Gerade kommt die Meldung, der republikanische Präsidentschaftsbewetber John McCain habe sich für einen Vizepräsidenten entschieden. Also kurz bevor sein demokratischer Rivale Barack Obama auf dem Nominierungsparteitag seine mit großer Spannung erwartete Rede halten wird. Was für ein billiger Versuch, dem Konkurrenten die Show zu stehlen! Kein weiteres Wort dazu.
Dieser demokratische Parteitag ist erstaunlich langeweilig, wenn man ihn genau verfolgt. Aber vielleicht ist es nicht erstaunlich. Barack Obama und sein Team haben sich offnsichtlich von schlechten Umfragewerten beeindrucken lassen und Angst bekommen vor der eigenen Courage. Seinen Siegeszug hat er angetreten mit dem Versprechen, er sei anders. Und was tut er jetzt? Jetzt sendet er landauf, landab die Botschaft aus: Ich bin gaaar nicht anders. Ich bin genauso wie ihr alle und die alle. Wer will das hören? Und wen beeindruckt er damit?
Es ist ja immer so eine Sache mit der Satire, wie auch die taz mit ihrem Titelbild schon erfahren musste. Jetzt hat sich der New Yorker ins Zeug gelegt und in einem einzigen Titel alle dummen Smears der Rechten gegen Michelle und Barack Obama zusammengetragen – und die Obama-Kampagne fühlt sich beleidigt und angegriffen. Wahlkampf ist offenbar eine humorlose Sache.
40 Millionen US-Dollar will die National Rifle Association, die Lobby der Knarrenfreunde in den USA, in diesem Jahr ausgeben, um einen Präsidenten Barack Obama zu verhindern. Wie die website politico.com meldet, soll Obama als ernsthafte Bedrohung der Rechte aus dem 2. Verfassungszusatz (dem Recht aufs Waffentragen) portraitiert werden.
Dass das Thema Gun Control wieder in den Kanon der wichtigen Wahlkampfthemen aufrücken würde, war nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes, mit dem das recht strikte Waffengesetz von Washington DC für verfasssungswidrig erklärt worden war, schon abzusehen. Wie sehr das Thema und die NRA Obama schaden kann, bleibt abzuwarten. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass die NRA jemals für einen Demokraten in die Bütt gestiegen wäre – nicht einmal für John Kerry, der in der Hochphase des Wahlkampfes demonstrativ Enten jagen ging…
Im übrigen vermeldet die Christliche Rechte, in diesem Fall in… weiter lesen
Das ist das schöne in den USA, dass man sich so was gar nicht ausdenken muss, es ist schon da. Da wollen Barack Obama und Hillary Clinton öffentlich ihre Versöhnung und zukünftigen gemeinsamen Kampf gegen den Republikaner John McCain feiern, also die Einheit und Einigkeit beschwören. Wo könnten sie das besser tun als in dem Ort, der genauso heißt: Unity. Das Nest liegt in New Hampshire (wo im Januar Hillary Clinton die Vorwahlen gewann), und hier stimmten genau 107 Primary-WählerInnen für Obama und 107 für Clinton. Ist es nicht wunderbar?
Was die beiden draus gemacht haben, wie sie sich gegenseitig als herausragende leaders gelobt haben, gibt es bei Youtube zu sehen:
P.S Kann sich jemand an den Film “A fish called Wanda” von der britischen Monty-Python-Truppe um John Cleese erinnern? Da gibt es die wunderschöne Szene, wie sich Otto (Kevin Kline), der ziemlich dumme ehemalige CIA-Agent bei Archie (John… weiter lesen
Obama für Todesstrafe bei Pädophilen
Der intellektuelle Populist
Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama geht lieber sichere ausgetrampelte Pfade als unsichere neue. Der Grund: Er will die Wahl gewinnen. VON BERND PICKERT
Barack Obama ist der erste US-Präsidentschaftskandidat, der sich aus der öffentlichen Wahlkampffinanzierung zurückzieht. Er verzichtet damit auf rund 80 Millionen Dollar öffentlicher Finanzierung für seinen Wahlkampf. Obama selbst kündigt das so an:
Sein Kampagnen-Manager David Plouffe ergänzt in einer Mail an eingetragene UnterstützerInnen:
Even though we stood to receive more than $80 million in taxpayer funding for our campaign, the system has been so gamed and exploited by our opponents that it is effectively broken.
John McCain, the Republican National Committee, and their allies in so-called 527 groups that raise and spend unlimited contributions are dedicated to manipulating this broken system to raise as much money as possible — and they’ve proven that they’re very good at it.
A top McCain adviser told MSNBC earlier this month, “now that we’re in the general election, the RNC money counts, the DNC money counts. So the truth is today, John McCain
Was hätte Barack Obama noch vor zwei Monaten für dieses Endorsement gegeben! Jetzt ist es natürlich immer noch gut für ihn, wenn Al Gore sich auf seine Seite schlägt, nur wirklich überraschend ist es nicht, dass der Oskar- und Nobelpreisgewinner lieber Obama als John McCain im Weißen Haus sehen möchte.
A few hours from now I will step on stage in Detroit, Michigan to announce my support for Senator Barack Obama. From now through Election Day, I intend to do whatever I can to make sure he is elected President of the United States.
Over the next four years, we are going to face many difficult challenges — including bringing our troops home from Iraq, fixing our economy, and solving the climate crisis. Barack Obama is clearly the candidate best able to solve these problems and bring change to America.
This moment and this
… kommt von John McCain: Ein Rundgang durch seinen “Straight Talk Express”-Bus, angeführt von einem ausgesprochen unsympathischen Menschen, puh!


