25.04.2011 von annette hauschild
Der Blog Counterterrorism wird eingestellt. Er war der erste multidizplinäre und von einem Autorenkollektiv betriebene Blog zum Thema Terrorismus.
http://counterterrorismblog.org/. Ausgesprochen schade. Es ging den Autoren wohl so wie vielen Bloggern: Man steckt viel Zeit und Mühe rein. Irgendwann muß man sich jedoch um den Lebensunterhalt kümmern und hat keine Kapazitäten mehr übrig. Aber die einzelnen Autoren werden auch woanders noch zu lesen sein.
Einen interessanten und außerdem noch sehr schön anzusehenden Blog macht Ahmad al Zaki, Studenten aus Münster, der in Israel und Palästina Zivildienst gemacht hat, gefunden http://maalamfiltariq.wordpress.com/ . Die erste Seite wird von einem Zitrusbaum geschmückt, in fröhlichen mediterranen Farben. Der Blog befaßt sich mit dem politischen Islam der jihadistischen und salafistischen Ausprägung. Hier wird endlich mal ausführlich und, wie ich meine, auch für Nicht-Islamwissenaftler verständlich über salafistische und jihadistische Autoren, deren Werke und ihre Rezeption geschrieben, denn die liefern ja das theologische und juristische (im Sinne der Sharia) Gerüst auch für die Jihadisten. Solche Informationen fehlten mir… weiter lesen
18.04.2011 von annette hauschild
Nachtrag vom 13.4.:
hier ein Beitrag aus den sogenannten Sinjar- Akten, die die US-Truppen 2007 im Irak bei einem Al Kaida-Lager gefunden haben.
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/webster-g-tarpley/cia-rebellen-in-libyen-dieselben-terroristen-die-im-irak-nato-und-us-soldaten-ermordet-haben.html
Danach kamen mehr als 10 Prozent der jungen ausländischen Jihad-Kämpfer, deren Heimatorte bekannt waren, aus Bengazi, und ein Viertel aus der Stadt Damah. Es gibt eine magrebinische al Qaida, und die libyschen Islamisten haben sich vor einigen Jahren der Al Qaida angeschlossen. Das sieht ganz nach einem Rekrutierungsschwerpunkt der Al Qaida im Maghreb in Libyen aus. Aber weshalb so viele? Armut und Arbeitslosigkeit als Grund? Brauchten die jungen Leute nur das Geld, war es religiös-ideologische Verblendung oder wurden sie in den Kampf geschickt von anderen?
Fragt sich eigentlich jemand, warum die Rebellen in Bengazi dauernd vor und in Moscheen oder beim Beten abgelichtet werden? Und warum sie so verdammt gut mit Waffen umgehen können? Sind sie wirklich nur von den Amis ausgebildet worden?
hier ein Link auf… weiter lesen
03.05.2010 von annette hauschild
Es gibt wieder eine Meldung, dass der junge saarländische Islamist Eric Breininger, der den Kampfnamen Abdulgaffar el almani getragen haben soll, gestorben sein soll. In der Nacht von Sonntag auf Heute ging die Meldung durch die Agenturen. Die Quelle ist eine türkische islamistische Webseite. Das BKA prüft noch die Autentizität der Botschaft.
13.04.2010 von annette hauschild
Gestern am 46. Verhandlungstag, gab es in Koblenz eine echte Überraschung. Ömer Ö., dem Unterstützung der Al Qaida und Verstoß gegen § 34 AWG vorgeworfen wird, outete sich endlich als Jihad-Kämpfer.Er hatte schon zu Beginn des Verfahrens angedeutet, dass er Angaben machen wolle, nun tat er es. Er habe 2006 tatsächlich zwei Ausbildungslager in Pakistan besucht, so wie es ihm vorgeworfen werde. Das erste sei ein Lager einer Al Qaida-Gruppe in Waziristan gewesen, danach sei er noch in ein Taliban-Lager im SWAT-Tal gegangen, weil man in dem ersten Lager aufgrund der beleibten saudischen Freiwilligen nicht so viel habe lernen können. Die hätten die Ausbildung behindert. Nicht sehr schmeichelhafte Worte für die “Brüder”. Er meinte, auch in Saudi-Arabien habe schon die Fast-Food-Ideologie Einzug gehalten. Detailliert beschrieb er den Weg in die Lager: über die Türkei, die iranische Stadt Sahedan (Treffpunkt war dort die Mekki-Moschee, so wie bei uns in Köln die Domplatte vor dem Kölner Dom), die weiteren Stationen, die… weiter lesen
12.01.2010 von annette hauschild
Nach der Weihnachtspause wurde heute weiterhin der wegen Unterstützung der Al Qaida zu 8 Jahren verurteilte Aleem N. gehört. Die Generalbundesanwaltschaft und die Verteidigung waren mit Fragen dran.
Das Gericht gab heute früh die Entscheidung über die Haftbeschwerde bekannt, die Sermets Verteidigung, die Anwälte Michael Ried und Stefan Holoch, über die Jahreswende erhoben hatten. Ein Wermutstropfen für den Angeklagten und seine Verteidiger, denn Ried hatte gehofft, dass Sermet bis zum Prozessende auf freien Fuß gesetzt werde. Er bleibt weiterhin in Haft. Immerhin: Der Senat hat die Anklage gegen Sermet I. reduziert: von Mitgliedschaft auf lediglich Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung.
Treue bis in den Tod
Eine besondere Rolle spielt in diesem Prozess, wie in dem “Sauerland-Verfahren”, die Frage, ob ein “Treueid” gegenüber einem militärischen Führer (“Emir”) geleistet wurde, und welche Bedeutung ein solcher Treueid hat. Es gibt offensichtlich verschiedene Sichtweisen unter den Angeklagten, je nach Bedarf.
Einvernehmen herrscht bei der Frage des Gehorsams gegenüber dem Anführer, dem Treue… weiter lesen
08.12.2009 von annette hauschild
Gestern gab es beim Prozess gegen Ömer Ö. und Sermet I. am OLG Koblenz zwei Befangenheitsanträge der Verteidigung gegen die Vorsitzende Plettner und Beisitzerin Hardt. Der gleiche Senat hatte vor einem halben Jahr in dem Vorgängerverfahren Aleem N. zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Die Befangenheitsanträge begründen sich auf Passagen in der schriftlichen Urteilsbegründung, in denen Aussagen zu einer möglichen Tatbeteiligung der beiden jetzt Angeklagten getroffen wurden. Da das Urteil mindestens mit 2:1 Stimmen gefällt worden sei, sei nicht auszuschließen, dass mindestens eine der beiden Richterinnen für die Haftstrafe gewesen sei und daher gegen die Angeklagten befangen sei aufgrund richterlicher Vorbefassung.
Nun, dieser Antrag war zu erwarten. Der Senat entscheidet am Donnerstag, den 10. 12. über die Prüfung der Befangenheit. Bis dahin geht die Beweisaufnahme weiter. Dann sehen wir, ob der Prozess platzt.
21.10.2009 von annette hauschild
Zur Zeit finden zwei Strafprozesse wegen der Mitgliedschaft in ausländischen terroristischen Vereinigungen mit jihadistischer Orientierung (§ 129b) an Oberlandesgerichten statt: der Prozess gegen die sogenannte “Sauerland-Gruppe” in Düsseldorf und in Koblenz der Prozess gegen zwei junge Männer, denen mitgliedschaftliche Unterstützung der Al Qaida vorgeworfen wird. Das Frankfurter Strafverfahren gegen Bekannte von Adem Yilmaz, die der Unterstützung der Islamischen Jihad Union angeklagt waren, ist letzte Woche mit Haftstrafenurteilen beendet worden.
Gegenwärtig sind die Richter allerdings in den Herbstferien. Zeit also für einen kurzen Rückblick auf das, was bisher im Prozess gegen die sogenannte “Sauerland-Gruppe” in Düsseldorf geschah.Die vier Angeklagten hatten im Sommer umfangreiche Geständnisse abgelegt, die Vernehmungen dazu sind beinahe beendet. Das verlief wie ein Episodenfilm, die Geschichten der vier Beschuldigten wurden detailliert dargelegt, insbesondere, wie sie sich kennenlernten, ihre jeweiligen Aufenthalte in einem Ausbildungslager in Waziristan und die Art und Weise der Zusammenarbeit bei der Beschaffung und dem Bau der vermeintlichen Bombe… weiter lesen