Hillary’s Nuclear Option
vonThomas B. Edsall schreibt heute in der Huffington Post einen bemerkenswerten Beitrag darüber, wie Hillary nahezu mit Gewalt erreichen könnte, dass doch aus Michigan und Florida Delegierte zugelassen werden. Und zwar nicht, wie es durchaus nicht unwahrscheinlich ist, einfach 50:50 verteilt, so dass zwar die Bundesstaaten vertreten sind, aber für die Entscheidung keine Rolle spielen, sondern gemäßg der Verteilung, die bei den Abstimmungen erzielt wurde. Zur Erinnerung: In Michigan stand Obama gar nicht auf dem Wahlzettel, in beiden Staaten haben beide keinen Wahlkampf gemacht (Hillary allerdings eine Siegesfeier in Florida), in beiden hat Hillary gewonnen.
Edsall schreibt:
With at least 50 percent of the Democratic Party’s 30-member Rules and Bylaws Committee committed to Clinton, her backers could — when the committee meets at the end of this month — try to ram through a decision to seat the disputed 210-member Florida and 156-member Michigan delegations. Such a decision would give Clinton an estimated 55 or more delegates than Obama, according to Clinton campaign operatives. The Obama campaign has declined to give an estimate.
Using the Rules and Bylaws Committee to force the seating of two pro-Hillary delegations would provoke a massive outcry from Obama forces. Such a strategy would, additionally, face at least two other major hurdles, and could only be attempted, according to sources in the Clinton camp, under specific circumstances:
First, this coming Tuesday, Clinton would have to win Indiana and lose North Carolina by a very small margin – or better yet, win the Tar Heel state. She would also have to demonstrate continued strength in the contests before May 31.
Second, and equally important, her argument that she is a better general election candidate than Obama — that he has major weaknesses which have only been recently revealed — would have to rapidly gain traction, not only within the media, where she has experienced some success, but within the broad activist ranks of the Democratic Party.
Ich gestehe, dass ich mir das noch immer weder vorstellen kann noch will und auch nicht daran glaube.
Allerdings halte ich es leider inzwischen für möglich, dass die Vorwahlen in Indiana und North Carolina morgen Obamas derzeitigen Niedergang bestätigen, gerade in der Richtung, die Edsall nennt, also knapper Obama-Sieg in North Carolina (wo er eigentlich deutlich zweistellig gewinnen müsste) und klarer Clinton-Sieg in Indiana. (Interessant wird übrigens auch, auf die Wahlbeteiligung zu achten – gab es während der ersten Vorwahlwochen und zu den – längst vergessenen? – Zeiten der “Obamania” überall Rekordbeteiligungen, könnte inzwischen doch ein ziemlicher Überdruss eingesetzt haben.)
Wenn es aber so ausgeht, dann könnte sogar in die Superdelegierten noch einmal Bewegung kommen. Dafür allerdings spricht bislang nicht viel, noch immer liegt Clinton da leicht vorne (Clinton: 267, Obama: 252, Unentschlossen: 227, Quelle: Politico.com). Aber wenn die erst einmal das Gefühl bekommen, die Partei retten zu müssen…
Der Juni wird jedenfalls sehr spannend. Bis Ende Juni, hat der Demokratische Parteichef Howard Dean verkündet, will er eine Entscheidung der Superdelegierten herbeigeführt haben. Ob das klappt?
Zum Glück hat dein Gefühl nicht gewählt, sondern die bevölkerung von NC und Indiana. Und die haben deutlich gesprochen.
Bin ich auch froh drüber, selbst wenn es vermutlich immer noch nicht reicht, um sie zum Aufgeben zu bringen… Bernd
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