Vegetarismus ist veraltet
von Anke SchuhardtOb sich die Fleischesser in Zukunft vor den Vegetariern dafür rechtfertigen müssen, dass sie Tiere umbringen? Spätestens seit “Tiere essen” die Bestellerlisten erorbert hat, gehört mindestens ein Vegetarier in jeden guten Freundeskreis. Doch auch der Verzehr von Käse, Milch oder Eiern hat tödliche Konsequenzen für die Tiere, erzählte Christian Vagedes gestern im ersten Teil unseres Interviews. Christian ist Gründer und erster Vorsitzender der Veganen Gesellschaft Deutschland und für ihn ist der Vegetarismus nicht der richtige Weg zu einer besseren Gesellschaft.
Wie stehst du zu Aktionen wie dem Veggie Day – also einmal die Woche auf Fleisch zu verzichten und damit auch den Vegetarismus zu fördern?
Im Grunde genommen bin ich natürlich für alle solche Aktionen, aber ich fände es besser, wenn man den Leuten gleich reinen Wein einschenken würde. In anderen Ländern passiert das auch. In Amerika würde keiner auf die Idee kommen, die Menschen erstmal zu Vegetarien zu machen. Außer vielleicht jetzt Jonathan Safran Foer. Aber in Amerika ist vegetarisch eigentlich gleich vegan. In Australien gibt es zum Beispiel Aktionen wie easy vegan, bei denen die Menschen überzeugt werden, lieber vegan zu werden – und das betrachtet dort niemand als Problem. Ich glaube, dass dieses Vegetarische mit eingefahrenen Denkmustern zu tun hat, die in Europa entwickelt worden sind und möglicherweise auch durch Teile der Industrie eingepflanzt wurden. Man darf nicht vergessen, dass die Milch- und Eierproduktion heute parallel zur Fleischproduktion läuft.
Der Kaberettist Hagen Rether hat gefragt wie es sein kann, dass ein Mann wie Paul McCartney, der den Meatless Monday in England eingeführt hat und der schon jahrzehntelang Vegetarier ist, dass gerade er jetzt Werbung dafür macht, dass wir sechs mal die Woche Fleisch essen sollen. Das ist natürlich überspitzt und Kabarett, aber da steckt eine wichtige Botschaft drin. Ich bin mit ziemlich sicher, dass das nicht der richtige Weg ist. Rudolf Steiner hat mal gesagt, dass ein Reformwerk, das nicht aus dem Herzen, das nicht wirklich aus innerer Überzeugung gemacht wird, mehr Schaden als Nutzen bringen kann. Ich glaube, dass das stimmt.
Aber überfordert man die Menschen nicht, wenn man möchte, dass sie gleich vegan leben?
Ich glaube nicht, dass man die Menschen überfordert, weil die Alternativen ja schon da sind. Man muss den Menschen sagen, dass diese Möglichkeiten existieren, dass man sich daran gewöhnen kann und dass es total Spaß macht. Man fühlt sich auch einfach besser, mir hat es damals auch mental sehr gut getan Veganer zu werden – ich habe gleichzeitig auch seitdem kein Fernsehen mehr gesehen. Durch das Internet bin ich natürlich trotzdem über alles informiert, aber ich habe die Glotze einfach ausgemacht. Stattdessen haben wir Bücher gelesen. Auch körperlich fühle ich mich besser, tierisches Protein und Fett belastet den Körper total. Ich betrachte das wirklich nicht als Verzicht. Wenn man sich mal näher mit den Hintergründen beschäftigt, zum Beispiel was alles in einem Ei oder in Milch drin ist und wie es heute hergestellt wird – das sind fast völlig synthetische Produkte. Das hat auch mit Natur nichts mehr zu tun.
Und wenn man sich erst einmal zum Ziel setzten würde, die Massentierhaltung zu reduzieren?
Ich muss dir ganz ehrlich sagen, das widerspricht der kapitalistischen Produktionslogik. Es wird stets 30 % über die eigentliche Nachfrage hinaus geschlachtet. Eine minimale Reduktion des Konsums nichtveganer Produkte läuft somit ins Leere, während ein Totalausstieg aus dem Konsum nichtveganer Produkte am Markt durchaus spürbar ist und eine große Hebelwirkung hat. Lauthals propagierte Versuche, den Konsum ein bisschen einzuschränken, sind also Unsinn, während die komplette Einstellung des Konsums nichtveganer Produkte sinnvoll ist. Ich glaube es ist auch eine Unterstellung, dass jeder deutsche Haushalt jeden Tag bergeweise Fleisch essen würde. Ich glaube, das entspricht nicht der Realität. Ich weiß, dass meine eigene Familie nicht jeden Tag Fleisch isst und ich habe es früher auch nicht gemacht.
Du warst früher beim Vegetarierbund (VEBU) aktiv – wie kam es dann zur Gründung der VGD?
Ich habe das Corporate Design vom VEBU gemacht, da ich Designer bin. Ich bin aber nie Mitglied geworden, weil ich diesen Kuschelkurs gegenüber Nestlé nicht mitmachen wollte: Der VEBU hat Werbeanzeigen der Marke Gardengourmet abgedruckt, die zu Tivall bzw. Nestlé gehört. Diese Produkte enthalten sogar Ei aus konventioneller Haltung. Diese Werbeanzeigen druckt der VEBU bis zum heutigen Tag ab. Die Diskussion, die ich da angestoßen habe, wurde erstickt. Du kannst es einfach nicht erörterten, du kannst es nicht diskutieren. Und da Vegetarismus für mich nicht mehr zeitgemäß ist, müssen wir schauen, dass wir im 21. Jahrhundert einen konsequenteren Schritt gehen. Es war naheliegend, eine neue Organisation zu gründen, die keine Kompromiss eingeht. Warum sollen wir das machen? Wenn wir doch überzeugt sind, brauchen wir nicht so einen Spagat zu machen. Die Entwicklung der VGD ist faszinierend zu beobachten. Sie zeigt mir, dass der Bedarf da ist und dass die Zeit reif ist für einen Aufbruch.
Fotos: Pressematerial Vegane Gesellschaft Deutschland und Udo Taubitz

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Richtig so!
Der einzige Weg, die Erde, die Natur und damit auch die Existenz der Menschheit zu retten ist die restlose Umstellung zum Veganismus!
Der Mensch hat schon zu lange die Ressourcen der Erde abgefressen wie ein Heuschreckenschwarm. Es ist zu spät, erst noch Bisschen Fleisch oder Vegetarier zu spielen. Radikales Umdenken ist gefragt in allen Bereichen, sei es der Veganismus, der sofortige Ausstieg der Atomenergie weltweit und das Zurückschrauben sämtlicher Luxuserwartungen, so wie sie von der Industrie- Pharma- und Finanzmachthabern uns als ‘normal’ vorgegaukelt werden.
Echter Luxus pur ist der Genuss einer unbespritzten Frucht, das kann einem jedes Kind vorleben.
“Auch körperlich fühle ich mich besser, tierisches Protein und Fett belastet den Körper total. ”
Oh ja, tierische Nahrungsmittel belasten den Körper eines biologischen Allesfressers:-) Mit anderen Worten, die Evolution hat uns eigentlich als Veganer ausgelegt, bloß die Menschheit hat das die ersten 200 000 Jahre ihrer Existenz nicht bemerkt. Gorillas sind vielleicht Veganer, aber Homo sapiens sicher nicht.
Nun, hoffentlich wird auch diese Modeerscheinung des Veganertums mal wieder abflauen. Ich weiß wirklich nicht, warum man sich schlecht fühlen soll, weil man Fleisch von Hühnern oder Kühen oder so isst. Was man machen müsste, ist die industrielle Lobby entmachten, die Hühnern nur ein DinA4 Blatt Raum zugesteht.
Veganer sondern regelmäßig einen solchen Quirl von Unsinn und Halbwahrheiten ab. Ob das am Essen liegt? Auf alle Fälle spielt dieses sektiererische Gehabe der Fleischmafia in die Hände.
Erstmal danke für den Beitrag;
Neue Wege gehn ist die spannende Hörspielcassete. Das Umdenken ist der Faktor, der den Veganer ausmacht. Das plötzliche Erwachen; das endlich mal bewusst werdene; das Kennenlernen der Communities;
Die Konditionen für Veganer sind im Eigenen Leben schon so programmiert, dass uns der Absprung erleichtert wurde.
Die Chance länger zu leben, die Möglichkeit der Entwicklung.
Das Ego erkennen und größtenteils abschalten.
Schnickers, Maars, hier noch nen Eis ist ad Akta.
Jeden Moment bewusst sein.
Die Umsetzung im Alltag ist tatsächlich schwierig.
ist aber machbar und lohnt sich auch im Geldbeutel.
Ich bitte hier ebenfalls bei den Tatsachen zu bleiben.
a) Die heutige Fleischindustrie hat genau nichts mehr mit “vor 200.000 haben wir mal Tiere aus der freien Natur gejagt” zu tun (Chemisierung, Stresshormone im Fleisch, Ihr erinnert Euch auch sicher noch an den “Gammelfleisch-Skandal”) Es gibt tatsächlich Menschen auf dieser Erde, die
seit jeher KEIN FLEISCH GEGESSEN HABEN – bitte mal googeln (Indien, Afrika) – und die Evolution hat diese trotzdem weiterleben lassen – meinst Du, dass war ein Versehen?
b) Ich bin Diabetikerin (TYP I – nicht übergewichtiger Typ II)) und spritze – seit ich vegan esse – weniger Insulin. Das ist eine Tatsache und keine Halbwahrheit! Es hat nicht nur mit bewusster Ernährung zu tun (mal bitte auch die China-Study lesen und keinem Mainstream auf den Leim gehen), sondern einfach mit einem rundum bewussten Leben.
c) Wer es selbst nicht ausprobiert hat, kann überhaupt nicht mitreden – das war schon immer so (bestimmt auch vor 200.000 Jahren). Das hat allerdings mit Gewohnheiten, Ängster vor Veränderung etc. zu tun – lernt man ja in jedem Projekt aufs neue kennen (Jede Gruppe setzt sich aus 4 verschiedenen Charakteren zusammen: Der Veränderer, die Zuschauer, die Ahnungslosen, die Verhinderer und Bewahrer)!? Ale moderner Mensch im 21. Jahrhundert sollten wir uns doch solangsam wieder weiterentwickeln, nein?
d) Schon mal daran gedacht, dass die Tiere (der Reichen) das Brot der Armen fressen?! Fiktives Szenario: Nehmen wir an die atomar belasteten Teilchen gelangen nach Nord- und Südamerika und es gäbe einen Engpass bei der Getreideproduktion. Ich wette, dass die Anzahl der “Masttiere” schlagartig verringert werden würde. Und dann: Aber keine Panik – es ist ein leben lang möglich auf Fleisch zu verzichten – ohne gesundheitlichen schaden zu nehmen – wieso ist dass nur bei planzlichen Nahrungsmitteln nicht so…. Komisch?!?!
e) Umweltschäden: Genmanipuliertes Getreide (Soja etc. -> massenhaftes Bienensterben -> 70 % der Weltnahrung “muss leider noch auf natürliche weise bestäubt werden“), hoher Pestizideinsatz, kontaminierte Menschen, die auf diesen Feldern Ihre Arbeit verrichten… Wenn man soetwas unterstützen möchte… gut! Woher kommt den das Futtermittel, was auch wir in Deutschland zufüttern?!
f) Wir hätten da auch noch ein klizeklienes Problemchen, dass bereits in Amerika verschiedene bakterienstämme leider nicht mehr mit Antibiotika behandeln werden können, weil die Leute bereits immun dagegen sind – einfach zu viel „Industrie-Fleisch“ gegessen
g) Das Kapitel – bald sind die Meere leergefischt – bzw. welcher Mensch denkt noch, dass der Fisch der in Farmen „produziert“ wird ist natürlich gesund und auch die Merrestiere aus den Ozeanen sind nicht mit PCB und Schwermetallen belastet und ebenfalls gesund, will ich nur „anreißen“…
Schlussendlich geht es nicht um Fakten oder Argumente. Alles spricht für die „vegane Ernährung“ einfach alles. Das Thema ist: Habe ich als Mensch – als Teil dieser großen Gemeinschaft – den Willen Verantwortung für unglaublich große Missstände zu übernehmen oder bin ich lieber ein bequemer “Nichtstuer”, “Verweigerer”, “Mir-doch-Egaler”, „Egosist“ ?!
Ich lebe seit knapp 1,5 Jahren vegan – vorher habe ich tierische Produkte konsumiert und sogar Vegetarier gerade in der Grill-Zeit immer mal wieder angesprochen, dass ich mir NIE vorstellen könnte Tofu statt eines großen Steaks zu essen… Irgendwann habe ich mich dann knapp 4 Monate mit „der Thematik“ beschäftig. Seither steht der Entschluss, dass ich mich gesund ernähren will, der Umwelt nicht schaden möchte, ich nicht dafür verantwortlich sein will wenn ein Leben unter grausamen Umständen nicht nur gelebt sondern auch beendet werden muss UND ich meine Geschmacksnerven, die völlig “zugemüllt” von diesem – sorry: “Industriellen Dreck-Fressen” – waren wieder zurück habe. Ganz
Sorry für die katastrophale Rechtschreibung – war wohl zu fix….
“Oh ja, tierische Nahrungsmittel belasten den Körper eines biologischen Allesfressers:-) Mit anderen Worten, die Evolution hat uns eigentlich als Veganer ausgelegt, bloß die Menschheit hat das die ersten 200 000 Jahre ihrer Existenz nicht bemerkt. Gorillas sind vielleicht Veganer, aber Homo sapiens sicher nicht.”
biologisch gesehen ein allesfresser zu sein bedeutet noch lange nicht, daß alles, was uns nicht sofort umbringt, auch gesund für uns ist.
das gilt ja auch nicht nur für tierische, sondern auch für pflanzliche produkte. daß wir fleisch und andere tierische produkte als lebensmittel wahrnehmen, liegt vielleicht überhaupt nur an 200000 jahre alter gewohnheit? du würdest sicherlich niemandem raten, seine ernährung auf tabak, alkohol und giftpilzen aufzubauen mit der begründung, er sei ein “allesfresser”.
und wenn du schon dabei bist: muttermilch ist den eigenen nachkommen zugedacht, das ist bei menschen so und bei kühen, ziegen, schafen usw. eben auch. es ist nicht vorgesehen, daß manschen nach dem säuglingsalter muttermilch trinken, daher die lactoseintoleranz vieler menschen. das wäre dringend zu beachten, wenn man sich denn unbedingt auf die evolution beruft. zusätzlich fördert der konsum von kuhmilch die entstehung von allergien, auch nicht gerade ein zeichen dafür, daß menschen sie konsumieren sollten…weil sie ja SO gesund ist!
wenn man also schon keine ethischen gründe gelten lassen sondern wissenschaftlich argumentieren möchte, dann doch bitte richtig und informiert.
sonst sind am ende noch die omnivoren diejenigen, die halbwahrheiten absondern…und das wäre ja schlimm, ihr seid doch schließlich die krone der schöpfung…
Menschen sind von Natur aus Allesfresser, weil sie immer schon Fleisch gegessen haben. Ja, und in der letzten Geo-Ausgabe war ein Artikel über neuere Erkenntnisse, dass es bei unseren Vorfahren gar nicht unüblich war, auch menschliches Fleisch zu essen – und zwar nicht nur zu seltenen Opferevents.
Anscheinend aber haben die Menschen sich weiter entwickelt und der Verzehr menschlichen Fleisches wird heute allgemein als unmoralisch betrachtet.
Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen sich noch weiter entwickeln und auch der Konsum tierlichen Fleisches bald allgemein als unmoralisch angesehen wird.
Dann wäre der nächste Entwicklungsschritt hin zu der Erkenntniss, dass es nicht normal ist nach dem Abstillen Milch anderer Muttertiere zu tinken auch nicht mehr so groß.
Ja, liebe traditionsbewusste Allesfresser, der Mensch ist tatsächlich in der Lage, sich weiter zu entwickeln!
Werdet Mineraler!
Es ist unverantwortlich, weiterhin arglose Pflanzen zu töten, um sie dann zu essen! Und am allerschlimmsten ist es, wenn dann sogar die ungeborenen Kinder gegessen werden, wie das bei Weizen oder Roggen der Fall ist !!! Daher, macht es wie ich: Werdet Mineraler. Esst Steine und Sand, nur so könnt Ihr sicherstellen kein anderes Lebewesen zu schädigen. Nur so wird unschuldiges Leben verschont!
Starkes Interview! Alles was hier gesagt wird kann man nicht widerlegen, was bedeutet, dass es richtig ist. Der Mensch hat sich zwar zum Allesfresser entwickelt, was aber noch lange nicht bedeutet, dass er auch alles essen muss bzw. dass tierische “Nahrungsmittel” gut für ihn sind. Eine reine Pflanzenkost ist für den Menschen möglich und am gesündesten. Eine reine Fleischkost würde jedoch gar nicht gehen, was doch zeigt, dass der menschliche Organismus auf pflanzliche Kost ausgelegt ist, was auch schon längst wunderbar bewiesen wurde. Wer sich darüber lustig macht, dass man ohne tierisches Protein und Fett einfach besser lebt, hat es selbst einfach noch nicht probiert. Und da rede ich auch nicht von ein paar Tagen, sondern von mehreren Monaten, natürlich mit dem nötigen Hintergrundwissen.
Um Veganismus inkl. seinen Hintergründen und Zusammenhängen zu verstehen, ist eine gewisse Intelligenz einfach nötig. Die meisten besitzen sie nicht. Da das menschliche Hirn jedoch fähig ist unendlich viele Informationen zu speichern, sehe ich das nicht ganz so eng, weil jeder in der Lage ist diese Intelligenz zu entwickeln.
Und wer behauptet, eine Lebensform, die unglaublich viele Leben rettet, die Umwelt verschont, dafür sorgt, dass die Nahrungsmittelverteilung auf der Erde gerechter wird etc. sei eine Modeerscheinung, der tut mir leid, dass er noch nicht in der Lage war, mal weiterzudenken. Lustig ist es doch immer wieder, wenn die meisten Veganer sagen, dass sie sich selbst mal über Veganismus lustig gemacht haben.
Veganismus gehört zur Evolution, wer das nicht wahr haben will, der wird irgendwann damit leben müssen, dass ihm der Vorwurf gemacht wird der Zeit hinterher zu sein (was bei einigen ja sowieso schon der Fall ist).
Liebe Grüße,
Tony Paul
“Wenn man sich mal näher mit den Hintergründen beschäftigt, zum Beispiel was alles in einem Ei oder in Milch drin ist und wie es heute hergestellt wird – das sind fast völlig synthetische Produkte. Das hat auch mit Natur nichts mehr zu tun.”
Muahaha…wenn etwas überhaupt in Richtung “synthetisches Lebensmittel” geht dann sind das doch wohl eher so Produkte wie Tofu.
“Es wird stets 30 % über die eigentliche Nachfrage hinaus geschlachtet. Eine minimale Reduktion des Konsums nichtveganer Produkte läuft somit ins Leere, während ein Totalausstieg aus dem Konsum nichtveganer Produkte am Markt durchaus spürbar ist und eine große Hebelwirkung hat. Lauthals propagierte Versuche, den Konsum ein bisschen einzuschränken, sind also Unsinn, während die komplette Einstellung des Konsums nichtveganer Produkte sinnvoll ist.”
Nochmals schallendes Gelächter ! Die WHO sagt bis 2050 eine Verdopplung des weltweiten Fleischverzehrs voraus. Das ist die Realität, lieber Christian, und nicht deine bambisyndrominduzierten Jungmädchenträume.
Tofu – “synthetisches Lebensmittel”?
Tofu (Sojaquark in verschiedenen Sorten) ist ein Lebensmittel, das seit dem 2. Jh. v. Chr. in Asien verzehrt wird…nicht etwa eine neue Erfindung der Nahrungsmittelindustrie…es handelt sich einfach um Sojamilch, die zum Gerinnen gebracht wird. Man kann es beliebig würzen oder marinieren – wie man das auch bei Fleisch kann. Ich wüßte nicht, was daran “synthetisch” sein sollte…dasselbe gilt für Seitan, ebenfalls ein altes chinesisches Rezept (aus Weizenmehl).
Nur, weil etwas wie Fleisch gewürzt werden kann (also mit Salz, Pfeffer, Rauchsalz, Rosmarin etc. pp.), heißt es nicht, dass es gleich ein Ersatz dafür ist. Zum Beispiel Wurst aus Weizeneiweiß ist einfach lecker und macht sich prima beim Grillen mit Senf im Brötchen
@ Esse Alles: magst du mir mal von deiner Steine-und-Sand-Diät berichten? Finde das voll gut, würde mich auch mal interessieren, wie das funktioniert und wie man sich damit gesund und lecker ernähren kann!
Liebe Grüße von Bärenhunger
Tiere wie Milchkühe oder Legehennen und alle anderen Tiere in der Nutztierhaltung haben nichts mehr mit Natur zu tun. Sie sind vom Menschen gemacht. Die Natur hätte nie so eine Kuh hervorgebracht, wie wir sie kennen. Wie gesagt, ich bleibe dabei… alles was Christian sagt ist richtig, weil es nicht zu widerlegen geht. Das gilt allgemein für den Veganismus. Wer das nicht einsieht ist selbst schuld und sollte sich in Zeiten von Massentierhaltung, Klimawandel und Hungersnöten ganz besonders an die eigene Nase fassen, weil er mit seiner Lebensweise aktiv daran teilnimmt, solange er nicht vegan lebt.
also, ich bin auch Veganerin und natürlich aus Überzeugung. Trotzdem möchte ich auf keinen Fall, dass ab morgen alle Menschen vegan leben! Das wäre sehr schlecht für uns alle. Ich denke jetzt mal nicht in erster Linie an unseren Körper (dieser Kult nervt doch, Leute!) sondern an die Produktion von Nahrungsmitteln in der nachhaltigen Landwirtschaft.
Der beste Dünger ist nun mal Tiermist. und zwar dann auch der, der von Tieren poduziert wird, die nicht mit irgendwelchem Leistungsfutter geputscht werden. In Maßen, nicht in Massen, natürlich. Ja, ich weiß, es gibt auch Gründünger, aber Tiere sind auch insofern wichtig, als dass sie die Landschaft erhalten (wenn sie denn in der Landschaft leben dürfen und dies nicht nur im Stall müssen). Schafe festigen zB. die Deiche, alle Weidetiere bewahren vor der zu starken Verwaldung und sind vor allem auf ackerunfähigen Standorten dem Landwirt eine große Hilfe.
Ich denke, würden wir alle wieder ein Mittelmaß finden, braucht es auch keine Extreme.
Ja, ich bin auch extrem mit meinem Veganismus, aber ich möchte damit ein Gegengewicht zu den ganzen Extrem-Fleischessern sein. Klingt aussichtslos? Irgendwer muss ja mal anfangen…nur dieses Aufzwingen-wollen halte ich für schlecht.
Vegetarische Kost bedeutet künstliche Befruchtung (Vergewaltigung…), Ausbeutung und Schlachtung (nonprofitabler) Milchkühe, deren männlicher Kälber, genauso das massenhafte Schreddern von männlichen Küken. Ja auch im Biolandbau.
Vegetarische Kost bedeutet ebenfalls mit Automatikgewehren und Natodraht bewachte Futtermittelfelder in Ländern in denen Menschen vor Hunger sterben.
Ist die Lösung das wir alle vegan werden? Nein, denn die individuelle Ernährungsweise ist ein Schritt auf dem Weg, aber nicht das Hauptproblem. Das ist die kapitalistische Verfasstheit der Weltwirtschaft und die Apathie derer, die sie loswerden könnten.
kurz gesagt, es gibt keine wesentlichen argumente für den fleischkonsum, aber eine fülle die gegen den fleischkonsum sprechen. sein es ethische, ökologische und auch gesundheitliche gründe.
alles was zur rechtfertigung zum fleischkonsum gesagt wird, ist nichts weiter als der dumme versuch seine gewohnheiten zu schützen.
fleischessen ist nicht zukunftsfähig, weil es einer weiterentwicklung unserer kultur und dem leben auf unseren planeten entgegen steht.
@Eve :
” Zum Beispiel Wurst aus Weizeneiweiß ist einfach lecker und macht sich prima beim Grillen mit Senf im Brötchen
”
Aber sicher das…Gluten (Weizeneiweiß) ist ja sooo gesund.
@ tobias:
f”leischessen ist nicht zukunftsfähig, weil es einer weiterentwicklung unserer kultur und dem leben auf unseren planeten entgegen steht.”
Au weiha… so ähnlich, nämlich mit fehlender Zukunftsfähigkeit, argumentiert die Atomlobby doch auch immer, um ihren Irrsinn durchzusetzen.
Als überzeugter Ex-Veganer empfehle ich im Übrigen diese Seite :
http://www.beyondveg.com/
Wenn man nicht unter Glutenunverträglichkeit leidet, ist gegen ab und an mal ne Wurst aus Weizeneiweiß oder auch Seitan in anderen Zubereitungsformen überhaupt nichts einzuwenden. Ich habe keinerlei Nahrungsmittelallergien, kann also beherzt zulangen
@Heinz:
Gluten ist für Gluten-Allergiker nicht so besonders verträglich, stimmt. Für alle anderen schon. Seltsam, so eine Argumentation von jemandem, der dafür plädiert Kuhmilch zu trinken, gegen die 75% der Weltbevölkerung rein genetisch nicht die Voraussetzungen besitzt sie zu verdauen…
Klar sagt die WHO eine Verdoppelung der Fleischproduktion voraus, ist das für Dich was neues? Oder ein Grund, nichts dagegen zu tun? Die WHO sagt auch eine Erwärmung der Erde voraus. Nach Deiner wirren Logik sollten wir schön viele Kohlekraftwerke bauen, denn die Erwärmung ist ja ohnehin prognostiziert. Nennt man Self fulfilling prophecy, ist aber echt was für die ganz dumpfen…
@Marlene: DAS wäre nun wirklich das geringste Problem, denn Du könntest Dir Tierfutter für Millarden von Viechern allein in Deutschland sparen, ist ja nicht so, dass unserer Rinder noch Fras von der Weide fressen dürften (die meisten zumindest nicht). Von dem Essen könntest Du die Bevölkerung 10 mal ernähren, auch ohne tierischen Dünger. Außerdem kannst Du weiterhin Tiermist verwenden, was spricht dagegen? Vegan heißt ja nur, sie nicht zu quälen und umzubringen, den Mist können wir ja trotzdem auf die Felder kippen. Davon gibt es momentan ohnehin viel zu viel.
@ Jan:
Zitat aus deinem letzten Kommentar :
“Seltsam, so eine Argumentation von jemandem, der dafür plädiert Kuhmilch zu trinken, gegen die 75% der Weltbevölkerung rein genetisch nicht die Voraussetzungen besitzt sie zu verdauen…”
Bitte um Hinweis darauf, wo ich dafür plädiert habe, Kuhmilch zu trinken. Ich habe lediglich angemerkt, daß Kúhmilch im Vergleich zu Tofu ja wohl immer noch das natürlichere Lebensmittel ist.
Vegane Logik ? Denk-und Wahrnehmungsstörungen auf Grund von Mangelerscheinungen ?
@Heinz
>>Ich habe lediglich angemerkt, daß Kúhmilch im Vergleich zu Tofu ja wohl immer noch das natürlichere Lebensmittel ist.<<
Das ist eine gewagte Hypothese, wenn Du nicht gerade die Milch von Deiner Lieblingskuh auf Deinem Balkon direkt vom Euter trinkst. Die Milchkuh ist heute eine biologische Hochleistungs"maschine", die in der Natur allein nicht mehr überleben könnte. Das klingt sehr natürlich. Die Milch, die Du trinkst ist (aller Wahrscheinlichkeit nach) pasteurisiert und homogenisiert. Das ist so natürlich, wie Sojbohnen zu schreddern, aufzukochen, zu filtern und mit einem natürlichen Gerinnungsmittel zu Tofu zu verarbeiten.
Soetwas wie vegane Logik gibt es nicht. Die Gruppe der Veganer ist so durchmischt, wie die Bevölkerung an sich. Ethik und Moral lassen sich durch Logik oder gesunden Menschenverstand nicht erklären. Das sind Errungenschaften der sozialen Evolution. So wie ich das sehe, sind Veganer da auf einem fortgeschrittenen Level. Wir lehnen die anthropozentrische Weltsicht ab, weil es sich abzeichnet, dass dieser anthropsophische Egoismus die Welt, und damit den Lebensraum des Menschen selbst, in erdgeschichtlich kurzer Zeit zerstört.
Mangelerscheinungen sind bei Veganern nicht häufiger, als bei Nichtveganern. Veganer ernähren sich im Allgemeinen bewußter als der Ottonormalnichtveganer.
Grüße,
PP
Kuhmilch ist also das für den Menschen natürlichere Lebensmittel im Vergleich zu Tofu?
Warte kurz:
Tofu: Sojabohnen, in Wasser zerquetscht, geronnen, fertig.
Milch… http://health101.org/cow.gif
achja, richtig.
Davon abgesehen, dass es jeglichen Fortschritt und jegliche Entwicklung (in welche Richtung auch immer) behindert, auf eine sogenannte “menschliche Natur” bei irgendwelchen Verhaltensweisen zu pochen, wo doch der Mensch in der Lage ist relativ schnell ziemlich große Veränderungen, sowohl individuell wie auch gesamtgesellschaftlich zu bewältigen und sich anzupassen.
Li(e)bertäre Grüße
Ich freue mich schon auf die Fleischmarken, die mir dann in 10 Jahren für den monatlichen Besuch einer “Fleischesserstube” zustehen.
Bis dahin sind B90/Grüne Regierungspartei und haben – deutschtypisch-gründlich und mithilfe aller hier eifernd missionierenden Radikalveganern – das bundesdeutsche Fleischverbotsgesetz erlassen. Suchtkranke können dann 1x pro Monat eine rationierte Portion erhalten.
Setzt Euch für eine natürliche und artgerechte Haltung ein, aber lasst endlich die Stigmatisierung und BEVORMUNDUNG!
Hallo liebe Leute,
ich denke, (ausgewogen) vegan essen ist unter vielen Gesichtspunkten richtig (eigene Gesundheit, Ökologie, Tierethik, Lebensmittelversorgnugsgerechtigkeit, …). Und deswegen sollten unsere politischen und persönlichen Bestrebungen diese Lebensweise fördern. Aber mir grauts vor dem Dogmatismus vieler Menschen, die sich bereits so ernähren. Viele Allesesser_innen haben wahrscheinlich mehr Mängel als das Gros der Veganer_innen, aber wir sollten wir verschweigen, dass Vitamin B12 nicht so easy zu kriegen ist. Deshalb find ich die “das ist natürlicher”-Argumente auch etwas danebem.
Ob vegan/vegetarisch/alles nun natürlich/ursprünglich ist, interessiert mich generell eigentlich nicht, denn Mord und Totschlag, Vergewaltigungen, Unterdrückung anderer Art, Kanibalismus, … sind in dem Sinne auch “ursprünglich” und keineswegs gutzuheißen. Das ist das Ding mit der Zivilisation: Grenzen neu ausloten, Ethik neu definieren, Handeln ändern.
Allerding: Ethik fängt beim Essen erst an. Das hierarchiefreie/arme Miteinander, ökologischer Konsum und verträgliche Mobilität, Partizipation im Betrieb und anderen Orten, …. Das sind alles Baustellen potenzieller sozialer Evolutioin. und ich finde es ok, wenn mensch sich erst Mal eine rauspickt und diese vielleicht nicht Ernährung heißt.
so viel von mir,
keep thinking.
sara
ps: gut, dass die Taz mal drüber reden lässt.
Noch ein Nachtrag:
Warum denn überhaupt Pflanzen essen: die haben kein zentrales Nervensystem, schrecken deswegen zum Beispiel nicht zurück, wenn man mit der Heckenschere ankommt. – Im Gegensatz zum Huhn, was sich schon wehrt überhaupt gefangen zu werden (falls es je frei war)
Wenn man die Kommentare hier liest wird einem mal wieder bewusst wie ignorant manche Menschen sind.
“Werdet Mineraler!
Es ist unverantwortlich, weiterhin arglose Pflanzen zu töten, um sie dann zu essen! Und am allerschlimmsten ist es, wenn dann sogar die ungeborenen Kinder gegessen werden, wie das bei Weizen oder Roggen der Fall ist !!! Daher, macht es wie ich: Werdet Mineraler. Esst Steine und Sand, nur so könnt Ihr sicherstellen kein anderes Lebewesen zu schädigen. Nur so wird unschuldiges Leben verschont!”
Du stellst also Tiere auf die gleiche Stufe wie Pflanzen?
Würde mich mal intressieren, was hier los wär wenn du das gleiche mit Schwarzen gemacht hättest, oder Juden.
In diesem Sinne:
“Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt, es sind ja nur Tiere.” (Theodor W. Adorno)
Ich bin Vegetarier, esse so gut es geht nur Bio-Lebensmittel und verzichte auf Milch. Milchprodukte und Eier kommen vielleicht noch. Warum? WEil ich die Massentierhaltung nicht unterstützen will und weil ich in der medizinischen Forschung arbeite, die immer mehr herausarbeitet, dass Fleischkonsum einfach nicht gesund für Menschen ist. So gibt es zb in Ländern ohne Rindfleischkonsum so gut wie keinen Darmkrebs (siehe Harald zur Hausen, Nobelpreisträger).
Menschen sind sicher nicht als Veganer konzipiert. Allerdings sind sie auch nicht dafür konzipiert, die Art des Proteins (also Fleisch) zu essen, die wir heute essen. Wenn man sich Naturvölker ansieht, dann decken die ihren Proteinbedarf zb durch Insekten. Maden sind ausgezeichnete Proteinlieferante, ähnlich wie Shrimps. Der Mesnch ist ein Allesfresser und tierische Proteine gehören dazu. Aber wenn man sich Darm und Zähne de Mesnchen ansieht, erkennt man klar, dass er mit rohem Fleisch gewaltige Probleme hat, mit Insekten aber gar nicht.
Konsequenterweise müsste man also auf Rohkost und Insekten umsteigen, das verträgt der Mensch am besten (selbst Babys kommen damit wunderbar klar, wenn sie davor lang genug gestillt wurden). Aber da hat man ein problem mit der Versorgung un dem sozialen Umfeld. Vegetarismus/Veganismus ist eine gute Alternative, ein Komprmomiss aus ethischem Verhalten, Wertschätzung sich selbst und anderen (auch Tieren) gegenüber und gesundem Ernährungsstil.
Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Die Fakten sind klar (von der medizinischen Forschung über den einfachen Versuch zuhause, eine rohe Kuh ohne Werkzeug zu verspeisen, da werden weder Kiefer noch Darm mitspielen), ABER auch Soja hat seinen Preis (ökologisch wie gesundheitlich). Tierisches Eiweiß aus kontrollter Biozucht von Insekten wäre das Optimum, denn deren Eiweiß “passt” uns einfach und entsteht kein wirkliches Leid, weder von der Haltung (hundertausende Maden auf engem Raum? Kein Problem, das machen sie auch in der Natur so!) noch von der Schlachtung (dazu ist das Nervensystem eines Insekts einfach nicht in der Lage).
Von was ich mich klar distanziere: allen Fanatikern, egal ob Veganer oder Fleischesser. Wer versucht, anderer zu bekehren, der ist sich seiner eigenen Sache so unsicher, dass er sie in die Welt tragen muss. Wer sich seiner Sache wirklich sicher ist, der wird durch ein positives lebendes Beispiel weit mehr zum Nach- und Umdenken bringen
In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Appetit, egal ob Steak oder Seitanschnitzerl