des Senatsvorsitzenden Dr Frank Schreiber zur Verständigung im Strafprozess ein. Der hatte beiden Brüdern vorgeschlagen, durch ein umfassendes Geständnis das Verfahren zügig zu beenden. Der ältere Bruder willigte ein, sein jüngerer Bruder Ömer und dessen Verteidigerteam Axel Nagler und Marc Decker (Krefeld) nicht.
Ömer schien an diesem Tag ziemlich nervös zu sein.
Dann verlas Turgay seine Erklärung auf Deutsch. Er sei in einer Familie mit 6 Kindern geboren worden, in Deutschland zur Grundschule gegangen und dann auf eine Schule in der Türkei geschickt worden, auf der er einen Abschluss gemacht habe, der aber in Deutschland nicht anerkannt worden sei. (Anm. AH: Ich habe nicht klar hören können, welche Schule er nannte. Es war eine Schule, die in der… weiter lesen
09.04.2012 von annette hauschild
Seit 3 Wochen steht vor dem OLG Koblenz der Hamburger Jihadist Ahmad S. Er ist der Mitgliedschaft in den ausländischen terroristischen Vereinigungen Islamische Bewegung Usbekistans (IBU) und Al Qaida angeklagt. S. war mit seiner Frau, seinem jüngeren Bruder Suleyman und einem weiteren Paar im Rahmen einer “Reisegruppe” aus dem Umkreis von Hamburger Jihadisten 2009 nach Waziristan gelangt, hatte dort eine Ausbildung in einem Lager der IJU absolviert, sich dann aber der Al Qaida angenähert. Er wurde von Sheikh Younis al Mauretani vor seiner Rückkehr nach Deutschland in den Programmen Camouflage und Mujahideens secret unterrichtet. Als die pakistanische Armee in ihrer Frühjahrsoffensive 2010 von Südwaziristan nach Norden vordrang, zogen sich die Aufständischen nach Nordwaziristan zurück und Ahmad S plante für sich und seine Frau die Rückreise. Auf dem Rückweg über Kabul nach Deutschland wurde er in der afghanischen Hauptstadt von Amerikanern gekidnappt, monatelang verhört und schließlich den deutschen Behörden übergeben. Sein… weiter lesen
04.03.2012 von annette hauschild
Morgen wird die Hauptverhandlung gegen zwei Brüder, Anhänger des als “Kalif von Köln” verurteilten Metin Kaplan vor dem 5. Strafsenat des OLG Düsseldorf eröffnet. Die beiden waren vor etwa 8 Monaten in Köln und Essen festgenommen worden. Der ältere Bruder, Turgay C., soll ein Schwiegersohn des “Kalifen” Metin Kaplan sein. Er soll der IBU 39.000 Euro weitergeleitet haben. Sein jüngerer Bruder soll sich in einem Ausbildungslager der Islamischen Bewegung Usbekistan einer Ausbildung im Guerilla-Kampf unterzogen haben.
Für die Hauptverhandlung sind zunächst 30 Tage bis Juni 2012 angesetzt. Dieser Prozess wird sicherlich von der Presse intensiv begleitet werden, sodass ich mich auf einige Stippvisiten beschränken werde, da parallel in Koblenz noch die Verfahren gegen Hussam S und Ahmet S. laufen.
31.08.2010 von annette hauschild
Der junge Deutsche Talib, der vor kurzem in Pakistan festgenommen wurde, als er sich auf dem Weg zur deutschen Botschaft befand, ist am Mittwoch, den 25. August, auf dem Flughafen Frankfurt/Main vom LKA Hamburg verhaftet worden. Ihm wird Mitgliedschaft in der “Islamischen Bewegung Usbekistans” (IBU) vorgeworfen.
06.07.2010 von annette hauschild
Manchmal sind auch die sonst eher dröge wirkenden Fragestunden des Bundestags überaus erhellend. In diesen Fragestunden geschieht die wichtige, von der Öffentlichkeit leider kaum wahrgenommene Kleinarbeit des Parlaments. So war es am Donnerstag, den 1.7.. Hans Christian Ströbele, grüner Abgeordneter im Bundestag, fragte die Bundesregierung, ob das BKA bei der Festnahme des 25 jährigen Hamburger Islamisten Rami M in Pakistan dem Geheimdienst ISI Daten geliefert habe. Das haben jedenfalls die Angehörigen des deutsch-syrischen Doppelstaatlers gegenüber dem Spiegel behauptet.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,704479,00.html
Es habe einen Streit zwischen dem Innenministerium und dem Auswärtigen Amt gegeben, so der Spiegel. Rami M habe mit der Deutschen Botschaft telefoniert, um Ersatz für seinen verlorenen Reisepass zu erhalten. Er habe mit der Botschaft vereinbart, nach Deutschland ausreisen zu wollen und sich hier den Behörden zu stellen. Das Innenministerium soll gewarnt haben, man dürfe ihn nicht auf das Botschaftsgelände lassen. Immerhin soll der Mann im Umgang mit Sprengstoffen ausgebildet worden sein.
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