Hillary sollte man nie unterschätzen
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Seit es bergab geht mit der Hillary Clintons Wahlkampagne, wird gerne in den US-Medien darüber spekuliert, wann sie wohl aufgeben wird. Sie könne schließlich ihren Rückstand auf Barack Obama gar nicht mehr aufholen, habe zu wenig Geld, um mit seiner Kampagne zu konkurrieren, und verliere täglich die Unterstützung von einigen Superdelegierten.
Gleichzeitig erscheint jeden Tag mindestens ein Text mit einer Überschrift wie “Schreibt niemals eine Clinton ab” oder “Eine Clinton gibt nicht so schnell auf”. In den Artikeln wird regelmäßig behauptet, dass die Clintons am besten sind, wenn sie mit dem Rücken zur Wand kämpfen. Auf diese Weise hätten sie es ja schon einmal ins Weiße Haus geschafft und ihre Macht acht Jahre lang verteidigt. Mittlerweile habe Hillary auch wieder so viel Geld, dass sie genausoviel Fernsehspots wie Obama schalten könne – und zwar sogar böse.
Überhaupt ist sie vehement in die Offensive gegangen. In mehreren Spots wirft sie Obama vor, sich vor TV-Debatten zu drücken, zu allgemein über die wichtigen Themen zu sprechen und keine Erfahrung zu haben. Das ist keine neue Taktik, aber die Attacken könnten wirken, denn nun geht es um Wählerstimmen in hoch industrialisierten Regionen. Hier fürchten die Menschen um ihre Arbeitsplätze, u.a. bei General Motors, die letzte Woche Massenentlassungen angekündigt haben. Die WählerInnen erwarten in dieser Lage konkrete Pläne und Versprechen.
Obama hat das erkannt und deshalb bei seinen letzten Auftritten auch erstmals konkrete Investitionsmaßnahmen vorgeschlagen. Fazit: Auch wenn es bislang schon immer wieder entscheidende Vorwahlen gab – in Iowa, New Hampshire, South Carolina oder am Superdienstag in 22 Staaten -, die zentrale Vorentscheidung fällt überraschenderweise nun aber in Wisconsin. Gewinnt Obama hier, hat er auch gute Chancen Hillarys “Firewall” in Ohio und Texas zu durchbrechen. Siegt Hillary, dürfte sie Obama noch die Präsidentschaftskandidatur abjagen.