taz rassistisch? Einladung zum Kommentieren
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Die taz hat heute eine Titelseite gemacht, die schon gestern, aber auch noch heute bei uns sehr scharf und kontrovers diskutiert wurde. Unter der Überschrift “Onkel Baracks Hütte” zeigt ein großes Farbbild das Weiße Haus.
Ist das nun eine gelungene, originelle und plakative Darstellung des historischen Fortschrittes, den der schwarze Kandidat Obama darstellt, wie ein Teil der Redaktion meint, oder ein Abgleiten in rassistische Klischees, wie ein anderer Teil vehement vertritt?
Was meinen Sie / was meint Ihr?





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Hm. Naja.
Nicht der einfallslose Kram, den die anderen Tageszeitungen hierzulande so bringen. Aber so witzig nun auch wieder nicht. Wüsste man nicht, dass es die taz ist, könnte man in der Tat meinen, ihr macht euch lustig über BHO.
Guckt man sich in deutschen Internetforen um, gibt es ja genug Leute, die ihre rassistischen Tendenzen entweder direkt ausleben oder externalisieren - Ã la “was unterstützt ihr Deppen nur Obama, den werden die rassistischen Amis eh nie wählen!” (und, verfolgt man, was sie sonst noch so schreiben, sind sie offensichtlich heilfroh darüber).
Und seitdem sein Sieg in den Vorwahlen feststeht, bemühen sich ja genügend Journalisten, darauf hinzuweisen, dass sich auch mit Obama lls Präsident eh nix ändern wird in den USA weil blah blah blah.
Ich glaube, hier habt ihr es mit der Ironie irgendwie etwas übertrieben ansgesichts der historischen Bedeutung des Ereignisses. Auch, wenn die eigentliche Wahl im November ja noch aussteht.
Musste schon schlucken heute morgen - sind sie jetzt völlig deppert in der taz? Zweiter Gedanke: da hat sich der7die Redakteur/in wenig Gedanken gemacht und wusste einfach nicht, welche rassistischen Botschaften das Buch transportiert. Denn hätte es der/diejenige in der taz gewusst, hätte sie/er ja wohl kaum diese Überschrift ausgewählt. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.
Jetzt, wo der Titel einmal ausgeliefert ist, kann man natürlich nur noch behaupten, es sei irgendwie satirisch gemeint gewesen. Aber wie genau?
@ emil
Ich schreib hier mal, was ich auch in der taz-internen Diskussion rumgemailt habe, in der es auch viele kritische Stimmen zu dieser Seite 1 gab:
Der Onkel Tom aus dem literarischen Vorbild ist ein schwarzer Sklave,
der sich lieber von den Weißen Herren erschlagen lässt, sich in
Gottesfürchtigkeit flüchtet und seine Mitsklaven verrät, als gegen die Sklaverei
aufzubegehren. Solange geknechtet, bis er seine Eigenschaft als
handelndes Subjekt völlig aufgibt. Das Buch handelt aber deshalb natürlich nicht von der
Blödheit der Schwarzen, sondern vom Verbrechen der Sklaverei!
Und welchen größeren Kontrast könnte es geben als den vom unterdrückten,
willfährigen Sklaven zum Kandidaten für das höchste Amt der USA? Sicher,
Obamas Vater ist Kenianer, nicht afroamerikanischer Sklavennachfahre,
und Obama ist kein x-beliebiger Schwarzer, sondern ein politisches
Ausnahmetalent, völlig unabhängig von seiner Hautfarbe. Aber wir würden
uns die Welt nett und kunterbunt lügen, wenn wir so tun würden, als ob
seine Hautfarbe bislang und bis November keine Rolle spielen würde.
Worum ging es denn in der ganzen Auseinandersetzung um seinen Pastor
Jeremiah Wright bitte?
Kurz: Wir geben mit der Zeile und dem majestätischen Bild vom
Machtzentrum in Washington dem Triumph Ausdruck, dass Onkel Tom passé
ist - Onkel Barack ist eben ganz ganz anders; das ist die Botschaft der Seite 1.
Ich mag die taz ja sehr gern, und hab sie deswegen auch abonniert. Und ihren lockeren Umgang mit Worten und Sprache weiß ich zu schätzen.
Der heutige Titel hat mich schon schockiert und enttäuscht. “Rassistisch” war mein erster Gedanke. Dann habe ich gedacht: die taz rassistisch? Kann doch garnicht sein, oder? Vielleicht eine bewußte Überspitzung?
Aber weder der weitere Text, noch der Kommentar unten stützten diese kurze Hoffnung, denn dort gab es keinen direkten Bezug zur Überschrift.
Nein, ich fürchte, selbst die taz kann rassistisch sein. Ein rassistischer Spruch für einen kurzen Kalauer. Das ist echt traurig.
Falls jemand nicht weiß worum es hier geht:
http://en.wikipedia.org/wiki/Uncle_Tom%27s_Cabin#Creation_and_popularization_of_stereotypes
Der Titel ist außerordentlich. Er bringt eine historische Situation genau auf den Punkt. Ich mußte lachen vor Erkenntnis. Und das geschieht mir selten bei der Lektüre der taz. Gratulation den Verantwortlichen für die schöne Text-Bild-Collage.
Rassistisch? Sicher nicht … Die Headline ist lediglich ein weiteres oberflächliches Witzchen, ein für die taz so typischer “Schenkelklopfer”. Es ist diese Art bemühter “Witzigkeit”, die mir bei der taz immer und immer wieder schwer auf die Nerven geht. “Wirklich lustig” geht anders. Ein erster Schritt wäre, “die wahrheit” abzuschaffen, diesen muffigen Hort spießigen Unwitzes, albernster Simplizismen und übelster Ressentiments, der – abgesehen von sehr vereinzelt erscheinenden Ausnahmelustigkeiten – sterbensöde ist. Ein anderes Beispiel ist “übrigens: verboten darf nicht tagesschau heißen”. Oje, wie lange schon, wie lange noch? Haltet ihr das alles für “gut so”, oder fällt euch einfach nichts Besseres ein?
Das hätte sich die Bild Zeitung wohl so nicht getraut.
Kein guter Aufmacher der Taz….
Lieber Bernd Pickert & andere taz Verantworliche,
eine solche, deutliche Klarstellung habe ich auf Seite 1 vermisst.
So wirkte es wie ein rassistischer Kalauer.
Und klar würden wir uns die Welt “nett und kunterbunt lügen”, wenn wir davon ausgingen, dass Obamas Hautfarbe keine Rolle spielt. Aber differenziert darf der Umgang mit Rassismen trotzdem sein, nicht nur “auch”, sondern gerade in der Überschrift auf Seite 1.
Ach ja, und wenn schon, warum dann nicht “Onkel Obamas Baracke”? Oder “Das weiße Haus wird schwarz”? “Ein Neger aus Kurpfalz”? Ja, warum eigentlich nicht? Wäre doch auch “lustig” gewesen …
Das so ein Titel angedacht wird, könnte ich noch verstehen, wer ist schon von blödesten Klischees frei. Aber das sowas dann gedruckt wird sagt nichts gutes über die taz aus. Ich hab so seit 2-3 Jahren öfter das Gefühl das ein Teil von euch sich gerne in die SPIEGELZeitFazect Einheitsfront einreihen würde. Ich bitte um mehr Bodenhaftung!
Böse ist, wer sich was böses dabei denkt.
Und da ihr schon von vornherein an eine rassistische Anspielung gedacht habt, und es obendrein auch noch als klare Frage diskutieren lasst, so habt ihr es auch rassistisch gemeint. Somit ist es auch rassistischer als das Bild und der Titel selber hergibt. Menschen sind, was sie denken und was sie tun. Ihr habt es gedacht und ihr habt es veröffentlicht. Und ihr tragt dazu bei euren Rassismus zu pflegen und ihr betrügt euch selber, wenn ihr meint, dass ihr euch solche Anspielungen leisten könnt. Oder wollt ihr jetzt sagen, es war ja gar nicht so gemeint, wie ihr es gedacht und getan habt.
Ansonsten hat das Bild und der Titel nichts mit Rassismus zu tun. Es versteht eh nur jemand, der über 35 ist, weil die Filme und Bücher den jungen Leuten nicht bekannt sind.
Whoa, da seid Ihr aber über das Ziel hinausgeschossen. Ich sah die Titelseite erst nur aus dem Augenwinkel, fragte mich, welches Blättchen sich da so vergriffen hat, ging aber nochmal zurück zum Zeitungsstand - mir blieb die Spucke weg.
Schlagt doch mal nach: Uncle Tom (infml derog)a black person who is eager to please or serve white people.
Eine Beleidigung dieses Kalibers auf der Titelseite eines linken Blattes, wer hätte das gedacht.
Anstatt jetzt rumzudallern von wegen “war doch nur Spaß” solltet Ihr lieber Schadensbegrenzung betreiben und Euch entschuldigen. Und vielleicht auch noch einmal das Werk von Beecher-Stowe zu Hand nehmen.
auch ich habe erstmal schlucken müssen, als ich diese zeile las. hier (und das geht aus der ‘internen’ mail hervor) ist ein hieb unter die gürtellinie versucht, die chance zu einer verwertung aber verpasst worden.
auch sehe ich den weg nicht, wie ihr dem triumph ausdruck verleihen wollt. dazu fehlen eindeutig weitere verbindungen oder erklärungen. so fühlt man sich, als ob es bedeutet “hey, seht her, wir haben unseren quotenschwarzen, der kann für uns mal ne weile präsident spielen.”
schade um diese ’schlag’zeile. das könnt ihr doch sonst viel besser!
Klar, dass es nicht so gemeint war, aber die - von wie viel zwinkernden Augen auch immer begleitete - Gleichsetzung Obamas mit “Onkel Tom” ist doch sehr unglücklich. Es gibt doch wohl für Menschen mit afrikanischen Wurzeln kaum eine beleidigendere Assoziation als jene mit dieser literarischen Figur. Unabhängig von der ursprünglichen Intention des Romans hat der Name “Onkel Tom” ein unangenehmes Eigenleben entwickelt, dass ihn nicht von ungefähr zu einem beliebten Wort rassistisch Verblendeter hat werden lassen.
Onkel Toms Huette ist in der naehe von Dahlem-Dorf, so weit ich mich erinnere. Wir alle wissen, besonders ausserhalb Yankeetums, dass es viel besser wird wenn Onkel Barack siegt als wenn dieses halbfaschistische Regime sich weiterbehauptet.
In Amerika ist “Onkel” politisch inkorrekt. In den Sklavenstaaten nannte frueher die “herrenmenschen” sklaven “Onkel” als ehrentitel. Das war den Ursprung des Titels “Onkel Toms Huette”. Jetzt, wie man weiss, ist “uncle Tom” ein Schimpfwort fuer Schwarzen die zuviel mit dem System mitmachen. Frueher war Onkel Tom held des antisklavereiromans. Ich kenne Ihre Zeitung und weiss das sie wohlgesinnt sind und hoffen, mit uns, das Barack siegt, und das jetzige imperiumsystem so weit wie moeglich beseitigen wird.
@bernd pickert:
Klar, wenn man dreimal um die Ecke denkt, wie du es in deiner Mail andeutest, kann man den Titel auch so interpretieren: Schluss mit Onkel Tom, jetzt kommt Onkel Barack und seine Hütte ist das weiße Haus!
Aber für dreimal um die Ecke denken ist eine Titelschlagzeile einfach nicht geeignet (oder es hätte, wie soeren wohl meint, zumindest einer Erklärung in diesem Sinn auf der Titelseite bedurft). Die erste Assoziation ist eben nun mal: die taz identifiziert Barack Obama mit dem Onkel Tom aus dem Roman.
Ich kann dies politisch korrekte Geseiere der Taz-Leser nicht mehr hören. Das war eine klasse Seite eins und die Taz ist einfach wesentlich witziger und intelligenter als der Großteil ihrer Leser. Sorry, ist leider so.
Irgendwie ist das mal wieder ne typisch deutsche diskussion … aber das ist ein anderes thema.
wir alle wissen, wo die TAZ politisch steht, also KANN es nicht rassistisch GEMEINT sein (es sei denn die redaktion wurde über nach durch rassisten ersetzt).
ergo bemühe ich mich doch erstmal diese schlagzeile positiv zu verstehen ersetze mein “das versteh ich nicht dann muss es rassistisch sein” durch gezieltes nachdenken “wie könnten die das bloss positiv gemeint haben”.
Nun, seit onkel toms zeiten hat sich einiges verändert und der heutige onkel tom (=farbiger, dargestellt durch BO) hat sich auch emanzipiert und auf den weg zu einer neuen angemessenen hütte (=weisses haus) gemacht.
Eine Möglichkeit von vielen es sooo zu sehen.
vielleicht macht ihr es in zukunft ALLEN lesern leicht euren humor zu verstehen … aber geht das überhaupt???
Nur weil sich ein Magazin in der linken Ecke zu stehen glaubt, kann es
nicht mit den Klischees spielen. Ich bin mir sicher, dass keiner der
“versierten” Schreiberlinge, die sich diesen Mist ausgedacht haben, gut genug mit der afro-amerikanischen Geschichte auskennt um das Buch richtig einordnen zu können. Aufgrund dessen ist es wohl eher Ignoranz als Böswilligkeit, die zu so einem unsäglichen Titelbild geführt hat.
Zum Thema Hautfarbe im Wahlkampf kann ich nur sagen:
Wer spricht und schreibt denn mehr über die Hautfarbe des demokratischen Bewerbers als über die Inhaölte seiner Politik?
Obama hat übrigens nicht nur schwarze Wähler, der Großteil seiner Wählerschaft ist Weiß. Haben die ihn nur gewählt, weil er schwarz ist?
Die TAZ ist für mich im Übrigen genau so ein Auflagen- und Absatzgeiles Blatt wie jedes andere- deswegen kommt hier auch so eine Mist raus, den nicht einmal die BILD gebracht hätte.
Es war gut gemeint auf der Seite 1. Und auf den ersten Blick denkt man auch an den Aufstieg des Schwarzen, der Sklaverei und Rassenhass ueberwunden hat, wenn er das Weisse Haus sein eigen nennen darf. Doch wenn man ein zweites Mal schaut, stimmt so einiges nicht an der Seite 1.
Zum einen ist Obama ein Einwandererkind, kein Sohn von Sklavennachfahren (er ist sogar aus einer gebildeten, verhaeltnismaessig wohlhabenden Familie). Zum anderen ist genauso weiss wie schwarz, schliesslich hat er eine weisse Mutter - und ist zudem bei seinen weissen Grosseltern aufgewachsen. Zum dritten hat er in seinen Buechern doch gerade die rassischen Zuschreibungen kritisiert und will sie ueberwinden. Und schliesslich: Wenn er Erfolg haben wird, duerfte das tatsaechlich dazu beitragen den Rassismus zumindest ein wenig zurueck zu draengen.
Die Idee der Seite 1 macht Obama zum Schwarzen (wie er es im Buch beschreibt) und noch dazu zu einem Uncle Tom, einem Buettel der Weissen. In Amerika waere diese Seite ein Skandal - in Deutschland faellts wohl nicht so auf, weil die Rassismusdiskurse nicht so praesent sind.
“Ansonsten hat das Bild und der Titel nichts mit Rassismus zu tun. Es versteht eh nur jemand, der über 35 ist, weil die Filme und Bücher den jungen Leuten nicht bekannt sind.”
Jawoll, Martin, erstmal schön auf die Jugend eindreschen. Die kann ja eh’ nichts außer nächtelang Counterstrike zu zocken und ihre Babys vernachlässigen. Aber deine Rente zahlen, das dürfen wir dann schon, oder?
Kleine Frage am Rande: Auf wieviele Bücher wird denn in Bild und Überschrift angespielt? Ich kann in der Tat nur eines erkennen, aber um es zu kennen bin ich leider 14 Jahre zu spät geboren…
Als taz-Symphatisant bin ich einfach nur entsetzt über euren Aufmacher! Die Überschrift, und noch mehr eure dünne Begründung / Verteidigung zeugt von einer Naivität, welche ich eher Anderen zugetraut hätte. Mir bleibt nur ein ungläubiges Kopfschütteln und die Pflicht, euch Parade-wir-haben-es-nicht-so-gemeint-Gutmenschen einen kleinen Hinweis (aber nur einen kleinen!) über Uncle Tom usw. zu geben:
Wenn Schwarze einen anderen Schwarzen mit “Uncle Tom” assoziieren, dann ist das echt eine üble Beleidigung. Aber wenn WEISSE (ich geh einfach davon aus, dass ihr es seid) dies tun, zeugt das von einem latent vorhandenen Rassismus. Oder krasses Unwissen.
Ich gehe vom Zweitem aus - ein echter Griff ins Klo.
Weitere Informationen über Uncle Tom findet ihr ja unter dem Link von Gero. Bitte lesen, es dient nur eurer Bildung…
yes, it is racist. from my travels, europe in general is much more racist than in the United States. which is a shame.
Herzliche Glückwünsche an die zuständigen Redakteure,
mit diesem Artikel habt ihr mich als Leser unglaublich enttäuscht und mir euren Rechtfertigungsversuchen als Leser verloren…
Alles andere hat kofosu1 vortrefflich zusammengefasst.
In diesem Sinne
I just happily learned of your most appropriate cover article while listening to a speech that Obama made yesterday to a meeting of AIPAC, Israel’s Washington lobby, in which America’s political candidates routinely compete for the title of Who Loves Israel the Most? In this spirited competition Uncle Tom Obama was a clear winner going so far as to say that Jerusalem will never be divided. From the applause of the 7,000 in attendance one would think it was just another Obama campaign rally. To listen to all the speeches go to http://www.aipac.org.
Welch ein Geschrei wieder — der Titel ist nicht rassistisch. Es ist die alte Dumpfheit, der taz Rassismus oder wahlweise verkappten Antisemitismus zu unterstellen. Hunderte Kinderbü-cher werden in den USA aussortiert, weil sie nicht pc sind. Jeder der nicht völlig blöd ist, erkennt die Ironie der Titel-Zeile und weiß, dass taz-Redakteure die Sklaverei nicht gutheißen.
der aufmacher der taz zeugt (wie hier bereits häufig auf den punkt gebracht) entweder von latentem rassismus oder von schlichter ignoranz.
zu gunsten der taz (deren anhänger ich im übrigen bin) gehe ich von letzterem aus. aus diesem grund gibt es nur einen richtigen weg: die taz muss ich sich alsbald in aller form für ihr verunglückte satire entschuldigen. mehr gibt es hierzu nicht zu sagen.
noch ein hinweis an all diejenigen, die einen latenten rassismus von vornherein ausschließen: naivität beschreibt eure einstellung treffend. in einer perfekten welt trifft dies wohl zu. als deutscher mit migrationshintergrund (afrodeutscher) muss ich jedoch berichten, dass mir vor allem aus der linken szene latenter rassismus regelmäßig entgegen kommt.
zu guter letzt an diejenigen, die nicht verstehen können, warum um solch eine kleinigkeit ein so großer wind gemacht wird, und dass dies nun wieder typisch deutsch sei: euch fehlt mangels betroffenheit schlicht die befugnis, sich das recht herauszunehmen, zu beurteilen, ob die empörung berechtigt ist oder nicht. bitte überlasst eine solche beurteilung denjenigen, die sich angesprochen (und verletzt) fühlen, wie mir. und ich fühle mich auf das tiefste in meinem sozialen achtungsanspruch gedemütigt.
also liebe taz-redaktion: zeigt größe und gesteht ein, dass euere “satire” über das ziel hinausgeschossen ist. im übrigen scheinen gerade 99% aller taz leser ähnlich zu empfinden, so dass euere verteidigung - gelinde ausgedrückt - hinkt.
Sen Barak we Africans from East Africa where your roots are had very high respect for you until the minute and second when you said “Let me be clear. Israel’s security is sacrosanct. It is non-negotiable. The Palestinians need a state that is contiguous and cohesive, and that allows them to prosper — but any agreement with the Palestinian people must preserve Israel’s identity as a Jewish state, with secure, recognized and defensible borders. Jerusalem will remain the capital of Israel, and it must remain undivided. ” This goes on to prove that you are spinless man with no courage. Though you have a physical brain in your scull but it is controlled by a small group of people who have killed thousands of innocent people. Only GOD knows how many more they will kill in the month and year to come. GOD help us if you are elected as President of USA how many more will be killed. You have no right to raise your fingure to those so called Muslims who are killing people in the name of Islam. YOU will be killing in the Christians. May GOD engulf you with fire of hell in this world, amen
Wieso wird ein mißglückter Kalauer, nur weil er in irgendeiner Form die Hauptfarbe des Präsidentschaftskandidaten thematisiert, automatisch rassistisch? Um in diesem Titel eine Herabsetzung Barack Obamas zu sehen, muß man schon bösartig sein.
Was für eine überflüssige Diskussion.
emil ruebe schreibt:
Klar, wenn man dreimal um die Ecke denkt, wie du es in deiner Mail andeutest, kann man den Titel auch so interpretieren: Schluss mit Onkel Tom, jetzt kommt Onkel Barack und seine Hütte ist das weiße Haus!
Offensichtlich gibt es ja viele, die das anders gesehen haben als ich. Ich konnte mir bei der Besprechung der Seite 1 ehrlich gesagt wirklich nicht vorstellen, wie man so sehr um die Ecke denken könnte, dass man den Titel anders versteht als ich es oben aufgeschrieben habe. Wirklich nicht. Ich meine, hallo, da ist das Weiße Haus drauf! Wie kann man darauf kommen, dass wir einen, der sich als erster Schwarzer gegen alle weißen Konkurreten durchgesetzt hat (zunächst mal in seiner Partei) als willfährigen Sklaven denunzieren wollten? Wir sagen: Onkel Baracks Hütte ist eben die ganz andere als die Onkel Toms.
Aber man lernt doch nie aus - und wenn offenbar zumindest eine größere Anzahl von LeserInnen, inklusive des von mir sehr geschätzten Leiters der American Academy in Berlin, Gary Smith, das Titelblatt ganz anders versteht, dann müssen wir wohl eingestehen, dass es offensichtlich nicht gelungen ist. Das fällt mir zugegeben sehr schwer, weil ich es immer noch nicht kapiere, warum die so extrem offensichtliche Brechung durch die Bild-Text-Kombination nicht sofort ins Auge springt, aber sei’s drum.
Inzwischen hat sogar Spiegel Online unsere Debatte aufgegriffen: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,557949,00.html
und auf englisch:
http://www.spiegel.de/international/germany/0,1518,557861,00.html
Gegen den US-PC Fundamentalismus zu verstoßen ist an sich schon eine gute Tat.
In der Provokation des von Onkel Baracks Hütte steckt aber insofern ein wahrer Kern, als das schlechte Gewissen gegenüber den Schwarzen gerade für die weiße Intelligenzia, unter der ja Obama viele Anhänger hat,ein nicht unbedeutendes unterschwelliges Motiv gewesen sein dürfte, für Obama zu stimmen.
Siegfried Knittel
Ich möchte mich hier auch noch mal für den taz-Titel aussprechen. Drei Anmerkungen:
- Im Spiegel-Online-Artikel steht nochmal das Dilemma zwischen Absicht, Wirkung im 19. und Wirkung im 20. Jhd. zusamengefasst: ‘The headline refers to Harriet Beecher Stowe’s 1852 anti-slavery novel “Uncle Tom’s Cabin,” which has become controversial due to its perceived stereotyping of African-Americans. The novel led to the expression “Uncle Tom” being used to pejoratively refer to an African-American who is subservient to whites.’
- Obama wäre der erste schwarze Präsident. Er tritt eben überhaupt nicht als Schwarzer auf (auch wegen seiner Herkunft). Auch viele seiner weißen Unterstützer thematisieren das nicht - auch wenn er u. a. deshalb für sie attraktiv ist. Das ist es doch, was die taz thematisieren wollte.
- Nie habe ich gestern so viele Leute mit taz in der Hand gesehen wie gestern.
[...] Eines vorneweg: ich mag die manchmal mutigen, meist originellen und oft witzigen taz-Titelseiten. Die taz sorgt aktuell mit ihrem Titelbild vom gestrigen Tag (5.6.08) wieder einmal für Diskussionen. Nachdem Barack Obama nun der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten ist, zeigte die taz gestern auf Seite 1 eine Aufnahme des Weißen Hauses und titelte dazu: «Onkel Baracks Hütte». Prompt wurde der Vorwurf des Rassismus laut. Für mich vollkommen unverständlich. Was soll den bitteschön daran rassistisch sein? Es ist ein lustiger Bezug auf ein auch in der USA unterdrücktes Thema, denn auch Obama möchte ja nicht als schwarzer Kandidat gesehen werden, sondern als der aller Amerikaner. Trotzdem ist es eben ein historischer Fakt, dass er als erster Schwarzer in den USA die Möglichkeit haben wird, sollte er die Wahlen im November gewinnen, im Januar 2009 ins Weiße(!) Haus einzuziehen. [...]
Die intendierte Aussage ist klar: “So weit haben es die ehemals versklavten Afroamerikaner in ihrem langen Kampf um die Freiheit also jetzt gebracht.”
Die transportierte Aussage dagegen leider auch: “Jetzt guck mal einer an: Der kleine Onkel Tom, der heutzutage Barack heisst, könnte demnächst in eine grössere Hütte umziehen. Hätten wir ihm gar nicht zugetraut!”
Die Verquickung von Barack Obamas Person mit dieser problematischen literarischen Figur lässt die intendierte Aussage ohne diskriminierende Obertöne nicht zu!
Witzlos. Selbst wenn die Ironie ankäme - was in Titelzeilen so selten der Fall ist, daß schon in der Schurnalistenschule von derartigen ‘Witzeleien’ abgeraten wird - so bestätigte sie doch nur eins: daß die TAZ ein Bestandteil desselben (linken) deutschen Mainstreams geworden ist, der sein Amerikabild von Karl May, ‘Onkel Toms Hütte’ und ‘Desperate Housewives’ bezieht. Und von Claudia Roth. Armes Deutschland.
[...] Update: An opposing view (in German) from Markus Tripp (who I follow on Twitter), who links to the discussion at tazblog, the newspaper’s own blog. [...]
Sorry, aber ich fand die Schlagzeile beim ersten Lesen u n d Denken einfach nur klasse, i.S. der taz/Pickert. Text und Bild, die Brechung ist gelungen, finde ich. Was für ein Gewese. Taz mal wieder in den Schlagzeilen, schon im ZDF-Morgenmagazin.
Liebe Taz-Leute,
ich habe - wie meistens - über den Titel geschmunzelt. Kopf hoch! Es ist mir völlig wurscht, ob Obama kenianische Wurzeln hat oder aus einer Familie ehemaliger Sklaven stammt. Er ist schwarz. Und das ist der Punkt.
while in Germany you might view the title of Uncles Toms Cabin as a book that was designed to stimulate thought and debate on topics like slavery and racism (which it was and was instumental in mobilizing the abolitonist movement prior to the civil war). You have to understand that the main charactor of Tom was a pethetic and tepid charactor that was designed, quite effectively, to garner sympathy for the cause of eliminating slavery.
Thats why being called an Uncle Tom is the equivilant of being called a weak, pathetic, sellout of a man in the back community. In fact, I you go to nearly any black man in the United States and call him an “Uncle Tom” there is a very good chance you’ll end up with a busted lip or a bloody nose.
Yet you want to call the probable future President of the United States of America and “Uncle Tom” via word play?
Seriously, thats almost as bad as using an anti-semitic Headline like “Isreal Jews Palestinians out of West Bank Settlements” when referencing the Isaeli Palestinian situation.
ITS JUST WRONG…
I mean I’m not even black and I felt uneasy about the headline. Not in the way where you reflect on yourself and your surroundings, but in the manner in which your about to see train wreck occur and cant help but flinch.
Good luck guys, you’ll need it.
Na, Bernd, dann hätte da vielleicht besser “Onkel Baracks Hütte (das ist jetzt eine Anspielung auf das Buch von vor 150 Jahren, nicht auf die allgemeine Wahrnehmung und Einschätzung der Person Onkel Tom seitdem)” stehen sollen?
Das war jedenfalls grob missverständlich, schließlich ist das Bild vom angepassten Onkel Tom nicht nur allgemeiner Sprachgebrauch. Was daran viel schwerer wiegt, ist doch, dass genau das - nicht “richtig schwarz” zu sein, zu angepasst, zu weiß - genau der Vorwurf ist, der Barack Obama immer wieder entgegenschlägt. Also tutet die taz ins selbe Horn. Allein die Frage zu stellen, ob jemand “schwarz genug” ist, ist schon reichlich daneben. Von einer linken Tageszeitung würde ich mir weniger Plakatives und mehr Auseinandersetzung mit Positionen, so schwer diese im derzeitigen US-Wahlkampf auch auszumachen sind, wünschen. Ist euch Hillary Clinton eigentlich Frau genug?
Ich finde den Titel nicht rassistisch. Satire muß erlaubt sein. Schlimm, wenn Satire nicht als solche erkannt wird.
Dann nämlich müssen sich die Sitten-, Religions, und Rassenwächter, so es sowas gibt doch fragen, warum der Liebe Gott sie mit so wenig Fähigkeit zur Selbstironie ausgestattet hat.
Wer in allem, was geschrieben wird gleich einen Angriff sieht, sollte sich fragen, ob er nicht nur Interpretationen sucht, um die Völker, Menschen, Religionen die er selber hasst als Rassisten zu bezeichnen.
Der größte Rassist ist in meinen Augen derjenige, der in allem Rassismus erblickt.
Die Intoleranz schlechthin…
Taz, macht weiter so, lasst euch den Mund nicht verbieten! Ihr seit eine klasse Zeitung!
Ich kann Bernd Pickert nur zustimmen. Der Titel ist meiner Meinung nach weder rassistisch noch Satire…einfach nur ein guter Weg den von Bernd Pickert geschilderten Sachverhalt in Worte und ein Bild zu packen. Ich habe es jedenfalls verstanden und war nicht “schockiert” und “erschrocken” wie manch ein Betroffenheitsmensch der erstmal auf 180 hochkocht um dann erst später einmal in Ruhe nachzudenken.
In diesem Sinne, starker Titel! Bitte mehr davon!
Liebe Taz-Redakteure,
gestatten Sie mir zwei kurze Bemerkungen:
1. Ich habe verstanden!
2. Wenn Sie so weitermachen, dann sehe ich mich irgendwann gezwungen IHr Blatt zu abonnieren!
Weiterhin viel Spass bei der Arbeit.
Ich halte diesen Titel nicht für rassistisch, sondern sogar für wunderbar doppeldeutig. Einerseits ist Onkel Tom’s Hütte ein flammender Roman gegen die Sklaverei, andererseits sind die darin vorkommenden Personen eben Stereotypen, so auch Onkel Tom.
Ist das Weiße Haus als Onkel Barracks Hütte nun ein Hinweis, dass die Rassentrennung tatsächlich überwunden ist - und die Fortschritte in den USA in den letzten 30 Jahren sind in der Tat atemberaubend, auch wenn noch einiges zu tun bleibt. Oder ist es ein dezenter Seitenhieb darauf, dass Obama sich um als Präsident wählbar zu sein, seiner vormaligen Überzeugungen und Haltungen in atemberaubender Geschwindigkeit entledigt hat?
Ich finde die Idee, das weiße Haus als “Onkel Baracks Hütte” zu bezeichnen, ausgesprochen pfiffig. Dass die feinsinnige Ironie vielen Menschen dabei entgeht, nämlich dass jetzt, nach mehr als 150 Jahren, eben ein Schwarzer “ganz oben” in den USA angekommen ist und *kein* “Uncle Tom” mehr ist, und das weiße Haus seine “Hütte” nennen kann, entgeht, das war vorherzusehen.
This headline is just your own reflection in a mirror.
There is an old Bob Dylan song which goes:
Something is happening
but you don’t know what it is,
do you, Mister Tageszeit?
Take the hint and grow up.
hallo!
ich glaube, diese “rassismusgedankenspiele” einiger leser entstehen aus der eigenen unsicherheit heraus, wie sie hier, in diesem land, denn mit dem alltäglichen vorurteilen gegenüber menschen mit einer anderen hautfarbe umgehen sollen.
ich glaube das prinzip der gleichheit aller menschen erlaubt durchaus auch eine solche, eventuell satirisch anmutende, titelseite.
die taz hat hier sicherlich nicht diskriminiert, sondern im gegensatz zu einigen anderen deutschen zeitungen (z.b.: aus dem berliner verlagshaus, welches nur ein paar steinwürfe weiter steht) eine politisch korrekte berichterstattung zur titelseite beigefügt. die disskusion ob das nun ein “fehltritt” war, oder etwa sogar eine rassistische titelseite halte ich daher für völlig überzogen.
zumindest sehe ich das so …
Etwas annaehernd geschmackloses haette ich nicht einmal Ihren Hamburger Kollegen zugemutet.
Hut ab. Das Ganze mit Literaturinterpretationen zu schmuecken kann nicht als Rechtfertigung dienen.
Aber - Kontroversen verkaufen sich schliesslich;
demnach gilt auch fuer Sie “mission accomplished”. Der Autor dieser worte scheint Ihnen offensichtlich kompetenter zu erscheinen
Lebe Leser,
schön, endlich in 2008 angekommen, endlich mal ein big theme in der letzten ernstzunehmenden linkszeitung, schon rasse lt die deutsche Schere im Kopf.
noch viel rassistischer wäre doch uncle ubaamaas hütte oder black house gewesen.
Schön, dass allein die Hautfarbe eines Kandidaten doch noch so viele Allwissende und Gutgesinnte auf den Plan ruft! that´s real rassicsm! nämlich nix böses über schwatte sagen zu dürfen! … oder wie sang doch ein schwarzweißer Amerkikaner einst: there is good and bad in everybodies life….
und last but not least: wie wärs mal mit einer schwarzafrikanischen Bundeskanzlerin?
Was habt ihr euch bloss dabei gedacht? Ist die Geschichte der Sklaverei ein Witz fuer euch? Kommt Gleichstellung einer Farce bei der taz gleich? Hat sich das neo-preussische Weltbild der Deutschen so sehr in eurer Redaktion manifestiert, dass ihr nicht mehr klar denken koennt? Zwischen Provokation und schierer Menschenfeindlichkeit liegt ein tiefer Graben, ueber den ihr mit dieser Zeile eine gut fundamentierte Bruecke gebaut habt. Ihr habt euch selbst entlarvt. Ich weiss jetzt, wie der wahre Geist der taz tickt. Um es auf den Punkt zu bringen: Ihr seid die deutschesten Deutschen. Eure Grosseltern waeren sicher stolz auf euch. Es lebe der Kaiser…
ich glaube es kaum! hier wird ein thema heiss geredet, was wieder einmal die typisch deutsche haltung gegenüber offenbar “fremden” erkennen lässt.
es lebe der kaiser!
was soll das?
was bitte hat leicht provozierender und vor allem, zum nachdenken anregender journalismus bitte mit solch verzerrten weltbildern zu tun?
in deutschland (und auch überall) gibt es leider rassismus, klar, viel zu offen, viel zu viel! aber ihn jetzt bei der taz zu suchen, halt nein, ihn ihr anzudichten (!) ist einer der gründe, weshalb er so gesellschaftsfähig ist - denn diese ganze geschichte wird durch solche beiträge erst rassistisch - ihr macht diesen menschen doch jetzt erst zu einem schwarzen, also einem besonderen, rückt ihn in so in diese angeblich journalistisch verursachte rassistische opferrolle!
und damit stärkt ihr doch auch noch die dummen argumente der wahren rassisten!
was ist an dieser überschrift denn so besonders? onkel? habt ihr beim lesen dann nicht gleich an onkel tom gedacht, hmm?
wer hat denn dann eigentlich die rassistischen gedanken hervorgebracht? … der provozierte leser? zwischen den zeilen steht manchmal mehr, als beim ersten blick zu erkennen ist!
die hautfarbe spielt leider für viel zu viele menschenfeinde eine rolle!
wer ist dieser herr obama? eigentlich ist er nichts besonderes, nur ein präsidentschaftskandidat, ein politiker, ob er fähig oder unfähig ist, muss er dem amerikanischen volk erst noch beweisen, vielleicht!
rassismus beginnt im kopf eines jeden menschen - und daher auch bei tazlesern!
Es ist evident, dass das Wortspiel seinen rassistischen Charakter vor allem dann entfaltet, wenn man auch nur rudimentaer ueber die gesellschaftlichen Zuschreibungen die das Wort ‘Uncle Tom’ in den USA seit den sechziger Jahren annahm, informiert ist. Offenbar sind das taz-Redakteure nicht und, wie wir annehmen, sie glauben auch, sie muessten es nicht sein, denn das diskurspolitische Zentrum, das sind ja schliesslich wir, die linken Deutschen, ob in Fragen des Rassismus oder in anderem. Dass man, also die taz, resp. Bernd Pickert, in der Interpretation eines Buches wie ‘Onkel Toms Huette’ auf dem Level der bundesdeutschen Rezeption der fuenfziger Jahre verharrt zu sein scheint, bricht dieses Selbst-Bild also nicht im geringsten. Und selbst wenn der beleidigende Unterton des Wortspiels nicht intendiert war: es bleibt eine Herablassung, die den Schwarzen Politiker innerhalb seiner ‘ihm natuerlicherweise eigenen’ Begriffsschemata vermisst, das ist fuer den Deutschen eben nach wie vor Onkel Tom.
Ein herablassendes, auf muede Weise ‘witziges’ Wortspiel, das die zur hier beteuerten Interpretation kontraere, naemlich die Reduktion Obamas auf einen ‘emporgekommenen Sklaven in ueberdimensionierter Machtposition’ immer mit sich traegt, beschaemend und beileibe kein Einzelfall fuer die taz:
http://www.taz.de/nc/1/wahrheit/artikel/1/das-ist-nicht-lustig-zehn-nackte-redakteure/?src=HL&cHash=023e0e6126
Liebe taz,
ich bin froh zu erkennen, dass es die richtige Entscheidung war, mein Abonement Ihrer Zeitung zu kündigen. Bloß weil noch immer geglaubt wird, dass Ihre Gazette irgendwie “links” oder “In” oder “cool” sei, berechtigt dies Ihre “Redakteure” dennoch nicht, ihr Hirn abzuschalten und gewissenslos möglichst provokant daherzukommen. Für so einen Schund ist die auflagengeile BILD bekannt; und längst mag ich keinen Unterschied mehr zwischen dem Springer-Schund und ihrer grünen, neoliberalen Kriegstreiberberichterstattung erkennen. Ja, was hätte eine andere Zeitung für so eine peinliche Headline einstecken müssen - aber die taz ist noch immer “cool”.
Bald heißt der Gegner nicht nur Springer sondern auch taz!
Go to hell!
Möglicherweise konnten die Urheber dieser Überschrift die Wirkung in den USA nicht voraussehen - mit dem in Deutschland vermittelten Bild von Uncle Tom können sie allerdings nur richtig verstanden werden! Klar - reißerisch ist die Zeile schon - aber das ist in Anbetracht der vielfältigen, eindeutig positiven Aussagen völlig in Ordnung! Der taz Rassismus vorzuwerfen ist ein Ausdruck von überkommenem Schwarz-Weiß-Denken, dass in seiner Undifferenziertheit rassistischem Denken strukturell ähnelt. Die Eigenschaft, dem Pawlow’schen Hunde gleichend auf Schlagwörter anzuspringen und mit der Moralkeule zum Diffamierungsschlag auszuholen erstickt jegliche Diskussion im Keim.
Danke taz für den Eklat und das Weitertreiben des Stockes in den Hippiearsch!
hab von dieser unverschämten überschrift erst gerade online über die südeutsche erfahren.mir ist richtig schlecht geworden als ich die überschrift gelesen habe. werd eure zeitung boykottieren.
fuck taz
Der Titel ist einfach total bescheuert. Dito die bei Euch vor ein paar Monaten abgedruckte Fotomontage (der Kopf Obamas auf dem body von JFK/ Dallas 1963). In so ein Druckwerk wickelt man nicht einmal mehr Küchenabfälle ein. Und fürchtet die Zukunft, in der Obama dann einmal als Präsident amtieren wird.
Die Titelseite kotzt mich ernsthaft an. Gerade, wenn Ihnen die Hysterie der Weißen in Bezug auf Rev. Wright bekannt ist und wie mächtig während des gesamten Vorwahlkampfs Rassismus war und noch sein wird.
Von daher kann ihr Titel durchaus so verstanden werden wie er da steht, satirisches kann ich nicht erkennen.
Wenn Ihnen zu einem dennoch historischen Ereignis echt nichts anderes einfällt als so ein Müll - aber nein, es überrascht nicht wirklich, denn besonders Deutschland hat noch einen sehr sehr langen Weg zu gehen im Kampf gegen den eigenen Rassismus. Und vielleicht als Anfang: http://www.deutschlandschwarzweiss.de, ein neu erschienenes Buch über Rassismus in Deutschland
[...] An dieser Stelle mein Beitrag zum etwas unentschieden bis verbissen lavierenden Kommentarforum der taz: [...]
Kann mal einer den peinlichen Pickert feuern? Ach ja, da sei ja das Kollektiv vor. Schon beeindruckend, wie unbeholfen - und vergeblich - hier ein journalistisch verheerend unprofessioneller Fehlgriff mit “anti-PC” und “Ihr habt ja alle keinen Humor” gerechtfertigt wird.
Wie verquer ist das Amerikabild bei Euch in Deutshcland eigentlich immer noch? Es eint offenbar, in unseliger Tradition, die Linke und die Rechte. Totale Ahnungslosigkeit, gepaart mit “arme Neger”- und “edler Winnetou”-Rassismus. Derselbe ideologische Mist, mit dem schon mein extrem antisemitischer Ex-Waffen-SS-Nachbar damals im Deutschland der 70er seinem Sohn weismachen wollte, dass “die Amis” ja viel schlimmer seien, als jemals sein verflossenes Nazi-Deutschland gewesen sei.Solche Titelzeilen offenbaren, mal wieder, das schwere Erbe. Die Soehne spinnen die Mythen weiter. Das hat mit PC gar nix zu tun. Von einem Erste-Seite-Dichter der “linken Tageszeitung” darf erwartet werden, dass er den Kontext kennt - war wohl hier nicht der Fall - und im Auge behaelt. Wenn er/sie das nicht bringt, ist’s eine klare Fehlbesetzung.
Sie können mich gerne feuern wollen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass ich die Titelseite niemals mit “anti-PC” und “Ihr habt ja alle keinen Humor” gerechtfertigt habe. Wie ich meine Einschätzung zu der Seite begründe, können Sie nachlesen - vielleicht sollten Sie das einfach einmal tun, bevor Sie schreiben, dann könnten Sie auf das Bezug nehmen, was wir bzw. ich wirklich geschrieben habe(n), und nicht auf Ihre eigenen Vorurteile. Danke. Bernd Pickert
Â
Die BILD-Zeitung schreibt ab und an ausgesprochenen Quatsch (Tornado über Hamburg), aber derartige Entgleisungen wie diese unsägliche Schlagzeile “Onkel Baracks Hütte” - undenkbar.
Und dann diese manipulative Fragestellung “taz rassistisch?” Wie soll man das beurteilen? Beurteilen kann man: Die Schlagzeile “Onkel Baracks Hütte” ist rassistisch, die Rechtfertigung Bernd Pickerts blanker Rassismus (”Obama ist kein x-beliebiger Schwarzer”) in Verbindung mit Unverstand (”Worum ging es denn in der ganzen Auseinandersetzung um seinen Pastor Jeremiah Wright bitte?”) und Stammtisch-Beharrlichkeit (”Onkel Barack ist eben ganz ganz anders”).
Neben der Verwunderung darüber, dass hier eine Redaktion offenbar intellektuell gänzlich überfordert ist, ein von ihr geschaffenes Problem adäquat zu behandeln, neben dem Ekel, der sich ob all dieser Unsäglichkeiten einstellt, muss man auch feststellen, dass die Verletzung der Menschenwürde Barack Obamas Konsequenzen haben muss - zügig und sichtbar.
Mein Gott, was fuer ein Bohei! Der taz Rassismus zu unterstellen ist an den Haaren herbeigezogen, und wer die taz regelmaessig liest, weiss das auch. Ich schliesse mich den (wenigen) vernuenftigen Kommentatoren hier an, Rassismus kann ich hier eindeutig nicht erkennen, eher sehr feinsinnigen Humor, den viele wohl nicht verstehen. Spaetestens mit der nachgereichten “Bedienungsanleitung” muesste es eigentlich klar sein, oder? Also, taz, weiter so….
What, nobody got fired for this? You guys must have a contract with the (U.S.) federal government.
While you’re on the subject - and for Americans, this is totally offensive, whether you as Germans think it is or not. It’s our literature, after all - try thinking about what sending the black man “up to the big house” means. A “house slave” is as bad as an “Uncle Tom.”
Toll. Angaßt.Du blöd? Ich auch! Es grüßt! taz
Schlechte Arbeit der Redakteure: Der Titel mit dem Bild vom Weissen Haus müsste “Baracks Baracke” heißen.
Christian
Onkel Tom’s Hütte ist nicht Uncle Tom’s Cabin - erst recht nicht für Berliner. Und die taz ist sicher keine Zeitung für Amerika. Ich vermute, dass die meisten Tazleser (wie auch ich) mit dem Titel wohl eher die Jahrhunderte lange Unterdrückung der schwarzen Amerikaner und den möglichen historischen Einzug eines schwarzen Senators ins Weiße Haus assoziieren, und daher trifft der Aufmacher den Punkt. Die Rassismusvorwürfe sind aus deutscher Sicht jedenfalls unhaltbar, aus amerikanischer Sicht allerdings absolut verständlich.
Peinlich, dass der Eindruck entstanden ist, der Titel sei ohne Fachkenntnis gewählt worden.
Wie hieß der Titel eines Schlagers gleich mal?: Witzischkeit” kennt keine Grenzen. Aus dieser Ecke kommt so eine Schlagzeile. Es wäre maximal als Kneipenwitz akzeptabel.
Ich weiß nicht,ob es rassistisch ist, wenn bei einem Schwarzen als erstes Onkel Toms Hütte in den Sinn kommt. Es hat eher was mit der Vermittlung von Literatur und Historie zu tun. Und da gehört das Buch nun mal zum Bildungsgut, das als erstes einfällt, wenn man über einen Farbigen, Obama ist eigentlich kein Schwarzer, assoziiert. Aber es gilt auch, dass der Zwang zum Witz manchmal auf die Nerven gehen kann.
Wie peinlich! Vor allem die an den Haaren herbeigezogenen Erklärungsversuche zeugen vom Totalausfall der „Pickertplatte“ (Hey-Ho, ein Wortspiel!). Eine ironische Brechung erkennen die meißten TAZ-Leser, schließlich hält die TAZ viel von ihren süper-Rhetorik-Tricks. Leider erzeugt dies immer häufiger Krampfe in den Köpfen der wenigen übriggebliebenen Leser mit analytischem Verstand. Einige unmissverständliche Kommentare englischsprachiger Leser sollten Pickert eigentlich zeigen, wie sein eigener rhetorischer Kunstgriff zu verstehen ist. Aber Fehlanzeige (siehe: “Ist dieses Wortspiel diskriminierend? Nein, sagt Bernd Pickert”) Zum Glück hat die TAZ Dominic Johnson, einer der letzten lesbaren Redakteure. Aber eigentlich ist Johnson doch viel zu schade für die TAZ.
Der Vorwurf des Rassismus trifft vielleicht weniger, als der des infantilen Schlagzeilenschindens um jeden Preis. Der Onkel Tom-Titel ist nicht der einzige, bei dem ich mich in letzter Zeit gefragt habe, ob die taz mit aller Gewalt auf dem Niveau von Bild ankommen will. Sehr gut, dass die redaktionsinternen Meinungsverschiedenheiten zu dieser jüngsten Entgleisung dokumentiert werden. Sehr peinlich, wie Bernd Pickert auch noch versucht, diesen Kurzschluß zu verteidigen: Die Leser, die sich aufregen, hätten da wohl etwas missverstanden. - Ganz und gar nicht, lieber Herr Pickert!
Die gesamte Kampagne von Barack Obama war von rassistischen Stereotypen überladen. Ich erinnere nur an Obama/Osama. Vor diesem Hintergrund schlägt der TAZ Titel in die gleiche Kerbe. Wenn ich mich hier so umschaue, wundere ich mich, dass es nicht wenig Stimmen gibt die behaupten, dass es bei Obama einzig und allein darum ginge, dass er schwarz sei. Das ist ein beindruckender Beweis des ausgeprägt rassistischen Diskurses, der innerhalb der deutschen Linken immer wieder zu Tage tritt. Wir werden im Präsidentschaftswahlkampf noch sehr viele Angriffe dieser Art beobachten und die TAZ Redaktion hat eine tolle Steilvorlage geliefert. Sicher, der Witz ist schon äußerst sarkastisch und der eine oder die andere mag herzhaft darüber lachen, nur eines sollte absolut klar sein: Angehörige des Ku-Klux-Klan, die White Aryan Brotherhood, unzählige evangelikale Wirrköpfe und viele andere rassistisch eingestellte Menschen können bei dem jüngsten Scherz der TAZ herzlich mitlachen. Da kann man nur sage:” Toll gemacht!!!”
Um es noch einmal ganz klar zu sagen:” Should the white house become uncle barack’s cabin?” wäre ein hervorragender Slogan, um eben jene Menschen zu mobilisieren, die ein Problem mit einem schwarzen Präsidenten hätten. Von daher ist der Titel, angesichts des Selbsverständnis der TAZ, an Dummheit kaum zu überbieten. Jetzt weiß ich wieder warum ich linksliberal und eben kein Linker bin!!!
Tja Herr Pickert, dass Sie auch noch darauf beharren nicht in “Anti-PC” Diktionen verfallen zu sein, setzt Ihrer überheblichen Arroganz wahrhaft die Krone auf. Sicher, Sie behaupten das auch nicht. Nur wäre das der einzige legitime Kontext, in jenem der Fehlgriff Ihres Hauses unter Umständen statthaft gewesen wäre. Wenn ich mir demgegenüber das paternalistische Süßholzgeraspel von Ihnen und Ihrer heuchlerischen Salonsozialisten-Bande ansehe, wenn es um Afrika geht, da kann einem nur noch schlecht werden, wenn man sieht, wie Sie ganz offensichtlich schwarze Menschen sehen. Schwarze sind für Sie solange Sie Opfer sind willkommen, um sich in selbstgerechtem Mitleid zu suhlen. In der Tat, Carl Mai hat schon recht. Die “arme Neger” Symbolik gepaart mit dem Mythos des “edlen Wilden” hält Hof bei der TAZ. Also mal ehrlich, dass hätte selbst die WELT oder noch besser die “Junge Freiheit” kaum besser hinbekommen können.
@Boyowa Meyer: Ihre Kritik trifft es auf den Punkt, der Titel wird in obiger Diskussion vielfach von genau denen toleriert, die Obamas Schwarz-sein in einen Kontext mit der Tatsache, dass er es tatsaechlich zu einem Kandidaten fuer das Weisse Haus schaffte, gestellt, die Ueberschrift ist zudem keine Referenz an eine Schwarze Kultur, sondern nichts anderes als ein herablassender Verweis auf seine Hautfarbe, fuer die ‘Uncle Tom’ in rassistischer Tradition letztlich steht. Zumindest transportiert der Titel immer auch die Moeglichkeit dieser Interpretation und befindet sich damit in merkwuerdiger Ko-Union mit aehnlich zweideutig-rassistischem ‘Witzgut’, wie im uebrigen auch obige ‘die Wahrheit’-Rubrik der taz. Wenn man Schwarze heute wirklich verletzen will, dann feuere man auf sie als Reaktion auf deren Kritik unter dem Mantel der Ironie und der eigenen angeblichen Aufgeklaertheit ein Stakkato von rassistischem Duennsinn ab, das beherrscht die taz grandios (uebrigens zuweilen auch die Sueddeutsche etc.).
@Magda Geisler: Barack ist also ein ‘Farbiger’, aha, und was sind Sie? Rosa?
‘Barack Obama’ im letzen Satz, sorry.
Ich finde nicht. Ich finds sogar super.
Der Vergleich Hütte - Weißes Haus passt einfach grandios.
Natürlich geht es darum, dass Obama schwarz ist. Das verdeutlicht den historischen Wandel in den USA grandios. Vor zweihunder Jahren noch Sklaven, vor 50 noch Rechtslose und morgen hoffentlich Präsident.
Wo ist der Rassismus?
@ B. Pickert:
“Wie ich meine Einschätzung zu der Seite begründe, können Sie nachlesen”
Noch mehr unreflektiertes Dumpf-Sprech. Mein Tipp: Weniger “einschätzen”. Mehr denken. Headlines sind eine Kunst. Nicht durch “Selbstkritk” im “Plenum” erlernbar.
Sehr geehrter Herr B, es geht eben nicht darum, dass Obama schwarz ist sondern darum, dass er zu aller erst mit seiner politischen Botschaft und seiner multiethnischen Herkunft ein legitimer Repräsentant der modernen Vereinigten Staaten sein könnte. Er ist eben kein Jesse Jackson, der sich primär die Bürgerrechte der Schwarzen auf die Fahnen geschrieben hat sondern ein Kandidat für alle Amerikaner. Die Hautfarbe repräsentiert zunächst einmal gar nichts. Der schwarze Bundesrichter Clarence Thomas beispielsweise ist ein beinharter Apologet des Rechtskonservativismus und hat sich nicht gescheut, gegen Affirmative Action Position zu beziehen. Folglich ist die Reduktion auf die Hautfarbe total in die Irre führend und alle die meinen, dass mit Barack Obama ein “we-shall-overcome” singender Friedensfürst ins weisse Haus einziehen wird, werden sich im Gewinnfall noch gewaltig wundern. Herr B. ich nehme Ihnen Ihre Meinung ab und Sie haben sicher gutes im Sinn, nur mit diesem Determinismus, den Sie von der Plantage ins weisse Haus entwickeln werden Sie zeitgenössischen Realitäten in keiner Weise gerecht. Vielmehr schwingt da eben doch diese Haltung mit von den “armen Schwarzen”, die es jetzt endlich geschafft hätten und das ist eben so nicht stimmig. Herr Obama repräsentiert nämlich nicht die Erfahrung der ehedem Afrikaner, die unfreiwillig in die USA gekommen sind. Vielmehr repräsentiert er die ehedem europäischen Einwaderer von Kansas und eben neuzeitliche afrikanische Einwanderer, von denen sehr viele in den letzten 20 Jahren Ihre alteingessenen afroamerikanischen Verwandten in der Gesellschaft überholt haben. Genau deswegen gab es doch unter der sogenannten afroamerikanischen Gemeinschaft flammende Diskussionen, weil Obama eben nicht von Sklaven abstammt und obendrein noch eine weiße Mutter hat. Alle diese Fakten werden auch von Ihnen mit der “Aufschrift” schwarz vom Tisch gewischt. In Ihrem Fall läuft das dann wohl eher unter grober wenn auch freundlich gemeinter Vereinfachung. In anderen Fällen wird aus der gleichen Herleitung eben Rassismus. Drehen Sie es doch mal um. Sie sagen, morgen hoffentlich Präsident andere sagen hoffentlich nicht.
Im übrigen ist das Bild mit der Hütte wirklich für verquere Meinungen prädestiniert. Schauen Sie sich nur den Beitrag des Herrn aus Ostafrika an. Der greift das doch direkt auf und sagt im Prinzip, dass Obama nur Erfüllungsgehilfe also Onkel Tom des politischen Establishments wäre. Der Herr aus Ostafrika ist doch genau in die biologistische Falle getappt, die ich mein Leben lang nicht müde werde zu kritisieren. Er fand Obama toll, weil er schwarz war. Klasse und nun merkt er, dass er eben ein Machtpolitiker ist, der sich wie jeder andere etwas einfallen muss,um gewählt zu werden. Tja und auf einmal ist er nicht mehr der Heilsbringer sondern soll in der Hölle schmoren. Das sind diese extremen Bilder zwischen, denen dieser Diskurs variiert. Sie Fragen wo ist der Rassismus und ich frage, warum wird so wenig über Inhalte gesprochen? Wieso wird sich so wenig mit außenpolitischen Agenda Obamas beschäftigt? Aus welchem Grund ist halbeuropa von dieser Obamamanie befallen? Wieso wird in jeder deutschen Zeitschrift immer betont, dass der Senator schwarz ist. Bei Hillary Clinton wird doch auch nicht überall und permanent das Attribut “weiblich” angefügt. Der Rassismus liegt in der biologistischen Bewertung, die jedes Handeln, Tun und Schaffen eines Menschen in letzter Konsequenz immer auf physische, optische oder genetische Merkmale reduziert. Eines ist nämlich klar, wenn es bei Obama primär um seine Hautfarbe oder die Interessen der Afroamerikaner ginge, dann wäre niemals da wo er jetz wäre. Schließlich machen die Afroamerikaner nur 12% der Gesamtbevölkerung aus und da kommen wir auch schon zum nächsten total verqueren Trugschlusss. Wer behauptet eigentlich, dass alle Schwarzen Obama befürworten? Wie ich schon erwähnte, es gibt in Amerika auch Schwarze mit den Ansichten eines Clarence Thomas. Sicher eine große Mehrheit befürwortet Obama sicherlich. Nur anzunehmen, dass dies primär mit der Hautfarbe zusammenhinge wäre eine ebensolche Reduktion. Schließlich werden politische Ansichten nicht in die Haut implantiert. Wissen Sie, was ich meine?
@ Carl Mai: Bevor Sie hier anderen “unreflektiertes Dumpf-Sprech” unterstellen, sollten Sie vielleicht wirklich mal nachlesen, “mehr denken”, eine Nacht darüber schlafen, nochmal denken - und erst dann schreiben. Danke.
Zum Titel: Dass “Onkel Baracks Hütte” in Verbindung mit einem Farbfoto des Weißen Hauses einen satirischen Kontrast zu der ärmlichen Hütte des “Onkel Tom” aus dem gleichnamigen Roman herstellen sollte, war - mir jedenfalls - auf Anhieb klar. Wie man daraus einen - aus meiner Sicht - völlig absurden Rassismus-Vorwurf entwickeln kann, ist und bleibt mir ein Rätsel.
Mein absoluter Titel-Favorit bleibt allerdings die taz-Schlagzeile anlässlich der Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzerlin: “Es ist ein Mädchen!”. Aber auch der war ja bekanntlich “sexistisch”.
Mich hat der Titel zum Schmunzeln gebracht. Auch wenn ich mir die größte Mühe gebe, vermag ich darin keinen Rassismus zu entdecken. das die Hütte inzwischen das Weiße Haus sein kann, sagt auch nichts aus. Es ist höchsten als Wunsch des Autoren zu sehen.
Warum ist die Bezeichnung Obaracks als “Afroamerikaner” eigentlich nicht diskriminierend. Was sollen diese ganzen Scheren im Kopf? Die Frage, die mich wirklich umtreibt ist, ob Herr Obarack oder von mir aus auch die “Euroamerikanische” Frau Clinton eine wirkliche Alternative zu Pommes Mc Caine darstellen und der eine eben mit der Hautfarbe, trotz der er es nach “oben” geschafft hat, und die andere ob ihres Geschlechtes und ihres “Prinzessin Diana Prinzessin des Volkes Charakters” gepunktet hat und wertgeschätzt wird. Beide gehören in jedem Fall zum amerikanischen Establishment, beide spielen mit ihren “Alleinstellungsmerkmalen”. Das ist alles nur Verpackung, mit denen beide vom fehlenden Inhalt ablenken.
Und das Wort “Veränderung” hat in der deutschen Geschichte schon einmal eine unheilvolle Bedeutung gespielt. das, was ich von allen Kandidaten im Wahlkampf mitbekommen habe, stimmt mich jedenfalls nicht hoffnungsfroh.
Ansonsten sei zum Rassismusvorwurf die berühmte schwedische Philosophin Langstrumpf zitiert, die in einem ihrer Werke dem wohlmeinenden Publikum mitteilt “Man muß sich eine Menge Unsinn in seinem Leben anhören, bevor einem die Ohren abfallen”.
Schönes Wochenende
Michael Bay
@ Boyowa Meyer:
Ich verstehe Sie durchaus. Ich fände es auch schön, wenn wir heute nicht darüber reden müssten, dass es in Amerika einen Präsidentschaftskandidaten mit dunkler Hautfarbe gibt. Wir reden aber deswegen darüber, weil ein schwarzer Präsidentschaftskandidat vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Vielleicht auch noch undenkbarer als eine Präsidentschaftskandidatin, ich empfinde es jedoch nicht unbedingt so, dass über Clintons Geschlecht weniger geredet und geschrieben wird/wurde als über Obamas Hautfarbe. Natürlich lesen sie das Adjektiv “weiblich” weitaus seltener, da es bereits im “-in” der Kandidatin steckt.
Obamas Vorfahren waren keine afroamerikanischen Sklaven, er hat kenianische Vorfahren, das ist richtig. Dennoch hätte er im 19. Jahrhundert in Amerika vermutlich kein freier Staatsbürger sein können - wegen seiner Hautfarbe. Und ebenso hätte er 1950 nicht die Rechte eines Weißen gehabt.
Die taz-Schlagzeile sagt also für mich in erster Linie “Wir schreiben das Jahr 2008, nicht mehr 1840″.
Natürlich werden Menschen Obama wählen oder nicht wählen, weil er schwarz ist und nicht wegen seines politischen Programms. Das man sich hier nicht damit außeinander setzt, empfinde ich nicht so, mag aber auch von Zeitung zu Zeitung verschieden sein, ich lese von Haus aus die Frankfurter Rundschau.
Politiker werden aber immer auch nach Sympathie gewählt, hier und in den USA, wo die Politik personenorientierter ist, vermutlich noch mehr. Ob es Obama dabei hilfreich ist schwarz zu sein oder nicht, kann ich nicht sagen, dass er nicht dort wäre, wo er jetzt ist, wäre er kein Ausnahme- und Machtpolitiker steht außer Frage.
@ Björn B.:
Die taz-Schlagzeile sagt also für mich in erster Linie “Wir schreiben das Jahr 2008, nicht mehr 1840″
Echt mal, das ist der Nachrichtenwert dieser Schlagzeile?!
Dazu brauche ich keine “Tageszeitung”. Um das zu wissen, muß ich an nüchternen Tagen nicht mal mehr auf meine Armbanduhr schauen
Als in den USA lebende ex-taz-Mitarbeiterin, die sich in der online-taz noch ueber in Deutschland relevante Debatten informiert, bin ich erst heute auf die Titelzeile vom Donnerstag gestossen. Oh man! Dumb and dumber… Einmal mehr ein misslungener Versuch, Ueberschriften mit “Esprit” (sensationalism?) zu formulieren, diesmal aber mit wirklich abstossendem Resultat. Selbst wenn ich hier keinen absichtsvollen Rassismus vermute, steckt hinter der Formulierung doch eine Art Groessenwahn, eine Selbstueberschaetzung der Verantworlichen, die wohl glauben, den Kontext entweder ignorieren oder sich gaenzlich drueber hinwegsezten zu koennen. (Sorry, Herr Pickert, aber Ihre nachtraeglichen Versuche, verzwickte progessive Lesarten einzufuehren, sind wenig ueberzeugend.) Daher meine Frage an die Redaktion: Wer glaubt Ihr eigentlich, wer Ihr seid?
@ A. Schlichter
D’accord. Wo sind die Korrektoren, wenn sie gebraucht werden ;-)? Aber der Fisch stinkt vom Kopfe, den’s bei der TAZ immer noch nicht zu geben scheint, da koennen dann auch Deine NachfolgerInnen vor Drucklegung nix mehr rausreissen. Eine Chefredaktion, die den Namen verdient, haette laengst Konsequenzen gezogen.
os redo os. diese taz verdient diese leser. resel eseid tneirev zat eseid. so oder so.
so oder so. zat eseid neneidrev resel eseid. diese leser verdienen diese taz. os redo os.
@Carl Mai
Dieser Bernd Pickert entlarvt sich selbst. Sein Halbsatz “und Obama ist kein x-beliebiger Schwarzer” enttarnt die ganze Armseligkeit seines geistigen Niveaus.
Armselig ist auch die Feigheit der Chefredaktion, Fehler einzugestehen, sich zu stellen, Verantwortung zu übernehmen.
Zusammenfassend muss man sagen: Das publizistische Niveau der taz liegt weit unterhalb des Niveaus der BILD-Zeitung. Bei Springer gibt es keinen Rassismus, keinen Antisemitismus, keinen Anti-Amerikanismus und keine organisierte Verantwortungslosigkeit. Sonntagsdiskutanten wie Bascha Mika, die sich wegducken, wenn sie gefordert sind, hätten dort keinen Platz.
Nun gut, eines muss man dem Titel lassen: Er hat zu einer regen Diskussion geführt und damit auch dazu, die Kandidatur Barack Obamas auch einmal kritisch zu betrachten und aus der allgemein verbreiteten “Change”-Euphorie auszubrechen.
Man sollte sich einige Fragen stellen:
Muss Obama sich nicht ebenso den Lobbyisten beugen wie seine Vorgänger? Muss er nicht ebenso die Interessen der gleichen (weißen) Wirtschaftsgiganten vertreten wie seine Vorgänger? Es ist naiv zu glauben, ein grundlegender Wandel in der US-Politik könne von einer einzigen Person herbeigeführt werden. Und es ist selbst noch naiv zu glauben, dies könne durch den Wechsel der regierenden Partei geschehen. Und es ist noch viel naiver zu glauben, dass dies durch die Hautfarbe des Präsidenten geschehen könne.
Was die Person Obamas beeinflussen wird, - vorausgesetzt er wird zum Präsidenten gewählt - ist das Verhalten der Politiker in anderen Ländern. Uns Europäern würde es in Zukunft schwerer fallen, sich nicht hinter die amerikanische Position zu stellen, wenn es um militärische Fragen geht. Und in afrikanischen Ländern könnte auch tatsächlich die schwarze Hautfarbe eine entscheidende Rolle spielen, wenn sich Regierungen und Menschen zwischen den konkurrierenden Einflüssen Chinas oder des Westens oder zwischen den konkurrierenden Einflüssen des Islams und des Westens entscheiden müssten.
Ich bin überhaupt nicht überrascht. Selbst für die staatlichen Medien Ist Obama der “Schwarze” Senator. Warum nicht die “weisse” Senatorin Cliton. Ich fürchte Obama wird die Wahl verlieren nur wegen seiner Hautfarbe. Die Taz hat nur geschrieben was viel von uns denken.
Wait and see
Im Augenblick kann keiner seriös sagen, wie die Wahlen im Herbst ausgehen werden. Experten halten so ziemlich alles für denkbar von einem erdrutschartigen Erfolg Obamas bis zum einem klaren Sieg McCains. Die Hautfarbe wird sicher eine Rolle spielen. Ob sie die Wahlen entscheidet? Eine Schlagzeile, wie die der taz, wird Obama jedenfalls eher schaden, weil sie die klischeehaften Ängste der Weißen bestätigt. Zum Glück werden wir dort ja nicht so viel gelesen
Und: Es gibt neue Einträge mit privaten US-Reaktion und einem brandneuen Video weiter oben …
habe nun diese diskussion hier einmal überflogen und muss sagen, dass ich die aufregung oder gar den rassismus-vorwurf auch nicht wirklich verstehe…
meine erste reaktion auf den titel war, dass die taz es mal wieder geschafft mir ein morgenliches schmunzeln zu entlocken. genau eben, wegen dieser ironie. denn macht sich die taz mit diesem titel nicht auch über ernstgemeinte rassismus-auswüchse und/oder alltägliches/unterbewusstes rassistisches denken lustig?
jedenfalls verstehe ich sarkasmus und ironie immer so, dass durch überhöhtes darstellen eine ablehnung vom einem sachverhalt deutlich gemacht wird. bei diesem titel sehr schön hergestellt durch bild/titel-bruch. der eben auf ironisches weise, sich eben auch über die leidige debatte um hautfarben und herkunft des barack obama lustig macht…
n diesem sinne, taz bleibt weiterhin so ironisch und entlarvt weiterhin eben auch rassistisches denken;-)
..genau, insbesondere sind auch alle Schwarzen in Deutschland, den USA und anderswo, die diesen Spruch bescheuert fanden, einfach Rassisten. Wie einfach doch die welt der weissen ‘Diskurshegemonie’ ist.
[...] “Obamas Hütte” - zum letzten Die Argumente zum umstrittenen taz-Titel sind ausgetauscht, viele haben sich an der Diskussion beteiligt. Ich möchte hier noch kurz schreiben, was mein ganz persönliches Fazit der Debatte ist. [...]
Entschuldgt, bitte, wenn ich mich jetzt nur in meiner Muttersprache auszudrücken vermag: this title page is racist!
I used ti live in Berlin as a student. I have a great deal of respect for taz. However, when does “freedom of speech” cross the line into sustaining racist stereotypes?
taz crossed that line by publishing the aforesaid front page. We in the US are keenly aware of our racist history - you our German cousins ought to be keen aware of yours, as well. Publishing such a front page casts doubt on whether you have any sense of what kind of thoughts that you’re casting out into the world. Shame!
You Germans have a serious disconnect when it come to racial understanding. It’s the only possible answer to the sheer stupidity of publishing a piece of journalism that serves only to bate people not into constructive discussion, but into debating a sensitive issue in an antiquated style.
this piece of journalism does not surprise me. Of all the places I have been to in the world, Germany and Austria are the most vile racist countries ever. It is a shameful western democracy and has obviously learnt nothing from its revolting history of death and degradation. The Europeans like to make snide comments about America but, as an “ethnic” student at Princeton University, I can tell you that America is very progressive and I have not encounter a single iota of racism anywhere here. As an exchange student trying to learn the German language and understand its culture at the Goethe Institute in Munich (how wrong I was to even bother) I was only treated rudely, disrespectfully and practically as a subhuman, even by store cashiers and cleaners. Good way to leave an impression on someone who only showed interest in your dreadful country! Though I have successfully learnt German (I wonder how many Germans have any interest in a non-European language), I will never bother speaking the language of fascism again. This is the story I tell every American, who have every right to be proud of their society.
If there is a mark of civilization, then hear this: Germany’s legacy in the world has been anything but civilized since the age of Romanticism ended during the fin de siecle. It has not contributed anything but death and violence to the world; all its great poets and philosophers have long since decomposed, and nothing good is left. Good riddance to bad rubbish.