18.05.2010 von annette hauschild
Zur letzten Woche beim OLG Koblenz muß ich etwas nachtragen: Wie ich hörte, war Dejan B aus Bonn als Zeuge geladen. Mein Mann klärte mich später auf: “Das ist eine ziemlich auffallende Erscheinung, hellhäutig, roter Bart. Meist läuft er in arabischer Herrentracht rum.”
Yannik N., der Hauptzeuge im vorangegangenen Al-Qaida-Verfahren gegen seinen Stiefvater Aleem N., hatte ausgesagt, er habe einen Mann namens Abu Ibrahim, mit rötlichem Bart, in Pakistan gesehen. Die Behörden nehmen an, dass Dejan B. dieser Abu Ibrahim ist.
Nun, Dejan B. war gegenüber den Gericht offenbar recht zugeknöpft und hat sich auf das Zeugnisverweigerungsrecht nach § 55 StPO berufen.
Beim Googeln fand ich eine Menge religiöser Bücher, die Dejan B. verfasst hat. Er vertreibt orientalische Einrichtungsgegenstände bei Ebay. Und dann fiel mir ein, dass ich ihn doch einmal gesehen haben muß: vor etwa 2 Jahren abends in der Dämmerung auf dem Weihnachtsmarkt in Bad Godesberg. Da gab es einen sehr schnuckeligen Stand mit orientalischen Lampen, Düftölen, etc, besetzt mit einem Paar,… weiter lesen
25.11.2009 von annette hauschild
Am Krankenbett hat man ja die Möglichkeit, Internet zu lesen, wenn man sich langweilt. Gerade eben um 14 Uhr kam von ddp die Meldung, dass der Verfassungsschutz Baden-Württemberg, der vor zwei Jahren noch die Islamische Jihad Union als Internet-Hoax bezeichnet hatte, dem Gericht eine Behördenstellungnahme vorgelegt habe. Der neueste Stand der Erkenntnis fußt auf “bisherigen Erkenntnissen und den Geständnissen der Angeklagten”. Das war zu erwarten, ist also nicht überraschend. Nur die “bisherigen Erkenntnisse” sind mir immer noch etwas nebulös. Die Stuttgarter sehen nun die Islamische Jihad Union leibhaftig vor sich. Auch der Bundesnachrichtendienst, der am Dienstag, also gestern, zur Sache aussagte, geht von der Existenz dieser Organisation aus.
Mittlerweile also ist die Existenz der IJU amtlich bestätigt. Was ist jedoch mit der nach wie vor unwidersprochenen Aussage des usbekischen Geheimdienst-Überlaufers, dass diese Organisation eine Gründung des usbekischen Geheimdienstes sei? Und mit den Erklärungen des ehemaligen britischen Botschafters Craig Murray in Usbekistan,… weiter lesen
05.11.2009 von annette hauschild
In Italien wurden heute 23 CIA-Leute, die den ägyptischen Iman Abu Omar 2003 aus Mailand entführt hatten, in Abwesenheit zu Haftstrafen verurteilt, berichtet “La Repubblica”. Der CIA-Stationschef in Mailand, Robert Seldon Lady, wurde sogar zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Anklage gegen den ehemaligen Chef des italienischen Geheimdienstes Sismi, Nico Pollari, und seinen Vize wurde fallen gelassen aufgrund des Gesetzes über das “Staatswgeheimnis”. Abu Omar wurde über den US-Flughafen Ramstein nach Ägypten verbracht, dort inhaftiert, nach eigener Aussage gefoltert und erst im Frühjahr 2007 freigelassen. Sein Anwalt verlangt 14 millionenUS-Dollar Entschädigung.
http://www.repubblica.it/2009/09/sezioni/cronaca/processo-abu-omar/sentenza-abu-omar/sentenza-abu-omar.html
Mittlerweile hat auch Spiegel Online einen Artikel dazu eingestellt
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,659337,00.html