Stairway to Hell or not
vonLiest man im Netz so ein wenig herum, hat man den Eindruck: Obama hat seinen Zenit überschritten. Immer mehr Kommentatoren und Blogger machen sich Hillarys Kritik an Obamas Kampagne zu eigen. “Where is the meat?”, fragen sie und spielen damit auf Walter Mondale an, der mit dieser Frage 1984 Gary Hart aus dem Rennen warf. David Brooks überschreibt seine Kolumne in der New York Times mit “When the Magic Fades” und macht sich Sorgen um Menschen, die am “Obama Comedown Syndrom” leiden. Nach all den schönen Reden erkennen sie schmerzlich, dass er bei Lichte betrachtet, all das gar nicht leisten kann, was sie sich von ihm erhoffen. Statt Erlösung droht Verdammnis? Na ja, ganz so will es Brooks am Ende noch nicht zuspitzen. Doch er gehört zu vielen, die das Gefühl haben: Obama geht irgendwann die Luft aus. Und dann überholt ihn Hillary. Diesem gefühlten Comedown widersprechen allerdings die letzten Umfragen (wenn man die bei all den Desastern in New Hampshire ff. noch Ernst nimmt). Da ist nach wie vor Obama der Frontrunner.
Den -hervorragend geschriebenen- Artikel von Brooks habe ich auch, aber in einer etwas anderen Richtung gelesen, nämlich so: Ja, die Obamania kühlt sich ab, man stellt mehr Fragen. Aber es ist etwas hängen geblieben, man hat ihn doch recht gut kennengelernt und schätzt ihn als hoffnungsvollen Kandidaten, der zumindest in die richtige Richtung geht. Nur halt nicht mehr als den Messias. Wenn er seine Ergebnisse auch dann noch halten kann, wenn der Hype etwas abflaut, sind das keine guten Nachrichten für Clinton und McCain.