Ich sprach gerade mit der Pressestelle des BKA über ein Drohvideo, das vor einigen Tagen im Netz aufgetaucht war. In dem Video droht ein junger Mann in einem Keller mit Anschlägen, wenn Daniel Sch., der im sogenannten “Sauerland Verfahren” verurteilte Terrorist, nicht freigelassen würde. Da sagte mir mein Gesprächspartner: “Übrigens läuft gerade etwas über eine Festnahme in diesem Zusammenhang im ZDF”. Er verwies auf die Zuständigkeit der saarländischen Polizei: die beobachte seit einiger Zeit Leute, die im Zusammenhang mit der islamistischen Gruppe stehen sollen, aus der Daniel Sch. hervorgegangen ist. Beim LKA Saarbrücken laufen jedenfalls die Drähte heiß. “So viele Anrufe wie heute gibt es im ganzen Jahr nicht”, wurde mir gesagt. Deshalb gibt es heute nachmittag eine Pressekonferenz. Der Südwestrundfunk-Kollege Holger Schmidt hat darüber schon vor einigen Tagen berichtet und auch über Daniel Sch.’s Abwehrreaktion. Der wolle gar nicht freikommen, sondern in der Haft seine Ausbildung machen. Das haben der oder die Sympathisant/en offenbar gar… weiter lesen
Posts Tagged ‘Sauerlandgruppe’
Liebe LeserInnen, es gibt einen wunderbaren Blog des SWR-Journalisten Holger Schmidt, den zu lesen mir immer viel Vergnügen bereitet.
Hier der Link: http://www.swr.de/blog/sauerland-verfahren/ Er hat die beiden Koblenzer Al Qaida-Prozesse und auch das Verfahren gegen die “Sauerlandgruppe” in Düsseldorf beobachtet. Politisch sind wir nicht einer Meinung. Aber er ist ein guter Beobachter und seine Schilderungen von den Abläufen, Pannen, Erfolgen, den Gefühlen und der Atmosphäre im Gerichtssaal sind sehr eindrücklich. Es lohnt sich immer wieder reinzuschauen.
Gestern am 46. Verhandlungstag, gab es in Koblenz eine echte Überraschung. Ömer Ö., dem Unterstützung der Al Qaida und Verstoß gegen § 34 AWG vorgeworfen wird, outete sich endlich als Jihad-Kämpfer.Er hatte schon zu Beginn des Verfahrens angedeutet, dass er Angaben machen wolle, nun tat er es. Er habe 2006 tatsächlich zwei Ausbildungslager in Pakistan besucht, so wie es ihm vorgeworfen werde. Das erste sei ein Lager einer Al Qaida-Gruppe in Waziristan gewesen, danach sei er noch in ein Taliban-Lager im SWAT-Tal gegangen, weil man in dem ersten Lager aufgrund der beleibten saudischen Freiwilligen nicht so viel habe lernen können. Die hätten die Ausbildung behindert. Nicht sehr schmeichelhafte Worte für die “Brüder”. Er meinte, auch in Saudi-Arabien habe schon die Fast-Food-Ideologie Einzug gehalten. Detailliert beschrieb er den Weg in die Lager: über die Türkei, die iranische Stadt Sahedan (Treffpunkt war dort die Mekki-Moschee, so wie bei uns in Köln die Domplatte vor dem Kölner Dom), die weiteren Stationen, die… weiter lesen